Teheran, 70er Jahre: Ein junges Mädchen träumt von der freien Welt. Kaum ist sie aus dem turbulenten Iran in Europa angekommen, verwandelt sich das neugierige Kind im Schnelldurchlauf in eine Frau... Chaya ist das Porträt einer unkonventionellen, starken Frau mit nicht zu zügelndem Freiheitsdrang. Ein so warmherziges wie hinreißendes Debüt.
In 'Chaya' geht es um eine junge Lyrikerin, die ihre Kindheit in Teheran verbringt und mit 14 Jahren in die Schweiz zieht.
Die erste Hälfte des Romans gleicht einer (fiktiven) autobiographischen Erzählung, die berichtet über Familie, Kindheit, die Ursprünge von Eigenschaften und Zielen, vor allem der Liebe zu Sprachen und zur Poesie, aber auch von kulturellen und politischen Veränderungen im Iran der 1970er Jahre. Was zunächst als stringente und kausale Entwicklung aufgerollt wird, beginnt mit dem Umzug in die Schweiz zunehmend episodenhafter zu werden und Fragen aufzuwerfen und an Zielgerichtetheit zu verlieren - und das, obwohl Chaya recht genau weiß, wer sie ist und was sie will.
Im Grunde scheint es im Roman um die Möglichkeiten, Grenzen und Eigenarten von Sprache(n) zu gehen und letztendlich ist es auch die Versprachlichung, die mir am besten gefallen hat. Kathy Zarnegin schreibt gleichzeitig sehr bildreich, vielleicht 'reichhaltig', aber ohne an sprachlicher Klarheit zu verlieren und pathetisch zu werden. Das ist mindestens ebenso spannend, wie die zum Teil recht scharfen und spitzzüngigen Beobachtungen, die Chaya in der Schweizer 'Hochkultur' macht oder die Erinnerungen und Werte ihrer Kindheit, die zunehmend an Nähe, nicht aber an Präsenz verlieren.
Insgesamt: Ein Roman, der mir gefallen hat und vor allem durch ruhige, kluge Beobachtungen und deren stilsicheren Beschreibungen besticht - wegen der Episodenhaftigkeit aber viel länger auch nicht hätte sein dürfen.
When style dominates substance, when you use so many words for words' sake, your book will only resonate with readers' of the same wavelength. Clearly, that is not the case for Zarnegin and me. Some budding thoughts on the position of women, of immigrants, and of women immigrants that could have been interesting, but only ever get touched upon.