Michael Johannes Maria Köhlmeier ist ein österreichischer Schriftsteller, Musiker und Moderator. Er lebt als freier Schriftsteller in Hohenems und Wien.
Köhlmeiers "Geschichten von der Bibel" befassen sich mit den "Geschichten" rund um das Alte Testament. Laut dem Autor dürfte die Bibel in ein großes Sagen- und Mythengeflecht eingebettet sein, das teilweise schon lange vor der Bibel existiert hat. (ja, hier kann man vom Glauben abfallen) Das Sagenstoffe immer wieder verwertet wurden, ist in der Geschichte nichts neues (Artus Sage, der Faust Stoff zB!), unterstützt aber nicht wirklich das Gerüst der Kirche.
Wie auch immer, Köhlmeier hat es wieder einmal verstanden, viele, sicherlich komplexe Mythologien und eben Sagen mit dem Inhalt des Altes Testamentes zu vervollständigen. So macht bereits die Erschaffung der Welt viel mehr Sinn, wenn man das ganze Mosaik erfährt. So verhält es sich bis zum Schluss, bis zu den Geschichten rund um Moses.
Das Lesen hat mir viel Spass gemacht. Ich empfinde es als äußerst tröstlich zu wissen, dass die Probleme der Menschheit immer schon die Gleichen waren. So gibt es schon seit Anbeginn Gut und Böse und jene, die sich durch Lug und Trug durchs Leben schlagen. Man kann sich selbst trösten, dass alles was einen im Leben ärgern möge, schon vor tausenden von Jahren Menschen geärgert hat.
Ein ganz großes Manko ist aber, dass Köhlmeier zwar Geschichten erzählt, aber nicht markiert was nun Inhalt des AT ist und was nicht. Noch gibt es eine Literaturliste, welche ermöglichen könnte, dass ein interessierter Leser an manchen Stellen die Quelle lesen kann. Das ist der Stern Abzug.
Köhlmeier kann man immer lesen. Blöder wird man dadurch sicher nicht. Deswegen für Interessierte klar zu empfehlen.
Ein toll geschriebenes Testament für Gottes Grausamkeit, Ungerechtigkeit, Unberechenbarkeit, Eitelkeit, Kleinlichkeit und Rachsucht sowie Futter für meine tiefe Abneigung und neu entdeckten Ekel vor Moses und all den andern alten Wichsern aus der Bibel - shoutout Mina für die Empfehlung