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A Dead One in Berlin
How do you steal $2,000,000 from an armored car guarded by the U S Army and get away with it?
Gorski and Benjamin had a great idea for their next crime movie. The trouble was, it was too good...
Gorski and Benjamin had a great idea for their next crime movie. The trouble was, it was too good...
- GenresCrime
220 pages, Paperback
First published January 1, 1974
About the author
Ulf Miehe
4 booksUlf Miehe (1940 - 1989) was a German writer, screenwriter and film director.
He also published under the pseudonym Robert Artner (when writing together with Walter Ernsting).
He also published under the pseudonym Robert Artner (when writing together with Walter Ernsting).
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Community Reviews
Displaying 1 - 5 of 5 reviews
February 7, 2022
Mal wieder überrascht mich die SZ-Krimibibliothek wirklich positiv mit einem Titel, den ich sonst vermutlich nie gelesen hätte. Ich hab noch einen Toten in Berlin (in Anlehnung an das alte Lied von Marlene Dietrich) von Ulf Miehe ist eine unkonventionelle Geschichte, die spannend und amüsant zu gleich ist.
Ein Drehbuchautor und ein Regisseur sind auf der Suche nach neuem Stoff für ihren nächsten Film. Durch einen Kontakt im kriminellen Milieu erfahren sie, dass jede Woche ein Flugzeug mit dem Sold für die amerikanischen Soldaten in Berlin landet. Dieses Geld - ca. eine Million US-Dollar - wird dann durch die Stadt transportiert, um anschießend an die Soldaten verteilt zu werden. Der Transport ist nicht besonders gut bewacht, es wäre ein Leichtes, ihn zu überfallen. Die beiden beschließen, einen Film aus dieser Idee zu machen. Um ein möglichst realistisches Drehbuch zu schreiben, recherchieren sie in der Unterwelt, besorgen sich Waffen und falsche Pässe. Da kommt ihnen der Gedanke, das Ding doch einfach selbst zu drehen - im wahrsten Sinn des Wortes.
Gangsterfilme sind normalerweise nicht so meins, ich mag lieber Krimis und Thriller aus Polizeisicht. Doch dieses Buch ist sehr gut gemacht, der Spannungsaufbau äußerst gelungen. Hier kommt dem Autor zugute, dass er selbst Drehbuchautor ist - was nicht immer etwas Gutes verheißt. Wer also auf der Suche nach einem ungewöhnlichen Krimi ist, ist hier gut bedient.
Ein Drehbuchautor und ein Regisseur sind auf der Suche nach neuem Stoff für ihren nächsten Film. Durch einen Kontakt im kriminellen Milieu erfahren sie, dass jede Woche ein Flugzeug mit dem Sold für die amerikanischen Soldaten in Berlin landet. Dieses Geld - ca. eine Million US-Dollar - wird dann durch die Stadt transportiert, um anschießend an die Soldaten verteilt zu werden. Der Transport ist nicht besonders gut bewacht, es wäre ein Leichtes, ihn zu überfallen. Die beiden beschließen, einen Film aus dieser Idee zu machen. Um ein möglichst realistisches Drehbuch zu schreiben, recherchieren sie in der Unterwelt, besorgen sich Waffen und falsche Pässe. Da kommt ihnen der Gedanke, das Ding doch einfach selbst zu drehen - im wahrsten Sinn des Wortes.
Gangsterfilme sind normalerweise nicht so meins, ich mag lieber Krimis und Thriller aus Polizeisicht. Doch dieses Buch ist sehr gut gemacht, der Spannungsaufbau äußerst gelungen. Hier kommt dem Autor zugute, dass er selbst Drehbuchautor ist - was nicht immer etwas Gutes verheißt. Wer also auf der Suche nach einem ungewöhnlichen Krimi ist, ist hier gut bedient.
January 15, 2024
The beginning of this book was quick, I didn’t know the turns we were taking until the script was coming along and the characters were questioning their motives. The middle was slow and a bit of fluff but the end was intense and gripping.
October 31, 2024
Hier zugreifen, wer einen durch und durch langweilenden Krimi lesen möchte!
„Ein seltenes Glück in deutscher Sprache“, soll der linke Allgäuer Dichter Günter Herburger, heute weitgehend vergessen, damals bemerkt haben, steht auf dem Schutzumschlag. Und die deutsche Kritik hat über Jahre daran festgehalten, Ulf Miehe setze in Deutschland das Erbe von Dashiell Hammett und Raymond Chandler fort. Obwohl jeder Depp sehen konnte, dass jene ihren Lesern zu Beginn der Bücher Mordfälle mitgegeben hatten und einen Detektiv, der sie am Ende dann aufklart, während bei Miehe überhaupt kein Detektiv auftaucht, die Polizei fast nur am Rande, vom im Titel angekündigten Toten während 90 Prozent des Buchs nichts zu ahnen ist, sowieso auch kein Mord passiert. Vielmehr geht es um einen Raubüberfall, der im geteilten Berlin Anfang der siebziger Jahre auf einen Geldtransport der US-Army verübt werden könnte. Es steht kein Verbrechen am Anfang, sondern fast das gesamte Buch über wird von der Vorbereitung eines Verbrechens erzählt.
Wie kam es überhaupt zu den Chandler- und Hammett-Vergleichen? Nun, die Kurz-Antwort lautet: Humphrey Bogart. Vor allem nämlich geht es hier um eine gegen Ende der sechziger Jahre, eigentlich ja, als die Studentenrevolte schon wieder vorbei war, kultivierte Version von männlichem Style und Coolsein, um erschütterte, desillusionierte, wortkarge Barbesucher, die für ihre Unabhängigkeit auch zur Luger greifen könnten. Schwarze Serie durch die Brillen von Jean-Luc Godard und Jean-Pierre Melville betrachtet und in den Köpfen von Reinhard Hauff und Fassbinder angekommen. Am meisten gemahnt Ulf Miehe, ein Ex-Berliner, der in München arbeitete und zwischen etwa 1940 und 1990 nur 50 Jahre alt wurde, an ähnliche Hoffnungsträger deutscher, heterosexueller, cooler Männlichkeit, die ewig und drei Tage als „den Amerikanern fast überlegen“ gehandelt wurden, sich beim breiten Publikum aber nie wirklich durchsetzen konnten: Jörg Fauser und Roland Klick.
Um den Spirit zu kriegen, versenke man sich erst einmal in Erinnerungen an Folgende: Burkhard Driest und Pierre Franckh, Uschi Glas und Uschi Obermaier, Andreas Baader und Marius Müller-Westernhagen, Helen Vita und Charles Regnier, Günther Ungeheuer und Luigi Colani, Marquard Bohm und Hark Bohm, Gila von Weitershausen und Vera Tschechowa, Senta Berger und Horst Jüssen, Günter Pfitzmann und Ivan Desny, Jörg Pleva und Walter Kohut, Eddie Constantine und Hannelore Elsner. Für alle diese hätte Ulf Miehe wohl am liebsten einen „knallharten“ Film geschrieben, was dann daran gescheitert wäre, dass sie mit der täglichen Realität des provinziellen West-Deutschlands recht wenig, mit Schwärmerei für internationales Genre- und Schmuddelkino reichlich zu tun hatten. Also oft nur munter vor sich chargierten.
Ulf Miehe war in Bielefeld zum Buchhändler ausgebildet worden und machte sich ein paar Jahre im Dunstkreis des Gütersloher Bertelsmann-Imperiums gut heraus. Eigentlich wollte er Lyriker werden, gab für den Sigbert-Mohn-Verlag auch Lyrik heraus und gilt als Entdecker von Guntram Vesper. (Von dorther möglicherweise Herburgers Sympathie für ihn.) S. Mohn wurde Ende der Sechziger faktisch eingestellt und Miehe verlegte sich aufs Gebrauchstexte-Schreiben. Er arbeitete bis an sein Ende für Illustrierte wie „Quick“, schrieb Science Fiction, drei Krimis, von denen dieser hier der bekannteste ist (auch verfilmt). Er schrieb Texte für die israelische Sängerin Esther Ofarim und sang mit Marius Müller-Westernhagen in einer Fernsehshow. Er schrieb Drehbücher, unter anderem für „Tatort“ und „Der Fahnder“, und 1976 konnte er seinen eigenen Film als Regisseur drehen, „John Glückstadt“, nach Theodor Storm, mit Dieter Laser, dem wenig Glück beschieden war.
Was „ich hab noch einen Toten in Berlin“ retten, rausreißen und nobilitieren könnte, wäre, wenn sich sagen ließe, dass es eine feinfühlige Aufnahme der Frontstadt-Atmosphäre der Mauerstadt im Kalten Krieg ist. Wer das Buch kanonisieren will, immerhin holte es die „Süddeutsche Zeitung“ 2006 unter die 50 Bände der „Kriminalbibliothek“, wird genau so was andeuten, aber nicht wirklich aussprachen, um nicht etwa falsch zu liegen.
Aber es stimmt nicht. Da tauchen ein paar Cafés, der Kurfürstendamm, die Halle des Flughafens Tempelhof, der Landwehrkanal, die Staumeldungen im Autoradio oder ein Taxifahrer irgendwo auf, aber dass man das Berlinische hier schnuppern könnte, das trifft nicht zu. Miehe brauchte eben eine Großstadt, weil er einen internationalen Großstadtkrimi schreiben wollte.
Quer durchs Buch sind wir mit zwei Männern zusammen, die sich endlos oft und endlos lang über die Möglichkeit eines von (bloß) zwei Personen durchgezogenen Überfalls auf einen Geldtransporter unterhalten. Wobei sie oft um den Brei herum reden und es bei Andeutungen belassen. Ansonsten werden Zitate aus Dylan-Songs eingeflochten und auch mal Überlegungen über den Bewusstseinsstand der arbeitenden Klasse, die ansonsten nicht in Erscheinung tritt, eingeschmuggelt.
Der aus den verlorenen Ostgebieten stammende Gorski ist der Regisseur des geplanten Films und der jüngere Benjamin ist sein Drehbuchschreiber und Ich-Erzähler des Buchs. Abgesehen von Tonbandmitschnitten von ein paar Polizeivernehmungen, die zwar auftauchen, aber so gut wie nichts zum Plot beitragen. Sie, wie so vieles, dienen eher dazu, den Betrieb aufzuhalten, das aber wie eine Art von Ersatz-Spannung wirken zu lassen: „Es hätte vielleicht auch so oder so ähnlich gescheitert sein können.“ Also, wie es dann wirklich wurde, kommt natürlich erst viel später raus.
Das Buch wird von dem schwachen Einfall getragen, Filmer könnten sich den Plan zu einem Gangsterfilm von einem echten Verbrecher ausborgen und, während sie sich die Details ihres Drehbuchs ausmalen, darauf kommen, dass sie aus dem Film einen echten Überfall machen und mit einer Million Dollar verschwinden könnten. Leider kann ab Etablierung dieser Frage nichts Substantielles mehr passieren, denn es wäre dann ja nur ein Geldraub, der gelingen oder scheitern würde. Oder die Arbeit eines Autors und dann die in den Studios. Miehe will den Krimi und der Krimi soll Spannung haben. Wir sollen Aberdutzende von Seiten lesen und uns ständig wundern, werden die Zwei zu Gangstern, werden sie es sein lassen? Wird der echte Gangster, Sparta heißt er, es ihnen aus den Händen nehmen? Werden sie sterben? Gute Fragen, aber man kann keine von ihnen beantworten, ohne dass die Geschichte so gut wie aus wäre!
Was das Buch füllt – und was die Anhänger der These, es würde sich um einen Glücksfall handeln, für knapp, kaltschnäuzig und dicht am Leben ausgeben werden -, ist zwar einfallsreich, aber jederzeit als Füllmaterial durchschaubar. Es ist nicht mal als West-Berlin glaubhaft, sondern wirkt wie deutsche Fernsehunterhaltung der siebziger und achtziger Jahre. Simmel-Filme und „Derrick“. Sparta, der Homo Novus aus der Nachkriegszeit, der sich ins Privatleben zurückgezogen hat, jetzt seinen Coup verschenkt. Und Macho Gorski, werden die beiden irgendwann aufeinander losgehen? Diese eine Nachtbar, der noch mehrere folgen werden, mit „dem Mädchen“ im Hintergrund, dem einen oder anderen Perversen, der ihren Körper kommentiert, während die einen oder anderen Whiskeys bzw. Cognacs getrunken, Zigarren geraucht werden. Die überraschende Blauchlicht-Kontrolle, aber die Bullen wissen wohl noch nichts. Ein Waffenhändler, nachts im dunklen Keller eines verlassenen Hauses. Der Fälscher mit dem originalen Dokumentenpapier. Die schwarze Deutsche, die Sparta Benjamin wie auch Gorski quasi aufs Bett legt. Des lieben Mädels anstelliger Bruder mit der großen Kanone.
Ich musste mir das Buch auf viele Lesetage aufteilen, zwischen die ich wochenlange Pausen schob. Eines Tages fing ich ein Kapitel an und sagte mir, du wirst sehen, das endet und ich weiß kein bisschen mehr, ob der Überfall wirklich noch gemacht wird und wo der Tote herkommen soll. Und immer wieder war es so. Ein Buch, das einen offensichtlich mit Kulissenbau langweilt, den es für „Spannung“ zu halten beliebt, kann doch kein guter Kriminalroman sein.
„Ein seltenes Glück in deutscher Sprache“, soll der linke Allgäuer Dichter Günter Herburger, heute weitgehend vergessen, damals bemerkt haben, steht auf dem Schutzumschlag. Und die deutsche Kritik hat über Jahre daran festgehalten, Ulf Miehe setze in Deutschland das Erbe von Dashiell Hammett und Raymond Chandler fort. Obwohl jeder Depp sehen konnte, dass jene ihren Lesern zu Beginn der Bücher Mordfälle mitgegeben hatten und einen Detektiv, der sie am Ende dann aufklart, während bei Miehe überhaupt kein Detektiv auftaucht, die Polizei fast nur am Rande, vom im Titel angekündigten Toten während 90 Prozent des Buchs nichts zu ahnen ist, sowieso auch kein Mord passiert. Vielmehr geht es um einen Raubüberfall, der im geteilten Berlin Anfang der siebziger Jahre auf einen Geldtransport der US-Army verübt werden könnte. Es steht kein Verbrechen am Anfang, sondern fast das gesamte Buch über wird von der Vorbereitung eines Verbrechens erzählt.
Wie kam es überhaupt zu den Chandler- und Hammett-Vergleichen? Nun, die Kurz-Antwort lautet: Humphrey Bogart. Vor allem nämlich geht es hier um eine gegen Ende der sechziger Jahre, eigentlich ja, als die Studentenrevolte schon wieder vorbei war, kultivierte Version von männlichem Style und Coolsein, um erschütterte, desillusionierte, wortkarge Barbesucher, die für ihre Unabhängigkeit auch zur Luger greifen könnten. Schwarze Serie durch die Brillen von Jean-Luc Godard und Jean-Pierre Melville betrachtet und in den Köpfen von Reinhard Hauff und Fassbinder angekommen. Am meisten gemahnt Ulf Miehe, ein Ex-Berliner, der in München arbeitete und zwischen etwa 1940 und 1990 nur 50 Jahre alt wurde, an ähnliche Hoffnungsträger deutscher, heterosexueller, cooler Männlichkeit, die ewig und drei Tage als „den Amerikanern fast überlegen“ gehandelt wurden, sich beim breiten Publikum aber nie wirklich durchsetzen konnten: Jörg Fauser und Roland Klick.
Um den Spirit zu kriegen, versenke man sich erst einmal in Erinnerungen an Folgende: Burkhard Driest und Pierre Franckh, Uschi Glas und Uschi Obermaier, Andreas Baader und Marius Müller-Westernhagen, Helen Vita und Charles Regnier, Günther Ungeheuer und Luigi Colani, Marquard Bohm und Hark Bohm, Gila von Weitershausen und Vera Tschechowa, Senta Berger und Horst Jüssen, Günter Pfitzmann und Ivan Desny, Jörg Pleva und Walter Kohut, Eddie Constantine und Hannelore Elsner. Für alle diese hätte Ulf Miehe wohl am liebsten einen „knallharten“ Film geschrieben, was dann daran gescheitert wäre, dass sie mit der täglichen Realität des provinziellen West-Deutschlands recht wenig, mit Schwärmerei für internationales Genre- und Schmuddelkino reichlich zu tun hatten. Also oft nur munter vor sich chargierten.
Ulf Miehe war in Bielefeld zum Buchhändler ausgebildet worden und machte sich ein paar Jahre im Dunstkreis des Gütersloher Bertelsmann-Imperiums gut heraus. Eigentlich wollte er Lyriker werden, gab für den Sigbert-Mohn-Verlag auch Lyrik heraus und gilt als Entdecker von Guntram Vesper. (Von dorther möglicherweise Herburgers Sympathie für ihn.) S. Mohn wurde Ende der Sechziger faktisch eingestellt und Miehe verlegte sich aufs Gebrauchstexte-Schreiben. Er arbeitete bis an sein Ende für Illustrierte wie „Quick“, schrieb Science Fiction, drei Krimis, von denen dieser hier der bekannteste ist (auch verfilmt). Er schrieb Texte für die israelische Sängerin Esther Ofarim und sang mit Marius Müller-Westernhagen in einer Fernsehshow. Er schrieb Drehbücher, unter anderem für „Tatort“ und „Der Fahnder“, und 1976 konnte er seinen eigenen Film als Regisseur drehen, „John Glückstadt“, nach Theodor Storm, mit Dieter Laser, dem wenig Glück beschieden war.
Was „ich hab noch einen Toten in Berlin“ retten, rausreißen und nobilitieren könnte, wäre, wenn sich sagen ließe, dass es eine feinfühlige Aufnahme der Frontstadt-Atmosphäre der Mauerstadt im Kalten Krieg ist. Wer das Buch kanonisieren will, immerhin holte es die „Süddeutsche Zeitung“ 2006 unter die 50 Bände der „Kriminalbibliothek“, wird genau so was andeuten, aber nicht wirklich aussprachen, um nicht etwa falsch zu liegen.
Aber es stimmt nicht. Da tauchen ein paar Cafés, der Kurfürstendamm, die Halle des Flughafens Tempelhof, der Landwehrkanal, die Staumeldungen im Autoradio oder ein Taxifahrer irgendwo auf, aber dass man das Berlinische hier schnuppern könnte, das trifft nicht zu. Miehe brauchte eben eine Großstadt, weil er einen internationalen Großstadtkrimi schreiben wollte.
Quer durchs Buch sind wir mit zwei Männern zusammen, die sich endlos oft und endlos lang über die Möglichkeit eines von (bloß) zwei Personen durchgezogenen Überfalls auf einen Geldtransporter unterhalten. Wobei sie oft um den Brei herum reden und es bei Andeutungen belassen. Ansonsten werden Zitate aus Dylan-Songs eingeflochten und auch mal Überlegungen über den Bewusstseinsstand der arbeitenden Klasse, die ansonsten nicht in Erscheinung tritt, eingeschmuggelt.
Der aus den verlorenen Ostgebieten stammende Gorski ist der Regisseur des geplanten Films und der jüngere Benjamin ist sein Drehbuchschreiber und Ich-Erzähler des Buchs. Abgesehen von Tonbandmitschnitten von ein paar Polizeivernehmungen, die zwar auftauchen, aber so gut wie nichts zum Plot beitragen. Sie, wie so vieles, dienen eher dazu, den Betrieb aufzuhalten, das aber wie eine Art von Ersatz-Spannung wirken zu lassen: „Es hätte vielleicht auch so oder so ähnlich gescheitert sein können.“ Also, wie es dann wirklich wurde, kommt natürlich erst viel später raus.
Das Buch wird von dem schwachen Einfall getragen, Filmer könnten sich den Plan zu einem Gangsterfilm von einem echten Verbrecher ausborgen und, während sie sich die Details ihres Drehbuchs ausmalen, darauf kommen, dass sie aus dem Film einen echten Überfall machen und mit einer Million Dollar verschwinden könnten. Leider kann ab Etablierung dieser Frage nichts Substantielles mehr passieren, denn es wäre dann ja nur ein Geldraub, der gelingen oder scheitern würde. Oder die Arbeit eines Autors und dann die in den Studios. Miehe will den Krimi und der Krimi soll Spannung haben. Wir sollen Aberdutzende von Seiten lesen und uns ständig wundern, werden die Zwei zu Gangstern, werden sie es sein lassen? Wird der echte Gangster, Sparta heißt er, es ihnen aus den Händen nehmen? Werden sie sterben? Gute Fragen, aber man kann keine von ihnen beantworten, ohne dass die Geschichte so gut wie aus wäre!
Was das Buch füllt – und was die Anhänger der These, es würde sich um einen Glücksfall handeln, für knapp, kaltschnäuzig und dicht am Leben ausgeben werden -, ist zwar einfallsreich, aber jederzeit als Füllmaterial durchschaubar. Es ist nicht mal als West-Berlin glaubhaft, sondern wirkt wie deutsche Fernsehunterhaltung der siebziger und achtziger Jahre. Simmel-Filme und „Derrick“. Sparta, der Homo Novus aus der Nachkriegszeit, der sich ins Privatleben zurückgezogen hat, jetzt seinen Coup verschenkt. Und Macho Gorski, werden die beiden irgendwann aufeinander losgehen? Diese eine Nachtbar, der noch mehrere folgen werden, mit „dem Mädchen“ im Hintergrund, dem einen oder anderen Perversen, der ihren Körper kommentiert, während die einen oder anderen Whiskeys bzw. Cognacs getrunken, Zigarren geraucht werden. Die überraschende Blauchlicht-Kontrolle, aber die Bullen wissen wohl noch nichts. Ein Waffenhändler, nachts im dunklen Keller eines verlassenen Hauses. Der Fälscher mit dem originalen Dokumentenpapier. Die schwarze Deutsche, die Sparta Benjamin wie auch Gorski quasi aufs Bett legt. Des lieben Mädels anstelliger Bruder mit der großen Kanone.
Ich musste mir das Buch auf viele Lesetage aufteilen, zwischen die ich wochenlange Pausen schob. Eines Tages fing ich ein Kapitel an und sagte mir, du wirst sehen, das endet und ich weiß kein bisschen mehr, ob der Überfall wirklich noch gemacht wird und wo der Tote herkommen soll. Und immer wieder war es so. Ein Buch, das einen offensichtlich mit Kulissenbau langweilt, den es für „Spannung“ zu halten beliebt, kann doch kein guter Kriminalroman sein.
January 24, 2021
A play on Marlene Dietrich's "Ich hab noch einen Koffer in Berlin", Ulf Miehe here captures the mood of Berlin in the early 1970s very well. A duo used to working together to making police/crime movies in Germany come to Berlin to develop a new movie. They decide--after having made a number of films based on their thinking alone--to try to make this one as realistic as possible. Gorski is the director--who was born in Poland but emigrated after the war/communism's commencement there to Germany--and Benjamin, a somewhat alienated writer. They meet with Sparta, a shadowy underworld figure who nonetheless seems to have some sense of honor, and seek his contacts to obtain guns, false passports, and general "criminal knowhow". Their idea is to film the heist of the bi-weekly payroll for the American troops stationed in Berlin--over $1 million in cash (clearly before internet banking).
Gradually--but not without encountering many of Berlin's individuals who are part of the criminal value chain and including a few less than transparent characters at its margins--the two decide to not to film the heist, but to do it themselves.
I liked the recreation of the atmosphere--having been in Berlin in 1976, the odd mixture of the legacy of the post War reconstruction, the love/hate with the Armed Forces Network radio, the semi-porous world of the iron curtain, and the search for meaning. While the rest of the world may have believed in Che and the Chilean revolution, Gorski responds to Benjamin's thoughts that they should perhaps flee after the job to Chile: "Chile ist ein sozialistisches Land, und die Revolution braucht, immer Geld."
Benjamin knows the chances of success are unclear and is warned by a Polish emigree who he thinks he is in love with not to do the job. But: "Ich will was machen, was bleibt. Was Greifbares. Etaws,, was ich anfassen kann!" He also realizes that if, getting so close to understanding how to pull the job off, they decide not to, and make a film about it after all, that doing so would be without joy or authenticity.
Throughout the book, one and two liners of Bob Dylan carry the underlying theme of rejection of the world as is set out to the German baby boomers. The German is packed and terse, with some nice images here and there. After having read it, I wondered how close the author came to trying to pulling off the same job!
Gradually--but not without encountering many of Berlin's individuals who are part of the criminal value chain and including a few less than transparent characters at its margins--the two decide to not to film the heist, but to do it themselves.
I liked the recreation of the atmosphere--having been in Berlin in 1976, the odd mixture of the legacy of the post War reconstruction, the love/hate with the Armed Forces Network radio, the semi-porous world of the iron curtain, and the search for meaning. While the rest of the world may have believed in Che and the Chilean revolution, Gorski responds to Benjamin's thoughts that they should perhaps flee after the job to Chile: "Chile ist ein sozialistisches Land, und die Revolution braucht, immer Geld."
Benjamin knows the chances of success are unclear and is warned by a Polish emigree who he thinks he is in love with not to do the job. But: "Ich will was machen, was bleibt. Was Greifbares. Etaws,, was ich anfassen kann!" He also realizes that if, getting so close to understanding how to pull the job off, they decide not to, and make a film about it after all, that doing so would be without joy or authenticity.
Throughout the book, one and two liners of Bob Dylan carry the underlying theme of rejection of the world as is set out to the German baby boomers. The German is packed and terse, with some nice images here and there. After having read it, I wondered how close the author came to trying to pulling off the same job!
October 16, 2016
An interesting twist on the traditional heist.
Displaying 1 - 5 of 5 reviews






