Mascha Kalékos Verse sind bekannt für ihren Wortwitz und ihren Charme. In ihrem Band ›Feine Pflänzchen‹, der bisher als Einzelband nur einmal 1976 in einer limiterten handgesetzten Ausgabe erschienen war, besingt sie in gewohnter Manier und mit kreativen Wortschöpfungen allerlei Gewächse.
Mascha Kaléko war eine deutschsprachige, der Neuen Sachlichkeit zugerechnete Dichterin.
Charakteristisch für Mascha Kalékos Arbeit ist die Großstadtlyrik mit ironisch-zärtlichem, melancholischem Ton. Als einzige bekannte weibliche Dichterin der Neuen Sachlichkeit wurde sie häufig mit ihren männlichen Kollegen verglichen, so bezeichnete man sie als „weiblichen Ringelnatz“ oder nannte sie einen „weiblichen Kästner“. Die auch Montagsgedichte genannten Strophen rühren durch ihre schnörkellose und direkte Sprache an. Ihre Gedichte wurden – als Chansons vertont – von Diseusen wie Hanne Wieder gesungen oder werden von Sängern wie Rainer Bielfeldt noch heute vorgetragen.
Feines Pflänzchen zeigt ganz gut Kalékos Humor und ihre Fähigkeit gesellschaftliche Begebenheiten in wenigen Zeilen gekonnt durch die Blume darzustellen.
Es ist sehr süß und hat einige wunderbare Wortspiele und -Neuschöpfungen. Die Illustrationen sind auch sehr hübsch. Aber am Ende hats doch einfach nicht ganz meinen Nerv getroffen.
Ein floraler Bogen. Als Geschenkband illustriert. Aber seien wir ehrlich: Mascha Kaleko hat an anderer Stelle so viel bessere Texte geschrieben. Erwähnenswerte Ausnahme: das Gedicht »Alpenblüten« - klares Highlight des ganzen Bandes.