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Die Palette

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Das Hamburger Kellerlokal "Die Palette" als Treffpunkt von Außenseitern. Fichtes berühmter Roman ist ein Seismograph für den wachsenden Protest der sechziger Jahre.

365 pages, Paperback

First published January 1, 1968

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Hubert Fichte

56 books9 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Meike.
Author 1 book5,034 followers
March 31, 2017
Ohne Clemens Meyers Begeisterung für dieses Buch hätte ich wahrscheinlich noch immer keine Ahnung, wer Hubert Fichte war. Laut Meyer muss man "Die Palette" einfach gelesen haben, denn "wie der da die Sprache ausreizt, überspielt und immer wieder zurückfindet - für mich eins der besten Bücher der deutschen Literatur überhaupt."

Fichte war Schauspieler, Schafhirte und Landwirtschaftslehrling, bevor er freier Schriftsteller in Hamburg wurde. Dort war er jahrelang Stammgast in der "Palette", einer Kellerkneipe in der Nähe des Gänsemarktes. Im Buch erzählt sein Alter Ego Jäcki von den Erlebnissen mit den Rebellen, Gammlern und Alkoholikern, die man dort antreffen konnte. Veröffentlicht wurde "Die Palette" erstmals 1968, und in dem Text deutet sich die Stimmung an, die schließlich zur Studentenrevolte führte.

Inspiriert von Genet und den Autoren der amerikanischen Beat Generation schaut Fichte radikal auf sich selbst und taucht in die Gegenkultur ein. In seinen oft assoziativen und sprunghaften Beschreibungen fließen Techniken aus Literatur und Film ineinander. Der Sound des Buches dokumentiert, wie man damals wohl sprach (was für heutige Ohren recht gewöhnungsbedürftig ist). Wer eine klassische Handlung oder Charakterentwicklung erwartet, ist hier natürlich fehl am Platz.

Ich liebe die Texte von Ginsburg, Kerouac, Burroughs und Genet, aber Fichte hat mir einiges abverlangt. Hier ein Auszug aus "Die Palette":
"Jäckis Herbstsehnsucht: Beim abendmantelblauen Himmel ins Theater zu fahren. Auftritt zweiter Akt. Nun hat sich eine seiner Sehnsüchte in die Palette gewöhnt. Eine nach Binnenrauch, nach schützenden Sperrholzwänden. Das Gefühl der Langeweile. Und es langweilt Jäcki, wieder aufzubrechen, wie er sonst aus den Langenweilen aufbrach."

Das ist ohne Frage poetisch und stimmungsvoll. Dennoch: Sorry, Clemens Meyer, Du bist genial, aber Dein großes Vorbild Fichte ist offen gestanden nicht mein Fall. Mir ist das zu komponiert und künstlich, es reißt mich nicht mit. Ich musste mich schwer zusammenreißen, um nicht dauernd geistig abzudriften. Die Wand zwischen mir und dem Text ist leider nicht gefallen, aber es wäre unfair, das allein dem Text anzulasten. Es handelt sich hier vielmehr um klassische Beziehungstragik: Der Text und ich, wir passen einfach nicht zusammen.

Historisch interessant, inhaltlich und formell für das Jahr 1968 innovativ und wagemutig, hat mich aber trotzdem nicht erreicht. Der deutsche Autor, der amerikanischem Beat am nächsten kommt, ist immer noch Jörg Fauser, und die ultimative Milieu-Studie mit Haupthandlungsort Kneipe ist Heinz Strunks "Der goldene Handschuh".
18 reviews
October 4, 2020
'Die Palette' von Hubert Fichte ist ein im Stil der BeatGeneration geschriebener Roman. Die Sprache ist gewöhnungsbedürftig, geschrieben wie das gesprochene Wort auf eine Art und Weise die dem Leser teilweise das Gefühl gibt selbst in der Palette zu sitzen und Gesprächsfetzen vom Nachbartisch aufzuschnappen. Dem Buch fehlt sowohl eine klassische Charakter- als auch Handlungsentwicklung, wodurch es unter Umständen schwer ist in einen Lesefluss zu kommen. Wer sich auf die Aussage auf dem Buchrücken verlässt und hofft direkte Auskunft darüber zu bekommen, wie es zu den Unruhen in den 60er Jahren kam wird vermutlich enttäuscht werden. Hier ist es von Nöten zwischen den Zeilen zu lesen. Trotzdem ist Hubert Fichtes 'Die Palette' ein durchaus lesenswerter und interessanter Roman, wenn man ihn ohne allzugroße Erwartungen liest und als das literarische Kunstwerk annimmt, das er ist.
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