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Das Scherbenhaus

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Carla Brendel wird seit Monaten von einem Stalker verfolgt, der ihr Fotos mit bedrohlichen Motiven schickt: Menschliche Haut. Ein Messer. Wunden. Aus Angst vor dem Fremden flüchtet sie aus ihrer idyllischen Heimatstadt in Norddeutschland zu ihrer Halbschwester nach Berlin. In Ellens luxuriöser Wohnanlage "Safe Haven", die mit neuesten Sicherheitssystemen ausgestattet ist, fühlt sie sich beschützt. Doch kurz nach ihrer Ankunft verschwindet Ellen spurlos, ihre Leiche wird wenige Tage später aus der Spree geborgen. Ein tragischer Unfall? Oder wissen die anderen Hausbewohner mehr, als sie sagen? Carlas Zweifel wachsen. Sie bleibt und sucht nach der Wahrheit. Dabei merkt sie schnell, dass im "Safe Haven" ganz eigene Regeln und Gesetze herrschen. Und es tödlich enden kann, wenn man zu viele Fragen stellt …

337 pages, Kindle Edition

Published February 20, 2017

22 people want to read

About the author

Susanne Kliem

14 books13 followers

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Community Reviews

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12 (16%)
1 star
3 (4%)
Displaying 1 - 18 of 18 reviews
Profile Image for Anett.
135 reviews
May 21, 2019
Erst vor Kurzen hatte ich das Buch „Lügenmeer“ von Susanne Kliem gelesen, welches mir wirklich gut gefallen hat. Und vor zwei Jahren habe ich das Buch „Trügerische Nähe“ gelesen, welches ich auch super fand. Nun wurde ihr 2017 erschienenes Buch „Das Scherbenhaus“ im Penguin Verlag nochmals neu aufgelegt. Und es trat auch bei mir auf den Radar, also musste ich dies noch lesen. Denn ich war gespannt, wie auch ihr früheres Werk bei mir ankommen konnte.

Carla Brendel lebt zufrieden in ihrem kleinen Häuschen in Stade. Aber der Schein trügt, sie traut sich seit Monaten kaum auf die Strasse, da sie von einem Stalker belästigt wird. Keiner kann ihr helfen. Und die Angst verlässt sie zu keiner Zeit. Ziemlich bedrückendes Szenario, was die Autorin hier beschreibt – da hofft man selbst, nie Opfer eines solchen Stalkers zu werden, denn es ist ein Spiesrutenlauf, den Carla jeden Tag hinter sich bringt.


Da kommt ein Hilferuf ihrer Halbschwester Ellen aus Berlin. Diese immer taffe Frau klang ängstlich und total am Boden zerstört, deshalb macht Carla sich auch schnellstmöglich auf den Weg zu ihr. In Berlin angekommen verbleibt den beiden kaum Zeit miteinander. Ellen kann Carla noch sagen, dass sie irgendetwas schlimmes aufgedeckt hat, das sie um ihr Leben fürchtet, und falls ihr was passieren sollte, sollte Carla niemals von einem Unfall ausgehen.
Was sie aufgedeckt hat, das kann sie Carla nicht mehr sagen, denn urplötzlich verschwindet Ellen und wird zwei tage später tot aufgefunden.
Die Polizei ist sich schnell im Klaren, Ellen war betrunken und ist ins eiskalte Wasser gestürzt – ein Unfall, die Akte wird geschlossen.

Und als Carla auch noch Erbin von Ellens Haus in Berlin wird, zieht sie da einfach ein, in der Hoffnung ihrem Stalker zu entkommen und Ellens Tod aufzuklären.
Schnell lernt Carla auch die restlichen Hausbewohner kennen. Und bei fast jeden hat sie den Verdacht, dass sie ihr etwas verschweigen.
Sie sind eine verschworene Gemeinschaft, und obwohl Carla herzlich aufgenommen wird, hat man den Verdacht, dass sie sie eigentlich gar nicht haben wollen.

Beeindruckt hat mich am meisten, wie manipulativ Menschen sind, wie schnell man jemanden hinters Licht führen kann. Von der Geschichte selbst möchte ich sonst gar nichts weiter preis geben, aber die Auflösung von allem hat mir sehr gut gefallen.

Nun habe ich allerdings trotzdem ein paar Punkte, die ich gar nicht gut fand.
Erst einmal haben mir die Protagonisten nicht gefallen. Es gibt nur recht wenige, die hier im Buch teilhaben, aber von denen mochte ich kaum jemanden wirklich. Carla war meines Erachtens viel zu naiv. Nach ihrer Erfahrung in Stade, war sie für mich viel zu offen allen anderen gegenüber, sie hat so viel preis gegeben, macht man das wirklich, wenn man so eine Stalker – Erfahrung hinter sich hat? Kann ich mir nicht vorstellen.
Dann ihre Beziehung zu einem Bewohner im Haus. Auch diese fand ich grenzwertig, warum erschliesst sich beim lesen des Buches, auch da möchte ich nichts vorweg nehmen. Ich denke, da wäre man auch auf einem anderen Wege der Wahrheit nahe gekommen.

Am Ende war ich jedoch aufgrund der Auflösung und des Geschichte doch versöhnt, obwohl mir manchmal die Spannung fehlte. Das kann die Autorin besser!
Profile Image for Monerl.
482 reviews14 followers
March 7, 2017
Die Geschichte packte mich von Anfang an! Innerhalb von ganz kurzer Zeit hatte ich 1/3 des Buches aufgesogen. Susanne Kliem gelang es eine spannende und zugleich beklemmende Atmosphäre zu schaffen. Carla, die ihr Leben sehr gut im Griff hatte und bisherige Tiefs überwinden konnte, fand sich nun in einer Situation, aus der sie keinen Ausweg wusste. Die Bedrohung war greifbar, der Stalker war echt und Carla hatte Angst. Und dann meldete sich ihre Halbschwester Ellen und bat sie zu sich. Sie brauchte ihre Hilfe. Das schien eine gute Gelegenheit für Carla ihrem Umfeld zu entfliehen, in der Großstadt Berlin Anonymität zu gewinnen und etwas aufatmen zu können. Doch es blieb ihr keine Zeit dazu. Kaum, dass Ellen ihr eindrücklich vermittelte, sollte ihr etwas zustoßen, soll Carla nicht glauben, es sei ein Unfall, ist Ellen verschwunden und wird tot aufgefunden. Carla erbt das "Safe Haven", das kluge Haus, das über modernste Technik und Apps gesteuert wird und den maximalen Luxus für seine Bewohner bereithält.

Die eingeschworene Gemeinschaft der Mieter fühlt sich für Leser als auch für Carla recht schnell sonderbar an. Da bis auf den jungen Julian keine weiteren Figuren eingeführt werden, scheint klar zu sein, aus welchem Dunstkreis der Mörder kommen muss, falls Ellens Tod kein Unfall war. Und was hat das Ganze mit Carlas Stalker zu tun?

Geschickt führt die Autorin den Leser immer wieder in die Irre. Ist man sicher zu wissen wer ein falsches Spiel spielt, kommen einem Zweifel. Dieses Hin und Her macht auch Carla mürbe und sie fühlt sich nicht mehr in der Lage Gut und Böse auseinanderzuhalten. Die Situation spitzt sich zu und hält eine Spannung vor, fast bis zur allerletzten Seite. Selbst im Epilog war ich mir unsicher, ob sich im letzten Absatz nicht doch noch etwas Unerwartetes auftut.

Trotz meiner Begeisterung für das Buch und den Spannungsaufbau (ich habe das Buch in zwei Tagen ausgelesen!) bin ich mit der Auflösung nicht ganz zufrieden. Ich hatte etwas Spektakuläres erwartet, ein dunkleres Geheimnis, einen tieferen Abgrund der Psyche oder so ähnlich. Leider waren die "Verstrickungen", die die Basis bildeten etwas zu gewollt, zu sehr konstruiert. Die Motivation, die das ganze Konstrukt auslöst, empfand ich der Spannung gegenüber nicht gerecht, nicht stark genug. Das WARUM ist für mein Empfinden nicht deutlich genug ausgearbeitet. (Mehr kann ich leider nicht darauf eingehen, da alles Weitere gespoilert wäre.)

Fazit:
Ein Psychothriller, der durch einen exzellenten Spannungsbogen auf hohem Niveau mit dazu passendem sprachlichen Stil Potential zum Super-Thriller hatte, jedoch leider im Kern der Auflösung Defizite aufweist.

Wer zu düstere und zu abgrundtiefe Psychothriller scheut, dem wird dieses Buch hingegen sehr gut gefallen!
Profile Image for Anna.
775 reviews49 followers
March 8, 2017
Inhalt

Seit Monaten wird Carla Brendel von einem Stalker terrorisiert. Sie bekommt grauenvolle Fotos zugeschickt, die menschliche Haut, Wunden und Messer zeigen. Als ihre Halbschwester Ellen aus Berlin anruft und Carla um Hilfe bittet zögert sie nicht lange und flüchtet aus ihrer idyllischen Heimatstadt in das anonyme Berlin. Ellens Wohnkomplex Safe Haven wirkt auf Carla wie ein schützender Kokon, doch dann verschwindet Ellen spurlos. Wenige Tage später wird ihre Leiche gefunden. Soll das alles ein Unfall gewesen sein oder wissen die Hausbewohner viel mehr als sie zugeben? Carla beschließt zu bleiben, um die Wahrheit herauszufinden und dabei wird ihr schnell klar, dass man im Safe Haven nicht zu viele Fragen stellen sollte…

Ein Haus voller Geheimnisse, die man ruhen lassen sollte, wenn man selbst nicht in Gefahr kommen will.

Als mich die Mail von carl’s books erreichte, welches mir dieses Buch angeboten hat, war ich zunächst etwas skeptisch und habe zur Leseprobe gegriffen. Ich lese sehr selten diese Ausschnitte, weil ich mich meistens unvoreingenommen auf ein Buch einlassen möchte. Doch bei „Das Scherbenhaus“ war ich mir nicht sicher, ob es mir gefallen wird oder nicht. Als ich die Leseprobe aber beendet hatte, wollte ich unbedingt wissen wie es weiter geht. Daher habe ich ein Rezensionsexemplar angefragt und dieses auch zugeschickt bekommen. Herzlichen Dank dafür!

Das Ausgangsszenario des Psychothrillers hat mir sehr gut gefallen. Eine Köchin, die ihr Leben eigentlich ganz gut im Griff hat. Carla hat zwar keinen Mann, dafür aber ein hübsches Häusschen und einen tollen Job. Ihr Schwager ist ihr Chef, ihre beste Freundin immer in der Nähe und sie könnte glücklich sein, wäre da nicht dieser Stalker mit seinen grauenvollen Fotos.
Es kommt Carla also ganz recht, dass ihre Halbschwester sie anruft und sie darum bittet nach Berlin zu kommen.
Hier sind für mich auch schon die ersten Probleme aufgetreten. Wieso ruft ihre Halbschwester Ellen an? Die beiden haben nie so wirklich etwas miteinander zu tun gehabt, sich eigentlich auch nicht gut verstanden. Ab und zu haben sie voneinander gehört aber mehr sporadisch, schließlich hat der gemeinsame Vater Ellen und ihre Mutter verlassen, um eine neue Familie zu gründen.
Dass sich Ellen deshalb aus heiterem Himmel dazu entschließt ausgerechnet Carla anzurufen stieß bei mir bereits auf Stirnrunzeln.
Weniger erstaunt bin ich darüber gewesen, dass Carla das Angebot angenommen hat. Die Angst vor dem Stalker ist zu übermächtig und aus diesem Grund kommt ihr eine Reihse in das anonyme Berlin gerade recht. Wie sollte er sie dort finden?
Doch in Berlin wartet eine neue Katastrophe auf sie. Kaum ist Carla angekommen verschwindet Ellen und wird wenig später tot aufgefunden. An einen Unfall glaubt Carla jedoch nicht und so beginnt sie Fragen zu stellen.

Jetzt ist es Zeit über das „Safe Haven“ zu sprechen. Der riesige und vor allem moderne Wohnkomplex, den Ellen entworfen und gebaut hat. Alles lässt sich via App per Handy, Laptop oder Tablet steuern. Das Haus scheint selbstständig zu denken, denn es kann unter anderem die Temperatur perfekt einstellen.
Mir persönlich war dieses moderne Haus von Anfang an suspekt. Wenn man einzig und allein einen Zugangscode für eine Wohnung braucht, um dort alles einstellen zu können was man will, dann wirkt das für mich nicht gerade sicher.
Gleichzeitig sind mir die Bewohner, egal wer, sofort unsympathisch gewesen. Ein älterer Herr, der immer freundlich, zuvorkommend und höflich ist aber anscheinend seine Finger in jedem Problemchen mit drin stecken hat.
Ein junges Mädchen, das eindeutig psychische Probleme hat. Deren Eltern, die sich gegenseitig kaum mehr ansehen können und ein Mann in Carlas Alter, der unter starken Stimmungsschwankungen zu leiden hat.
Da ist sogar Carla noch sympathisch erschienen, obwohl ich auch mit ihr nicht wirklich zurecht gekommen bin. Sie macht sich über alles mögliche Gedanken, führt aber ihre Überlegungen nie zu Ende. Sie tut so, als wäre sie misstrauisch und vorsichtig, doch durch ihre Handlungen ist davon nichts zu spüren. Carla begiebt sich freiwillig in Situationen, die sie in Gefahr bringen könnten. Vertraut sich völlig fremden Menschen an, obwohl sie zuvor gewarnt worden ist, vorsichtig zu sein. Manchmal hatte ich regelrecht das Gefühl, dass sie eine sehr große selbstzerstörerische Ader hat. Wie kann man einem Mann beinahe blind vertrauen, von dem man vermutet, dass er etwas mit dem Tod der eigenen Halbschwester zu tun hat? Das kann und will mir einfach nicht in den Kopf gehen.
Aus diesen Gründen ist mir der Zugang zu Carla auch sehr schwer gefallen. Von den anderen Charakteren erfährt man nur das, was die Protagonistin erfährt, dennoch habe ich mir selbst natürlich auch die ein oder anderen Gedanken gemacht und habe recht schnell für mich entschieden, wem ich vertrauen würde. Carla hingegen scheint überhaupt nicht bewusst zu werden, wer ein falsches Spiel treibt.

Doch nicht nur Carla und die anderen Charaktere haben mir Schwierigkeiten bereitet, sondern auch die Handlungsabläufe an sich. Dass Carla aus Angst vor dem Stalker die Einladung von Ellen annimmt ist völlig in Ordnung gewesen, aber alles, was in Berlin geschieht, hat mir nicht so wirklich gut gefallen. Viele Ereignisse wirkten aufgesetzt und nicht gut durchdacht. Was spielt die neue Liebesbeziehung von Carlas Schwager für eine Rolle? Wieso macht sie sich vorrangig darüber Gedanken, dass er seine verstorbene Frau vergessen könnte, anstatt sich klar zu werden, dass es im Safe Haven alles andere als sicher ist? Dann hat sie Sex mit einem Kerl, den sie kaum kennt und bei dem sie sich nicht einmal sicher ist, ob sie ihm vertrauen kann. Überhaupt diese Liebesgeschichte, die sich entwickelt, war für mich völlig fehl am Platz. Und letztlich gibt es viele kleinere Nebenhandlungen, die gar nicht richtig thematisiert werden.

Ich habe nicht einen Moment dieses Psychothriller Feeling gehabt. Das Buch hat mich überhaupt nicht in Spannung versetzt. Ich habe recht schnell herausgefunden was gespielt wird, auch wenn ich die Beweggründe nicht gekannt habe, wusste ich doch, wer dahinter steckt. Die Auflösung war in meinen Augen dann doch ein bisschen too much und hat zwar das Element des psychisch kranken Menschen erfüllt, was dahinter dann aber so richtig Thriller sein soll, ist mir noch nicht ganz klar. Das Ende hätte dann richtig gut werden können, ein Schluss a la Gone Girl, was mir super gefallen hätte. Dann wird jedoch zum Schluss das Ruder noch einmal herumgerissen und in meinen Augen hat das Ende überhaupt nicht zum Buch gepasst. Die Situation schien verfahren und dann wird alles doch noch einmal ganz anders. Es hätte ein geniales Ende werden können, das durch ein erzwungenes Happy End zerstört wird.
Fazit

Die Ausgangssituation hat mir etwas ganz anderes versprochen, als ich letztlich bekommen habe. Anstatt nach der Wahrheit um den Tod ihrer Halbschwester zu suchen, hat Carla lieber Sex mit einem Mann, von dem sie eigentlich nichts weiß. Obwohl sie in ihrem idyllischen Zuhause kaum nach draußen geht, weil sie viel zu viel Angst hat, ist Carla in Berlin unaufmerksam und vertrauensseelig. All das, macht Carla nicht gerade zu einer Sympathieträgerin. Gleichzeitig ist die Handlung in meinen Augen nicht geradlinig genug. Der Fokus wird auf viele Nebensächlichkeiten gelegt und die Auflösung an sich war viel zu naheliegend. Das Ende schließlich hätte unglaublich viel Potential gehabt, welches einfach nicht genutzt wurde. Daher bin ich leider sehr enttäuscht von dieser Geschichte.

Herzlichen Dank an carl’s books für das Rezensionsexemplar!
Profile Image for Melanie.
364 reviews16 followers
March 15, 2017
Zuerst möchte ich etwas über den Schreibstil der Autorin schreiben. Dieser war leicht und flüssig. Gern genommene Floskeln, ich weiß, aber es trifft diesmal einfach haargenau zu. Man wird mit genommen und ist gleich in der Geschichte um Carla , ihrer Halbschwester Ellen und das Safe Heaven infiltriert. Leider konnte mich die Geschichte dann aber nicht vollständig für sich einnehmen. Das lag in meinen Augen einfach an der fehlenden Spannung und dem zu konstruierten Ende. Die Protagonistin Carla wirkte auf mich größtenteils hilflos und benahm sich manchmal recht weltfremd. Die Liebesgeschichte fand ich leider auch einfach nur unglaubwürdig.

Gut gefallen hat mir der Schauplatz, das Safe Heaven, ein sich selbst steuernder Gebäudekomplex sowie das Potenzial der Stalker-Geschichte.

Mein Fazit

Viel Potenzial, welches in meinen Augen aber verschenkt wurde. Netter Thriller, leider aber nicht mehr.
Profile Image for Krimisofa.com.
133 reviews16 followers
November 20, 2017
Mir war Susanne Kliem bis vor wenige Monate kein Begriff, und selbst der Verlag, in dem ihr aktuelles Werk erschien, ist vermutlich nicht gerade ein Triple-A-Verlag. Auf „Das Scherbenhaus“ bin ich durch eine Rezension auf einem Blog gestoßen, den ich sehr gerne lese. Etwa ab der Hälfte der Rezension habe ich aufgehört, weiterzulesen, weil ich gemerkt habe, dass das ein Buch sein könnte, das mir gefallen könnte – und weil ich meine Meinung über „Das Scherbenhaus“ nicht allzu sehr von der Rezension beeinflussen lassen wollte, hörte ich auf, die Rezension weiterzulesen (das handhabe ich grundsätzlich so bei Büchern, die ich selber lesen und rezensieren will). Nun habe ich das Buch gelesen und WOW, wie beeindruckend – wäre da nicht ein nicht zu unterschätzender Wermutstropfen.

Carla hat eigentlich ein beschauliches Leben in Stade im Norden Deutschlands. Sie hat eine Arbeit, die sie erfüllt und ein Reethaus, in dem sie gerne lebt. Und auch wenn er sich schon wochenlang nicht bei ihr gemeldet hat, hat sie immer noch Angst vor ihrem Stalker, den sie bei Facebook kennengelernt und dem sie leichtfertig ihre Adresse gegeben hat. Carla merkt man ihre Angst als Leser an, sie agiert zurückhaltend und eher zögernd. Sie verlässt nicht gerne ihre Komfortzone und bleibt lieber dort wo sie meint sicher zu sein, selbst wenn sie Angst hat – das klingt irrational und ist es vermutlich auch. Aber zu einem gewissen Grad kann man ihr Handeln auch nachvollziehen, denn immerhin hat sie in ihrem Umfeld einen sicheren Job und ihre Freunde. Das alles gibt ihr Halt und sie fühlt sich beschützt. Selbst als sie ihre Halbschwester Ellen verängstigt anruft, zögert sie, zu ihr zu fahren, sieht dann aber – zum Glück, will man fast sagen – die Kehrseite der Medaille; denn Berlin ist natürlich um einiges anonymer als Stade, wo jeder jeden kennt. Obendrein darf sie in Berlin im Safe Haven wohnen, einem Glashaus, das Ellen, die Architektin ist, erschaffen hat. Das Safe Haven ist komplett computergesteuert, Schlüssel gibt es genau so wenig wie einen Heizungsregelungsknopf; alles wird übers Smartphone gesteuert. Ist dessen Akku mal leer, hat man Pech gehabt; aber sowas passiert in der Geschichte natürlich nicht.

Insgesamt strahlt dieses computergesteuerte Haus samt seinen Einwohnern aber etwas ziemlich gruseliges aus – und genau das macht die Geschichte so besonders. Anfangs passiert ziemlich viel, was die Geschichte spannend macht, danach ist die Atmosphäre so dicht, dass sie den Leser durch die Handlung trägt. Das was Emma Garnier mit dem „Grandhotel Angst“ bei mir nicht geschafft hat, gelingt Susanne Kliem mit einer vermeintlichen Leichtigkeit und irgendwann habe ich mich gefragt, warum Kliem bis jetzt unter meinem Radar geblieben ist, denn ihr Schreibstil spricht mich zu hundert Prozent an, weshalb ich sie definitiv weiterverfolgen werde. Auch ihre Charakterzeichnungen sind phänomenal und sie verleiht jedem Charakter sein eigenes Profil.

Die größte Schwäche ist allerdings, dass „Das Scherbenhaus“ sehr vorhersehbar ist, was auch der Größe des Ensembles geschuldet ist, denn in der Geschichte haben vielleicht vier bis sechs Charaktere Relevanz. Da muss man kein Sherlock Holmes sein, um die Geschichte zu durchschauen – und ich bin einer, der in den seltensten Fällen das Ende errät. Hier gelang es mir – zumindest in groben Zügen – innerhalb des ersten Drittels. Weil es in der Einzelbewertung keine Vorhersehbarkeit-Kategorie gibt, habe ich bei der Kategorie „Spannung" insgesamt drei Punkte abgezogen. Ich mache das ungern, weil mich der Plot zu hundert Prozent überzeugt hat, aber Vorhersehbarkeit, oder eben nicht-Vorhersehbarkeit ist in einem Thriller, der so packend wie dieser ist, eben die halbe Miete.

Tl;dr: „Das Scherbenhaus“ ist ein hervorragender Thriller mit einer irrsinnig packenden Geschichte und sehr gut herausgearbeiteten Charakteren. Die Atmosphäre ist so dicht, dass sie einem nach dem rasanten Beginn durch die Handlung trägt. Einziges Manko ist die Vorhersehbarkeit. Mehr Rezensionen gibt's Krimisofa.com!
Profile Image for Sabine Kettschau.
94 reviews1 follower
May 26, 2017
Inhalt:
Carla Brendel macht eine schwere Zeit durch. Ein Stalker hat sie lange mit perfiden Fotos von mit Messern verletzter Haut und kranken Zeilen tyrannisiert und so ganz kann sie nicht glauben, dass er auf einmal Ruhe gibt. Als ihre Halbschwester Ellen sie eindringlich bittet zu ihr nach Berlin zu kommen, ergreift Carla die Chance, um ein wenig aus ihrer angestammten Umgebung herauszukommen. Zumal Ellen ihr eine Zuflucht in der von ihr entworfenen luxuriösen Wohnanlage namens Safe Haven mitten in Berlin schmackhaft gemacht hat. Doch ist die Sicherheit in diesem Hafen nur von kurzer Dauer oder ist alles ein großes Schmierentheater und es steckt weitaus mehr hinter dem merkwürdigen Verhalten des ein oder anderen Hausbewohners, das muss Carla schnell herausfinden. Denn offenbar kann man in Safe Haven schnell die Sicherheit und sein Leben verlieren!

Meine Meinung:

Kein Thriller, aber fesselnd!

Wenn man den Klappentext liest, möchte man am liebsten sofort loslesen! Zumindest als Thrillerfan! Und so ging es auch mir! Ich wurde tatsächlich getriggert, allein von dem Wort „Psychothriller“ auf Cover und dann diesen Fotos des Stalkers. Uuuh, da musste ja was ganz verrücktes hinter stecken... Deswegen habe ich mich auch mit Feuereifer in die Geschichte gestürzt und hab mich erst mal noch mehr gefreut, weil es absolut keine Schonzeit gibt, kein seichtes Vorgeplänkel. Man wird gleich mit diesen Bildern konfrontiert, mit den Ängsten von Carla. Und dann? Nun, für mich persönlich blieb das Spannungslevel dann gleichbleibend. Seichter als zu Beginn.

Die Vorkommnisse in Safe Haven, die Todesfälle, da fehlte mir tatsächlich das thrillige etwas.

Trotz diesem Manko für mich muss ich sagen, dass die Seiten nur so dahinflogen, nachdem ich mich einmal damit abgefunden hatte, dass es eben für mich kein Thriller ist, sondern ein echt gut und fesselnd geschriebener Krimi.

Gut geschrieben in dem Sinne, dass man das Buch wirklich nicht aus den Händen legen mag. Die Sprache ist sehr gut lesbar, mitreißend, bildhaft. Das Safe Haven z.B. hat man wirklich gut vor Augen, dieses hochmoderne, für mich sehr steril wirkende Herzstück der Geschichte.

Leider galt das nicht für die ein oder andere Figur, die ich doch etwas näher hätte kennen lernen wollen, aber da fehlte der Tiefgang. Andere, z.B. Carla selbst, sind gut ausgearbeitet.

Auch wenn ich hier den Thriller vermisst habe, so hab ich das Buch doch tatsächlich in 3 Tagen ausgelesen :) Trotzdem ich arbeiten war! Gabs schon lange nicht mehr! Und deswegen ist „Das Scherbenhaus“ für mich auch alles in allem ein gutes Buch zum Wegschmökern. Grad jetzt vielleicht für den Sommer im Urlaub, wo man sowas gern mit hat!

Fazit:
Zwar für mich kein Thriller, aber trotzdem eine Geschichte, die einen mitreißt und die man nicht aus der Hand legen mag!

Bewertung:

4 von 5 Nilpferden

Danke an carl´s books für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

© Sabine Kettschau/Niliversum
Profile Image for Meredith Winter.
Author 4 books2 followers
January 20, 2019

"Christian wirkte verkrampft und abwesend. Als seine Freundin seinen Arm berührte, zuckte er zusammen, lächelte sie dann entschuldigend an."

Ein Buch, auf das ich mich besonders freute zu lesen, da es sich endlich mal wieder um eine heimische Autorin und nicht um einen gehypte(n), preisgekrönte(n) Import aus dem vereinten Königreich oder den USA handelte.
Der Klappentext rief in mir zwar Assoziationen zu "The Girl before" von "JP Delaney" hervor, doch heutzutage gibt es verständlicherweise kaum noch ein Plot, der nicht bereits abgehandelt wurde.
Susanne Kliem war dennoch Neuland für mich, doch alles was nicht Fifty-Shades-of-Grey -, oder New Adult-Kram ist, ist erst mal positiv für mich! :D
Das Scherbenhaus von der waschechten Kriminalautorin war bereits ihr fünfte Werk.
Positiv zu vermerken ist, das die beiden Städte Stade sowie Berlin keine fiktiven, sondern echte Schauplätze sind.
Schön ist auch zu sehen, dass die Autorin ganz bescheiden mit schlichten Covern bei einem kleinen Verlag angefangen hat, bis sie jetzt mit dem im März 2019 erscheinenden Roman "Lügenmeer" durch Bertelsmann zur Elite gehört.
Ihre Vita auf ihrer Homepage liest sich authentisch und sympathisch, dennoch musste ich dem Roman leider nur 2-Sterne geben. :(
Warum?
Nun zum ersten liest das Buch sich nach den anfänglichen stimmungsvollen, atmosphärischen Beschreibungen der ersten Seiten äußerst kühl, knapp und ja ... beinahe distanziert. Vielleicht war das Absicht, da Save Haven - das hochmoderne Wohnhaus in Berlin - ja genauso rüberkommt.
Vielleicht ist dies aber auch einfach nur der Schreibstil der Autorin. Dies kann ich jedoch erst beurteilen, wenn ich ein weiteres Werk von ihr gelesen habe.

Zum anderen bremsen zwei Stellen ungemein den Lesefluss, wo man zuerst glaubt, man habe etwas durcheinander gebracht, da in jenen Passagen Dinge wiederholt werden, die man auf ein paar Seiten zuvor glaubt, bereits gelesen zu haben. Wenn man dann zurückblättert und sich denkt: "Häh? Wieso sagt die das nochmal?, findet man heraus, dass es keine direkte Wiederholung ist, sondern sich die Autorin nur sehr holprig ausgedrückt hat. Und dann ärgert man sich, dass man zurückblättern musste und kommt sich ein klein wenig veräppelt vor.

In der Mitte der Geschichte nehmen die Längen zu und das Ende ...

... teilweise musste ich lachen und dachte: "Ist klar!" -
Alles viel zu konstruiert und bemüht, obwohl der Ansatz grandios war!!!

Mir hat auch nicht gefallen, dass trotz Recherche die Autorin es so dargestellt hat, dass jeder Hanz-und Franz auf einer Intensivstation Besuche machen kann. "Ich bin die Nachbar - und ich die Freundin!" - "Na, dann mal rein in die gute Stube!" :P
Nur engste Familienangehörige dürfen Patienten auf einer Intensivstation besuchen!!!

Nichtsdestotrotz wird dies nicht mein letztes Buch jener unheimlich herzlich rüberkommenden Autorin sein!

"Ich habe mich auch verliebt", sagte Carla ohne nachzudenken.
Profile Image for Stephanie.
102 reviews2 followers
March 21, 2017
Nervenaufreibende Spannung bis zum Ende

Es gibt Bücher, die im Kopf des Lesers wie ein Film ablaufen – und zwar schon vom ersten Satz an. „Das Scherbenhaus“ von Susanne Kliem gehört zweifellos in diese Kategorie.

Die Köchin Carla Brendel aus Stade steht in diesem Psychothriller im Mittelpunkt des Geschehens. Seit einiger Zeit lässt ihr ein Stalker keine Ruhe. Neben seltsamen Briefen schickt er ihr verstörende Fotos von menschlicher Haut, die mit tiefen Wunden übersät ist. Kurz darauf verschwindet Carlas Halbschwester Ellen, die in Berlin lebt. Nach einigen Tagen wird die Leiche der erfolgreichen Architektin in einem Kanal gefunden. Die Polizei legt den Fall als tragisches Unglück zu den Akten, doch Carla glaubt nicht daran. Sie gibt keine Ruhe und zieht vorübergehend in Ellens hochmoderne Wohnung ein. Dank allerfeinstem High Tech wird Carla von der Außenwelt abgeschirmt. Sie fühlt sich sicher. Doch bald schon gehen in dem Mietshaus der Luxusklasse befremdliche Dinge vor. Carla, die davon überzeugt ist, dass Ellen umgebracht wurde, befindet sich auf gefährlichem Terrain …

„Das Scherbenhaus“ erscheint heute (20. März 2017) als Paperback bei carl´s books. Das E-Book wurde bereits am 20. Februar 2017 veröffentlicht. In 22 Kapiteln erzählt Susanne Kliem auf 336 Seiten eine nervenaufreibende Story, die das Prädikat Psychothriller absolut verdient. Der Leser weiß dabei nie mehr als Carla und wird von unvorhergesehenen Ereignissen und drastischen Wendungen ebenso überrascht wie die Protagonistin. Nichts ist, wie es scheint. Wem kann Carla noch trauen? Die Spannung, in deren Zentrum diese Frage steht, hält die Autorin von Anfang bis Ende konstant auf hohem Niveau.

Mit einer starken Hauptfigur, authentischen Dialogen, einer wunderbaren Sprache und viel Atmosphäre bietet „Das Scherbenhaus“ pures Lesevergnügen und reichlich Nervenkitzel. Man kann dieses Buch nicht beiseitelegen, weil es schlichtweg Suchtpotenzial hat. Ja, diesen Satz liest man so oder so ähnlich oft in Krimi- und Thriller-Rezensionen, aber Ehrenwort: Hier stimmt er zu hundertzehn Prozent!

Allerdings hat mich eine Sache gestört, die mich lange mit mir selbst hat ringen lassen, ob ich nun vier oder fünf Sterne vergebe. Es ist die Auflösung (die ich hier natürlich NICHT verrate), denn ich halte sie für zu konstruiert. Aus diesem Grund habe ich mich nur für vier Sterne entschieden, obwohl alles andere absolut perfekt ist.

Zuvor habe ich noch kein Buch von Susanne Kliem gelesen – ein böser Fehler, wie ich mir nach der fesselnden Lektüre von „Das Scherbenhaus“ eingestehen muss, denn die in Berlin lebende Autorin versteht es meisterhaft, die Nerven der Leser aufs Äußerste zu strapazieren. Mit „Trügerische Nähe“ und „Die Beschützerin“ sind bislang neben „Das Scherbenhaus“ zwei weitere Thriller von Susanne Kliem bei carl`s books erschienen, die ich am liebsten beide auf der Stelle verschlingen würde.
Profile Image for wunderaffe_01.
42 reviews
February 23, 2025
Der Anfang hat mich nicht gefesselt, aber als die Protagonistin mehr mit dem Haus und den Bewohnern zu tun hatte konnte ich nicht mehr aufhören zuzuhören. Man wusste einfach: irgendwas stimmt da nicht. Irgendwer lügt.

Das Ende hat mich sehr überrascht und hat mich glücklich gemacht! Auch hat mir die Nebenstory mit ihren Freunden gefallen.
Profile Image for Christian.
47 reviews13 followers
October 23, 2018
Ein Psychotriller, der mit einem Knall beginnt und erst dann langsam Hintergründe offenlegt, bis er sich zum Klimax steigert. Der Schreibstil ist gut, die Charaktere so inszeniert, dass sie sich erst spät auflösen. Insgesamt also ein sehr gelungener Thriller.
Profile Image for Freakajules.
290 reviews2 followers
October 21, 2017
"Das Scherbenhaus" ist seit langem mal wieder ein Thriller, der mich richtig packen konnte und den ich geradezu verschlungen habe. Es war mein erstes Buch von Autorin Susanne Kliem, aber es wird sicher nicht mein letztes gewesen sein.

Besonders angesprochen hat mich bei diesem Psychothriller die Spannung, die von vorne bis hinten präsent war; mal ganz eindeutig im Mittelpunkt, aber sehr oft auch unterbewusst und unterschwellig. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was es mit diesem Scherbenhaus, dem "Safe Haven", auf sich hat, wer Caralas Schwester umgebracht hat und das vertuschen will. Und wieso jeder, der in diesem Haus wohnt, auf seine ganz eigene Art verdächtig wirkt und Geheimnisse zu haben scheint. Des Weiteren hat die Geschichte bei mir auch ein oder zwei sehr intensive Gänsehaut-Momente geschaffen, die mir wirklich nahe gingen. Damit meine ich zum Beispiel, wie sich Carla vor dem Mörder im Keller versteckt oder der Streit zwischen Milan, Christian und Carla in deren Schlafzimmer. Die Szenen waren wirklich heftig und haben den Thriller in einem noch besseren, spannenderen und unheimlicheren Licht erscheinen lassen.

Bemerkenswert fand ich ebenfalls, dass der Plot von vorne bis hinten logisch, durchdacht und gleichermaßen packend war. Mir persönlich sind keine inhaltlichen Patzer, keine unlogischen Szenen oder ein zu komplexer, verwirrender Plot aufgefallen. Natürlich muss man wachsam sein und den Ereignissen genau folgen, um eine Chance zu haben, den Mörder zu erraten. Denn es werden viele falsche Fährten gelegt und oft ist es so, dass nichts so ist, wie es scheint – manchmal aber eben schon.

Auch die Charaktere mochte ich alle sehr gerne. Nicht nur, weil sie real und gut ausgearbeitet waren, sondern auch, weil jeder einzelne Charakter eine Rolle spielt und nur wenige als Füllstoff dienen. Natürlich sind manche Figuren vordergründiger als andere, allerdings kamen mir während des Lesens alle gleich wichtig vor. Schließlich betrachtet man ja auch jeden als potenziellen Mörder ;)

Einziges Manko an der Geschichte war für mich, dass ich relativ schnell erraten hatte, wer Ellens Mörder/-in ist. Es war nicht wirklich offensichtlich, allerdings hatte ich mich schon recht schnell festgelegt und am Ende hatte ich dann auch Recht behalten. Das Mordmotiv allerdings und wie die ganze Geschichte zusammenhängt, auch mit Carlas Stalker, dem "Safe Haven" und den Mitbewohnern hat mich sehr überrascht und hat mich auch sehr zufrieden stellen können.

Gefallen hat mir ebenfalls der Schreibstil der Autorin, die es nicht nur geschafft hat, ihren Figuren Leben einzuhauchen, sondern auch durch detaillierte Beschreibungen und Ausführungen eine bewunderswerte Spannung aufzubauen. Das ist mir bei einem Psychothriller auch sehr wichtig.

Fazit
Neben einem tollen Cover und einem überzeugenden Schreibstil schafft die Autorin mit "Das Scherbenhaus" eine spannungsgeladene Geschichte, die mehr als gelungen ist. Wer einen komplexen Psychothriller mit unterschwelliger Spannung mag – so wie ich – ist bei Susanne Kliem mit ihrem neuen Buch genau richtig.
Profile Image for Julia Peters.
70 reviews
May 24, 2017
Carla Brendel wird seit Monaten von einem Stalker verfolgt, der ihr Fotos mit bedrohlichen Motiven schickt: Menschliche Haut. Ein Messer. Wunden. Aus Angst vor dem Fremden flüchtet sie aus ihrer idyllischen Heimatstadt in Norddeutschland zu ihrer Halbschwester nach Berlin. In Ellens luxuriöser Wohnanlage "Safe Haven", die mit neuesten Sicherheitssystemen ausgestattet ist, fühlt sie sich beschützt. Doch kurz nach ihrer Ankunft verschwindet Ellen spurlos, ihre Leiche wird wenige Tage später aus der Spree geborgen. Ein tragischer Unfall? Oder wissen die anderen Hausbewohner mehr, als sie sagen? Carlas Zweifel wachsen. Sie bleibt und sucht nach der Wahrheit. Dabei merkt sie schnell, dass im "Safe Haven" ganz eigene Regeln und Gesetze herrschen. Und es tödlich enden kann, wenn man zu viele Fragen stellt …


Ich habe wirklich lange keinen Thriller mehr gelesen, und war dementsprechend gespannt.Carla wird von einem Stalker belästigt, und als ihre Schwester sie bittet nach Berlin zu kommen, sagt sie spontan zu in der Hoffnung so ihrem Verfolger zu entkommen. Doch Flucht ist keine Lösung, und das muss Carla auf die harte Tour lernen.Ihre Schwester besitzt ein sehr modernes Haus mit mehreren vermieteten Wohnungen, das mit topakutellen Sicherheitsstandards ausgestattet ist.
Der Scheibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, da man ihn flüssig und leicht lesen kann. Die Charaktere sind gut durchdacht und keinesfalls makellos, was sie authentisch macht.Auch die Thematik mit dem Stalker und wie sicher ist unsere Technik wirklich finde ich sehr interessant, so dass ich sehr hohe Erwartungen an das Buch gestellt habe. Diese wurden leider trotz all der bereits erwähnten Positiven Punkte enttäuscht. Das Buch nimmt sehr langsam fahrt auf, und wurde erst zum Ende hin wirklich spannend.Obwohl die Thematik viel Potential bereit hält, hat sich die Geschichte eher wie ein Roman lesen lassen, als wie ein Thriller.
Das Ende konnte wieder ein bisschen was gut machen, dennoch konnte mich das Buch leider nicht zu hundert Prozent überzeugen.

Sehr interessante Thematik, leider mit wenig Spannung. 3 Sterne
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October 22, 2024
Gutes Buch, anfangs schwerer, langwieriger Einstieg aber wird dann immer besser und im Gesamtbild hätte ich keine Verbesserungsvorschläge.
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March 27, 2017
Das Scherbenhaus
Von
Susanne Kliem
Verlag: Carls books
Genre: Psychothriller

Ein Thriller vom feinsten!

Worum geht es?
Carla wird seit Wochen gestalkt und leidet unter Angstattacken. Als eines Tages ihre Halbschwester anruft und sie um einen persönliches Gespräch in Berlin bittet, zögert Carla zunächst.
Ihre Halbschwester will sie vor etwas warnen, oder besser vor jemandem aus dem Safe Haven. Dem hochmodernen Wohnhaus welches Ellen entworfen und in welchem sie gewohnt hat. Doch Ellen verschwindet spurlos.
Im Safe Haven fühlt sie sich sicher und beschützt, doch ahnt sie nicht, dass der Feind ihr näher ist als je zuvor.

Fazit:
Das Cover finde ich sehr toll. Gerade als Taschenbuch hat die Schrift einen 3D-Effekt, wovon ich begeistert war.
Zu Anfang des Buches wird einem Carla vorgestellt, sodass man gleich eine genaue Vorstellung von ihr hat. Die Spannung wird aufgebaut und wächst immer weiter.
Der Täter ... Oh Gott! Ich habe ab und zu mal daran gedacht, aber ... nein, ich spoilere nicht. Ich erwähne nicht den leisesten Funken.
Susanne Kliem hat einen Psychothriller geschrieben, der nichts für schwache Nerven ist. Er ist fesselnd und so ... Ich weiß nicht wie ich es sagen soll ... Er hat einfach dieses gewisse Etwas.
Für mich definitiv ein Buch was 5 Sterne verdient hat.
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April 5, 2017
Irrlichter der Angst - Dramaturgisch stark

Carla Brendel hat Angst. Jeder Gang zum Briefkasten kostet sie unglaubliche Überwindung. Was mit einem harmlosen und charmanten Kontakt über Facebook begann, entwickelte sich zu einem grausamen und nervenaufreibenden Stalking, gegenüber Carla. Sie erhält Detailaufnahmen menschlicher, blutbesudelter Haut, per Post. Als langsam etwas Ruhe eingekehrt und weitere Briefe des Stalkers ausbleiben, wähnt sich Carla in Sicherheit und versucht zu ihrem normalen Leben zurückzufinden. Doch der Schein trügt.

Als Carla einen Anruf von ihrer Halbschwester Ellen erhält, die unbedingt vor Ort in Berlin mit ihr reden will, verlässt Carla ihre beschauliche Heimat und ihr Bauernhaus. Doch in Berlin angekommen, kann sie nur sehr kurz mit Ellen sprechen, die andeutet, dass sie ein Geheimnis über jemanden herausgefunden hat, der sie allein dafür töten würde. Kurz darauf verschwindet Ellen spurlos und wird kurze Zeit später tot aufgefunden.

Carla bleibt zunächst in Berlin und zieht in Carlas preisgekrönte Immobilie Save Heaven ein, die Ellen ihr vererbt hat und die mit modernster Technik eine sichere Zuflucht vor dem Stalker darstellt. Zunächst freundlich in der Hausgemeinschaft aufgenommen, findet Carla bald heraus, dass mit den Bewohnern des Hauses etwas nicht stimmt, aber sie ist dennoch entschlossen, die Wahrheit über Ellens Tod herauszufinden. Sie ahnt jedoch nicht, welch tödlicher Gefahr sie sich damit aussetzt.

Die Autorin:

Susanne Kliem wurde am Niederrhein geboren und lebt heute mit ihrer Familie in Berlin. Sie ist gelernte Buchhändlerin und arbeitete u. a. als Pressereferentin für Fernsehserien von ARD und ZDF sowie für das größte deutsche Theaterfestival »Theater der Welt«. Seit 2009 hat sie bereits zahlreiche Krimis geschrieben. Nach dem Thriller Die Beschützerin (2014) erschien von ihr – ebenfalls bei carl’s books – der hochgelobte Kriminalroman Trügerische Nähe (2015), zu dem eine Verfilmung bereits in Vorbereitung ist.

Reflektionen:

Dem Erscheinen des Psychothrillers Das Scherbenhaus habe ich monatelang entgegengefiedert, denn mit dem Kriminalroman Trügerische Nähe hatte mich Susanne Kliem bereits überzeugt.

Bereits nach den ersten Sätzen befand ich mich in einem Zustand literarischen Hochgenusses und wurde mit einer klangvoll melodischen Sprache direkt in die düstere Stimmung der Geschichte gesogen.

Susanne Kliems Sprache und Ausdruck ist sehr klar und auf Details rechts und links der Geschichte gerichtet, die die Intensität der düsteren, geheimnisvollen und beängstigenden Stimmung noch mal um ein Vielfaches verstärkt. Man liest von Carla, der Hauptfigur, und man spürt ihre Beklemmungen und Ängste, während diese gestalkt wird. Trotz der detailreichen Sprache schreibt Susanne Kliem schnörkellos und konzentriert sich dabei stets auf das Vorankommen der intelligenten Handlungs- und Figurenentwicklung. Auf diesem Wege dringt man tief in die Abgründe der menschlichen Psychen ein, mit denen die fein gezeichneten Figuren ausgestattet sind.

Rätselhaft, geheimnisvoll und oftmals düster erscheinen die Charaktere, denn es lässt sich zunächst nicht erkennen, wer hier wem übel mitspielt. Alle Figuren scheinen etwas zu verbergen und so ist man als Leser sehr motiviert, selbst die Wahrheit zu ergründen. Dieser Wunsch treibt den Leser zügig durch die Seiten, denn man lechzt der Auflösung zahlreicher, möglicher Querverbindungen entgegen.

Neben der interessanten Charakterzeichnung der Figuren und der wohlgeformten Handlung in düsterer Stimmung, zeichnet Susanne Kliem auch ein authentisches Bild einer hochtechnologierten Immobilie der Zukunft. Architektonisch luxuriös und technisch mit modernster Finesse ausgestattet, wird das Save Heaven glaubwürdig zu einem Hochsicherheitstrakt, in dem die Bewohner des Hauses wie in einem gut inszenierten Kammerspiel auftreten.

Das Scherbenhaus ist ein glanzvolles Werk, dass die Wechselbeziehungen von Mensch zu Mensch und ihre gefährlichen Abhängigkeiten voneinander darstellt. Auf der einen Seite handeln Figuren ohne jede Rücksichtnahme, um zu profitieren oder um sich zu profilieren und andere, bedürftige, labile Charaktere, die sich nichts sehnlicher wünschen als Lob, Liebe und Anerkennung, werden zum missbräuchlich manipulierten Werkzeug und Spielball der Stärkeren. Das Spiel um Kontrolle und Macht und die maßvoll inszenierte Dramaturgie sind das gelungenen Ergebnis eines guten Spannungsaufbaus.

In diesem Wechselspiel dominieren Dialoge, die knackig, kraftvoll und wortgewandt die Handlung harmonisch abrunden. Erfrischend sind auch die Beschreibungen von Schauplätzen. Innerhalb des Save Heaven kann man sich durch die guten Beschreibungen der Hausausstattung und der Wohnungen fast mit geschlossenen Augen durch die Geschichte bewegen.

Die Spannung agiert auf einem recht hohen Niveau, bis der vermeintliche Täter gefunden ist und die Seiten dennoch lange nicht ausgelesen sind. Man vermutet weitere Wendungen und Überraschungen, denn man will kaum wahrhaben, dass der Täter tatsächlich schon ermittelt ist, doch sie bleiben leider enttäuschenderweise aus. Dafür aber wird eine detaillierte Auflösung geboten, die ausgeklügelt und nachvollziehbar alle vormals merkwürdigen Verhaltensweisen der geheimnisvollen Bewohner des Save Heaven erläutert.

Fazit und Bewertung:

Das Scherbenhaus ist ein spannender Psychothriller, der tiefe Einblicke in die Abgründe der menschlichen Seelen erlaubt und der gefährliche Wechselbeziehungen durch menschliche Abhängigkeiten dramaturgisch zeichnet. Literarisch ein Genuss, der die zu frühe Ermittlung des Täters wieder wettmacht.
41 reviews
May 1, 2017
Extrem konstruiert, in weiten Teilen abstrus oder so seicht, dass man in Gedanken abdriftet. Spannung geht anders.
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