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Feuer der Leere #1

Feuer der Leere

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Ein Geheimnis, tiefer als die Abgründe der Leere im All

Zwischen den Sternen tobt ein Krieg um tote Welten. Die letzten Menschen fliehen auf Großraumschiffen durch die Galaxis, gejagt von einem erbarmungslosen Feind. Um Nahrungsmittel aufzunehmen, muss die Flotte auf Cochada zwischenlanden, einem Planeten, der überraschende Ähnlichkeit zur Erde aufweist. Doch was bedeutet dieser Kontakt für die Bewohner des Planeten – ihren Untergang oder eine Blüte ihrer Zivilisation? Und während die Menschen um ihre Existenzsicherung kämpfen, ereignet sich auf der SQUID, dem einzigen außerirdischen Raumschiff der menschlichen Flotte, Unglaubliches. Denn die SQUID ist eine riesige Lebensform und Ugrôn, ein Besatzungsmitglied und Priester des Void, lauscht auf den Gesang des Schiffes in seinem Fleisch. Er betritt einen Pfad, den niemals zuvor ein Mensch beschritten hat.

496 pages, Paperback

First published March 20, 2017

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About the author

Robert Corvus

132 books44 followers
Robert Corvus is a pen name of Bernd-Otto Robker, a German author of fantasy and science fiction.

He lives in Cologne, and also writes under the pen name Bernard Craw.

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Community Reviews

5 stars
4 (10%)
4 stars
23 (60%)
3 stars
7 (18%)
2 stars
2 (5%)
1 star
2 (5%)
Displaying 1 - 19 of 19 reviews
Profile Image for Callibso.
968 reviews18 followers
April 18, 2017
Wow! Nachdem "Grauwacht" ja fantasymäßig anfing und sich erst am Ende als SF entpuppte, ist dieser Corvus von Anfang bis Ende lupenreine Science Fiction und sehr bemüht um naturwissenschaftliche Korrektheit. Es beginnt mit einer Raumschlacht, die ich faszinierend realistisch geschildert fand (insofern so etwas überhaupt möglich ist) und auch im weiteren Verlauf war ich sehr angetan: Es gibt interessante Ideen z.B. zur überlichtschnellen Raumfahrt (Rotraum), zu einem lebenden Raumschiff und zu einer Religion der Leere.

Die Erde ist zerstört, nur ca. eine Million Menschen haben überlebt, die in Großraumschiffen durch die Milchstraße vagabundieren, immer in der Gefahr, wieder auf ihren Feind zu treffen. Auf den Raumschiffen haben sich die unterschiedlichsten Gesellschaften entwickelt: Eine Art Expertendemokratie (Stimmen haben unterschiedliches Gewicht, je nach Expertengrad für ein bestimmtes Thema), Kastenwesen, Theokratie in einem lebenden Raumschiff und mehr.
Sehr viel Gedanken hat der Autor sich zur Bewegung in der Schwerelosigkeit gemacht, denn in seiner Welt haben die Menschen so etwas wie den Andruckabsorber erfunden, aber nicht die künstliche Schwerkraft. Ich glaube, die diesbezügliche Erklärung ist nicht wirklich sauber, das wurde auch schon beim Stammtisch thematisiert. Allerdings habe ich einfach akzeptiert, dass es auf den Menschenraumschiffen keine künstliche Schwerkraft gibt, sie aber trotzdem schnell beschleunigen können, ohne die Besatzung zu zermatschen (Wie sagte Gary am Beginn seines "Grauwacht" Reviews: "A lot of SF literature requires a suspension of disbelief, that is you have to take certain postulates on faith before you can get into the story")

Ich hätte gerne noch weitere Raumschiffe und Gesellschaften näher kennen gelernt und manchmal machte der Roman seltsame Sprünge: an einer spannenden Stelle wird zu einer anderen Handlungsebene umgeblendet und wenn wir zurückkommen, ist auch in der ursprünglichen Ebene die Handlung weiter fortgeschritten. Kleinere Längen im Mittelteil lassen sich verschmerzen, ich brauche nicht so viele Raumschlachten und hätte gerne mehr pseudoreligiöse Diskussionen zur Leere gehabt.

Ohne zuviel zu spoilern: Das Ende lässt genug Raum für Fortsetzungen und ich bin dann auf jeden Fall wieder dabei.
Profile Image for Jersy.
1,204 reviews108 followers
December 25, 2023
Ich kannte Robert Corvus bisher nur als Autor für Perry Rhodan und mochte seine Beiträge für die Heftromanreihe bisher immer gerne. Auch Feuer der Leere hätte als Kurzroman wahrscheinlich besser für mich funktioniert.

Hier war ich mit einem Handlungsstrang konfrontiert, den ich interessant fand, aber von dem ich am Ende irgendwie mehr gewollt hätte- den von Rila und Ugrôn rund um ein lebendiges Raumschiff und seine religiösen Bewohner - und einem, in den ich nie wirklich rein kam - den von Starn, der sich anfangs fast nur um Beziehungsstress, dann zumindest um einen Kontakt zu einer fremden Spezies drehte. So richtig kamen die einzelnen Elemente für mich nie befriedigend zu einem Gesamtbild zusammen.

Dadurch, dass ich in letzter Zeit viele Bücher mit herausragenden oder zumindest spannenden Schreibstilen gelesen habe, fiel mir die Sprache hier als etwas zu direkt und schnörkellos auf. Auch den Protagonisten bin ich nicht nahe genug gekommen und die meisten der Nebencharaktere habe ich praktisch nach jedem Auftritt wieder vergessen. Ich fand den Roman nicht wirklich schlecht, aber leider konnte er in mir nicht viele Emotionen hervorrufen.
Profile Image for Dennis.
663 reviews330 followers
dnf
February 1, 2019
DNF: 22%

Nach etwas über hundert Seiten habe ich noch immer keinen Zugang zur Story gefunden.

Der Schreibstil des Autors ist mir zu technisch. Zu sperrig. Es ist ein wenig so als würde ein Schleier über den Seiten liegen. Vor lauter Worten sehe ich die Geschichte nicht.

Schade.
Profile Image for Doros Lesesofa.
354 reviews2 followers
May 18, 2022
Mega Schreibstil!! Tolle Geschichte und Protagonisten.
Sehr schöne Reminiszenzen... ;)
Profile Image for Ivo.
230 reviews19 followers
January 27, 2018
Robert Corvus, vielen eher als Fantasy-Autor bekannt, hat hier einen lupenreinen Sci-Fi-Roman vorgelegt. Das Buch beschreibt das Schicksal einer heimatlosen Menschheit, die in mehreren Großraumschiffen durch das All zieht und regelmäßig in Scharmützel mit feindlichen Aliens verwickelt wird.

Wer hier spontan an BATTLESTAR GALACTICA erinnert wird, dem geht es wie mir.

Aber Corvus mischt diesem Setting noch einige originelle Ideen bei. So ist z.B. ist z.B. eines dieser Schiffe gar kein Raumschiff, sondern eine lebende Entität ist, welche Ihrem Inneren einen Teil der Menschheit beherbergt und von dieser als "Mutter" verehrt wird.

Wer hier spontan an THE STARS ARE LEGION von Kameron Hurley The Stars Are Legion by Kameron Hurley erinnert wird, dem geht es wiederum so wie mir. Allerdings schließen die Veröffentlichkeitsdaten beider Bücher fast aus, dass sich Corvus durch das Buch hat inspirieren lassen.

Eine kurzweiliger Roman, der Lust auf mehr macht. Und wie ich höre, steht mit DAS IMAGO PROJEKT Das Imago-Projekt by Robert Corvus ein weiterer Roman kurz vor der Veröffentlichung, der im gleichen Universum spielt.
Profile Image for Awen Eibner.
Author 3 books6 followers
July 17, 2020
Ich fürchte, das ist eines dieser Bücher, bei dem ich nicht verstehe, was daran gut sein soll.

Das einzige, das mir als halbwegs positiver Aspekt einfällt, ist der Weltenbau. Zumindest am Anfang und insbesondere in Bezug auf die Rubocyten und was mit ihnen zusammenhängt, die grundsätzliche Idee des Schwarms und die unterschiedlichen Kulturen der Schiffe. Im Laufe des Romans werden einige der Details unstimmig und einige Aspekte des wissenschaftlicheren Teils bezweifle ich stark, aber der Weltenbau ist nicht der Grund, weswegen ich "Feuer der Leere" als furchtbar empfinde.

Ich fange mal mit den Charakteren an. Keiner von ihnen wirkt übermäßig sympathisch, und alle geben mir gute Gründe, sie nicht zu mögen - etwa die Gewaltbereitschaft Starns auch gegenüber Kollegen, und Ugrôn ist ohnehin ein Clusterfuck. Ich kann keinem der Charaktere mehr als zwei oder drei Eigenschaften zuordnen, und die meisten davon beziehen sich auf ihre Vergangenheit. Die Pilotin zum Beispiel, deren Name ich schon wieder vergessen habe: Sie ist eine Kampfpilotin, sie kann in gefährlichen Situationen einen kühlen Kopf bewahren. Das war's.

An ihr lässt sich auch gleich das nächste Problem aufzeigen: Die tausendundeine Liebesgeschichten. Dank "Ella Enchanted" habe ich endlich verstanden, wie auch typisch-schmalzige Liebeleien interessant und mitreißend sein können, und nichts hiervon findet sich bei irgendeiner Liebesgeschichte wieder. Was genau mögen die Charaktere eigentlich aneinander? Zum Beispiel Ugrôn/Pilotin? Ugrôn sagt, sie sei schlau. Ich behaupte, sie sei von durchschnittlicher Intelligenz, weil sie mir nichts Besseres gezeigt hat. Die beiden verbringen kaum Zeit miteinander, die die Leser miterleben, und da sie kaum Charaktereigenschaften haben, die tatsächlich rüberkommen, habe ich keine Ahnung, was diese beiden Pappaufsteller aneinander finden. Ähnliches gilt für Starn/Kara und Starn/die Frau von der ESOX. Wobei letztere noch am ehesten ein brauchbarerer Charakter ist.

Ich würde mich nicht als besonders prüde bezeichnen, aber die Häufigkeit, in der sich Charaktere ausziehen und nackt durch die Gegend rennen, ist doch beeindruckend. Einige dieser Szenen kann ich nachvollziehen - etwa wenn Ugrôn den Rotraum verwendet oder die Menschen gefangen genommen werden. Andere hingegen wirken auf mich schon fast fetischiert. Um sich in die Zukunftsversion eines MRTs/CTs zu legen, muss man sich ausziehen, aber man kann sich ein bisschen bewegen. Für den Transfer der Schwangerschaft muss nicht nur der Unterkörper fixiert werden, sondern auch noch die Arme, weil halt. Es hilft auch nicht, dass viele der Szenen, in denen eine nackte Frau auftritt, aus der Perspektive eines männlichen Charakters (meistens Starn) geschrieben sind. Ich bin eine Frau, kann also nicht beurteilen, wie stark der Sexualtrieb beim durchschnittlichen Mann ausgeprägt ist - aber dass die Prioritäten derart auf dem Kopf stehen, dass selbst in einer lebensgefährlichen Situation das Schlingern von Brüsten länger als zwei Sekunden die Aufmerksamkeit eines angeblich voll super tollen Spitzen-Soldaten fesselt, kann ich einfach nicht mehr nachvollziehen.

Nächster Punkt, der Plot, oder was auch immer "Feuer der Leere" stattdessen hat. Es passiert beeindruckend wenig auf diesen etwa 500 Seiten, und viele Handlungsstränge sind beinahe konsequenzlos. Ugrôn und seine Identitätskrise? Im Endgefecht rettet er die MARLIN, aber das hätte man leicht umschreiben und seinen gesamten Charakter aus der Geschichte streichen können, inklusive der auf dem Cover abgebildeten SQUID, ohne dass sich sonderlich viel verändert hätte. Nicht einmal die Konflikte auf dem Planeten lassen sich hauptsächlich auf das Bad der SQUID zurückführen.
Ich kann das Buch in wenigen Worten zusammenfassen: Am Anfang kämpfen die Menschen kurz gegen die Giats, dann fliehen sie, dann fliehen sie noch ein bisschen weiter, füllen ihre Nahrungsreserven auf, kämpfen noch einmal, fliehen wieder. Zwischendurch finden gegen Ende Starn und die ESOX-Frau Hinweise darauf, dass es neben dem Schwarm noch andere Menschen gibt, und setzen sich deswegen lieber vom Schwarm ab. Da, hab euch 500 Seiten Geschwafel über Leere und Sein und Nicht-Sein erspart.

In dem Kontext muss auch das Pacing hervorgehoben werden. Zunächst einmal: Was sollen diese abrupten Zeitsprünge? Es ist eine Sache, nicht relevante Details aus dem Text zu streichen, und eine andere, durch die Zeit zu springen, als würde man auf einem Kaninchen auf Speed reiten. Ein Beispiel: Hurra, wir sind unseren Wärtern entkommen, wir müssen jetzt zum Raumschiff A zurück! Nächste Szene: Also wir sind jetzt fast bei Raumschiff B angekommen, nachdem wir auf Raumschiff A waren, um ein paar Charaktere abzuliefern. - Gäbe es solche Sprünge nur gelegentlich, okay, sie können auch gut eingesetzt werden, aber bei gefühlt jedem zweiten Szenenwechsel?

Set-Up und Pay-Off ist noch so etwas, das ich hier zu bemängeln habe. Hauptsächlich das sehr kurzfrustige Set-Up, das sich meistens nur in Details findet, aber wenn es alle paar Seiten so ein Detail gibt, summiert sich das eben. Ein größeres Beispiel ist dieser Vereinigungstag oder Schwarmtag oder wie auch immer der genau heißt - der Tag, an dem die Schiffe des Schwarms rausgeputzt werden und Pirouetten fliegen. Sowas Ähnliches wie ein Nationalfeiertag, der auch von der Besatzung zelebriert wird und Anlass dazu gibt, die Cochlader auf die MARLIN zu holen - nicht dass das irgendwelche Konsequenzen für irgendwas hätte. Dieser "Feiertag" sollte also zumindest mal erwähnt werden, bevor er de facto eintrifft, weil er ja für die Besatzung und die Zivilisten schon irgendwie ein besonderer Tag ist - nope. Er wird ebenso kurzfristig eingeführt wie die Tatsache, dass Cochlader nur zehn Minuten unter Wasser überleben können, was man bereits im ersten Akt hätte etablieren können, aber erst dann angesprochen wird, als die Stadt bereits überflutet ist und es Starns Job ist, die Bewohner zu retten.
Und dann gibt es da noch den Erstkontakt mit den Cochladern, während dessen exklusive Verträge erwähnt werden. Plötzlich verschwimmt das Bild des Cochladers und stattdessen sieht man einen Giat, der meint, er wäre auch an exklusiven Verträgen interessiert, bevor das Signal wieder weg ist. Auf diese Demonstration, dass die Todfeinde der Menschen, die gerade richtig angepisst sind, sich definitiv in der Nähe befinden, wird nie wieder eingegangen und es wird auch von der Geschichte nie wieder aufgegriffen, obwohl dreihundert Mal betont wird, dass der Schwarm beim ersten Zeichen von Giats die Flucht ergreifen muss.

Ich könnte mich noch ewig weiter aufregen, aber ich denke, ich habe meine Meinung klar genug ausgedrückt. "Feuer der Leere" war ein kompletter Reinfall, den ich gerade so nicht abgebrochen habe, und ich bin mir nicht sicher, ob er meine Lebenszeit wert war.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Olaf Raack.
Author 29 books15 followers
May 31, 2022
Die Menschheit ist nicht mehr als ein Augenzwinkern in der Weite des Universums. Die Idee, dass wir alleine sind, ist absurd. Ebenso, wie die Hoffnung, den Status quo auf unserem Planeten aufrecht zu erhalten. Doch sind es immer die anderen Spezies, die ihre Ressourcen auf fremden Planeten auffüllen?
Dass dem nicht so ist, zeigt Robert Corvus uns in diesem Buch. Wer den interstellaren Krieg gegen die Giats begonnen hat, wird nicht tiefergehend thematisiert. Ist vermutlich auch unerheblich.
Anfangs hat mich das fachliche Vokabular beim Lesen gefordert, aber es rundet das Bild der Geschichte unglaublich ab. Denn die Story ist klasse und hat mich überzeugt, Fernweh geweckt und mir die Kleingeistigkeit der Menschheit erneut vor Augen geführt.
Und doch bleibt eine Geschichte über den Kampf der Menschheit ums Überleben in der Weite des Weltalls immer nur ein Augenzwinkern, ein Blick, der am Ende immer zu kurz war. Das bedeutet nichts anderes als: Ich hätte gerne weitergelesen!
Profile Image for Denise K..
68 reviews
November 3, 2024
Uninteressante bis unsympathische Charaktere und ein Plot, der mehrere Geschichten gleichzeitig erzählt und scheinbar nicht so richtig weiss, was er möchte.

Neben einigen sehr fragwürdigen Formulierungen, wenn weibliche Charaktere beschrieben wurden, war das Buch für mich überwiegend einfach uninteressant.
Und um der Ehrlichkeit genüge zu tun ... Ich habe es nur zu Ende gelesen, weil ich es signiert vom Autor selbst gekauft habe, ansonsten hätte ich spätestens nach der Hälfte abgebrochen.

Aber - Und darum 2 Sterne - Ich kann sehen, warum Leute das Buch mögen könnten.

*Edit: Bewertung auf 1 Stern geändert, weil warum 2 Sterne geben, wenn ich es wirklich nicht mag.
Profile Image for Nils.
336 reviews40 followers
March 8, 2018
Einige spannende Ideen und viel knallige Action, aber irgendwie haben mich weder die Figuren noch die Handlung gepackt. Die Figuren reagieren im Grunde nur auf das, was um sie herum geschieht und ihre Entwicklung wird selten gezeigt. Die Handlung wirkt hingegen ungerichtet und immer nach dem Ereignis-Reaktion-Schema. Da wäre bei den Ideen mehr drin gewesen.
Profile Image for Ping.
127 reviews
December 28, 2017
Spoilerfrei.

Feuer der Leere ist ein Science-Fiction-Roman, der im Weltall in der Zukunft spielt. Die Erde ist schon länger nicht mehr bewohnbar, und die Anzahl der Menschheit hat sich auf etwa 1 Million reduziert und befindet sich aufgeteilt in einem Schwarm von Großraumschiffen.

Jedes Großraumschiff pflegt eine andere Kultur, von denen wir einige besser kennenlernen. Dieses Näherbringen bietet Platz für anregende Gedanken. Welches System scheint mir an sinnvollstes zu sein, in welchem Raumschiff würde ich gerne leben, wäre das spezielle demokratische Abstimmungssystem der MERLIN wirklich klüger?

Die Menschen befinden sich im Krieg mit den Giats und in dem Roman geht es um eine Art Flucht und Verfolgungsjagd durchs Weltall, bei der man auf die ein oder andere erstaunliche Entdeckung stößt.

Der Roman beginnt ziemlich Hardcore mit einer Reihe von Fachbegriffen und komplexen technischen Erklärungen. Das bedeutet, dass man dieses Buch doch mit einer guten Portion Konzentration lesen sollte oder, wenn man in dem Bereich über kaum Vorbildung verfügt, vielleicht sogar durchzubeißen. Danach wird das alles nahbarer und man kommt in den Leserhythmus rein.
Der Autor selbst bietet auf seinem YouTube-Kanal einige Erklärungen zu Feuer der Leere an, was die Technik, aber auch einen Überblick der vorkommenden Völker betrifft. Am Ende verlinke ich das interessante Video, denn mir hat es sehr geholfen, Feuer der Leere besser zu verstehen und somit mehr aus dem Roman mitnehmen zu können.


Bei Science-Fiction geht es auch stark um die Frage „Wie könnte die Welt in Zukunft aussehen?“ und auch die ethischen Zusammenhänge damit und diesbezüglich kommt man bei Feuer der Leere einiges geboten. Man wird oft eingeladen darüber nachzudenken, wie man selbst auf gewisse Umstände reagieren würde und wie es mit der eigenen Moral steht.


Die zwischenmenschlichen Beziehungen oder die Beschreibungen der Personen wiederum haben mich leider so manches Mal gestört. Beispielsweise wurde jedem Charakter ein besonderes Merkmal zugesprochen, beispielsweise ein grauer Bart. Wenn dieser Charakter in einem Kapitel dann wieder vorkam, wurde sofort dieses Merkmal angesprochen. Ich verstehe, dass dadurch erzielt werden möchte, dann man die Personen leicht wieder zuordnen kann, zumal wir es auch mit mehreren Charakteren zu tun haben. Dennoch empfand ich diese Wiederholen etwas störend, zumal ich keine Probleme mit dem Zuordnen der Figuren hatte.
Da hätte ich mir lieber eher Wiederholungen zu den Geschehnissen gewünscht, um gegengleichen zu können, dass man bisher alles richtig mitbekommen hat. Dass bei so ziemlich jeder Frau der Körperbau und/oder vor allem die Brüste beschrieben wurden, machte es auch nicht besser, aber das ist wohl Geschmacksache, wie so vieles.


Ansonsten konnte mir die Sprache gut gefallen, die Beschreibungen der Örtlichkeiten, Rituale oder Begegnungen konnte man sich gut vorstellen und außerdem gibt es ein Extra-Lob für die „Fun Facts“, manchmal auch „Unnützes Wissen“ genannt, die aber oft gar nicht so unnütz oder zumindest echt interessant sind z.B. die Erklärung, dass zweitausend Kelvin etwa eine Temperatur darstellt, die zwischen den Schmelzpunkten von Eisen und Platin oder die Erläuterung von Scheinkräften.


Fazit: Weltall-Science-Fiction mit einer nicht zu verachtenden Portion Space-Opera mit vielen philosophischen Ansätzen und verschiedenen Perspektiven. Hier ist der Weg das Ziel, denn auch wenn das Ende zufriedenstellend abgehandelt wurde, geht es in diesem Roman eher um die verschiedenen Auseinandersetzungen, sei es kriegerischer oder zwischenmenschlicher Art.

Empfehlenswert: weiterführende Infovideos vom Autor Robert Corvus:
https://youtu.be/iLYwpRZu3GY (Technische Erläuterungen und das Näherbringen anderer Spezies)
https://youtu.be/lJg0oXKeLZQ (Überblick über den Roman, eine Vorstellung der verschiedenen Schiffe, eine Vertiefung des Klappentextes. Spoilert aber nicht, bei mir hat es den Lesespaß auf alle Fälle erhöht als geschmälert.)

---

~3,5 Sterne. Ich habe es gerade beendet und muss es demnach noch etwas nachhallen lassen.

Weltall-Science-Fiction mit vielen philosophischen Ansätzen. Ich brauchte meine Zeit zum Lesen, gerade dadurch fand ich aber sehr anregend. Manche Beschreibungen von Personen luden zum Augenrollen ein. SIE HAT BRÜSTE, ICH HABE ES GESCHNALLT! SCHON BEIM ZWEITEN MAL!

PS: Bei den japanischen Medien gibt es doch die Weeaboos (in dem Falle meine ich damit die, die halbnackte Mangagirls als Bettwäsche haben oder so), gibt es da so einen Begriff für das Sci-Fi-Genre? Für die, die "sexy Kerrigan" oder "hot Mystique" googeln oder nach League of Legends-Pornos mit Orianna?
Profile Image for Sven Fesser.
1,027 reviews12 followers
July 4, 2019
Tolle Science Fiction mit sehr spannenden Charakteren. Drei Sterne nur deshalb, weil ich mit der ersten Hälfte des Buches sehr langsam warm wurde. Gäbe es die Möglichkeit würde ich 3,5 Sterne vergeben.
Profile Image for Buchdrache.
335 reviews19 followers
December 10, 2017
Robert Corvus mausert sich allmählich zu einem von mir sehr gern gelesenen Autoren. Mit der Schwertfeuer-Saga bin ich bereits in eine seiner Fantasy-Welten abgetaucht, mit »Grauwacht« ging es in die Science-Fantasy und nun verschlugen mit die Zeilen in seinen Science-Fiction-Roman »Feuer der Leere«.

Der Weltraum der Zukunft ist hart und unerbittlich. Die Erde wurde vor Jahrtausenden zerstört, die letzten Menschen ziehen als Nomaden in einem Raumschiffschwarm durch das All und ernten Planeten zur Nahrungsgewinnung ab, während sie von feindlichen Lebensformen verfolgt werden. Im Schwarm weilt auch die SQUID, ein Raumschiff, das eigentlich eine fremdartige Lebensform ist. Die Menschen an Bord der SQUID, die sie Mutter nennen, verändern sich auf seltsame Weise. Ugrôn, einer der Bewohner der SQUID, scheint auf eine ganz einmalige Weise verändert zu sein, da er eine besondere Verbindung zu Mutter hat – eine Verbindung, die ihn Wege eingehen lässt, die kein Mensch zuvor gegangen ist.

Da ich momentan ohnehin ein offenes Herz für Science-Fiction hatte, wollte ich mir dieses Buch nicht entgehen lassen. Das erste, das mir ins Auge fiel, ist ein Detail des Covers, das offensichtlich die SQUID abbildet, ein octopusähnliches Raumschiff, das sehr an die Reaper aus der Spielreihe Mass Effect erinnert. Es passt auch, da die Menschen sich ähnlich verhalten, auch wenn sie nicht vorsätzlich so extrem destruktiv dabei vorgehen. Sie sind jedoch durchaus dazu bereit, auch größere Schäden bis hin zur Vernichtung ganzer Planeten vorzunehmen, um das eigene Überleben zu sichern.

Überhaupt ist das ganze Konzept der gegenwärtigen Lebensweise der Menschen sehr spannend. Dutzende von Generationen sind auf den Schiffen geboren, lebten dort und starben schließlich auf ihnen, ohne jemals einen Fuß auf einen Planeten gesetzt zu haben. Jedes Schiff hat seine eigene Lebensform und Kultur entwickelt, aber die grundsätzliche Mentalität der Menschen insgesamt ist so anders. So etwas wie Schwerkraft, die ein planetengeborener Mensch bewusst gar nicht wahrnimmt, ist für sie ein außergewöhnliches Erlebnis und so einfache Dinge wie Wind für sie absolut fremdartig.

Dem Autoren ist es hervorragend gelungen, das zu vermitteln. Ich meine, es ist ja schon eine bemerkenswerte Leistung, während des Schreibens an solche Dinge zu denken, die wir bewusst eigentlich gar nicht mehr wahrnehmen, und dann auch immer mal wieder an den geeigneten Stellen darauf hinzuweisen, wie neuartig für die Menschen Erlebnisse wie fallendes Wasser, Wind in den Haaren oder schlicht die Gravitation am eigenen Leib zu spüren sind. Natürlich macht es Sinn, dass die Menschen des Schwarms so denken, aber ich halte es für sehr lobenswert, dass der Autor sich so gut in diese Denkweise einfühlen und sie auch dementsprechend transportieren konnte.

Natürlich gab es auch einen Erstkontakt mit einer neuen intelligenten Spezies, und Linguisten würden mit Neid auf die Technologie der Menschen blicken, die es ihnen ermöglichte, innerhalb kürzester Zeit die Sprache der neuen Lebensform zu dekodieren und eine Kommunikation zwischen beiden Seiten zu ermöglichen; wobei zugegeben das Szenario des Erstkontakts aus dem Film »Arrival« zum einen eindrucksvoller und zum anderen doch näher an einer möglichen Realität war.

Dennoch, alles weitere war doch sehr interessant dargestellt. Die Botschafterin der Menschen vermeidet beispielsweise bestimmte Mimiken, da diese als Bedrohung angesehen werden könnten. Auch werden im weiteren Verlauf verschiedene Auswirkungen dieses Erstkontaks erläutert, da die Menschheit beschließt, für eine Weile in der Nähe des bewohnten Planeten zu verweilen, um ihre Vorräte aufzufüllen und Handel zu treiben.

Leider liegen genau da ein paar der Schwächen des Buches. Der Erstkontakt verläuft erwartungsgemäß nicht ganz reibungslos. Davon sieht man aber lange nichts. Es werden zwar immer wieder Unruhen auf dem Planeten erwähnt, die von der Ankunft der Menschen ausgelöst wurden, aber viel sieht man davon nicht, bis die ganze Situation zu kippen droht und menschliche Geiseln genommen werden. Das ist ein wenig schade, weil das das ganze Szenario des Erstkontakts, und immerhin sind hier einmal die Menschen die Aliens, doch wesentlich lebhafter ausgestaltet hätte.

Dasselbe gilt auch für den Feind. Es gibt zwar am Anfang und am Ende des Buches jeweils einen Feindkontakt, aber so wirklich schlau wird man aus der Situation doch nicht. Warum genau werden die Menschen von den Giats verfolgt? Ist es wirklich wegen des Kampfes um Ressourcen? Ist der Weltraum nicht eigentlich weiß Gott nun wirklich groß genug dafür, um sich aus dem Weg zu gehen, oder läuft es auf ein ähnliches Kriegsszenario wie im »Ewigen Krieg« von Joe Haldman hinaus: Krieg, einfach weil Krieg? Leider finde ich in diesem Buch keine wirkliche Antwort darauf, aber da am Ende des Buches ein paar Dinge offen bleiben, hoffe ich auf eine Fortsetzung, auch wenn, wie ich das momentan überblicken kann, keine in Aussicht ist.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mitunter sehr mit den Charakteren durcheinander gekommen bin und einige für mich sogar sehr gesichtslos blieben; zwischenzeitlich dachte ich sogar, Koichy (ein Mann) sei die Mutter der Hauptprotagonisten Starn und Rila, auch wenn ich da wohl einfach unaufmerksam gelesen habe. Ein Glossar, wie ich es aus Corvus‘ anderen Büchern gewohnt bin, wäre hier sehr hilfreich gewesen.

Am meisten fasziniert mich an der Science Fiction jedoch die technische Seite, weshalb ich wahrscheinlich auch mit Filmen wie »Arrival« und »Interstellar« (erstgenannter ist ein hervorragender Film, der zweite sogar mein absoluter Lieblingsfilm) bedeutend mehr anfangen kann als mit »Star Wars«, »Star Trek« und Konsorten. Das schlägt sich auch in meinem Literaturgeschmack wieder. »Feuer der Leere« wird zwar durchaus treffenderweise mit dem »Wüstenplaneten« verglichen, hat aber auch viele technische und wissenschaftliche Aspekte, die der Autor sehr passend einbindet und die den Hauptteil meines Interesses auf sich zogen. Darüber zu lesen, hat mir sehr große Freude bereitet.

Auch wenn der Roman ein paar kleine Schwächen hat, hat es doch insgesamt sehr viel Spaß gemacht, ihn zu lesen. Gern sehr viel mehr davon!


Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar und freue mich sehr auf die Lesung am Freitag! Robert Corvus wird seinen Roman am 24.3.17 auf der Leipziger Buchmesse um 11:30 in Halle 2 auf der Leseinsel Fantasy, Stand H410, vorstellen und ich werde für Leipzig lauscht dabei sein.



Mehr von mir auf meinem Blog: http://buchdrache.blogspot.de/
Profile Image for Christian Woehler.
94 reviews
April 8, 2018
Die Menschen sind im Krieg mit den Giats und am Verlieren. Ein Schwarm Raumschiffe versucht zu entkommen und Nahrung zu finden. Die Raumschiffe und ihre Besatzungen können nicht unterschiedlicher sein. Es gibt Menschen, die militärisch gedrillt sind, Menschen, die mit dem Computer des Raumschiffes verbunden sind und die SQUID, ein Raumschiff, welches ein Lebewesen ist. Rila ist Kampfpilotin, ihr Bruder Starn ehemaliger Soldat und jetzt eher Landwirt. Er versucht auf Planeten Manipulierte Saaten zum Keimen zu bringen und abzuernten.
Sie verliebt sich in Ugrôn, einem Priester des Void, der mit ihr und der SQUID eine Beziehung eingeht. Das Raumschiff ist wie eine Mutter zu ihm.
Auf Cochada nehmen sie Kontakt mit den Bewohner des erdähnlichen Planeten auf.

Mir hat der Roman sehr sehr gut gefallen. Die Stimmung, die Beschreibungen. Noch nie ist ein Weltraumkampf so beschrieben worden. Man fliegt mit Rila am Anfang des Buches mit. Die Charaktere sind stimmig. Alles macht Spaß zu lesen. Auch die Veränderung von Ugrôn ist großartig und rätselhaft beschrieben. So fremdartig. Genial. Was mich etwas gewundert hat. Ich habe krampfhaft einen Vergleich zum Wüstenplaneten versucht zu finden. Auf dem Klapptext wird darauf ja hingewiesen. Die Einzige Ähnlichkeit ist die Veränderung von Ugrôn und Paul Adreidis. Das Setting war eher „Kampfstern Galactica“ nur sehr viel vielschichtiger. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung "Das Imago-Projekt", das ich gerade lese.
Profile Image for Orca_de_wils.
133 reviews3 followers
February 15, 2022
Eine Flotte der letzten Menschen auf ewiger Flucht vor Außerirdischen Aggressoren, ein lebendes Raumschiff, ein traumatisierter Ex-Militär auf der Suche nach einem neuen Weg: Die Versatzstücke sind bekannt, aber Robert Corvus verbindet sie so flott und frisch, das es eine Freude ist. Und er hat auch etliche neue Einfälle, wie etwa ein auf Kompetenz fussendes Demokratie-System: eine ganz faszinierende Idee! Insgesamt ist das Ganze Worldbuilding klasse, man wünscht sich nur manchmal noch mehr davon zu bekommen. So werden einige Flottenschiffe und ihre Lebensart - - den alle sind verschieden - - nur angemerkt ohne ausgeführt zu werden. Doch die, die wir näher kennenlernen: die Besatzung des geheimnisvollen lebenden Schiffs Squid, die der militärisch ausgelegten Marlin und - - leider zu wenig! - - die der mal KI gesteuerte Esox sind alle komplex und nachvollziehbar gezeichnet. Es ist ein kurzweilig erzählter Plot, aber neben der Action geht es auch noch um die Frage was Menschsein ausmacht und bedeutet.
Alles in allem ein feines SF-Buch, das Lust auf mehr macht (zum Glück gibt es auch schon eine Fortsetzung.)
This entire review has been hidden because of spoilers.
6 reviews
October 8, 2020
Eine unglaublich erfinderische Geschichte, wo Wissenschaft und Sci-Fi spannend vermischt sind. Ein klassischer Anfang täuscht der Leser, doch plötzlich taucht man in einer anderen, noch nie gelesene Welt. Im Allgemeinen haben mir Aspekte vom Buch an "Hyperion" von Dan Simmons erinnert, was ja ein Meisterwerk ist. Mehrere markante Szenen (die 95 Sekunden, das Bad, die grüne Explosion,...) werden mir lebenslang begleiten. Bravo!
Profile Image for Ingrid.
827 reviews7 followers
June 11, 2024
Ich hätte diesen Roman fast abgebrochen. Ohne jede Einleitung wird der Leser in eine Raumschlacht geworfen. Ich mag es lieber etwas weniger kriegerisch. Nur auf Grund der Bewertungen habe ich weiter gelesen und es nicht bereut.
Die Geschichte ist zwar sehr kampfbetont, aber es gibt auch Entwicklungen, die ich mir für die Menschheit wünschen würde.
Profile Image for FortressOfBookitude.
840 reviews9 followers
August 1, 2017
Ein Buch in die Hand zu nehmen, welches damit wirbt »für alle Fans von ›Der Wüstenplanet‹« zu sein, ist wohl nicht die beste Idee, wenn man ebendiesen Science-Fiction-Zyklus vorher zum wiederholten Male gelesen hat und ihn mehr liebt als zuvor. Erst recht, wenn der Roman, welchen der Verlag offensichtlich mit einem der Größten des Genres messen will, sich von Beginn an in eine andere Richtung orientiert und die künstlich hervorgerufenen Erwartungen gar nicht erfüllen kann.
Doch ich will mich nicht von misslichen Werbestrategien und Äußerlichkeiten blenden lassen – auch wenn das Cover wirklich wunderschön ist – und habe »Feuer der Leere« von Robert Corvus so unvoreingenommen wie möglich gelesen.

Das Szenario, in welches der Autor den Leser Hals über Kopf wirft, ist eines, welches schon viele Male aufgegriffen wurde, aber anscheinend immer noch für Überraschungen gut ist. Die Erde existiert nicht mehr, der Rest der Menschen lebt auf Raumschiffen und jeder Planet, der den Weg des sogenannten Schwarms kreuzt, wird abgeerntet. Jedoch ist es nicht nur ein Exodus, auf dem sich die Menschheit befindet, sondern eine Flucht vor einer anderen Art, den Giats. Seit zig Generationen wird ein erbitterter Krieg geführt, dessen Hintergrund nicht nur dem Leser verschlossen bleibt, denn auch die Akteure selbst wissen nicht genau, wo die Fehde herrührt und stürzen sich nur aus Gewohnheit und Überlebensinstinkt in Vergeltungsschläge, ebenso wie die Kontrahenten.

Doch dieses Katz- und Mausspiel nimmt nur einen kleinen Teil der Handlung ein. Vielmehr liegt der Fokus auf den Entwicklungen, die mit dem lebenden Raumschiff »Squid«, einer krakenähnlichen Kreatur, einhergehen. Diese stammt aus dem Rotraum, einer Ebene jenseits unserer drei Dimensionen, wo selbst Einsteins Relativitätstheorie nicht mehr gilt, die die Menschen nutzen, um mit rasender Geschwindigkeit durchs All zu reisen, ohne sie zu verstehen.

Die Faszination, die von diesem Unbekannten und Ungewissen ausgeht, ist es, die es allein schafft, den Roman voranzutreiben und den Leser bei der Stange zu halten. Die Überlegungen, welche Corvus einbringt sind wohlüberlegt, für jedermann nachvollziehbar geschildert und gebettet in – allen Anscheins nach – wissenschaftliche Fakten, welche ebenfalls leicht verständlich sind.
So werden auch die Begegnung mit den fast schon humanoiden Bewohnern eines anderen Planeten sowie die darauffolgende Diplomatie zu einer befremdlich wirkenden Selbstverständlichkeit, die die Menschen in »Feuer der Leere« von den heutigen abgrenzt.

Allerdings kann ein Interesse weckendes Worldbuilding nicht allein für Spannung sorgen, erst recht nicht, wenn die Handlung ebenfalls nicht tragend ist. Jedoch hätten diese Schwächen durch starke Charaktere kompensiert werden können, was aber in keiner Weise geschehen ist.
Robert Corvus gelingt es, in seinem Schreibstil eine unaufdringlich metaphorische Ausdrucksweise mit Fachsprache zu vereinen, wechselt in den richtigen Momenten zwischen Para- und Hypotaxen und findet die passenden Worte, keine Frage. Über die Mängel, die bei den Charakteren vorliegen, kann das allerdings nicht hinwegtäuschen.

Ich könnte diese Rezension schreiben, ohne die drei Figuren zu erwähnen, durch deren Augen man fast fünfhundert Seiten lang das Schicksal der Menschheit verfolgt, denn sie sind alles andere als gut dargestellt. Nicht nur eine innere Handlung lässt sich zumeist schmerzlich vermissen, auch Einstellungen und Gefühle gegenüber anderen Charakteren sind nur rudimentär vorhanden. Aufgrund dessen ist es quasi unmöglich mit den Protagonisten mitzufiebern, welche selbst dem »Einsteinraum« nicht genüge leisten und bis zum letzten Handlungsdrittel als zweidimensionale Pappaufsteller mit integrierter Sprech- und Sexualfunktion verbleiben.
Interaktion zwischen den Figuren findet ebenfalls nur oberflächlich statt und wirkt erzwungen. Schade drum, denn ich bin mir sicher, dass der Autor ein genaues Bild von allen vor Augen hatte.

Das einzige, was frustrierender ist als ein schlechtes Buch, ist eines, das sein Potenzial bei Weitem nicht ausgenutzt hat. »Feuer der Leere« ist zweifelsohne ein solches. Ich hatte das Gefühl einen Erstentwurf vor mir zu haben, der an manchen Stellen mit Belanglosigkeiten gefüllt war, um den Wendepunkt genau in die Mitte zu setzen.
Ein oder zwei Bearbeitungsdurchgänge mehr sowie ein gründlicheres Lektorat hätten hier schon einiges verbessern können. Stattdessen rangiert der Roman im Mittelmaß, was ich als Ressourcenverschwendung betiteln würde, denn es wäre so viel mehr möglich gewesen mit verhältnismäßig wenig Mehraufwand.

Gespannt, was Robert Corvus noch so zu bieten hat, bin ich dennoch und hoffe auf mehr deutsche Science-Fiction.
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Author 15 books6 followers
May 1, 2017
#Rezension
Feuer der Leere – Robert Corvus
Erhältlich hier: http://amzn.to/2pzMQ1a

*Klappentext:
Zwischen den Sternen tobt ein Krieg um tote Welten. Die letzten Menschen fliehen auf Großraumschiffen durch die Galaxis, gejagt von einem erbarmungslosen Feind. Um Nahrungsmittel aufzunehmen, muss die Flotte auf Cochada zwischenlanden, einem Planeten, der überraschende Ähnlichkeit zur Erde aufweist. Doch was bedeutet dieser Kontakt für die Bewohner des Planeten – ihren Untergang oder eine Blüte ihrer Zivilisation? Und während die Menschen um ihre Existenzsicherung kämpfen, ereignet sich auf der SQUID, dem einzigen außerirdischen Raumschiff der menschlichen Flotte, Unglaubliches. Denn die SQUID ist eine riesige Lebensform und Ugrôn, ein Besatzungsmitglied und Priester des Void, lauscht auf den Gesang des Schiffes in seinem Fleisch. Er betritt einen Pfad, den niemals zuvor ein Mensch beschritten hat.

*Cover:
Die Aufmachung des Covers finde ich grandios, die glänzende Vorderseite, die einen Greifarm im All zeigt und der orange Titel heben sich klar ab. Auch die Planten werden auf den Innenklappen noch weitergeführt.

*Persönliche Meinung:
Anfangs war ich etwas überrumpelt von all den Fachbegriffen mit denen die ersten Kapitel gespickt waren, vor allem da es mein zweiter Science Fiction Roman war. Aber ich muss dazu sagen, dass sich vieles beim Lesen selbst erklärt, oder der Autor Vergleiche zieht und somit das Ganze auch für Laien, wie mich, verständlich wurde.
Die detailgetreuen Erklärungen von den Planeten, oder der SQUID bringen mich noch immer zum Schwärmen – es ist, als wäre man selbst vor Ort und könnte all diese Dinge anfassen, riechen oder schmecken. Ein einmaliges Erlebnis.
Im Grunde geht dieses Buch auf das Mensch sein ein. Was den Menschen ausmacht und wieviel ein Menschenleben zählt. Aber auch Religion spielt darin eine sehr große Rolle – das war eher zu meinem Leidwesen, weil das ein Thema ist dem ich seit meiner Jugend abgeschworen hatte.
Die Wesen und Figuren, die Robert Corvus in diesem Buch erschafft sind für mich einzigartig und dank der tollen Beschreibungen auch gut vorzustellen.
Manche Wendungen waren vorhersehbar, aber es gab auch einige Ereignisse mit denen ich so nicht gerechnet hätte und die sich als wirklich gelungen herausstellten.
Das Ende von „Feuer der Leere“ ist meiner Meinung nach ein eher offenes, so wie die Ruhe vor dem Sturm. Somit tippe ich, dass uns da noch ein weiterer Band erwarten könnte.

*Fazit:
Vielleicht sollte man es nicht gerade als Science Fiction Neuling lesen, insofern man keine Grundkenntnisse dieser Materie mit sich bringt, aber ich kann es jedem empfehlen, der detailreiche Bücher liebt und einzigartige Figuren kennenlernen möchte.
Ich gebe dem Buch 4**** Sterne, eben wie schon besprochen aufgrund des Religionsthemas (was ja nur meine persönliche Meinung ist) und da für mich das Ende etwas zu ruhig à la Happy End für alle geschaffen wurde – etwas das für mich unter all den gegebenen Umständen nicht so ganz nachvollziehbar war.
Profile Image for PeterS.
43 reviews
May 1, 2017
Die kurzfristigen Stärken des Romans liegen für mich ganz klar im Anfang und Ende des Romans: Robert Corvus schafft es hier, den Leser direkt ins Geschehen zu ziehen: ich empfand es sehr spannend und konnte gut mitfiebern und mitfühlen. Das ist für mich ganz klar eine großes Talent des Autors.

Die langfristige Stärke ist der Mittelteil: hier entfaltet Robert Corvus eine Zukunftsvision der Menschen mit - für mich - neuen Ideen was Technik und Gesellschaft angeht. Er führt verschiedene Personen ein, und lässt langsam die unterschiedlichen Aspekte der Technik und Gesellschaft einfliessen. Ich empand den Mittelteil nicht ganz so spannend wie Anfang und Ende des Romans: allerdings entschädigt mich die Hoffnung, dass es Nachfolgebände gibt, in denen die Geschichte der Menschheit von "Feuer der Leere" weitererzählt wird: Ich sehe hier noch viel unerzählte Geheimnisse und Entwicklungen der Menschen zwischen den Sternen .....
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