So, nachdem ich nun auch den zweiten Band der Reihe gelesen habe, kann ich nun auch hierzu etwas schreiben.
Eins vorweg, der zweite Band ist besser als der Erste. Ein bisschen.
Zunächst das Gute am Buch:
Die Story nimmt deutlich an Fahrt auf. Zwischendrin gibt es kleinere Längen, die aber nicht weiter störend sind. Ich war deutlich gefesselter als beim ersten Buch und musste mich selten zwingen, weiterzulesen. Und das lag dann auch nicht an der Story, sondern -wieder einmal- an den Hauptcharakteren.
Ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin die Welt, in der die Geschichte spielt, etwas anschaulicher beschreibt. So klang das alles für mich doch sehr nach Gegenwart und ich war immer überrascht, wenn darauf hingewiesen wurde, dass das Ganze über 600 Jahre in der Zukunft spielt. Aber sei's drum. Buch zwei war auf jeden Fall deutlich spannender als Buch eins.
Und nun das Schlechte (obwohl es schlecht nicht ganz trifft):
Noch nie, wirklich noch nie, ist mir eine Buchreihe untergekommen, in der ich mich so wenig mit den Hauptcharakteren identifizieren konnte und die mir so wenig sympathisch waren. Es gibt ja durchaus auch Figuren, die SOLLEN ja unsympathisch sein, aber irgendwie mag man sie doch, weil sie dem Buch die richtige Würze verleihen. Wisst ihr, was ich meine?
Aber diese beiden, Malia und Christopher, sind mir einfach nur suspekt.
Malia macht in diesem Buch eine kaum wahrnehmbare Entwicklung durch. Und ich überlege, ob nicht sogar eher zum Schlechteren. Sie wird noch abhängiger, lässt alles mit sich machen und kann ihm, Chris, nie Paroli bieten und wenn sie es dann doch tut (und ich dachte mir beim Lesen, Yeah! Endlich!), zieht sie es nicht bis zum Ende durch und danach ist alles noch schlimmer als vorher.
Und Christopher Collins... Ich weiß gar nicht, was ich zu ihm schreiben soll. Dieser Mann hat nichts mehr mit dem im Jugendbuchbereich so geliebten Bad Boy zu tun. Der Typ ist einfach nur ein Psychopath (ich erinnere hier an die Duschszene!) und es ist mir VÖLLIG unerklärlich, wie Malia immer noch Gefühle für ihn haben kann. Und diese werden sogar noch stärker! Ob hier wohl irgendein verqueres Stockholmsyndrom greift?
Der einzige Lichtblick im Hinblick auf ihn war der Epilog. Ich habe die leise Hoffnung, dass er sich ändert. Aber ehrlich gesagt, könnte er nicht einmal dann das wieder gut machen, was er bis hierhin verbrochen hat. Und wenn ich verbrochen sage, meine ich verbrochen. Eigentlich gehört er in die Psychiatrie.
Auch hier gilt jetzt allerdings: ich habe alle vier Bücher gekauft, also werde ich alle vier Bücher lesen.
Und meine Hoffnung auf Besserung ist jetzt auch deutlich größer, als nach Beendigung des ersten Bands.