Nachdem ich das Stück in einer etwas wirren Version auf der Bühne gesehen habe, dachte ich, es könne nicht schaden, das einmal zu lesen.
Und überraschenderweise war das Stück, zumindest was den Text betrifft, doch praktisch werkgetreut aufgeführt worden.
Worum geht es? Der Herr Puntila ist Gutsbesitzer in Finnland und besitzt 90 Kühe, sowie Wälder, von denen er eventuell einen verkaufen möchte.
Die Tochter Eva ist mit einem Attaché verlobt, aber ihr kommen Zweifel an der Richtigkeit ihrer Wahl.
Und so geschieht es, dass Puntila seinen Chauffeur Matti (den Knecht), den er eigentlich nicht kennt, aber im Suff als Freund einstuft, als Alternative vorstellt.
Tatsächlich ist Puntila mehr oder weniger ständig betrunken, denn nur besoffen, ist er Mensch. Andererseits kann er nur nüchtern Kontrakte schließen, was zu Problemen führt.
Um den Attaché dazu zu bringen, die Verlobung zu lösen, geht Matti mit Eva in die Sauna. Die Schulden des Attachés sind allerdings groß genug, um darüber hinwegzusehen. Aber da spricht Puntila ein Machtwort. Ist aber Matti ein geeigneter Gatte? Oder vielmehr sie eine geeignete Gattin für ihn? Das will durchgespielt werden. Kann sie Heringe essen, oder Socken stopfen. Socken stopfen, nicht aus Liebe, sondern aus Sparsamkeit. „Ich werfe Ihnen Ihre Unbildung nicht vor. Sie haben bei der Wahl Ihrer Eltern Unglück gehabt und nichts Richtiges gelernt.”, sagt er.
Wenn er abends heimkomme, fehle ihr die Feinfühligkeit, zum Beispiel: Maulhalten. Dafür schneidet sie gut ab, als sie die Möglichkeit betrachten, dass er, Matti, in der Nacht vom Herren zum Einsatz gerufen wird. Leider nimmt Eva ihm einen Klaps auf den Po übel. So dass auch hinsichtlicher dieser Ehe der jungen Frau Zweifel kommen.
Und auch Puntila hat Zweifel. Fast, wirft er ihr vor, hätte sie den Attaché genommen, „nur weil ich es befohlen habe, weil du keinen Charakter hast.”
Was mir der Dichter wirklich sagen will, weiß ich nicht. Aber wen schert das?