»Du hast mich gefragt, wer auf diesen Fotos du bist. Weißt du das überhaupt selbst?« Als ich nicht antworte, nickt er nur kurz, dann geht er, und ein kühler Abendwind folgt ihm durch den Garten wie der Schatten einer Erinnerung. Lizzy gehört die Welt. Alle paar Monate siedeln sie und ihre Familie an einen anderen Ort, und mit jedem Umzug wechselt Lizzy ihre Persönlichkeit. Wenn sie geht, nimmt sie nicht mehr mit als ein paar Erinnerungen. Bis sie mit sechzehn nach Deutschland kommt, in ein verlassenes Haus voller Vergangenheit. Bis sie auf die merkwürdige Ophelia trifft, die aus irgendeinem Grund ihre Nähe sucht. Bis sie Merlin kennenlernt, in den sie sich auf keinen Fall verlieben will. Denn Gefühle sterben in solch einem unsteten Leben wie dem ihren. Nur was ist, wenn sie sich nicht aufhalten lassen?
Lizzy und ihrer Schwester steht die Welt offen, denn mit ihrer Mutter leben sie mal hier, mal da und haben schon in jungen Jahren viele verschiedene Länder gesehen. Meist ziehen sie weiter, wenn sie sich gerade eingelebt haben, und so konnten die Mädchen nie lernen, was Heimat bedeutet. Als sie zurück nach Deutschland in ein verlassenes Haus ziehen, spürt Lizzy von Anfang an, dass diesmal alles anders ist. Das Haus löst etwas in ihr aus, das sie nicht zuordnen kann, fast scheint es ein Geheimnis zu verbergen, und dann ist da noch der stille Junge in ihrer Schule, der immer wieder in ihrem Alltag auftaucht.
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"Und irgendwie ich" ist der vierte Ink Rebel, klar, dass ich ihn lesen musste, obwohl ich mir unter dem Titel anfangs nicht viel vorstellen konnte. Die Beschreibung von Lizzys Kindheit und der unsteten Weltenbummlerei hat mich beklemmt und stellenweise sogar an die Autobiographie "Schloss aus Glas" von Jeannette Walls erinnert. Da steckt gefühlsmäßig so viel drin, Sehnsucht, Heimweh, Einsamkeit, Verlust - das hat mich emotional mitgenommen. Franziska Fischers Stil ist leise und poetisch, das Tempo baut sich allmählich auf und hält dabei trotzdem von Anfang an einen Spannungsbogen, der es mir leicht gemacht hat, rein zu finden und dranzubleiben. Ein behutsamer Jugendroman mit einer starken Protagonistin, die sich trotz aller Schwierigkeiten den immer wieder veränderten Umständen in ihrem Leben und den damit einhergehenden sozialen Herausforderungen stellt. Habe ich gerne gelesen.
Ergreifend. Mitreißend. Gefühlvoll! Eine Geschichte über das sich-selbst-finden, Ankommen und dem glücklich sein!
Inhalt: »Du hast mich gefragt, wer auf diesen Fotos du bist. Weißt du das überhaupt selbst?« Als ich nicht antworte, nickt er nur kurz, dann geht er, und ein kühler Abendwind folgt ihm durch den Garten wie der Schatten einer Erinnerung.
Meine Meinung: Ink Rebels ist ein Zusammenschluss von Autorinnen, welche mit Geschichten aufwarten, die anders sind. Nicht in das Schubladendenken der Verlage passt. Und genauso war „Und irgendwo ich“ auch. Ich hatte keine Erwartungen, da ich nicht wusste, was ich - außer mitreißenden Lesestunden - erwarten sollte. Doch egal was ich mir insgeheim erhofft habe, es wurde weit übertroffen! Ich bin völlig hin und weg!
Die Handlung Wie beschreibt man ein Buch wie dieses? „Und irgendwo ich“ regt zum Nachdenken an, über das eigene Leben und das von anderen. Es hilft einem teilweise zu verstehen, andererseits wirft es Fragen auf, die einen Denkprozess starten.
Es geht hier um Lizette und ihrer ständig umziehenden Familie. Es geht ums sich-selbst-finden und ums ehrlich sein. Es geht ums Ankommen und Wurzeln schlagen. Es geht um Liebe, um Schicksalsschläge und ums Verstehen.
Es ist ein ruhiges Buch, voller Spannung und Emotionen. Es ist anders, als erwartet und so viel mehr als erhofft!
Die Charaktere Liz ist eine enorm starke Protagonistin und wenn ich sie mit wenigen Worten beschreiben müsste, würden es wohl diese sein: Selbstbewusst. Anpassungsfähig. Stark. Zurückgezogen. Und auf der Suche nach sich selbst. Egal wohin Liz zieht, sie lernt schnell und einfach neue Menschen und deren Gepflogenheiten kennen, doch wenn sie weiterziehen, hat sie diese Menschen abgehackt. Sie lebt ein Leben ohne Wurzeln und baut – außer zu ihrer Schwester Zoe und ihrer Mutter Wiebke – kein Vertrauen zu anderen Menschen auf. Erst nach und nach scheint sie zu verstehen, dass diese selbstgewählte Einsamkeit sie langsam von innen zerfrisst. Doch kann man so einfach mit Gewohnheiten brechen? Es ist nicht direkt eine Verwandlung, die man hier mitverfolgt, eher eine Suche nach sich selbst und der Frage: Wer will ich sein?
Für mich ist es so, dass Geschichten mit den Charakteren leben oder sterben und so ist es auch hier: Die Charaktere sind so voller Leben, Zweifel, Ängsten und Fragen, dass man nicht anders kann, als in deren Welt abzutauchen und fasziniert zu sein. Sie sind fiktive Buchgestalten, die es in jeder Stadt dieser Welt auch in echt geben könnte, weil sie authentisch sind und voller Leben!
Die Schreibweise Sanft. Angenehm. Gefühlvoll. Franziska versteht sich gut darin, Emotionen in die Geschichte einfließen zu lassen, sodass diese für den Leser fühlbar wird. Man taucht völlig in die Welt von Liz ein und lernt Schritt für Schritt, dass ein Leben ohne Wurzeln auf Dauer nicht funktionieren kann.
Fazit: Ich habe gezittert, gefiebert und mit Liz getrauert. Das Buch ist ruhig, aber auch voller Spannung und Fragen über das Leben. Wer will ich sein? Wo will ich einmal hin? Wer bin ich überhaupt? „Und irgendwo ich“ ist ein Buch zum Nachdenken, Abtauchen und so voller Gedanken und Emotionen, dass es einfach keinen kalt lassen kann. Es ist so anders und genau das macht es zu etwas ganz Besonderem! Von mir bekommt es ganz klar 5 von 5 Federn und ist ohne Zweifel eine klare Leseempfehlung!