Ich fand den ersten Teil des Buches sehr lehrreich, da er mir Zusammenhänge und Effekte aufgezeigt hat, die mir, wenn überhaupt, mindestens in dem Ausmaß nicht bewusst waren. Die Kapitalismuskritik war durchaus nachvollziehbar, in verständlichen Worten erklärt und gut strukturiert dargelegt. Umso gespannter war ich auf Sahras Lösungsvorschläge. Sie hatte mir im ersten Teil definitiv den Mut gegeben, unsere heutige Wirtschaftsordnung neu denken zu wollen – und zu können. Allein dafür gebe ich dem Buch schon 5/5 Sterne!
Auch hat sie mich im zweiten Teil des Buches zum Denken angeregt – was genau das war, was ich gesucht habe. Leider konnte ich dann doch nicht so wirklich mit den Vorschlägen mitgehen. Beim Vorschlag zu Gemeinwohlbanken nicht aus meiner persönlichen Kundensicht und meinen Bedürfnissen und Wünschen als Kunde in der heutigen Welt. Bei den neuen Rechtsformen für Unternehmen nicht aus Sicht eines Absolventen im Fach internationale BWL. Die Nachteile für Unternehmen und Unternehmer schienen mir intuitiv gesagt zu groß, insbesondere was Bürokratie, Nutzung von Synergieeffekten und Produktivität anbelangt. Es kann sein, dass ich da falsch liege, überzeugt bin ich allerdings bisher nicht. Trotzdem gebe ich Manfred Götz ganz recht: Der Mensch braucht Visionen! Und mit dem Mut und dem Können, mit dem Sahra unsere geltende Ordnung infrage stellt, zum selbstständigen Denken auffordert und anregt, verdient Sie von mir auch im zweiten Teil 5/5 Sterne. Ich habe einiges an Verständnis dazugewonnen und mein kritisches Denken trainieren können. Eine klare Leseempfehlung von mir für jeden politisch und/oder ökonomisch interessierten Menschen.