Für den 26-jährigen Riley Buchanan scheint es sich zunächst um einen ganz gewöhnlichen Nuts-Transport zu handeln, als er am ersten Weihnachtstag spontan zusagt, den emotional unterkühlten Nathanyel Pritchard aus der psychiatrischen Privatklinik Waterbury abzuholen. Unverhofft wird ihm jedoch ein finanziell höchst verlockendes Angebot offeriert und um den langen Schatten seiner wenig ruhmreichen Vergangenheit endlich entfliehen zu können, lässt er sich schließlich auf den merkwürdigen Handel ein. Naiv stolpert er daraufhin in eine fremde Welt, welche von Routinen, Zwang und Kontrolle dominiert wird, und als Nathanyel schließlich seine wahren Absichten enthüllt, sieht er sich einer Herausforderung gegenüberstehen, die sein Leben recht bald und schonungslos auf den Kopf stellen wird.
Die bewegende Geschichte eines Coming Out inmitten zweier Welten, wie sie unterschiedlicher kaum sein können.
Reeves begann bereits als Kind mit dem Schreiben; seine ersten Dramen entstanden im Alter von siebzehn Jahren. Dem Perfektionismus geschuldet, wanderten diese frühen Werke jedoch ausschließlich in die Schreibtischschublade. Nach einer fünfzehn Jahre andauernden Schaffenspause, in der sich Reeves vielen anderen Projekten zuwandte, entdeckte er 2015 das Schreiben neu. Selbst homosexuell, haben auch seine Hauptcharaktere schwule Identitäten, wobei er hier nicht den Schwerpunkt seiner Geschichten legt.
In den 90-er Jahren verließ Reeves Deutschland, um in seiner Heimat England zu leben und zu arbeiten. Neben dem Studium begann er sich aktiv für die Rechte von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften einzusetzen und arbeitete überdies mehrere Jahre für die AIDS-Hilfe in der Betreuung und Prävention. Bis heute plädiert der Autor für die soziale Akzeptanz eines polyamoren Beziehungsmodells, welches er auch selbst praktiziert.
Reeves hegt seit frühester Jugend eine große Leidenschaft für’s Skateboarding in der Disziplin Street und Vert. Ebenso lebt er seit seinem 19. Lebensjahr aus ethischen Gründen vegan und engagiert sich gegen die Ausbeutung von Tieren in unserer Gesellschaft.
›Der steinerne Garten‹ ist sein Debut-Roman und im Februar 2017 beim Rediroma-Verlag erschienen. Im Jahr 2018 wurde Reeves in den Sozialen Medien von Lesern und Leserinnen zum Newcomer 2017 gewählt. Zudem konnte sein Erstling den zweiten Platz der Monatsumfrage Februar 2017 im Bereich ›Spannung‹ erzielen. Im Dezember 2020 fand die Debut-Dilogie mit dem zweiten Band ›Die Scherben seiner Seele‹ ihren Abschluss.
Zurzeit erhält der erste Band eine vollständige Überarbeitung mit neuen Szenen und verbessertem Ausdruck.«
Lest auch das Autorenprofil auf ›Wir schreiben QUEER‹.
Um diese 607 Seiten zu lesen, brauchte ich die Ostertage. Dieses Buch hätte ich nicht so “zwischen Tür und Angel” lesen mögen, denn es kommen “Dinge” darin vor, die mir ganz schön zugesetzt haben.
Ich weiß nun auch wieder, warum ich dramatische Geschichten, Krimis und Thriller nicht wirklich mag bzw. warum sie nicht ganz oben auf meiner “must have”-Liste stehen. Vielleicht bin ich zu emotional, zu sensibel oder zu gerne im “Lummerland”? Dass das Leben kein Ponyhof ist, weiß ich selbst, aber ich muss es mir ja dann nicht auch noch selbst ins Haus holen. Ich bin bereits einige Tage um diesen Titel herumgeschlichen, aber aus den vorgenannten Gründen (noch) nicht bereit gewesen es zu kaufen. Als mir dann das Buch als Rezensionsexemplar angeboten wurde, musste ich, bevor ich zugesagt habe, erst noch ein paar Details geklärt haben. Wie ihr seht, wurden meine Fragen im Vorfeld beantwortet und nun war es die Tage “fällig”.
***** Den offiziellen Buchtrailer zu “Der steinerne Garten Bd. 1” findet ihr hier bei YouTube.
Ich lese viele Bücher, gute Bücher, aber so detailliert ausgearbeitet wie dieses, waren nur wenige. Ganz egal, ob es um die Schreibweise, den korrekten Umgang mit deutscher Grammatik und der Zeichensetzung, die anspruchsvolle Handlung oder die schonungslose Darstellung der Protagonisten ging. Zudem wurde kein Nebenstrang vernachlässigt, was mir immer ganz wichtig ist. Allerdings habe ich selten von so vielen A***löcher auf einem Haufen gelesen. Nicht nur, dass diverse Charaktere kriminell sind oder zumindest eine kriminelle Vergangenheit haben, nein, auch die charakterlichen Eigenschaften und teilweise nicht vorhandenes (oder falsch verstandenes) Rückgrat, waren bemerkenswert angehäuft.
Am Anfang dachte ich mir noch “mein Gott” Riley, in was bist du denn da reingerutscht – und ich hatte Mitleid mit ihm. Je weiter ich jedoch im Buch kam, umso weniger konnte ich ihn leiden (und trotzdem hatte er mich). Oberflächlich, naiv, gedankenlos, egoistisch, selbstzerstörerisch, aber auch ohne Probleme, andere “über die Klinge” springen zu lassen. Ich bin mir sicher, dass wenn er in psychologischer Behandlung gewesen wäre, es eine relativ vernichtende “Diagnose” aka Einschätzung seiner Persönlichkeit gegeben hätte. Für mich war er eine wandelnde Zeitbombe, die jederzeit zum vernichtenden “Schlag” ausholen könnte und dies dann ja auch letztendlich, als er sich wieder einmal “schlecht behandelt” gefühlt hatte, auch getan hat. Klar, hätte man es auch wieder mal auf die schwierige Kindheit schieben können, aber diese “Ausreden” sind mir in diesem Fall einfach zu billig. Riley hat Defizite, aber diese liegen meiner Meinung nach nicht (nur) in seiner Vergangenheit, sondern in seiner Psyche.
Bei Nathanyel war mir relativ schnell klar, in welche Richtung seine Symptome gehen. Hätte sich Riley nur ein bisschen mehr, als nur um sich selbst und seine Befindlichkeiten gekümmert, hätte er bei allen Anzeichen, allen Gesprächen mit Nathanyels Verwandten und ein bisschen nachlesen der Symptome ganz schnell herausfinden können, was Sache ist – so blauäugig kann man gar nicht sein …
Die gemeinsame Geschichte der beiden jungen Männer ist keine leichte Kost. Es ist erschreckend, wie klar dargestellt wird, wie die wirkliche Welt sein kann. Ja, das Buch ist Fiktion und dennoch ist man so in der Geschichte drin, dass man Angst hat, die Zeitung aufzuschlagen und genau so eine Geschichte zu lesen. Nachdem ich dieses Buch zu Ende gelesen hatte, musste ich erst einmal tief Luft holen, denn mitzuerleben, wohin sich ein sich gegenseitiges hochschaukeln, bewusste Manipulation von verschiedenen Protagonisten und manche Mauern, die man sich selbst gedanklich gebaut hat, hinführen können, ist erschreckend. Zu lesen, wer Nathan ist, warum er zum Teil so geworden ist, wie er ist, wie wenig Akzeptanz er von seiner Familie und auch anderen Personen erhält, ist teils schwer zu ertragen. Wenn man dann aber liest, wie manipulativ er mit seiner exorbitanten Intelligenz ist, hält sich das Mitgefühl für ihn sehr rasch wieder in Grenzen. Denn ja, ich bin der Meinung, das eine Beeinträchtigung (und das ist seine Erkrankung) zwar vieles, aber nicht alles entschuldigt.
Wie gesagt, dieses wirklich gut geschriebene Buch ist keine leichte Kost. An manchen Stellen war es etwas langatmig, jedoch nie so, dass man den Faden verloren hätte, denn irgendwie ging der Weg immer wieder zur Haupthandlung zurück. Was es meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte, war der etwas lapidare Umgang mit der Vergewaltigung. Mag Nathanyel auch eine gestörte Wahrnehmung haben, ist dies für mich kein Thema, über welches man einfach so hinweggehen sollte. Beide Männer gehen beim Sex nicht gerade zimperlich miteinander um, aber nicht jeder, der das Buch liest, ist versiert im Umgang mit Analverkehr, d.h. obwohl die einzelnen m/m Sexszenen eh schon nicht von Liebe und Rücksichtnahme geprägt waren, ist ein nicht im gegenseitigen Einvernehmen durchgeführter Akt noch einmal eine ganz andere Hausnummer. Es gibt Menschen, die eine härtere Gangart bevorzugen, ohne Frage. Aber ohne die Zustimmung des Partners ist und bleibt es eine Vergewaltigung. Es mag Genres geben (z.B. japanische Manga) in denen dies gang und gäbe ist – bei uns hier Gott sei Dank nicht! Auch wenn eine Anzeige nicht zum Tenor des Buches gepasst hätte, hätte mir an dieser Stelle ein etwas differenzierter Umgang damit, ein besseres Gefühl gegeben.
Das Ende ist halb offen, d.h. man kann damit gut – bis zum Erscheinen des zweiten Bandes – leben. Auch diese Information war mir vor dem Lesen wichtig, denn ein Cliffhanger, den man mindestens ein Jahr so stehen lassen müsste, ist für mein Empfinden ein absolutes “no go”.
Trotz meiner Bedenken zum vorgenannten Punkt der Vergewaltigung, kann ich für dieses Buch (eben mit dem Hinweis, dass auch “nicht einvernehmlicher Sex/Vergewaltigung” darin vorkommt) eine Leseempfehlung aussprechen – man sollte es eben einfach wissen.
Was für ein dicker Wälzer, war mein erster Gedanke, als mir der Postbote das Buch in die Hand drückte, und ich war sehr gespannt auf die Geschichte von Riley und Nathan, da die Inhaltsangabe nicht sonderlich viel hergibt bzw. viel Raum für Spekulationen lässt.
Nur leider ist sie nichts für mich. Oder anders ausgedrückt, sie wurde mir einfach zu viel. Die Geschichte beginnt mit einem ungewöhnlichen Jobangebot, das zwei Charaktere förmlich von einem Tag zum nächsten auf engstem Raum zusammenbringt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Da ist auf einer Seite Riley, der zwar angeblich alles versucht, um sein Leben auf die Reihe zu kriegen, mir aber durch sein egoistisches Verhalten schon von den ersten Seiten an nicht sonderlich sympathisch war. Und dann ist da Nathanyel, dessen Leben durch eine Krankheit bestimmt wird, die ihn förmlich rund um die Uhr beschäftigt, weil er gar nicht anders kann.
Ihm gilt im Buch meine ganze Sympathie, denn Riley ist dermaßen dickfällig und (zumindest ist das mein persönlicher Eindruck) auch nicht sonderlich helle, sodass er entweder nicht in der Lage ist, die richtigen Schlüsse im Umgang mit Nathanyel zu ziehen, oder es ist ihm schlichtweg egal. Möglich erscheint mir beides, denn im Laufe der Geschichte, habe ich anfangen, die Szenen zu überblättern, weil ich ihn und sein einfältiges Gebaren einfach nicht mehr ertragen habe.
Die Geschichte wird lang und ausschweifend erzählt und wer sich nur ein bisschen mit psychologischen Themen beschäftigt/auskennt, der wird vermutlich recht schnell begreifen, dass Nathan nicht einfach wunderlich ist, sondern krank, aber das scheint Riley nicht mal ansatzweise in seinen Kopf zu kommen. Bei ihm dreht sich die meiste Zeit alles nur um sich und das hat mich mit der Zeit immer öfter die Augen verdrehen lassen. Dazu kommt der allgemein düstere, deprimierende und durch Nathanyels gehobene Ausdrucksweise teils übertrieben wirkende Erzählstil, der zwar keineswegs schlecht ist, ganz im Gegenteil, aber wie schon gesagt, mir wurde die Masse davon während des Lesens einfach zu viel.
Das Buch hat im A5 Format 600 Seiten und bei mir war recht schnell der Punkt erreicht, wo ich nicht mehr wollte und konnte. Daher habe ich vorgeblättert, weil ich zumindest wissen wollte, wie es mit den beiden ausgeht. Ich gestehe, ich war nicht sonderlich überrascht. Nicht bei dieser Familie. Das Ende gefällt mir absolut nicht, weil ich Happy Ends bevorzuge, aber dafür kann ja das Buch nichts, und da ich eben, aufgrund der Geschichte selbst, ohnehin damit gerechnet habe, saß ich während des Lesens nur da und dachte mir: »Das musste ja so kommen.« Ich war im ersten Moment sogar froh, dass es für Nathanyel endlich vorbei ist. Und so will ich ein gutes Buch nicht abschließen, ehrlich nicht.
Ich werde jetzt nicht weiter spoilern, weil die Geschichte von mir allein für ihren Erzählstil, die vielen Beschreibungen und vor allem wegen Nathanyel (der ein wirklich toller Charakter ist, gerade weil er so schwierig ist) und seiner ganzen Art mehrere Pluspunkte erhält.
Die anfangs geplanten 3* und eine Leseempfehlung streiche ich allerdings wieder, denn mittlerweile habe ich im letzten Drittel des Buches zwei Vergewaltigungen entdeckt, mit denen in einer Art und Weise umgegangen wird, bei denen sich mir sämtliche Nackenhaare sträuben. Das ist ein Thema, da kenne ich kein Pardon, darum vergebe ich dafür nicht mehr als den 1 obligatorischen Stern.
Ein ganz lieber Dank geht an Jayden V. Reeves für das Überlassen eines Rezensionsexemplar.
Schonungslos und rasant wird man als Leser in die Geschichte von Riley und Nathanyel hineingezogen. Ihre Leben und Erlebnisse, ihre Gefühle und Gedankenwelt sind wie ein Sog, eine Achterbahnfahrt, ein Bungee Jump oder ein Drogenfix. Man schwebt, fällt und wird aufgefangen, bevor man wieder schwebt, fällt … Die zwei Männer haben viele Ecken und Kanten, machen Fehler und sind beide - trotz allem - liebenswert, jeder auf seine Art. Manchmal tut’s weh und man möchte sie schütteln, andere Male freut man sich darüber, wie gut sich die beiden tun und wie wichtig sie füreinander sind. Die Vergangenheit, die vor allem Riley immer wieder einholt und sich ganz fies an ihn klammert – Die teilweise total beknackten Familienmitglieder der beiden, die ihnen das Leben schwer machen – Die inneren Kämpfe, die sie mit sich selbst ausfechten müssen – … all diese Dinge erzeugen ein fesselndes Bild, das einem noch tagelang im Kopf herumgeistert. Spannung, Action, Gefühle und jede Menge Drama sorgen dafür, dass ich dieses Buch noch lange nicht vergessen werde. Mit morbider Faszination und ein klein wenig Angst im Bauch erwarte ich hibbelig Band 2. Eine klare 5 Sterne Lese-Empfehlung!
Keine leichte Kost ist vor allen Dingen die Geschichte, die HINTER dieser Geschichte steht und die man erst zum Ende hin erfährt. Der Roman, der sich für mich schon vom Cover her von den üblichen Gay-Romance Geschichten unterschied ist recht düster, sowohl von der Handlung, als auch von der gewählten Location her, spielt die Geschichte im fast dauerhaft verregneten England.
Das Buch beginnt am ersten Weihnachtstag im Jahr 2012 und die Handlung endet im Grunde auch auf den Tag genau ein Jahr später an diesem Tag. Erzählt wird die Geschichte des jungen Riley, einem ehemaligen drogenabhängigen Kleinkriminellen, der sich bemüht, in ein normales leben zurückzufinden, bis er Bekanntschaft mit dem attraktiven aber höchst sonderbaren Nathanyel macht, den er beruflich bedingt, aus einer Psychiatrie abholen und nach Hause bringen soll. Doch dies erste Begegnung der beiden bleibt nicht ohne Folgen.
Die beiden Männer haben nicht viel zu lachen und sind auch keine durchweg positiven Charaktere, die man auf Anhieb sympathisch findet. Beide sind vielschichtig und schwierig, was sie für mich letzten Endes authentisch gemacht hat. Zu Beginn wusste ich allerdimgs nicht wirklich, was ich von den beiden halten sollte. Nach und nach kann man aber immer mehr nachvollziehen, warum Riley in vielen Dingen so verbittert und misstrauisch ist, hat er durch seine Vergangenheit eben schon viel Schlimmes durchmachen müssen. Nathanyel hingegen ist vollkommen undurchsichtig, verbiestert, schwierig und stellenweise so gemein, dass man sich ständig fragt, was hinter seinem Verhalten steckt. Am Ende des Buches betrachtet man seine merkwürdigen Handlungen aber aus einer total anderen Perspektive. Es gibt eine komplette Wendung, was für mich sehr überraschend war. So ist Nathanyel eigentlich fasziniert vom Leben des rebellischen Riley, da er selbst Zwängen unterliegt, die ihn einengen und es ihm kaum möglich machen aus dem behütenden Käfig seiner Familie auszubrechen. Zum Schluss blitzt es schon durch, dass sie sich miteinander arrangiert haben, dass sie wissen, was sie aneinander haben. Sie sprechen es aber nicht aus, sondern zeigen es durch kleine Gesten, was ich widerum sehr süß fand. Der Autor hat dies sehr einfühlsam dargestellt, weil dies nicht offen geschieht und man schon sehr aufpassen muss und man als Leser immer wieder Fragezeichen über dem Kopf hat, weil die beiden einerseits ständig gegeneinander ankämpfen und dann aber doch nicht voneinander lassen können. Aufgrund der Psyche der beiden war das sicherlich schwer zu schreiben, ist aber für mich gut umgesetzt und auch glaubwürdig, wenn man den Hintergrund der handlungen weiß.
Der Roman besticht vor Allem durch eine weitgreifende, abwechslungsreiche Handlung. Er hat einige spannende, fast kriminalistisch anmutende Szenen, die ich schon recht fesselnd fand. Es geht also nicht nur darum, dass die beiden ungleichen Männer zueinander finden. Die Geschichte ist sehr emotionsgeladen und beschreibt auch den Zwiespalt, den ein junger – vermeintlich heterosexueller Mann - durchlebt, wenn er erkennt, dass er sich eigentlich sein leben lang selbst belogen hat, was seine sexuellen Neigungen angeht und auch die Schwierigkeit, diese überraschende Erkenntnis in seine bisherige Welt zu etablieren. Die Sexszenen haben mir gut gefallen und auch wenn sie ziemlich detailliert waren, so fand ich keine von ihnen langweilig oder dass sie sich wiederholt haben. Dass sie nicht so zahlreich waren, tut der Geschichte auch keinen Abbruch. Sie sind eben nicht der Schwerpunkt der Geschichte. Logisch ist für mich auch, dass eine Comin-Out Story heterosexuelle Momente haben muss. Die haben für mich gepasst und ich empfand sie nicht störend.
Das Ende des Buches kam für mich total überraschend und ich war geflasht und fertig. Gut, dass es noch einen zweiten band geben wird! Alles in Allem ist „Der steinerne Garten“ein gelungenes Werk für ein Debut. Ich habe mich mit der atmosphärisch dichten Schreibweise des Autors wohl gefühlt und weiß, dass ich diese Geschichte nicht das letzte mal gelesen habe. Sicherlich werde ich immer wieder neues entdecken. Von mir also eine klare Leseempfehlung für Leute, die es auch mal ein wenig ernster und anspruchsvoller mögen, als ewig seichte Geschichten mit Happy End.
Ohne viel zu überlegen, lässt sich Riley, gezwungen durch Schulden, die eine kurzfristige Rückzahlung verlangen, auf die ungewöhnliche Aufgabe ein, bei dem exzentrischen Nathanyel einzuziehen. Der widersprüchliche junge Mann bringt ihn schnell mit seinen Eigenarten, seiner hochmütigen Art und seinen Allüren in Wut und zieht ihn zeitgleich immer mehr an. Hin und her gerissen zwischen seinen Emotionen, die für ihn einem Mann gegenüber fremd sind, verstrickt er sich immer tiefer in eine Beziehung, von der er nicht ahnt, wohin sie ihn führt. Nathanyel ist anders als andere Menschen, seine Reaktionen für Riley nicht vorhersehbar. Neben seinen eigenen Problemen, bei deren Lösung ihm Nathanyel hilft, wird er immer weiter in den Bann des anderen Mannes gezogen.
Charakterlich können die beiden Männer kaum verschiedener sein. Riley, den hohe Schulden bei einem vor nichts zurückschreckenden Gläubiger hat, will scheinbar einfach verdientes Geld einzustreichen. Er weiß, dass Nathanyel psychische Probleme hat, kennt aber weder seine genaue Diagnose, noch weiß er von der Schwere seiner Probleme. Er betrachtet Nathanyel, der in seinen Augen hochmütig und arrogant erscheint, daher nicht unter Berücksichtigung seiner Besonderheit, sondern sieht nur den reichen, verwöhnten und sehr exzentrischen Mann. Auch wenn er ahnt, dass mehr dahintersteckt, ist er zu gefangen in seiner eigenen Situation, um die Ursachen für Nathanyels Andersartigkeit zu ergründen.
Nathanyel lernt der Leser ebenso wie Riley nur von außen kennen. Seine Spleens, seine zwischenmenschlich ungeschicktes Verhalten, seine Schwierigkeiten Emotionen zu erkennen und sein Bewusstsein anders zu sein. Man ahnt, da der Leser nicht wie Riley in einer eigenen Problematik verstrickt ist, dass viel mehr dahintersteckt.
Ausdrucksstark, wortgewandt und in einem mitnehmenden Schreibstil bringt der Autor die beiden unterschiedlichen Charaktere dem Leser emotional nahe. Auch wenn man nicht jede Entscheidung gutheißt, Riley ab und an schütteln und Nathanyel gern den Mund zu halten möchte, zeichnet es ein gutes Buch aus, dass es zum Denken anregt, zum Fühlen, zum Mitleiden an. Manchmal regt sich Widerstand gegen das Handeln, manchmal möchte man den Verlauf der Geschichte gern anders gestalten, einfach, weil die Charaktere zu Personen werden, mit den man mitgeht und denen man nur das Beste wünscht. Man kann m.E. nichts positiveres über ein Buch sagen, als dass es einen über die Lesestunden hinaus beschäftigt und emotional berührt.
Wer bereit ist, sich auf eine ungewöhnliche Geschichte, die auch von Liebe handelt, einzulassen, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen.
Riley hatte keine besonders leichte Vergangenheit. Er hat einige Fehler begangen, sich verleiten lassen und Dinge probiert, die nachhaltige Wirkungen zeigen. Er kämpft um sein Leben, seine Freiheit und seine Zukunft, doch manchmal drohen ihn die Probleme zu erdrücken. Als ihm auf einem Personentransport der verschlossene, sehr seltsame Nathanyel begegnet, hätte er nie gedacht, welche Steine diese Begegnung ins Rollen bringt. Ein verlockendes Angebot könnte einen Teil von Rileys Schwierigkeiten begleichen, doch den Preis den er dafür zahlen muss, ist nicht zu verachten. Auf engstem Raum mit einem Mann zu leben, der kaum zu bändigen ist, ist kein Zuckerschlecken. Ein falsches Wort, eine falsche Bewegung und die Situation könnte eskalieren.
Die Welten von Riley und Nathanyel könnten kaum unterschiedlicher sein. Während Riley immer in finanzieller Not ist, manchmal in den Tag hinein lebt und gern auch mal feiern geht mit seinen Freunden, lebt Nathanyel sehr zurück gezogen, nahezu einsam und hat strikte Strukturen, von denen er nur ungern abweicht. Geldsorgen sind ihm fremd, denn er ist in einer sehr vermögenden Familie aufgewachsen. Wer jetzt vermutet, da treffen zwei junge Männer aufeinander, die fast nicht verschiedener sein können, sie verlieben sich und es wird total romantisch, der irrt sich. Eine Romance-Story sollte man bei dem Buch definitiv nicht erwarten. Es ist oft dramatisch, aufwühlend, bewegend, nachdenklich stimmend, manchmal wirklich heftig und erschreckend und nur selten von anhaltend positiven Gefühlen geprägt. Man sollte beim Lesen bereit sein, sich auf die Charaktere einzulassen und mit ihnen ihre sehr komplizierte, komplexe Geschichte zu erleben. Es wird häufig nicht wirklich schön, manchmal kann man die Personen vielleicht auch nicht verstehen, aber ich habe das Buch insgesamt als rund und stimmig empfunden.
Riley und Nathanyel sind beide sehr eigen, auf völlig unterschiedliche Weisen. Man schließt sich nicht sofort ins Herz und wünscht sie sich als besten Freund an der Seite, wie es in anderen Büchern vielleicht vorkommt. Ich habe während des gesamten Buches eine gewisse Distanz zu den beiden gewahrt, die mich aber nicht daran gehindert hat, mich in ihre Geschichte einzufühlen. Ihr Weg ist hart, sehr steinig, geprägt von verschiedenen Leuten, die ihnen nicht unbedingt wohl gesonnen sind und noch dazu machen sie sich gegenseitig das Leben mehr als schwer. Es gibt Gefühlsausbrüche, Streit, erdrückende Stille und heftige Diskussionen. Trotz der ganzen Auseinandersetzungen kann man aber auch beobachten, wie die beiden sich nach und nach ein Stück weit öffnen, wie man intensivere Einblicke in ihre Leben und ihre Gedankenwelt bekommt. Die Mauern werden ein Stück gesenkt, man darf einen Blick hinüber werfen, aber nicht zu viel. Würde die Handlung harmonischer verlaufen, ich glaube, so hätte es, aus meiner Sicht, nicht mehr so gut zu den beiden komplizierten Protagonisten gepasst. Beide haben ein schweres Päckchen zu tragen und manchmal hat man den Wunsch, beide an einen Tisch zu fesseln, damit sie sich endlich mal richtig unterhalten und den anderen so erkennen, wie er ist. Wenn man die Geschichte liest, wird man aber verstehen, wieso es nicht unbedingt dazu kommt, was sie abhält, was sie hindert und was ihnen stattdessen eben im Kopf rumgeistert.
Autor Jayden V. Reeves nimmt seine Leser mit in eine Welt voller sorgen, Probleme, Ängste, Nöte und Zwänge. Drogen, Verrat, Betrug, Geheimnisse, Schicksalsschläge und Outing spielen unter anderem eine Rolle. Doch trotz der ernsten, oft aufwühlenden, bedrückenden Themen habe ich den Schreibstil als angenehm empfunden. Häufig ist es sehr direkt und auf den Punkt gebracht, aber blumige Umschreibungen wären bei der Handlung auch irgendwie fehl am Platz. Anschauliche Beschreibungen lassen die Geschichte lebendig werden, für den einen oder anderen vielleicht auch zu lebendig. Ich konnte mir auf jeden Fall gut vorstellen, wie die Charaktere aussehen und an welchen Orten sie sich aufhalten. Ich musste mich ein wenig in die Geschichte einlesen, einen Bezug zu den Figuren aufbauen und schauen, wie sie agieren, wie sie sind. Als man sie ein bisschen kennen gelernt hatte, konnte ich mich gut auf die turbulente Handlung einlassen. Sehr gut gefallen hat mir, dass man neben den düsteren Passagen auch ab und an mal Momente hat, in denen man lachen oder schmunzeln kann. Im Leben der Protagonisten gibt es nicht so viel Sonnenschein, da ist es nicht verwunderlich, dass man nicht ständig Tränen vor Lachen in den Augen hat. Aber diese kleinen Lichtblicke zeigen eben auch, dass nicht alles nur dunkel, trist und aussichtslos ist.
Die sehr individuellen, etwas ungewöhnlichen Protagonisten machen die Geschichte besonders. Es ist insgesamt eher düster, aufwühlend und teilweise ziemlich erschreckend, aber mir hat der Einblick in das Leben der beiden trotzdem gefallen. Wo Licht ist, da muss es auch Schatten geben und manchmal schafft man es, sich in der Grauzone aufzuhalten. Das Buch ist vermutlich eher nichts für Leser, die gern in romantische Entwicklungen eintauchen, denn darum geht es nicht.
Vielen Dank an den Autoren und den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!
Ich bin durch soziale Medien auf diesen Roman aufmerksam geworden. Trotz der beeindruckenden Länge habe ich mich dank KU dann doch rangetraut.
Nach dem verstörenden Prolog kam recht schnell beim Lesen Langeweile auf. Die Story kommt nicht richtig in Gang. Jemand, der das Buch schon gelesen hat, hat mich ermutigt weiterzulesen. Es hat sich gelohnt. Nach einem Drittel nimmt die Geschichte Fahrt auf.
Es kommen Betrug, Krankheit, Homophobie, Drogen, Gewalt, Sex und auch Vergewaltigung vor. Das sorgt für die verstörende und bewegende Momente. Aber nicht, weil es einem an den Haaren herbei gezogen vorkommt.
Also insgesamt gebe ich eine Lesempfehlung für den fortgeschrittenen Gay-Drama-Leser.
Warum ich trotzdem nur 4 statt 5 Sterne gebe? Weil die Geschichte insgesamt zu lang ist und eher schleppend in Gang kommt. Außerdem wird die Geschichte nur aus der Sicht einer Person erzählt. Es fehlt die Sicht und die Emotionen der anderen Person nahezu komplett.
Ich wünsche mir, dass der 2. Band die Geschichte aus der anderen Sicht erzählt. Ich möchte mehr über den steinernen Garten erfahren!
„Der steinerne Garten“ ist der Debut-Roman eines noch unbekannten Autors, von dem ich persönlich hoffe, dass ich noch vieles von ihm lesen werde, denn er hat m.E. nach das Potential dazu, ein sehr bedeutender Autor in seinem Genre zu werden. Alle bedeutenden literarischen Werke sind Dramen, keine Romanzen – von denen es tatsächlich zuhauf gibt und von deren seifenartiger Handlung sich Jayden V. Reeves mit „Der steinerne Garten“ deutlich abgespalten hat. Seine Erzählweise ist dicht und fesselnd. Man gerät schnell in einen Flow, der es einem leicht macht, mitzugehen und tatsächlich als staunender Beobachter der Szenen am Rand zu stehen und doch hat man das Gefühl, unmittelbar mitten im Geschehen zu sein. Die Gefühle, die die Protagonisten durchlaufen sind wunderbar beschrieben und ihre Handlungen sind bis ins letzte Mark schonungslos ehrlich. (Kalter Drogenentzug: grandios beschrieben!) Natürlich lesen wir alle immer gerne von sonnigen Sympathieträgern, die keine bösen Sachen machen, aber so ist die Realität nun mal nicht immer – und mir persönlich wird es dann auch irgendwann langweilig. Die herzlichen, hübschen Protagonisten ähneln einander, der Handlungsrahmen wird lediglich gewechselt. Alles wirkt austauschbar - aber nicht besonders. Lese ich solche Romane gerate ich allenfalls für kurze Zeit ins Schwärmen, lege sie danach beiseite und vergesse sie dann wieder. Zurück bleibt eventuell ein warmes Gefühl, welches dann irgendwann erlischt. Anders bei diesem Roman. Als ich es zu Ende gelesen hatte, merkte ich, wie tief berührt und betroffen ich war. Wie sehr ich mit gefiebert habe. Bei diesem Roman, konnte ich mich selbst mehr finden. Ich kenne ähnliche Situationen, ähnliche Verzweiflung und bin erleichtert, dass es auch andere Menschen gibt, die eben nicht perfekt sind und denen ebenso Affekt-Handlungen unterlaufen, die tatsächlich nicht immer fair und nett sind. Der Roman schwebt nicht. Man bleibt auf dem Boden und sieht ohnmächtig zu, wie sich alles immer mehr verdichtet bis es schließlich zu einem Show-Down kommt, welcher sich gewaschen hat. Zwischendurch jedoch auch immer wieder kleine Szenen, die einen lächeln lassen, die einen liebevoll berühren und hoffen lassen, und dann eben doch so authentisch sind, dass man doch immer wieder das Gefühl bekommt, den Protagonisten einen mahnenden Klatsch auf den Hinterkopf geben zu müssen.
Unfähigkeit zur Kommunikation, Introvertiertheit und das Los in einer heteronormativen Gesellschaft gefangen zu sein und die scheinbare Unmöglichkeit, sich dieser zu widersetzen, bestimmt einen maßgeblichen Handlungsstrang dieses Buches. So sehr ich in den Pausen der Interaktion der beiden Männer auch darauf gehofft habe, dass sie wieder aufeinander treffen, um so mehr war mir am Ende des Buches deutlich, dass jede einzelne Szene – und wirkte sie noch so unbedeutend - im Nachhinein ihre Rolle spielte, was die Geschichte am Ende abrundete und zu einem großen Ganzen vervollständigte. Es ist der erste Teil eines Zweiteilers, der mich mit gemischten Gefühlen zurücklässt, aber auch mit einer unfassbaren Neugierde, wie der zweite Teil weitergehen wird. Stoff, für eine spannende Fortsetzung hat Reeves jedenfalls genug. Fazit: Ein Erstlingswerk, welches in seiner Handlung und seinem Erzählstil sehr anspruchsvoll ist und für den ich sehr gerne und verdient eine Lese-Empfehlung aussprechen möchte.
Ich möchte vorweg zwei Sätze von Jayden V. Reeves zitieren. Auf seiner Autorenseite schreibt er:
„Ich habe einen hohen Anspruch, was einen guten Roman betrifft. Ich habe einen hohen Anspruch an mich selbst und ich bemühe mich, dem gerecht zu werden, um meinen Lesern eine Welt zu schenken, die sie faszinieren wird.“
Bevor ich „Der steinerne Garten“ gelesen hatte, kam mir diese Ansage, von einem Autor mit seinem Erstlingswerk, fast etwas hochgegriffen vor. Jetzt, im Nachhinein betrachtet, bin ich der Meinung, Jayden V. Reeves kann das mit Fug und Recht von sich behaupten, denn er hat mit seiner ersten Veröffentlichung ganz großes Kino geschaffen.
Das Buch besticht schon ab der ersten Zeile alleine durch die bildgewaltige und ausdruckstarke Sprache, so dass ich nach nur wenigen Seiten in einer düsteren, atmosphärisch dichten Story gefangen war, die mich auch Tage und Wochen nach dem lesen noch beschäftigt hat. Mit Riley und Nathanyel hat Jayden V. Reeves zwei Charaktere zum Leben erweckt, die bei mir einen Nerv getroffen haben. Beide sind schwierige, aber auch vielschichtige Persönlichkeiten, jeder auf seine ganz eigene Art und Weise, und gerade deswegen wollte ich wissen, warum sie so sind wie sie sind. Um nicht zu spoilern, lasse ich Nathanyels Hintergrund hier außen vor. Zu Riley gibt es allerdings einiges zu sagen, er ist sehr impulsiv und auf den ersten Blick scheint Gewalt für ihn die beste Lösung zu sein. Doch wenn man es genauer betrachtet, merkt man, dass sein Handeln extrem von seiner Vergangenheit geprägt wird. Er fühlt sich schuldig und schämt sich dafür, möchte alles hinter sich lassen und sucht nach Normalität. Nates, von Zwängen dominiertes, Leben verunsichert ihn und durch die berechnende, manipulative und geringschätzige Art, die Nathanyel allen Mitmenschen angedeihen lässt, fühlt Riley sich zusätzlich noch unterlegen und minderwertig. In diesen Situationen drängen alte Verhaltensmuster verstärkt an die Oberfläche und übernehmen sein Handeln – brutal und selbstzerstörend. Trotzdem bringen Nate und Riley bei dem jeweils anderen eine Seite zum Klingen, bei der keiner der Zwei im Stande ist zu sie ignorieren. Sie umkreisen sich, prallen zusammen und stoßen sich wieder ab. Diese Chemie zwischen den Beiden versteht der Autor hervorragend zu transportieren, er schenkt ihnen Charisma, ein emotionales Gesicht. Dadurch werden aus den problematischen, unangenehmen Charakteren, Figuren, die ich ohne Abstriche in mein Herz geschlossen habe. Das vorläufige Ende, Band zwei erscheint 2019, ist ebenso extrem wie konsequent, etwas anderes wäre für mich zu diesem ersten Teil der Geschichte um Nate und Riley aber auch nicht in Frage gekommen.
„Der steinerne Garten“, hart, schonungslos, sehr ergreifend und für mich ein All-Time-Favorit, mit dem Jayden V. Reeves unter den queeren Veröffentlichungen eindeutig ein Ausrufezeichen gesetzt hat!
Das Buch "Der steinerne Garten" wurde von Jayden V. Reeves verfasst und erschien 2017 im Rediroma-Verlag.
Der Autor nimmt uns mit in eine Geschichte, wo man zu Beginn nicht erahnen kann, wo sie hinführt. Die Charaktere so unterschiedlich, dass man es fast nicht in Worte fassen kann und dann doch in gewisser Weise so ähnlich. Streitpotential finden alle mitspielenden Charaktere auf jeden Fall und doch entwickelt sich das Buch zu einem Kleinod. Die Wortwahl und der Sprachstil sind hervorragend. Man kann sich in die Personen und die Gegenden hineinversetzen und man kann auch so manche Situation mit ihnen erleben. Man lacht, weint, überlegt und erkennt Sachen, die einen auch selbst ein wenig zum Grübeln bringen. Denn hat man sich schon einmal mit dem Gedanken beschäftigt, warum vielleicht ein Mensch so ist, wie er ist. Tiefgründig und interessant wird die Geschichte erzählt. Auch Wendungen, die man so nicht erahnen kann im Vorfeld überraschen den Leser und lassen einem atemlos zurück. Man kann sehr gespannt sein auf den 2. Teil.
Jeder, der gehobene Literatur gerne liest, kann an diesem Werk nicht vorbei. 100%ige Lese- und Kaufempfehlung.
Ein absolut gelungenes atemberaubendes Buch. Wer wegen der Seitenanzahl oder einer negativen Rezi hadert, dass braucht ihr nicht! Die Story ist so packend und wortgewandt geschrieben, dass man es mit einem Mal durchlesen möchte (wären da nicht so lästige Dinge wie schlafen oder arbeiten^^) Riley und Nathanyel sind wundervoll ausgearbeitete Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten, sich allerdings beide im Herzen des Lesers gleichermaßen einen bleibenden Platz suchen. Die Handlungen sind nachvollziehbar und sehr gut durchdacht. (Wenn man natürlich nicht alles ließt und sich nur auf, aus dem Kontext gerissene Szenen bezieht, kann man einfach keine objektiven Schlüsse ziehen! ... so viel zu der besagten Rezi...) Wer sich für " Der steinerne Garten" entscheidet, bekommt ein Buch, das einen gefangen nimmt und so schnell nicht wieder los lässt. Wer mehr möchte, als eine seichte, schnelllebige, 0815 Romanze sollte dieses Buch unbedingt lesen! Packend, schonungslos, unvergesslich.
Ich bin eher durch Zufall über das Buch gestoplert und war durch den Klappentext neugierig geworden. Alla. Na mal schauen. Mal was komplett anders.
Was für eine Achterbahn an Ereignissen, Gefühlen und einfach allem. WOW.
Zu gerne will man sich oft Riley schnappen und ihn mit dem Gesicht voran auf seine eigenen Gefühle schubsen. Oder ihn einfach wachrütteln, damit der Nathanyel endlich mal versteht. Denn Nathanyel handelt so oft entgegen seiner eigenen Zwänge. Und auch wenn sich Riley innerlich hin und wieder etwas fragt, warum Nathaneyl das tut, macht er sich nicht wirklich einen Kopf darum. Und so hält Riley an seinem alten (für ihn normalem Denken) fest und Nathanely bleibt der Stempel des Irren aus der Klapse weiter angeheftet. Viele Missverständnise zwischen den beidern führen zu drastischen, dramatischen aber auch emotionsvollen Ereignissen.
Es ist kein Buch für schwache Nerven. Aber es ist verflucht noch einmal verdammt gut.
Was passiert, wenn ein vermeintlich heterosexueller junger Mann plötzlich erkennt, dass er sich jahrelang selbst belogen hat und er sich eigentlich zu Männern hingezogen fühlt? Diesen inneren Zwiespalt erlebt der Leser in diesem Roman mit dem 26-jährigen Riley, welcher durch Zufall auf den attraktiven aber doch recht sonderbar reservierten Nathanyel trifft und durch ihn eine Welt kennenlernt, dessen Betreten er sich selbst vor langer Zeit eigentlich verboten hat. Vollkommen durcheinander versucht er sich in seinem alten Leben vergeblich zurecht zu finden und kommt doch einfach nicht von dem charismatischen jungen Mann los. Hinzu kommen die Schatten seiner kriminellen und drogenabhängigen Vergangenheit, die ihn mehr und mehr einholen und die es zu bewältigen gilt. Ein spannender Roman, authentisch, einfühlsam und atmosphärisch dicht geschrieben.
Ich bin auf einer Messe zufällig über den „Steinernen Garten“ gestolpert. Da ich eine Schwäche für farbentsättigte am besten schwarze Bucheinbände habe, musste ich es mir näher ansehen, denn es stach zwischen den anderen recht deutlich hervor. Der Titel allein, hätte mich nicht dazu gebracht mich dafür zu interessieren. Beim Lesen des Klappentextes sprangen mich die Worte „…Routinen, Zwang und Kontrolle…“ regelrecht an. Ich hatte einen leisen Verdacht um was es gehen könnte, und meine Neugier war geweckt.
Vor diesem Buch hatte ich noch keines mit solch einem thematischen Hintergrund gelesen, und auch der Autor war für mich neu. Nach ein paar Zeilen, die ich irgendwo mittig im Buch weggesuchtet hatte, wusste ich dass mir der Stil gefällt, und ich habe es gekauft. Endlich wieder ein Buch, was mich noch Tage, ja Wochen nach den letzten Worten beschäftigt hat. Das hatte ich schon lange nicht mehr. Trennungsschmerz nach der letzten Seite ist etwas besonderes, und hier gab es ihn für mich. Endlich wieder ein Buch, welches nicht einfach nur unterhalten und gefallen will, denn es ist definitiv kein „Wohlfühlbuch“. Es ist für mich ein „Ich-bin-glücklich-es-gelesen-zu-haben“ – Buch.
Allein die Sprache und die Stimmung ließen mir keine andere Wahl, als es in jeder freien Minute weiterzulesen.
Riley und Nathanyel sind zwei Charaktere, die nicht dem üblichen „man-muss-sie-einfach-lieben“ – Klischee entsprechen, und genau das machte sie für mich interessant. Sie sind nicht, im klassischen Sinne, liebenswert. Für mich waren sie es aber genau deshalb. Beide sind schroff, sperrig und ungewöhnlich. Mit ihren Ecken und Kanten bildeten sie eine spannende und fesselnde Komplexität, die mich durch das Buch begleitet hat.
Ich war glücklich, dass es keine Liebesschnulze wurde, sondern eher ein spannendes Drama mit psychologisch wundervoll ausgearbeiteten Charakteren, die mich nicht mehr losgelassen haben. Leider gibt es nicht oft solche komplexen Romanfiguren, und gerade das machte dieses Buch zu etwas besonderem für mich. Vermutlich auch deshalb, weil die Sprache und die Stimmung in diesem Buch keinesfalls platt und langweilig sind, sondern vielmehr fesselnd, vielschichtig und wundervoll. Allein deshalb wird es immer zu meinen Lieblingsbüchern zählen.