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Loorikaravan

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Ismail Kadare, der »Homer Albaniens«, vermischt Mythos und Geschichte. Hintergründig lakonisch und raffiniert.

Ein kleiner Beamter, der noch nie eine unverschleierte Frau gesehen hat, soll auf Befehl des Sultans eine halbe Million Schleier in die unterworfenen Provinzen auf dem Balkan bringen. Die Schönheit der Frauen, die ihre Gesichter nicht verstecken, erschüttert sein Weltbild, und ein gefährlicher Kummer schleicht sich in sein Herz. In drei außerordentlichen Erzählungen wird die grausame Logik totalitärer Macht offenbar, die bis in die kleinsten Winkel des osmanischen Reiches hineinwirkt, ob sie nun die seelischen Regungen des Einzelnen ausspäht, oder gleich die gesamte Elite eines rebellischen Satellitenstaates auslöscht.

77 pages, Paperback

First published January 1, 1984

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About the author

Ismail Kadare

273 books1,737 followers
Ismail Kadare (also spelled Kadaré) was an Albanian novelist and poet. He has been a leading literary figure in Albania since the 1960s. He focused on short stories until the publication of his first novel, The General of the Dead Army. In 1996 he became a lifetime member of the Academy of Moral and Political Sciences of France. In 1992, he was awarded the Prix mondial Cino Del Duca; in 2005, he won the inaugural Man Booker International Prize, in 2009 the Prince of Asturias Award of Arts, and in 2015 the Jerusalem Prize. He has divided his time between Albania and France since 1990. Kadare has been mentioned as a possible recipient for the Nobel Prize in Literature several times. His works have been published in about 30 languages.

Ismail Kadare was born in 1936 in Gjirokastër, in the south of Albania. His education included studies at the University of Tirana and then the Gorky Institute for World Literature in Moscow, a training school for writers and critics.

In 1960 Kadare returned to Albania after the country broke ties with the Soviet Union, and he became a journalist and published his first poems.

His first novel, The General of the Dead Army, sprang from a short story, and its success established his name in Albania and enabled Kadare to become a full-time writer.

Kadare's novels draw on Balkan history and legends. They are obliquely ironic as a result of trying to withstand political scrutiny. Among his best known books are Chronicle in Stone (1977), Broken April (1978), and The Concert (1988), considered the best novel of the year 1991 by the French literary magazine Lire.

In 1990, Kadare claimed political asylum in France, issuing statements in favour of democratisation. During the ordeal, he stated that "dictatorship and authentic literature are incompatible. The writer is the natural enemy of dictatorship."

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Profile Image for Babette Ernst.
347 reviews82 followers
November 26, 2021
Keines der osteuropäischen Länder war mir bisher so fremd wie Albanien. Durch seine jahrzehntelange Abschottung blieb es im Dunkel, aber auch nach 1990 ist es mir sehr selten ins Bewusstsein gerückt. Mit seinen drei Erzählungen, die sich im Band „Die Schleierkarawane“ vereinen, gelingt es Ismail Kadare den Vorhang vor Albanien für mich ein wenig aufzuziehen. Sie sind zwischen 1977 und 1983 entstanden, behandeln aber Themen aus der Geschichte Albaniens.
Die titelgebende Erzählung, die für mich die stärkste war, handelt von der Durchsetzung des Verschleierungsgebots in Albanien durch einen Vertreter des Osmanischen Reichs. Ein treuer Beamter eines Unterdrückungsstaates verspürt auf seiner Reise einen Hauch von Freiheit und ist anschließend nicht mehr derselbe, fast unbewusst schleichen sich Zweifel am Staat ein. Hier gibt es einige Deutungsmöglichkeiten im Hinblick auf das totalitäre Albanien unter Enver Hoxha.

Die zweite Erzählung, „Der Festausschuss“, lehnt sich an ein historisches Ereignis von 1830 an, das sich in Geschichtsbüchern nachlesen, weshalb die Geschichte keine große Spannung enthielt. Hier wurde mir der Autor ein wenig zu nationalistisch, doch die Beschreibungen der bürokratischen, aber auch menschlichen Vorbereitungen des Festes mit den karikierten Verantwortlichen bot auch einiges an Lesevergnügen.

In „Das Geschlecht der Hankonen im Gang der Zeit“ wird die Geschichte der fiktiven Familie Hankoni in Gjirokastra von 1703 bis 1900 erzählt und damit das Leben in Albanien in diesem Zeitraum dargestellt. Ich bin keine große Freundin von Kurzgeschichten, doch hier wurde mir das Manko besonders deutlich: die Ereignisse folgen aufeinander, ohne dass man mit den einzelnen Personen richtig warm wurde. Die Sprache und die gut gewählten Ereignisse bilden ein stimmiges Bild des Lebens einer beispielhaften Familie in Albanien zu der Zeit, aber ich hätte das Ganze doch lieber als Roman gelesen.

Der lockere, immer ein wenig ironische, aber sehr hintergründige Stil Kadares gefiel mir, ich habe einen etwas besseren Blick auf Albanien, aber die Erzählungen waren für mich auch nicht herausragend.
Profile Image for Noah.
552 reviews75 followers
February 7, 2019
Dieses Werk besteht aus drei Novellen, die erste handelt von einem Karavanenführer, der den Auftrag hat, im 18 Jahrhundert Schleier auf den Balkan zu bringen, damit die bislang unverschleierten Frauen verschleiert werden. Die zweite handelt von einem realen Ereignis im 18. Jahrhundert, in dem die albanische Elite von den Türken zu einem Friedensfest eingeladen wurde und hinterrücks niedergemetzelt wurde. Die dritte erzählt den Aufstieg und Niedergang einer Familie in Gjirokastër vom ausgehenden 18. bis zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Ein typischer = gelungener Kadare: Geraffter Erzählstil und eine Synthese aus realen Ereignissen, hinter denen sich Kritik gegen das Hoxha Regime verbirgt. Insoweit Romanen, wie dem "Schandkasten" oder der "Belagerung" ähnlich.

151 reviews15 followers
June 7, 2019
"Носителят на злочестието " е заглавието в превод на Марина Маринова
списание „Съвременник“, 1990, бр. 4.

Хоризонтът се изпълни със златни стрели и морето, като че ли да се защити от тях, размаха по повърхността хиляди сребристи щитове. После всичко пламна в червено зарево, сред което се изсипа пенливата светлина на деня и полека-лека изпълни целия свят.

Хората се натъжават, когато увяхват розите или прецъфтява белият крин, натъжават се от това, че ще им липсват само няколко месеца. Ами ако им кажеха: елате да оплачете розите, защото това е последният им сезон, тъй като аллах е решил повече да не никнат по земята, какво би станало?

Ето на това му приличаше изчезването на незабулените жени и девойки. Можеше пак да дойде насам с керван килими или злато, но нямаше да ги види вече. Черната нощ щеше да погълне всички. И тази чума я бе докарал той.
Profile Image for Melaj.
2 reviews
August 22, 2025
Die erste Geschichte gefiel mir, die zweite war langweilig aber man kam durch, die dritte war derart spannungs- und bedeutungslos, dass ich, als Landsmann Kadares, der eigentlich (auch wenn’s keinen Sinn ergibt) alles dafür tun würde, damit er in einem guten Licht steht, die Geschichte links liegen habe, um mir Kadare nicht für die nächsten Geschichten zu verderben.
Sind aber natürlich nur kurze Geschichten, die nicht immer den Zweck haben, wichtig oder ein Statement des Verfassers zu sein.
Ach, was weiß ich schon? Ich esse gerade Rosinen und trinke schon seit Monaten mehr als einen Liter Energy pro Tag, obwohl es mir schon seitdem ich 12 bin nicht mehr schmeckt. Meine Freundin denkt, ich wäre am schlafen, doch sie weiß nicht, dass ich eben gerade eine Stunde auf der Toilette ihrer Großeltern saß, und das nur, weil ich Katzen-Compilations geschaut habe.

Lang lebe Goodreads
Profile Image for Burkhard Schirdewahn.
71 reviews1 follower
October 5, 2022
In den drei Geschichten des schmalen Bandes Die Schleierkarawane erzählt Ismail Kadare aus der osmanischen Zeit des Balkans: von einem durch die nördlichen Provinzen des Imperiums ziehenden Verkäufers von Gesichtsschleiern; vom Massaker des Kalifen an 300 aufsässig gewordenen Beys der Nordprovinzen, und vom alltäglichen Leben in Kadares Geburtsort.
Mit feiner Ironie macht der Erzähl- & Sprach-Gigant Kadare das Aktuelle im Vergangenen sichtbar, und wer als Leser behindernde Kategorisierungen (Balkan, historisch..) links liegen läßt, wird reich belohnt.
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