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Was alles war

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Für ihre Eltern war Susa das lange ersehnte Kind, es fehlte ihr an nichts. Dass sie adoptiert wurde, hat sie nie gestört. Als erwachsene Frau verspürt sie zwar eine leichte Neugier auf die leibliche Mutter, aber als sie Viola kennenlernt, ist diese für sie eine Fremde. Doch das Treffen setzt mehr in Bewegung als vermutet. Die Frage, was Familie eigentlich ausmacht, erhält für Susa eine neue Bedeutung, auch, weil sie sich in Henryk verliebt, der zwei Töchter mit in die Beziehung bringt.

288 pages, Hardcover

Published March 6, 2017

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About the author

Annette Mingels

13 books1 follower

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Community Reviews

5 stars
13 (21%)
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20 (33%)
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21 (35%)
2 stars
3 (5%)
1 star
3 (5%)
Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Uta Vogt.
141 reviews5 followers
May 27, 2026
Wie konnte Annette Mingels bislang an mir vorbeigehen?
Ich habe selten jemanden SO GUT über moderne Elternschaft und so ehrlich über ihre Struggles schreiben sehen: und das auf wunderschöne und schmerzhaft authentische Weise.
Erzählt wird die Geschichte von Susa, einer Meeresbiologin, die adoptiert wurde und erst mit Ende 30 ihre biologische Mutter kennenlernt und genau darum geht es in diesem absolut phantastischen Roman: um biologische und angenommene Verwandtschaft, chosen family und darum, dass Liebe keine gemeinsamen Gene braucht. Annette Mingels schreibt so herzzerreißend liebevoll über den Verlust geliebter Menschen - und erschreckend ehrlich über die Herausforderung, gleichzeitig Kinder in‘s Leben zu begleiten, die Liebe zu bewahren und berufliche Ambitionen zu bewahren.
Ein rohes, ein unfassbar gutes Buch über Familie in all ihren Variationen, das mir sehr zu Herzen gegangen ist.
Ganz, ganz, ganz große Empfehlung! ❤️
Profile Image for Maria.
314 reviews42 followers
May 26, 2021
fein gezeichnet.

Familie, die sich zusammensetzt; aus dem was uns zustößt und aus dem, für das wir uns entscheiden; angeheiratete Kinder, biologische Mutter die wieder auftaucht.

Die Beziehungen zu Partner, Geschwistern, Freunden, Eltern, Kindern, Kollegen. Arbeit in universitärem Umfeld, Forschungsinteressen, Rollenverteilung in der Kleinkindbetreuung.

Verlust, Alltag, Überlastung, Zusammenbruch, Verlangen, Geborgensein, Enttäuschung, Vertrauen.
Profile Image for Angelika.
333 reviews7 followers
June 12, 2017
Wie begegnet man seiner leiblichen Mutter? Welche Erwartungen hat man und welche Gefühle lösen diese bei einem aus? Susa legt keine großen Erwartungen in dieses erste Treffen. Findet ihre Mutter nett, aber auch sehr ich-bezogen, hat den Eindruck alles muss sich um sie drehen, giert nach Aufmerksamkeit. Und doch erkennt sie sich in diesem Gehabe irgendwie wieder, das sie gehofft hatte mit den Jahren abgelegt zu haben. Ihre Mutter ist ein Lebemensch, genießt das hier und jetzt. Susa ist ihr dankbar für ihre Entscheidung, sie zur Adoption frei gegen zu haben. Sie hat die liebevollsten Eltern bekommen, die sie sich vorstellen kann und noch dazu eine wunderbare Schwester. Doch die Begegnung löst irgendwann auch den Wunsch aus ihre Brüder kennen zu lernen. Den Vater nicht so sehr, denn würde sie damit nicht ihren Papa verraten?

Man durchlebt in dieser Geschichte nicht nur Susas Gefühlswelt was ihre leibliche Mutter anbelangt. Auch wie sie ihren Brüdern begegnet und vor allem den traurigen familiären Verlauf der Handlung. Der Papa wird schwer krank, diese Situation bildet auch einen zentralen Punkt. Wie die Familie und vor allem Susa mit dieser Lebenslage umgeht. Dann ist da noch ihr Partner Henryk mit seinen zwei Töchtern. Nach der Hochzeit kommt noch ein gemeinsames Kind hinzu. Susa möchte weiterhin arbeiten, doch auch Henryk will seine Karriere vorantreiben. Eine schwierige Lage folgt auf die Nächste. Schließlich entscheidet sich Susa doch noch nach ihrem biologischen Vater zu suchen und reist in die USA. Dieses Aufeinandertreffen hat mich etwas verwirrt, entpuppte sich aber dann als gewollte Lüge von Susa. Alles wieder im Fluss. Dieses Treffen veranlasst Susa auch ihre Partnerschaft und ihr weiteres Leben zu überdenken.

Annette Mingels wurde selber als Baby adoptiert. Im Begleitheftchen zum Hörbuch erzählt sie von ihrer Mutter, der ersten Begegnung und den darauf folgenden, welche Gefühle diese bei ihr hervorrief und wie ihre Adoptiveltern mit ihr umgingen, wie sie sich entwickelt hat, der Begegnung mit ihren Brüdern. All diese Komponenten sind auch etwas abweichend in der Geschichte vorhanden.

Ulrike C. Tscharre hat die Geschichte auf ganz wunderbare Weise eingesprochen. Ihrer Stimme hört man gerne zu. Sie versteht es auf recht unspektakuläre Art und Weise das Geschehen lebendig darzustellen.

Mein Fazit:

Die Autorin hat ihre eigenen Erfahrungen in der Geschichte wunderbar umgesetzt. Vieles darin findet man oft in den eigenen Kreisen wieder, besonders wenn es um Familie geht. Den Wunsch nach Harmonie, alles Richtig zu machen und doch auch mal egoistisch zu sein und nur mal auf sich zu achten. Ein sehr schöner Roman, den man nicht so schnell vergisst.
Profile Image for Dr. Eva-Maria Obermann.
Author 12 books24 followers
August 18, 2017
Susa lernt als Erwachsene ihre leibliche Mutter Viola kennen. Sie wusste, dass sie adoptiert ist und findet wenig Bezug zu dieser theatralischen Person. Sofort verbunden fühlt sie sich dagegen zu ihrem Bruder Cosmo. Doch als ihr Adoptivvater erkrankt droht die Leerstelle um den fehlenden leiblichen Elternteil Susa zu erdrücken. Sie, die selbst Stiefmutter ist und gerade ein leibliches Kind bekommen hat. Wer ist sie eigentlich und zu was ist sie fähig?
Susa ist auf den ersten Blick ein einfacher Charakter. Stimmig, mit beiden Füßen auf dem Boden, nicht stürmisch, sondern Wissenschaftlerin. Ganz anders als ihre quirlige Mutter, die jede Verantwortung, jede feste Bindung immer wieder im Keim erstickt hat. Doch sie wankt leicht, diese feste Protagonistin. Bei ihrem Bruder, zu dem sie eine tiefe Verbindung spürt, bei ihrem Sohn, den sie mehr liebt, als sie es ertragen kann, bei ihrem Mann, hinter dem sie nicht zurückbleiben will. Im Grunde ist sie gefangen in der Zwickmühle jeder berufstätigen Mutter. Bin ich genug?
Das wäre alles auch ohne fehlenden Vater Grund für einen Zusammenbruch. Susa droht am Alltag zu zerschellen, an den Vorstellungen, die sie von sich und ihrem Leben hat. Vor allem aber am Leben selbst, das immer wieder erstaunt und erschreckt. Verlust und Angst vor Verlust liegen direkt neben dem euphorischen Gefühl des Glücks. Im Grunde ist es diese Lebenspanik, die Susas Krise auslöst. Objekt der Selbstsuche wird der Vater.
Was alles war beleuchtet eindringlich die Frage, wie Herkunft, Elternschaft und Identität zu bewerten sind. Wie sie in komplexen Verbindungen miteinander russisches Roulette spielen. Und obwohl Susa ihren Vater sucht, ist es ihre Mutter, vor der sie wegläuft. Alles, was Viola für Susa symbolisiert schleicht sich immer wieder an sie heran. Ist sie dieser Frau wirklich so unähnlich? Regelrecht komponiert ist diese Identitätskrise, die als Metapher für das sein kann, was jeder Frau entgegengestellt wird. Zwei Extreme, die es zu erfüllen gilt und die mit der ruhigen Adoptivmutter ihren zweiten Pol bekommen.
Vielleicht wird unter diesem Gesichtspunkt auch der Titel programmatisch. Was alles war beeinflusst immer, was ist und darf doch kein Grund sein, den eigenen Weg zu finden. Über Jahre folgt der Roman Susa dabei, eine Familie aufzubauen und sich selbst immer wieder von dieser Figur zu entfremden, die sie am Anfang war. Identität ist nichts Festes, sie verändert sich. Diese Veränderung löst die Krise aus, denn Susas neues Ich wird ihr so fremd, dass der Roman zwischenzeitlich von der Ich-Erzählerin auf eine personale Form wechselt.
In Was alles war geht es nicht um die Frage, was Familie ist und wie wir sie leben, sondern auch um die Rolle der Mutter darin, der Frau in einem Leben mit Mann, Kindern, Eltern und Beruf. Und das geht der Roman schonungslos und ehrlich an, voller Selbstlügen und Ängsten, dass Koppschütteln und trauriges Nicken ineinander übergehen. Ein so wichtiges Buch, in dem mehr schlummert, als der erste Blick verrät.
Profile Image for Niamh O'Connor.
39 reviews2 followers
March 2, 2018
Susa wurde gleich nach ihrer Geburt von ihrer Mutter zur Adoption freigegeben und gemeinsam mit ihrer ebenfalls adoptierten Schwester Maike von liebevollen Adoptiveltern großgezogen. Jetzt arbeitet sie als Meeresbiologin und hat gerade Henryk kennengelernt, einen verwitweten Universitätsprofessor mit zwei Töchtern, als sich ihre biologische Mutter Viola bei ihr meldet. Susa trifft sich zwar mit ihr, kann mit der selbstverliebten Weltenbummlerin aber wenig anfangen. Ihre Kindheit war glücklich und sie hat ein ausgezeichnetes Verhältnis zu ihren Eltern, daher hat sie ihre Herkunftsfamilie nie vermisst, sie freut sich aber, ihre zwei Halbbrüder kennenzulernen, die ebenfalls nicht bei Viola aufgewachsen sind.

Wenige Jahre später ist Susa mit Henryk verheiratet und versorgt neben den beiden Mädchen Rena und Paula auch das gemeinsame Baby Leve. Zu Viola hält sie losen Kontakt und ihrem Bruder Cosmo fühlt sie sich verbunden. Als Susas Vater an Krebs stirbt, fällt es ihr sehr schwer, mit dem Verlust fertig zu werden, und der Wunsch, ihren biologischen Vater zu suchen, einen Amerikaner, der von ihrer Existenz keine Ahnung hat, wird immer stärker. Im Autorentrailer auf YouTube erzählt Annette Mingels, was die Geschichte mit ihrem eigenen Leben zu tun hat und was für sie eine Familie ausmacht.

Meine Meinung: Auf den ersten Seiten war es nicht einfach für mich, in den Roman hineinzufinden. Die Sprache kam mir etwas holprig vor, keine geschliffen formulierten Sätze, stattdessen ein eher notizhafter Stil. Aber schon nach kurzem war die anfängliche Skepsis verschwunden. Annette Mingels erzählt eine Geschichte, die sich auch in der Realität genau so abspielen könnte, in Szenen, die sich jeden Tag dutzende Male genau so wiederholen, und sie findet dafür die richtigen Worte und den richtigen Rhythmus. Es gibt keine großen Dramen und überraschenden Wendungen, nur alltägliche Gespräche, Konflikte, Freuden und Probleme, dazwischen die eine oder andere E-Mail, in der sich Susa mit Viola oder Cosmo austauscht, ohne dass sie einander schockieren oder absichtlich verletzen wollen. Diese Unaufgeregtheit in der Erzählweise hat die Geschichte für mich umso glaubwürdiger und berührender gemacht, und manchmal musste ich das Buch weglegen und tief durchatmen. Trotzdem oder gerade deswegen wünsche ich dem Roman noch viele begeisterte Leserinnen.
Profile Image for Danie.
201 reviews2 followers
March 22, 2017
Annette Mingels - Was alles war - Knaus

"In ihrem neuen Roman begibt sich Annette Mingels literarisch auf die Spur unseres prägendsten und faszinierendsten Beziehungsgeflechts: der Familie. Sie erzählt von den vielen Spielarten moderner Beziehungen und davon, was Familie heute ausmacht, von Nähe und Geborgenheit, von Distanz und Konkurrenz, von der Unmöglichkeit, einander ganz und gar zu verstehen, von der Brüchigkeit des Ganzen, aber auch von seiner Belastbarkeit."

Susanna ist Meeresbiologin und arbeitet im Maritimen Museum. Eines Tages bekommt einen Brief:
"Ihre Mutter würde sie gerne kennenlernen, sie ist Schauspielerin und lebt in Indien. Melden sie sich bei ihr, falls sie Interesse haben."
Susanna ist adoptiert und schwankt zwischen Neugierde, längst entwickelter Gleichgültigkeit und Loyalität zu der Mutter, die sie behütet hat, all die Jahre.
Sie hat jetzt nicht nur zwei Mütter, sondern auch 3 Halbgeschwister, die untereinander auch Halbgeschwister sind. Viola nimmt alles leicht und locker, Geld bedeutet nichts, die Liebe ist gratis und das Leben ist ein einziges Abenteuer, es gibt kaum einen interessanten Ort, an dem Viola noch nicht war.
Susanna sei im Horoskop Wassermann mit Aszendent Waage, ein chinesischer Drache und ihr Baum ist die Zeder. Viola gibt ihrer Tochter einen Liebesbrief von Susannas Erzeuger, schöne Worte, doch Viola schrieb nie zurück.
Susanna hat kurz die Überlegung ihn aufzusuchen, die Suchmaschine spuckt 2 Profile zu dem Namen "Benjamin Thomas Rochlitz" aus. Der eine ist ein Tauchlehrer, der andere ein Versicherungsmakler, keinerlei Ähnlichkeit zu entdecken. Was solls!
Susanna will mehr über ihre Wurzeln wissen.

Auch Susanna hat zwei Kinder, die nicht "Mutter" zu ihr sagen, es sind Hendryks Töchter, der Mann den sie liebt..
Und so geht es weiter, das Familiengeflecht, der Patchwork-Familie, die sich alles ist außer Blut. Das Leben kann mehr als genug sein.

Das Treffen brachte keine Nähe, es war unabsichtlich distanziert.
Susanna bringt Viola zum Flughafen:
"Es war schön, sagt sie.
Ja, war es. Guten Flug.
Wir haben unsere E-Mail-Adressen!
Ja. Lass uns einander schreiben!"

Der Roman liest sich wie ein Tagebuch, poetisch und zwanglos, ruhig aber nicht still.
Wie eine Zugfahrt am Tage, bei der man immer wieder den Blick nach draußen schweifen lässt. Während man darüber nachdenkt, hört man ein gleichmäßiges Geräusch.

Anfangen.Verlieren.Weitermachen.Finden.
Profile Image for Sockenmaedchen.
706 reviews20 followers
March 26, 2017
More 3.5. I'm not sure why I'm reluctant to give it 4 stars.
I liked the story, I liked the language, the narrative style just got a bit on my nerves towards the end.
Displaying 1 - 7 of 7 reviews