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Das kalte Blut

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Zwei Brüder aus Riga machen Karriere: erst in Nazideutschland, dann als Spione der jungen Bundesrepublik. Die Jüdin Ev ist mal des einen, mal des anderen Geliebte. In der leidenschaftlichen Ménage à trois tun sich moralische Abgründe auf, die zu abenteuerlichen politischen Ver­wicklungen führen. Die Geschichte der Solms ist auch die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert: des Untergangs einer alten Welt und die Erstehung eines unheimlichen Phönix aus der Asche.

1200 pages, Hardcover

First published January 1, 2017

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1448 people want to read

About the author

Chris Kraus

4 books7 followers
Chris Kraus, geboren 1963 in Göttingen, ist Filmregisseur, Drehbuchautor und Romancier. Seine Filme (darunter ›Scherbentanz‹, ›Poll‹) wurden vielfach ausgezeichnet, ›Vier Minuten‹ mit Monica Bleibtreu und Hannah Herzsprung gewann 2007 den Deutschen Filmpreis als bester Spielfilm. Sein neuer Film, die Tragikomödie ›Die Blumen von gestern‹, mit Lars Eidinger in der Hauptrolle, kommt im Januar 2017 ins Kino. ›Das kalte Blut‹ ist Chris Kraus’ zweiter Roman. Der Autor lebt in Berlin.

(Quelle: Diogenes-Verlag)

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7 (1%)
Displaying 1 - 30 of 91 reviews
768 reviews97 followers
January 22, 2023
I spent more than a month in the company of this doorstopper of a novel and developed a love-hate (but mostly hate) relationship with it. After a fascinating start it ultimately became an uncomfortable and unpleasant reading experience.

It is a work of fiction inspired by the incredible life of Chris Kraus’ grandfather, an SS-officer who after the war worked for the CIA, KGB and – unbelievably - Mossad. The man, Kolja, recounts his life story to a hippie in a Bavarian hospital somewhere in the 1970s. So as readers we hear the entire story from the mouth of the nazi, which one the one hand is a smart device as it constantly ask you for value judgments (the hippie is of course zen and tries his hardest not to judge), but on the other hand the complete amorality of Kolja makes him increasingly insufferable but also unbelievable.

Born in 1905 in Latvia as part of the German-speaking minority and suffering from the Russian Revolution, Kolja and his brother are sympathetic to the rise of national-socialism in their country of origin and becoming active in the Latvian department of the intelligence service ‘SD’. As war breaks out Kolja takes active part in the Holocaust and is sent on various undercover missions in France and the Balkans. After Germany loses the war, many high SS-officials are – instead of being tried Nurnberg – recruited by the Americans to help set up the CIA. An unlikely love story is woven in whereby Kolja and his older brother both fall in love with their adopted sister Ev who turns out to be Jewish.

If you like history then there is a lot of fascinating material here. It is extremely well researched too. However, as the novel progressed I grew increasingly uncomfortable with it for several reasons. First, one keeps wondering constantly what truly happened and what was invented; the novel is billed as fiction, but it seems very relevant in this case to know. Second, the style is uneven and clumsy at times. Third, and most importantly, the complete amorality of the narrator becomes very hard to stomach; surely this is the intention of the author, but it was simply too much for me.
Profile Image for Christine Bonheure.
809 reviews301 followers
November 10, 2021
Dit boek zou gebaseerd zijn op het leven van de opa van Chris Kraus. Man man man, mocht slechts tien procent van dit verhaal echt zijn gebeurd – en volgens mij is dat het geval – dan is zelfs dat ongelooflijk. Verschrikkelijk verhaal van twee broers uit Riga die door omstandigheden in de SS terechtkomen en daar hun zaken doen, de een al wat dodelijker dan de andere. Beide broers spelen vervolgens een rol van betekenis als spion in de heropbouw van Duitsland. Eén van hen vertrekt zelfs naar Israël, letterlijk als besneden Jood, en speelt daar zijn bedrieglijke dubbelrol verder, ook naar zijn zus/schoonzus/geliefde. Vaak kwam een herinnering aan het grootse ‘De nazi en de kapper’ van Hilsenrath voorbij. Goede structuur: een broer heeft een kogel in de kop en vertelt zijn levensverhaal aan de ontstelde hippie in het ziekenbed ernaast. Zware kost, met af en toe wat welkome humor.
Profile Image for Ritja.
619 reviews
June 28, 2020
Was für eine Geschichte. So fesselnd, so spannend und gut geschrieben, dass man nur dabeibleiben will, um zu erfahren, wie es weitergeht. Und doch musste ich ab und zu das Buch zur Seite legen, um durchzuatmen und das Gelesene sacken zu lassen.

Chris Kraus hat einen tollen Schreibstil, der es dem Leser einfach macht durch die Seiten und die Geschichte zu gleiten, doch hat er sich schwere Themen ausgesucht. Obwohl immer wieder schwarzer Humor durchblitzt, waren die Geschichten, die Koja Solm erzählt, grausam und teilweise schwer zu fassen und zu verstehen. Koja und sein Bruder Hub waren mir von Beginn an unsympathisch. Sie waren in der Geschichte wie Aale. Sie glitten durch die Hände und durch alle Widrigkeiten. Sie passten sich an und wechselten ihren politischen Mantel, wie es gerade zum Überleben notwendig war, sie verschleierten, sie betrogen und mordeten, sie sammelten Informationen und lieferten Menschen aus. Es waren schreckliche Taten, die sie vollzogen. Koja überlebte alles und jeden und am Ende schaffte er es sogar einen alten Hippie an seine Grenzen zu treiben.

Chris Kraus lässt den Leser durch viele Jahre der deutschen Geschichte gehen und stets staunend lesen, wie die Brüder immer wieder die Kurve bekommen. Ich konnte gut ab- und eintauchen und mich durch die Geschichte treiben lassen. Jedoch hätten ein paar Seiten weniger, der Geschichte auch gut getan. Manchmal verlor sich der Autor in zu vielen Details und Seitenhandlungen, dass man erst mal überlegen musste, wo man sich gerade befand. Trotzdem habe ich "durchgehalten" 1.200 Seiten lang und das nächste Buch von Chris Kraus liegt schon im Regal und will gelesen werden.

Dieses Buch lohnt sich. Nicht abschrecken lassen, sondern einfach starten.

Profile Image for Gavin Armour.
613 reviews127 followers
August 9, 2017
Es ist ja, gerade wenn es eine Art Punkte- oder Sternesystem gibt, um ein Buch oder einen Film zu bewerten, immer grundlegend entscheidend, von welchem Standpunkt aus man urteilt. Will man beurteilen, ob es sich um ein unterhaltsames Buch handelt oder eher, was darin verhandelt wird und auf welche Weise? Es gibt Autoren, deren Stil man durchaus bewundern, deren Haltung man allerdings ablehnen kann. Und es gibt Bücher, die kommen leicht und flockig, sehr unterhaltsam - manchmal trotz Hunderter Seiten unterhaltsam - daher und sind dennoch – zumindest teilweise – ein Ärgernis während des Lesens.

Bei Chris Kraus´ DAS KALTE BLUT handelt es sich um solch ein Buch. Der Autor versteht es, den Leser mit der Lebensgeschichte des Koja Solm über nahezu 1200 Seiten zu unterhalten, streckenweise gar zu fesseln. Anders als viele zeitgenössische Romane, die künstlich auf eine ansehnliche Seitenzahl oft an der 1000er-Marke gebläht wirken, fliegt Kraus´ manchmal nahezu obsessiv entsponnen und niedergeschrieben wirkende Geschichte geradezu am Leser vorbei. Ein „Pageturner“, ein Werk, das den Leser einsaugt und kaum mehr los lässt - das muß deutlich so gesagt werden, alles andere wäre unredlich. Allerdings liegt darin auch schon der tiefere Grund der Kritik, denn es stellt sich im Lauf der Lektüre durchaus die Frage: Wie kann ich worüber sprechen? Ist das Plaudern immer die angemessene Form? Und – die vielleicht wichtigste Frage im Zusammenhang des Buches: Wer spricht?

Kraus lässt den verhinderten Künstler, den SS-Massenmörder, Geheimagenten und verzweifelt Liebenden Koja Solm höchstselbst seine Geschichte erzählen. In einem Krankenhaus in München anfangs der 70er Jahre des so blutigen 20. Jahrhunderts, trifft der alternde Mann, dem eine Kugel im Kopf steckt, auf einen jungen, von ihm nur als „Hippie“ apostrophierten Kerl, dem er seine Lebensgeschichte berichtet. Schnell aber merkt der Leser, daß die eigentliche Adressatin dieses sich zu einer Lebensbeichte ausweitenden Berichts eine Frau namens Ev ist, die Koja offenbar sein Leben lang geliebt hat. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder Hub wächst Koja als Nachkomme einer lettischen Pfarrersfamilie bei Riga auf. Der Vater ist aus der Art geschlagen, verdingt er sich doch als Kunstmaler. Die Familie erweitert sich um die kleine Ev, die das Hausmädchen eines Tages mitbringt und erklärt, sie sei eine Weise, die niemanden mehr habe. Zwischen den drei nun als „Geschwister“ aufwachsenden Kindern entspinnt sich eine Liebe, die Ev an Koja bindet, wie an seinen Bruder und sie Hub später heiraten lässt, den sie, wie es auch Koja tut, als wahren Helden verehrt. Die Zeitläufte bringen es mit sich, daß sowohl Hub als auch Koja sofort nachdem die Deutschen ins Baltikum einmarschiert sind in die Fänge des Reichshauptamts geraten und zu vergleichsweise treuen Männern der SS werden. So beginnt für den Erzähler Koja eine Odyssee durch das 20. Jahrhundert, die ihn nicht nur zu einem der willigen Helfer Adolf Hitlers werden lässt, sondern auch zu einem KGB-Doppelagenten, später auch zu einem zentralen Mitglied der „Organisation Gehlen“, aus der schließlich der BND hervorgehen sollte. Er überwirft sich mit Hub, wird als jüdischer Überlebender getarnt zu Gehlens Verbindungsmann in Israel und fädelt in dieser Funktion für Franz Josef Strauß die ersten Waffengeschäfte dort ein. Er wird wichtiger Helfershelfer bei der Entführung und Ausschaltung des ersten Präsidenten des Verfassungsschutzes Otto John und schaltet sowohl für den BND wie für den Mossad Gegner aus, wobei er sozusagen über Kreuz arbeitet. Obwohl er Ev Zeit seines Lebens liebt, verfällt er einer russischen Agentin, deren Schicksal in den Händen des KGB ein grausiges ist und entwickelt sich im Laufe der Jahre zu einem perfekten Lügner, der wie ein Akrobat mit scharfen Messern mit Identitäten, Religionszugehörigkeit, Namen, Berufen und Nationalitäten jongliert, aber eben auch mit Emotionen, Loyalitäten, Freundschaften und Feindschaften. Und der schließlich und endlich in einem sterbenden Hippie seine Nemesis findet: Einen Naiven, der einfach nicht akzeptieren will, daß das Leben einem Menschen solche Bürden auferlegen konnte und man dabei nicht ehrlich, moralisch sauber und ethisch eindeutig bleiben kann.

Schon in einer solchen, die Fülle der Geschichten und Geschichtchen, Anekdoten und Begebenheiten nicht annähernd wiedergebenden Aufzählung wird deutlich, mit welch erzählerischem Furor Kraus sein Material angeht. Immerhin Sowohl der Icherzähler als auch Ev und in gewissem Sinne auch Hub erscheinen lebendig und durchaus vielschichtig gestaltet, man folgt ihren Motiven durchaus wohlwollend. Allerdings wirkt Ev oft wie eine extra eingezogene moralische Instanz, die dem Leser Orientierung bieten soll. In dieser Funktion beginnt bei ihr das, was den übrigen Figuren, derer es eine Menge gibt, hingegen meist widerfährt: Sie bleiben eher holzschnittartig grob, oft klischeehaft oder verkommen gar zur Karikatur (vor allem Gehlen und einigen der auftretenden SS-Schergen werden so gezeichnet, wobei der Autor auch vor lautmalerischen Dialektsprengseln nicht zurückschreckt). Die im Text erwähnten historischen Ereignisse hingegen sind gut recherchiert und die fiktiven Personen werden geschickt darin verwoben. Kraus versteht es, seinen wesentlichen Figuren genug Geheimnis zu lassen, damit sie nicht nur interessant bleiben, sondern auch lebensecht vieldimensional wirken, können wir doch auch im realen Leben über die uns Nächsten und unsere Lieben nie mit letzter Sicherheit sagen, was sie denken, was sie beschäftigt oder was sie umtreibt. Das gibt dem Roman Binnenspannung, man will der Entwicklung zwischen Koja und Ev folgen. Man will einerseits wissen, wie es für sie weitergeht, aber man will ebenso wissen, ob es Koja gelingt, seine Lebenslügen, die im Verlauf der Erzählung immer waghalsiger, immer verrückter und bizarrer werden, vor seiner Umwelt, seinen Vorgesetzten, seiner Geliebten und Ehefrau Ev und schließlich sich selbst aufrecht zu erhalten.

Denn so sehr dieser Erzähler dem Hippie, seiner Ev und uns, seinen Lesern, versichert, alles im Leben immer nur aus Mitgefühl und im Sinne des Wohlergehens anderer getan zu haben, so sehr hat er andern – inklusive dem Hippie – immer nur geschadet. Seinem Bruder sowieso, den er skrupellos mehrfach verrät und seinem Schicksal überlässt, nachdem Hub ihn ebenfalls einem vermeintlich sicheren Tode überlassen hatte; aber auch Ev, von deren jüdischer Herkunft er durch Zufall erfährt und die er zwar retten will, die er aber gerade durch die Maßnahmen, die er ergreift, zutiefst verletzt; seine russische Geliebte versucht er durch die Arbeit für den KGB vor dem sicheren Exekutionskommando in der Lubjanka zu bewahren, was ihr Ende aber lediglich hinauszögert - zur Selbstkasteiung und als Zeichen ihrer Abwesenheit trägt er fortwährend ihre Zähne bei sich, die sein Führungsoffizier des russischen Geheimdienstes ihm im Eifer hatte zukommen lassen. All diesen – und etlichen mehr – schadet Koja Solm massiv. Doch ebenso schadet er der Historie - und damit uns, seinen Lesern. Denn zwischen gutrecherchierten historischen Fakten begegnet uns ein Hallodri, dem das 20. Jahrhundert zum Hintergrund seiner persönlichen Liebs- und Leidensgeschichte wird. So sehr dieser Gestrandete des 20. Jahrhunderts seine Verstrickung in all die Gräuel auch offen zugibt, Reue oder tiefere Einsicht zeigt er nicht. Ihm ist zwischen Auschwitz und Stalingrad, zwischen SS und Mossad alles nur Material, denn, so kann man dieses Werk letztendlich durchaus lesen, am Ende wird sich doch eh alles gleich. Geschichte als Zufallsapparat.

Die Literaturgeschichte wimmelt von verkommenen Bösewichtern, die ihre verkommene Weltsicht mit Lust vor uns ausbreiten, sie geradezu präsentieren. Man denke an die fürchterlichen Adligen des Marquis de Sade, deren „Beichten“ geradezu Teil der Inszenierung ihrer verderbten Lust sind, unser Ekel, der Schock, den wir empfinden, ist ihr Elixier; man denke an die moralisch haltlosen Gestalten, die uns in Choderlos de Laclos LES LIAISONS DANGEREUSES begegnen und deren intimsten Gemeinheiten wir anhand ihrer Briefe direkt aus ihrer Feder erfahren; man nehme den Icherzähler bei Céline, der seine moralische Verderbtheit in einen größeren, weltgeschichtlichen Zusammenhang stellt in VOYAGE AU BOUT DE LA NUIT, an die Mörder und Verbrecher, die Genets Werk zieren; man denke an Nabokovs geniales Geschöpf Humbert Humbert, ein pädophiles Monster mit enzyklopädischer Bildung, der uns mit seiner Sprache betört und zugleich zu Geiseln seiner fürchterlichen Phantasie macht; schließlich beachte man Patrick Bateman, jenen fast schon verzweifelt nach Aufmerksamkeit heischenden Serienmörder in Bret Easton Ellis AMERICAN PSYCHO – alles große Monster der Literatur, die die Kunst ihrer Autoren gerade deshalb unter Beweis stellen, weil sie einerseits subjektive Erzähler sind, die ihnen zu-geschriebene Sprache jedoch zugleich ein Mittel der Distanzierung ist. Es sind, inklusive Ellis, Große der Weltliteratur, die das fertig bringen. Vor einigen Jahren gelang es dem in Frankreich aufgewachsenen Amerikaner Jonathan Littell in seinem Mammutwerk LES BIENVEILLANTES (dt. DIE WOHLGESINNTEN), eine im NS-Kontext angesiedelte Figur, also einen Täter, den SS-Offizier Max Aue, subjektiv sprechen zu lassen und dabei dennoch eine Sprache zu finden, der es trotz einer gewissen, bei Publikum und der Kritik unangenehm aufstoßender, Explizität gelang, dem Sujet angemessen eine Haltung einzunehmen.

Und nun also Koja Solm. Die Nähe zu Littells Werk muß man nicht herstellen, die drängt sich auf. Und warum, fragt man sich bald, warum haut es hier nicht hin? Es wäre Aufgabe einer tiefgreifenden Studie, die genutzte, bei Littell auch in der Übersetzung genutzte Sprache genauestens zu untersuchen, um einer Antwort gerecht zu werden, doch vorgreifend kann man sagen: Aue ist ein Kunstprodukt, das – Littell hat verschiedentlich darauf verwiesen mit französischer Literaturtheorie vertraut zu sein – sich seiner Künstlichkeit unumwunden bewusst ist. Aue erzählt nicht einfach „seine“ Geschichte. Aue ist der erste gelungene Versuch einer jüngeren Generation, sich dem Grauen zu nähern und einen Standpunkt zu finden; in Aue ist die gesamte Rezeptionsgeschichte dessen, was gern unter „Auschwitz“ subsumiert wird, eingeschrieben und genau das macht Littells Buch zu einem Großroman, einem der ersten wirklich wesentlichen Werke des 21. Jahrhunderts. Es ist ein Meta-Roman, der die Wirkung dessen, was ‚Shoah‘ bedeutet nicht nur mitdenkt, sondern zur eigentlichen Referenz macht. Koja Solm – und durch ihn natürlich sein Schreiber, Chris Kraus – hingegen plaudert und verfällt dabei gelegentlich in Plapperei. Er plappert einem sterbenden Hippie die Ohren voll und er plappert letztlich seiner Ev die Ohren voll und eben uns, den Lesern. Er soll und will uns schockieren, das ist klar, dessen müssen wir uns vollkommen bewusst sein. Also ist auch der plappernde, plaudernde Ton Teil dieses Schocks. Da erzählt ein Täter ununterbrochen davon, wie er leider gar nicht anders konnte, musste er doch sein und das Leben seiner geliebten Schwester, seiner geliebten Geliebten und schließlich wieder seiner geliebten Schwester, nun auch seine Ehefrau, retten. Dabei verfällt er oft in einen an Zynismus grenzenden Duktus, der uns suggeriert, daß all dies – das Grauen, das Unheil, die Not, das Elend und der Tod, vor allem der gewaltsame – auf den Trümmern der Geschichte nichts weiter ist als Asche und Staub. Schall und Rauch, verklingende Echos, nichts weiter.

Und da Kraus seinem Antihelden ein Schicksal zurechtschneidert, das etliche Vorbildern in der Literatur vermerkt, nicht zuletzt der Literatur zur Schoah, mutet die Geschichte nach Koja Solm auch an wie ein Narrenhaus, in dem es allein der Zufall will, ob man nun Täter, Opfer oder beides sei. Und der Erzähler stolpert hindurch wie das Negativ eines lettischen Forrest Gump, ein Schelm der Vernichtung, immer nur Gutes bewirken wollend und dabei immer Böses schaffend. Der sich aber - davon zeugt sein Bericht an den und sein Umgang mit dem Hippie ja durchaus - seine gute Laune nicht hat verderben lassen. Das geht dann allerdings doch zu Lasten der Erzählung, zu Lasten der inneren, der Binnenglaubwürdigkeit. Nehmen wir diesem von kaltem Blut Durchfluteten seinen Schmerz über den Verlust seiner Tochter ab? Oder den über den Tod seiner russischen Geliebten? Kraus muß geahnt haben, daß der Leser möglicherweise mit dem Ton dieser Erzählung ein Problem haben könnte, weshalb er zur Verdeutlichung bspw. des Schmerzes zu immer weiteren Übertreibungen und Verdrehungen greift. Seien es die immer mit sich geführten Zähne der Toten, sei es ein Jahre anhaltendes Zwiegespräch mit der toten Tochter – alles hier wird zu einer weiteren Episode, zu einem neuen Abenteuer, einer Marotte, auf jeden Fall zu etwas Äußerlichem. Nichts können diese Figuren in ihrem Innern erleben, alles muß raus, alles muß dinglich werden, fass- und greifbar, materiell. Da türmen sich dann Verschachtelungen, als befinde man sich in einem der ausgreifenden Romane eines John Irving und es quillt einem eine ähnliche erzählerische Lust, die sich aber scheinbar selbst genügt, entgegen. Nur wird hier früher oder später auf diese Art auch alles gleich. Ob Erschießung Wehrloser in einem Wald bei Riga, Katz-und-Maus-Spielchen mit Reinhard Gehlen und dessen israelischen Gegenüber oder der Mord an einem jüdischen Nebenbuhler – das eine wie das andere wird plaudernd abgehandelt und bleibt oft pure Behauptung. Sollten diese Vorkommnisse Spuren in diesem Mann hinterlassen haben, werden diese nicht doch nicht lesbar, nicht spürbar. Es bleiben Zeichen auf Papier. Es erschließt sich dem Leser – auch das ein Unterschied zu Littells Werk – nicht, was uns dieser Koja Solm eigentlich zu erzählen hat? Seine Lebensgeschichte? Die nun mal zufällig in diese Zeiten fiel? Dann hätte sich der Autor auch den 30jährigen Krieg, den Ersten Weltkrieg oder die 68er-Unruhen aussuchen können. Wenn man über die Shoah schreibt, sollte man doch auch etwas zu diesem Komplex beitragen wollen? Aber die Shoah einfach als pittoresker Hintergrund für ein abenteuerliches Leben? Vielleicht gelingt dem Autor ja (unbeabsichtigt?) das wunderbare Portrait eines Menschen am Ende seines Lebens, dem nicht einleuchten will, weshalb er dieses Leben - wohl sein einziges - trotz all der Fehler, die er gemacht hat, nicht gutheißen soll? Warum verdammen, was man doch er- und ge- und vor allem überlebt hat? Im Gegensatz zu manch anderem. Das mag sein, doch es ist nicht relevant. Jedes andere Thema hätte es dazu ebenfalls getan. Aber der Autor wählt die Shoah und lässt einen Täter von seinen Taten daherreden, gelegentlich fallen Sentenzen wie die, dieser oder jener sei „dem Holocaust von der Schippe gesprungen“, das Grauen, das dieser bisher größte Genozid der Geschichte, über dessen Einzigartig- und Einmaligkeit, seine Singularität, jetzt, wo die Opfer und Täter, also die Zeitzeugen, langsam aussterben und – ob man will oder nicht – mit der Historizität auch die Fiktionalisierung beginnt, erneut gestritten wird, ausgelöst hat, wird schlicht nicht spürbar. Verpackt in eine leidlich spannende Spionagegeschichte, schnurrt das Zentralereignis des 20. Jahrhunderts auf eine Art Abenteuerspielplatz für echte Kerle und verdrückte Kerlchen zusammen, man gewinnt den Eindruck, weder Koja Solm noch seinem Autoren seien das, was da geschehen ist, wirklich zu Bewußtsein gekommen.

Wer spricht? Das ist, das wird die entscheidende Frage sein ab nun. Es wird vom Holocaust erzählt werden und naturgemäß werden die kommenden Geschichten zusehends fiktionaler werden, zusehends der Phantasie ihrer Autoren entspringen. Dabei werden sicherlich immer wieder hervorragende Werke entstehen, es werden aber auch zusehends mediokere bis schlechte Bücher entstehen, deren Existenz man schlichtweg hinnehmen muß. Das Diktum, das ein Mann wie Claude Lanzmann noch in den 80er und 90er Jahren aufstellen und verteidigen konnte – daß ein Ereignis wie die Shoah zu fiktionalisieren eine Ungeheuerlichkeit gegenüber der Weite des Ereignisses darstelle, eine Aussage, die sich damals u.a. explizit auf Steven Spielbergs Film SCHINDLER`S LIST (1994) bezog – wird sich nicht mehr halten lassen. Doch kann man anhand der Werke, die sich ernsthaft mit der Geschichte und Geschichtlichkeit der Shoah auseinandersetzen, durchaus ablesen, wie ein Schreiben über „Auschwitz“ funktionieren kann, auch fiktional, ohne daß der Autor sich oder sein Werk korrumpiert. Man lese die Werke von Littell, von Daša Drndic, Thomas Harlan, von Ursula Ackrill oder jüngst Claudio Magris, um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, mit welcher Ernsthaftigkeit und mit welcher Wahrhaftigkeit über die Shoah, den 2. Weltkrieg und die Verarbeitung der damaligen Erlebnisse berichtet werden kann. Man achte aber vor allem darauf, wen diese Autoren zum Sprechen bringen und von welchem Standort aus. Wer spricht? Spricht da ein Täter oder ein Opfer? Und wer lässt sprechen? Dabei ist es durchaus nicht unwesentlich, ob ein Deutscher oder ein Amerikaner oder ein Argentinier Schöpfer der Figuren sind. Der Standort des Sprechers und des Sprechenden werden gerade für diese Literatur ein wesentliches Merkmal sein.

Chris Kraus ist ein unterhaltsamer, flott geschriebener Roman gelungen, der uns Einblicke gibt in die Geschehnisse jener dunklen Tage und ein Schlaglicht wirft auf die Entwicklungen, die sich in den folgenden Jahrzehnten des Friedens daraus ergaben. In einem Nachwort gibt er Auskunft über die Literatur, die er zur Recherche herangezogen hat und man sollte davon ausgehen, daß alles, was Kraus präsentiert, erst einmal den Tatsachen entspricht. Es ist die Konstruktion, der Tonfall, die mangelnde Distanz nicht nur der erzählenden Figur, sondern die mangelnde Distanz des gesamten Textkörpers zu sich selbst, die aufmerksame Leser aufschrecken lässt. Es ist ein Buch wie ein Hybrid. Denn es wäre gelogen, wenn man nach der abgeschlossenen Lektüre von 1200 Seiten behaupten wollte, das habe nicht gefesselt. Man hält kaum eine solche Strecke durch, wenn man nicht auch gebannt wäre. Doch macht diese Tatsache die Angelegenheit eben auch zu einem schwierigen Lektüreerlebnis, das dann ganz anders nachhallt, als vom Autor wahrscheinlich erwünscht. Denn anstatt dem Echo der Figuren und ihrer Erlebnissen zu lauschen, beginnt man, sich mit Form und Stil und den oben angerissenen Fragen zu beschäftigen. Was andererseits natürlich auch nicht das allerschlechteste Ergebnis einer Lektüre ist.

Profile Image for Lauren | laurenbetweenthelines.
264 reviews38 followers
May 10, 2022
Wanneer je denkt aan de grootste klootzak uit de geschiedenis dan denken sommige lezers misschien aan Adolf Hitler. Want laten we eerlijk zijn, van gestalte klein maar qua klootzaklevel: infinity. In ‘De fabriek van klootzakken’ maken we kennis met de broers Koja en Hub Solm. Hub en Koja zijn SS’ers. Het verhaal zet in grote lijnen het volledige leven van Koja en de verbitterde relatie tussen beide broers uiteen. Ook ‘zus’ Ev zorgt voor heel wat extra spanningen tussen beide broers.

Koja Solm vertelt zijn levensverhaal en verschrikkelijke daden aan een medepatiënt die bij hem op de kamer ligt met eveneens een kogel in het hoofd. Vaak krijgen we als lezer dus ook een hoofdstuk in het heden voorgeschoteld.

‘De fabriek van klootzakken’ is een boek dat je zal raken. Sommige schrijnende situaties over de Holocaust gaan door merg en been, zoals bij bijna ieder WOII-verhaal. Dat het verhaal gebaseerd is op familieleden van de auteur maakt het alleen maar nog meer bijzonder en uniek. Verwacht geen typisch WOII-verhaal vanuit SS of Joods perspectief maar wel aan heel realistische, sterke personages die (de ene al wat meer dan de andere) worstelen met hun persoonlijk aandeel in de genocide.

Desalniettemin hou je er maar beter ook goed je hoofd bij, er passeren een hele resem figuren de revue waarvan sommigen een belangrijke rol spelen. Ook qua lijvigheid kan dit boek best tellen. Deze 861 pagina’s lange klepper is echter wel de moeite waard. Doorbijten is ten sterkste aan te raden!
Profile Image for Jan Koster.
86 reviews39 followers
April 23, 2023
Tijdens het lezen van De fabriek van klootzakken van Chris Kraus is het onvermijdelijk om niet te denken aan het bijzonder indrukwekkende De welwillenden van Jonathan Littell. In beide gevallen gaat het om een hoofdpersoon die het heeft over zijn rol in de Tweede Wereldoorlog. Ondanks de grote gelijkenissen zijn er meer verschillen dan overeenkomsten. In dit geval is er een gedwongen luisteraar die het geweten raakt van de hoofdpersoon, en dit verhaal gaat verder. Het omspant een langere periode en de rol van liefde, ‘broederschap’ en het verval van moraliteit in een snel veranderende wereld zijn belangrijke thema’s.

De fabriek van klootzakken begint en eindigt in een kamer in een ziekenhuis, waar hoofdpersoon en ik-verteller Konstantin (Koja) Solm verblijft in gezelschap van een naamloze onbekende die hij onder andere de hippie noemt. Daartussenin vertelt Koja over zijn leven en wat hij allemaal heeft gedaan en vooral misdaan.

Zijn leven in een notendop. Hij is geboren in Letland in een rijke familie. Na de bolsjewistische coup in 1917 komen de verhoudingen anders te liggen. De familie is in een klap vijand van de macht. Door omstandigheden en toeval sluiten de broer van Koja, Hubert, en later ook hijzelf zich een paar jaar later aan bij een groepje nazi-sympathisanten. Zij raken verstrikt in een systeem waaraan zij niet kunnen ontsnappen en worden onderdeel en belangrijke vertegenwoordigers van het latere nazi-regime.

Op wonderbaarlijke wijze weten beide de oorlog te overleven en hun loopbanen krijgen onverwachte wendingen. Het gaat vooral om Koja, die een nuttig instrument wordt in de handen van wat later zou uitgroeien tot een machtsfactor van belang, de CIA. Onderweg maken zij veel vijanden en maken zij vele slachtoffers. Voornaamste gevolg van alle gebeurtenissen is de ontwikkeling van hun band: van broers die heel goed met elkaar overweg kunnen worden zij elkaars grootste vijanden.

Uit het omvangrijke, 861 bladzijden dikke, De fabriek van klootzakken valt veel te halen. Kraus beheerst het proces van versnellen en vertragen tot in de puntjes. Cruciale gebeurtenissen beschrijft hij minutieus, maar soms zijn er ineens jaren voorbijgegaan waarin ogenschijnlijk niets belangwekkends is voorgevallen.

Er is nog veel meer, maar ik wil er twee dingen uitlichten. De vorm waarin hij het verhaal brengt is prachtig gekozen. Koja wil zijn geweten ontlasten, hij moet zijn verhaal doen. Voor een toehoorder hoeft hij niet ver te zoeken: zijn kamergenoot in het ziekenhuis waarin beiden langere tijd noodgedwongen verblijven. Die kamergenoot is geen gewillig slachtoffer. Hij levert commentaar, hij laat direct en indirect merken wat hij van verteller Koja vindt. Je zou hem kunnen zien als het geweten van Koja, de man die de hufterige klootzak laat merken wat hij van hem vindt. Geen slachtoffer van de geschiedenis, maar een opportunistische slappeling die eerst en vooral aan zichzelf en zijn eigen hachje denkt.

Het tweede is de rol van de verteller. Hoe betrouwbaar is deze, een vraag die in romans in de ik-vorm prangend is, zeker in dit geval. Koja probeert zijn rol te verkleinen, zijn daden te verzachten, zijn slachtofferrol te vergroten. Als lezer ga je daar onwillekeurig in mee, ook omdat hij veel van de ellende in de schoenen van anderen weet te schuiven. Niet doen. De lezer krijgt hierbij hulp van de hippie, die je, voor zover nodig, weer op het goede spoor zet.

Ik zou nog uren door kunnen gaan over dit magnifieke boek, dat terecht veel lovende kritieken heeft ontvangen, vooral buiten Nederland, maar ik laat het hierbij. Dompel je onder in De fabriek van klootzakken en leer de mens kunnen in al zijn opportunistische hufterigheid.
Profile Image for Britta.
399 reviews39 followers
September 19, 2025
Ein moralischer Ritt voller Höhen und Tiefen. Ein grandioses Buch. Erschreckend, emotional, mitreißend.
Profile Image for lärm.
345 reviews11 followers
February 7, 2022
It's hard to believe that one person could go through all of this, but nevertheless it's an impressive read.
1,350 reviews56 followers
February 13, 2020
Quel roman ! Quel pavé passionnant de bout en bout.

Quand j’ai emprunté ce roman à ma BM préféré sur les conseils de Eve-Yeshé (son coup de coeur ici), je ne me doutais pas de l’épaisseur du tome : 880 pages sur du papier presque bible.

J’entrais donc dans le livre un peu à reculons, prête à lire en avance rapide parfois, voire à l’abandonner. Et bien pas du tout : j’ai été happée dès les premières pages.

Pourtant, l’histoire n’est pas facile d’un point de vue humain : on suit Koja Solm né à Riga et devenu SS grâce à son frère avec ce que cela implique de barbarie.

Le récit se complique après la guerre lorsque l’auteur axe son propos sur les services secrets allemands (j’ai dû parfois avoir recours à Wikipedia pour vérifier : et tout est vrai).

Pour autant, le style est fluide et ne donne pas envie de lâcher ce roman.

Les personnages sont passionnants à plus d’un titre : Koja parce qu’il donne l’impression de ne décider de rien, son frère Hub qui va déchoir petit à petit. Seul le personnage de Ev ne m’a pas convaincu qui est juive mais se marie avec un allemand (en l’occurrence son frère adoptif), travaille à Auschwitz puis émigre en Israël. Son caractère fantasque ne m’a pas convaincu.

J’ai aimé Koja, le narrateur, peintre comme son père, qui fait entrer dans son récit l’art et la couleur au milieu de tous ces uniformes.

N’oublions pas le hippie à qui s’adresse Koja sur son lit d’hôpital et qui ne lit que des BD (Asterix, Tintin…)

Revenons-en au récit : j’ai donc découvert la guerre en Lettonie, certaines exactions commises et la façon de monter en grade dans la SS quand on fait preuve de bonne volonté.

Puis vient la défaite et le rapatriement en Allemagne, la difficile reconversion des anciens officiers. Mais ne vous en faites pas pour eux : l’esprit d’organisation et de corps qui a montré son efficacité en 39-45 leur garanti un avenir prospère.

J’ai donc découvert une autre organisation que celle du Vatican pour exfiltrer ces criminels ; une organisation qui avait le soutient de la CIA, et qui avait à sa tête Reinhard Gehlen (ancien de la Wehrmacht) directeur du BND, le service secret de RFA. Comble de l’ironie, il habite dans l’ancienne magnifique maison de Martin Bormann, conseillé de Hitler.

J’ai aimé que son organisation, surnommé l’Org soit comparé aux Orcs après une visite de Tolkien venu prendre le thé.

J’ai découvert qu’Israël avait acheté des armes à l’Allemagne après la guerre, et beaucoup.

Un roman historique foisonnant, donc, mais aussi psychologique : les hommes comme Koja ballotés et dépassés par les événements ont existé. Ils ont pris part aux massacres et aux tueries sans jamais y croire vraiment.

Un roman dans lequel beaucoup de personnages sont comparés à des nains (tic d’écriture qui a fini par me faire sourire).

Un roman sur la colère qui nous anime et nous meut, sur celle que n’a jamais exprimé l’Allemagne.

Un roman qui pose la question suivante : comment la société de RFA a-t-elle réussi à trouver le chemin de la démocratie en dépit de l’intégration des anciens nazis ? (p.882) Car l’auteur, très documenté, montre la continuité entre le personnel des services secrets du Troisième Reich et celui du BND jusque dans les années 1960.

L’image que je retiendrai :

Celle de la pomme rouge que les deux frères sont obligés de se partager pour faire la paix. Le fil conducteur du roman.

https://alexmotamots.fr/la-fabrique-d...
Profile Image for Javisanx.
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November 9, 2023
Sin duda uno de los mejores libros que he leído, tanto la parte de novela como la que narra los hechos históricos que sucedieron en un amplio periodo de nuestra historia reciente están escritos para hacer que no quieras que se acabe nunca el libro, a pesar de que lógicamente todo lo que cuenta es duro y triste.
Profile Image for Jasper Van Der Schaaf.
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June 18, 2022
Filmmaker en historicus Chris Kraus (niet te verwarrend met de Amerikaanse vrouwelijke gelijknamige auteur) wilde oorspronkelijk een film maken van zijn roman Das kalte Blut (wonderlijk vertaald als De fabriek van klootzakken, misschien om verwarring met Truman Capotes In cold blood te voorkomen?). Kraus' roman is zeer ambitieus en wordt op de voorflap vergelijken met Jonathan Littells De welwillenden. Dat is niet helemaal juist alleen al qua historische plaatsing, want Kraus schrijft over een periode van 1905 - 1974, terwijl Littells boek alleen WO2 beslaat. Overeenkomst is wel het vertelperspectief vanuit een hoge SS officier, dat bij Kraus echter slechts een relatief beperkt deel van zijn boek omvat.

Een andere overeenkomst is dat het boek buitengewoon goed historisch is gedocumenteerd en daarom voor de geïnteresseerden in de Duitse geschiedenis (zoals ondergetekende) zeer interessant. Van de Russische revolutie van 1905 die een inspiratie was voor het Letse nationalisme, tot de sterkte verwevenheid van de geheime Duitse naoorlogse geheime dienst met de top van de Wehrmacht en SS,. Bovendien is het autobiografisch, want gebaseerd op de opa van Kraus en diens broer. Het spel op de grens van fictie en (historische) roman is daardoor geslaagd.

Minder geslaagd vind ik het liefdesverhaal dat op het tweede niveau van dit boek aanwezig is met (joodse-halfzus) Ev(a), die ook op de voorkant van de Nederlandse editie figureert als schilderij van Lucas Cranach uit 1528. Zij is voor mij een flat character en dient vooral om de menselijkheid en (latente) moraliteit van grootpapa en daarmee het gehele Duitse volk iets van smoel te geven. Niet de beste literaire vondst in mijn ogen.

Ook de beeldtaal van Kraus staat mij af en toe tegen. Het blauw-witte pakje van een Joodse overlevende na de oorlog "wapperde als een vlag boven Auschwitz". In een film kan dit een krachtig beeld zijn, maar in een roman vind ik het smakeloos. De vertaling van deze complexe roman is overigens redelijk te noemen, al gaat die soms mank bij de meer juridische termen (subordinatie in plaats van insubordinatie en wat een novelle juridisch gezien anders is dan een wet wordt niet erg duidelijk, staatsrecht les 1).

En dan: In der Beschränkung zeigt sich der Meister, ofwel: deze roman is eigenlijk een trilogie in 1 boek wat mij betreft en daarmee ofwel te lang, ofwel te kort. Wat dat betreft had Kraus wat mij betreft het laatste deel (Zwart-rood-goud, over de de-nazificatie van na-oorlogs Duitsland) van 300 pagina's apart mogen publiceren en de rest nog even op de plank mogen laten liggen. Dan had hij Ev(a) misschien meer diepgang kunnen geven, of uit de serie kunnen schrijven. En hopelijk meldt zich snel nog een financier voor het maken van deze serie, want het omwerken naar een script moet niet al te moeilijk zijn!
Profile Image for Tobias Grünert.
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March 24, 2024
,,Das Kalte Blut“ nimmt die Leser*in mit auf eine Reise von den 1920ern bis zu den 1970ern, auf der die Lebensgeschichte der Brüder Solm und ihrer Adoptivschwester erzählt wird.
Dabei fand ich zum einen historisch höchst interessant, der Entwicklung der russischen, israelischen, deutschen und amerikanischen Geheimdienste sowie diverser politischer Institutionen der BRD bis 1970 beizuwohnen. Hier ist es immer wieder erschreckend, wie ganze Abteilungen früherer SA, SD oder SS-Funktioneller eins zu eins im BND, in der Org oder im Verfassungsschutz Zulauf fanden. Und auch über den Mossad konnte sich mein Wissensstand über 0 erheben.
Neben des geschichtlichen Interesses, das das Buch weckt, hat es auch moralisch spannende Fragen aufgeworfen. Ich habe mich erwischt, bis zu letzt bei bestimmten Figuren auf deren grundsätzlich guten Charakter zu vertrauen, trotz widersprüchlicher Handlungen. Das Buch zeigt einmal mehr, nicht alle Menschen sind gut, doch alle Menschen haben ihre Abgründe. Und gehen damit auf verschiedene Weise um.
Ein also auf mehreren Ebenen sehr interessantes Buch, das sich sehr gut liest, weil viel passiert und es eine herrliche sarkastische Note besitzt
Profile Image for Pianobikes.
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February 5, 2023
“Entonces comprendí por qué ama un ser humano a otros seres humanos, y es que no tiene más remedio que amarlos, pues eso constituye, para cada uno, la única esperanza de seguir siendo humano a pesar de todo” ~ La fábrica de canallas de Chris Kraus.

Chris Kraus es el director y guionista de una mis películas favoritas: “Cuatro minutos” –“Vier Minuten”, en alemán por si no la encontráis de otra forma–. Una película con muchos ingredientes para gustarme: rock, música clásica, piano, IIGM, diversidad, amistad… Así que cuando vi que había escrito este libro, allá me lancé de cabeza.

Novecientas páginas de novela así que, en fin, os podéis imaginar: partes que me han encantado y otras que me han aburrido horrores. La historia en sí podría estar mejor. Para mi gusto le falta un poco de emoción que supongo que queda reducida por el hecho de que está contada en primera persona y claro, ya sabemos qué le va a pasar al personaje o, mejor dicho, qué no le va a pasar.

El libro comienza en un hospital donde un anciano, Boja por su nombre abreviado, y un hippie comparten habitación. El primero narra su vida, desde comienzos de la II Guerra Mundial en Riga hasta la actualidad. Nos va haciendo espoiler de algunas cosas, –tampoco lo hace muy bien con lo cual la tensión se relaja–, y vamos avanzando en la historia familiar de Boja y su trabajo como espía para todas las partes: nazis, judios, CIA, rusos. ¡Menuda liada! La verdad es que a pesar de lo larga que es la historia no he conseguido encariñarme con ningún personaje.

Dividido en cuatro partes, os diré que las dos primeras me encantaron pero la tercera se me hizo larga y pesada. Había capítulos que me daban ganas de leer en diagonal y por momentos hasta estuve a punto de plantar pero soy terca y ya llevaba 500 páginas leídas así que bueno, ¿qué mal me iban a hacer 400 más? La cuarta mejoró un poco al comienzo pero saturé de personajes y de situaciones que ya me estaban sobrando y que terminé con un “uf, ¡por fin!” que quizá lo dice todo.
Profile Image for Estelle.
15 reviews
March 9, 2024
What to say about this?

It's been a little more than a month, and I finally got through it. There were times I couldn't put this down. There were times I needed a break from all the sh*t in this book.

That's what this book is. It's about the sh*tty way people can be (and I'm putting it lightly). Consequently, it's a heavy read. Our main character Koja Solm has no morals. He does everything to survive, does everything for his own self interest. Combine that with the German 20th century (WW2, Holocaust, Cold War, espionage of all kinds) and you get a book that, at times, is difficult to stomach.

So, what to say about this?

Heavy. Morally questionable, morally infuriating. Historically, it hits the nail on the head - perhaps not always in historical accuracy, but in capturing the atmosphere and the themes of the age.

All in all, it is not for everyone. But if you have the time to spare and the mood hits you right, give it a try. I think this book will stay with me for a very long time.
Profile Image for Paul Butler.
267 reviews1 follower
July 17, 2025
This astounding novel is the story of three siblings from childhood to adulthood and their seriously complicated relationship. It's a story about SS officers and the monstrous Einsatzgruppen A in the Baltics during WWII. It's a story of post-war West Germany and how its newly-founded secret service was awash with Nazis who had escaped justice for their war crimes. It's a story of the fledgling state of Isreal and Mossad's attempts to eliminate German scientists working on missile projects for Egypt. It's a story of a huis-clos between two bedridden men, one a Buddhist idealist, the other a former SS officer cum Mossad agent cum KGB agent cum make-believe Jew. It is several doomed love stories. It is a story of treachery, of art, of inconsolable loss, and a story of how one can destroy everything and everyone he loves. It is all of these. And it is a masterpiece.
11 reviews
January 4, 2021
A must read book. An eye opener on the world between 1905 till 1975.
The fact that criminals and victims are one and the same .
It reminded me of «Les Bienveillantes” de Jonathan Littell. When Germans questions their past.
It’s an eye opener about what goes on between the BDE, CIA, KGB, MOSSAD SPATI
I read it in 3 days despite being 1200 pages long
I would recommend it to anyone because even if it’s a fiction, all the characters, the plot, the assassination did happen and except for the protagonists all other characters are real and did exist
Profile Image for Luc De Coster.
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November 11, 2022
De originele Duitse titel van deze roman is “Das kalte Blut”. Beide titels, de Engelse en de Duitse, zijn goed gekozen, want wat is Konstantin Solm, het vertellende hoofdpersonage, een koudbloedige smeerlap. Charmant en sympathiek en zin voor humor en kunstzinnig en cultureel verfijnd, dat wel, maar wat hij allemaal doet, zowel privé als in zijn carrière in militaire veiligheidsdiensten, is scrupuleloos en doortrapt. Een vleesgeworden gruwelijk overlevingsmechanisme in een genadeloos biotoop, dat inderdaad een soort fabriek is dat smeerlappen produceert.

“De fabriek van klootzakken” (Nederlandse titel) is het verhaal van een familie van Baltische Duitsers afkomstig uit Riga en een politieke geschiedenis van de twintigste eeuw in Duitsland, met het grote trauma van de tweede wereldoorlog en de holocaust voorop. “Nog maar eens”, denkt u allicht. Maar voor mij slaagt Kraus erin om dit uitgebeende thema op een originele manier naar een universeler niveau te tillen.

Het vertellende personage heeft een oudere broer en een jongere pleegzus, een wees wiens ouders omkwamen bij etnisch geweld in het interbellum. Die familiegeschiedenis is vreselijk: beide broers hebben afwisselend relaties en huwelijken met hun “zus”. Dat zorgt voor vergiftigde familierelaties en het nodige geweld en drama.

Weggejaagd uit Letland, met achterlating van een door de Bolsjewieken vermoorde grootvader, is dat het lot van de oude Duitstalige elite uit Riga. De broers Kolm belanden vanuit dat onrecht in een engagement bij de Nazipartij en de SS. En daar doen ze de vreselijkste dingen, de oudere broer al iets enthousiaster dan Konstantin, die bij een Jodenjacht verplicht wordt eigenhandig moeder en baby te executeren, een sleutelscene in de roman.

Na de oorlog worden Konstantin Solm en zijn broer betrokken bij de uitbouw van de nieuwe geheime diensten van de Bondsrepubliek onder leiding van Reinhard Gehlen, een historische figuur èn romanpersonage. We zitten dan ook in een soort historische fictie waar echte mensen en verzonnen personages, echte en verzonnen gebeurtenissen, door mekaar lopen. Men moet al een kenner zijn om Wahrheit en Dichtung te onderscheiden.

Het wordt een ingewikkelde geschiedenis van Russische, Amerikaanse, Israëlische en Duitse spionnen waarbij de broers tussen hun privéverraad door mekaar ook politiek en professioneel messen in de rug steken. In de wereld van geheime diensten is zulks van een behoorlijk wreedaardig gehalte en de lichamen van onze helden komen daar niet geheel ongedeerd uit. Ideologie is al lang overwoekerd door overleven als op het eind van de roman van de familie niets meer overblijft en broers en zus alleen nog haat rest.

De structuur van “The bastard factory” is een 700 bladzijdenlange spitse raamvertelling: de bejaarde Konstantin is gehospitaliseerd met een kogel in zijn hoofd en deelt in een ziekenhuis in München de kamer met een hippie wiens schedel met een paar vijzen bij mekaar wordt gehouden. De humor is al eens morbied. Aan hem vertelt Konstantin zijn levensverhaal: aanvankelijk gecharmeerd, luistert de hippie maar als het vlotte vertelsel zo veel gruwel blijkt de bevatten neemt de afkeer alsmaar toe en onderneemt hij pogingen om aan Konstantin en zijn bagatelliserende manier om over zijn misdaden te verhalen te ontsnappen. Jammer genoeg lukt dat niet want de hippie verliest steeds meer het vermogen om fysiek te bewegen en zich verbaal uit te drukken. Uiteindelijk kan hij als een plant in een rolstoel alleen nog toehoren.

Die hippie is natuurlijk de Duitser die dit niet wil horen maar er toch niet aan kan ontsnappen. De menselijkheid van de Nazi is moeilijk te accepteren. Ik las een tijd terug “Onder buren” van Juli Zeh: ook daar de menselijkheid van een neo-nazi, waarvoor de schrijfster heel wat kritiek te slikken kreeg. Het blijft een thema in Duitsland.

Ik zou zeggen laat u vrijwillig meenemen op reis door Konstantim Solm langs Riga, Berlijn, Parijs, München, Tel Aviv en nog een paar plekken en onderga het gebanaliseerde en van kwinkslag voorziene kwaad. Het is spannend, de personages zij tegelijk levensecht en een soort historisch gecondenseerd type. Het raakt universele thema’s als de mens in zijn historisch kader, zijn (on)vermogen tot liefde en nog wat diepzinnige zaken. En humor en geschiedenis. Voor ieder wat.

This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Lisa.
137 reviews17 followers
July 12, 2017
Die beiden Brüder Hub und Koja Solm aus Riga beginnen ihre politische Laufbahn in Nazideutschland. Während Hub in seinem Element angekommen scheint, gerät Koja eher durch unglückliche Umstände in das Netz der NSDAP.
Nach dem Ende des Krieges arbeiten beide als Spione in der jungen Bundesrepublik. 
Schon früh adoptieren Hubs und Kojas Eltern die Jüdin Ev, die als Geliebte zwischen den beiden Brüdern immer wieder wechselt. Aus diesem Dreiecksgespann, das nicht nur eine Menge moralischer Fragen aufwirft, treten abenteuerliche politische Verwicklungen in Kraft. Denn die Geschichte der Familie Solm repräsentiert gleichsam die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. Einem Land, das nach seinem Untergang wieder aufersteht. 

"Normale Menschen, die zu Massenmördern werden". Dieses Buch, geschrieben vom Kulturwissenschaftler Harald Welzer, wird in der Danksagung von Chris Kraus' Roman "Das kalte Blut" vom Autor selbst erwähnt und als ein Titel bezeichnet, der auch gut zum hier vorliegenden Roman passen würde. Und das ist mehr als zutreffend. 
Koja Solm, der Protagonist dieser Geschichte, der im weit fortgeschrittenen Alter in einem Krankenhaus einem Hippie, namens Basti, seine Lebensgeschichte erzählt, verkörpert zunächst den klassischen Typen eines Durchschnittmenschen, der nach einer Verkettung unglücklicher Umstände in die NSDAP kommt. Ein Leben lang stand der künstlerisch begabte Koja im Schatten seines größeren und dominanten Bruders und gerade dieser Umstand, dass Hub eine gewisse Macht über seinen Bruder besitzt, ist auch wohl der Grund, warum sich Koja in dieses gefährliche Milieu hineinziehen ließ. An diesem Punkt enden aber auch schon jegliche Rechtfertigungsversuche für die Hauptfigur des Romans. Auch wenn Koja das ein oder andere Mal in seinem weiteren Lebensweg aus Angst um eine geliebte Person handelte, handelte er doch immer im vollen Bewusstsein und war sich der Tragweite seiner Entscheidungen bewusst. Spätestens zu dem Zeitpunkt, als der Leser diese Tatsache annimmt, wird auch deutlich, dass man es mit einer unglaublich unsympathischen Hauptfigur zu tun hat. Zumindest meiner persönlichen Empfindung nach.
Diese Erkenntnis kam mir sehr früh, während der Lektüre der knapp 1200 Seiten, dementsprechend überrascht war ich dann, dass es der Sogwirkung, die "Das kalte Blut" zweifellos besitzt, keinen Abbruch getan hat. Wenn man einmal begann zu lesen, kam man, selbst nach sehr vielen Seiten, schwer von der Geschichte los. Das lag vor allem daran, dass Chris Kraus einen wirklich begnadeten Erzähler verkörpert. Er erzählt die Familiengeschichte der Solms, eine Geschichte, in der zwei Brüder sämtliche Moralvorstellungen ablegten und zu Massenmördern wurden. Er konstruiert zwei unterschiedliche Charaktere und beschreibt, wie einem die Last wegen der Richtung, die sein Leben nahm, erdrückt und wie der andere besser mit der Situation zurecht zu kommen scheint. Man würde annehmen, dass es sich bei dem Erdrückten um Koja handelt, aber das ist eine falsche Vermutung. In einer fast schon beängstigenden emotionslosen Neutralität berichtet der Protagonist Koja von seinen Verbrechen in der Nazizeit, wie er danach lügt und betrügt und jedem in seiner unmittelbaren Umgebung manipuliert, um seine Ziele zu erreichen. Manchmal bekommt der Leser den Eindruck, dass er nicht von seinem eigenen Leben berichtet, sondern vom Leben eines anderen erzählt. Wutanfälle, Alkoholexzesse, Gewaltausbrüche und den ein oder anderen psychotischen Zusammenbruch überlässt der Protagonist den beiden anderen Akteuren im oben erwähnten Dreiecksgespann, seinem Bruder Hub und seiner Adoptivschwester Ev. Diese Dreiecksgeschichte bildet dann auch eines der wichtigsten Handlungselemente der Geschichte. Sie steht mehr als einmal im Mittelpunkt der Geschehnisse und bestimmte sogar die politischen Wege, die die beiden Brüder nach Ende des Krieges gehen. 
Als Spione der jungen deutschen Bundesrepublik müssen sie Leute abhören, Geheimnisse hüten und ein Lügenkonstrukt erschaffen, dass sich unbemerkt auch in ihr Privatleben schleicht, und dort Ereignisse hervorbringt, die den Leser immer wieder überraschen. Und somit der Sogwirkung von "Das kalte Blut" natürlich keinen Abbruch tut. 
Obwohl der Protagonist mit seiner Lebensbeichte gegenüber dem friedlich lebenden Hippie im Krankenhaus wohl nur Vergebung suchte, und klar stellen wollte, dass er an keinem Punkt seiner teils fragwürdigen und teils grausamen Taten keine Wahl hatte, lässt sich in der Handlung des Erzählens einer Lebensbeichte, wieder ein typischer Charakterzug Kojas erkennen, die er auch oftmals in seinen Erzählungen einfließen ließ, und zwar, dass er in den meisten Fällen immer nur sich selbst retten wollte. Mögen manche seiner Motive aus Liebe gewesen sein, diese Selbstsüchtigkeit konnte ich ihm trotzdem nicht absprechen. 
Auch das Ende der erzählten Geschichte von Koja Solm, möchte ich in handlungstheoretischer Sicht, positiv hervorheben. Es knüpft noch einmal an die bereits erwähnte Disharmonie im Zusammenhang mit dem Protagonisten an und bringt seine gesamte Lebensgeschichte zu einem nennenswerten Abschluss.
Wie bereits erwähnt ist "Das kalte Blut" nicht nur eine Familiengeschichte, sondern gleichsam die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. Nicht nur der zweite Weltkrieg wird thematisch behandelt, sondern auch die neue deutsche Bundesrepublik mit einem besonderen Hauptaugenmerk auf die Geheimdienste, in denen sich allerhand ehemalige Naziverbrecher befanden, die straflos ihren Angelegenheiten weiter nachgehen konnten. Gerade die politischen Akteure in Chris Kraus' Roman, so steht es in den Vorbemerkungen des Autoren, entsprangen zum großen Teil eben nicht seiner Feder, sondern haben wirklich existiert. An dieser Stelle sollte auch noch einmal die Danksagung lobend erwähnt werden, in der man nicht nur allerhand interessante Details zum Lesen bekommt, sondern auch einen kleinen Überblick über das enorme Recherchematerial erhält, das Chris Kraus für seinen Roman gebraucht hat.
Es ist ziemlich schwierig auf 1200 Seiten nicht einmal langatmig zu werden, doch genau das ist dem Autoren mit "Das kalte Blut" gelungen. Eine Geschichte, die sauer aufstößt, die einen wütend macht, die man aber doch nicht eine Minute zur Seite legen kann. 
Profile Image for María.
34 reviews
Read
May 13, 2025
Este es el primer libro al que no voy a darle una calificación y es que he desarrollado con él sentimientos encontrados. Es una obra muy bien escrita con un contexto histórico profundo y muy cuidado y una temática (la absorción de antiguas SS en los sistemas de espionaje occidentales) atractiva. Además, la historia se basa en las vivencias del propio abuelo del autor, espía de las SS, y abarca desde el ascenso del nazismo en Letonia hasta los años 60 y 70.

A pesar de todo lo anterior, en muchos momentos he necesitado detener la lectura, no tanto por la dureza de lo narrado sino por la repulsión que me han generado los 3 personajes sobre los que pivota la historia.

Lo termino con una mezcla encontrada de sentimientos entre la calidad de la escritura y las emociones que me ha suscitado.
Profile Image for Cat.
243 reviews18 followers
July 25, 2025
1100 pages, c’est trop long. Fini pour moi les ultra gros pavés. L’histoire est bonne, mais je comprenais pas toujours toutes les intrigues politiques allemandes.. c’était parfois trop pointus pour rien et je perdais de l’intérêt. Fait le plus intéressant et plutôt inédit pour moi : l’auteur aborde le sort des officiers SS après la 2eGM …

Deux mois après l’avoir entamé, je peux enfin mettre cette lecture derrière moi.
Profile Image for Ricarda.
84 reviews
April 11, 2023
Für mich ein echtes Highlight: toll geschrieben, mega interessant und wahnsinnig spannend!
Profile Image for Bert Decavel.
118 reviews6 followers
December 30, 2021
In 'De Fabriek van Klootzakken' beschrijft de Duitser Chris Kraus (1963) , losjes gebaseerd op het leven van zijn grootvader, de uit Letland afkomstige SS -Sturmbannführer Otto Kraus, leven en (on) welzijn van twee broers die er via de gevreesde Sicherheitsdienst van de SS ( een soort geheime dienst) geruisloos in slagen om na de oorlog in het ambtenarencorps van de Bondsrepubliek geïntegreerd te worden om daar als vanzelf ingezet te worden voor  taken waarbij enige smeerlapperij vereist is. Kraus begint zijn boek met een waarschuwing aan de lezer; wanneer het verhaal ongeloofwaardig en grotesk lijkt , kan de lezer er van op aan dat het beschrevene ook echt gebeurd is. Slechts in de rangschikking van het triviale is er ten behoeve van het verhaal enige fantasie aan te pas gekomen. In Duitsland kwam het boek enige tijd geleden op de markt onder de titel 'Das kalte Blut'. Het werd meteen verkocht aan een Franse uitgeverij die het als 'La fabrique des Salauds' uitbracht en daar meteen een bestseller werd die vergeleken werd met 'Les bienveillantes ' ( de welwillenden) van Jonathan Littell. Het is zeker een even dikke kanjer en het leest net zo goed vlot weg. Toch lijkt een lezer met enige kennis van de recente Duitse geschiedenis enig voordeel te hebben. Een duistere Nazi-figuur als (ex-generaal) Reinhard Gehlen (‪1902-1979‬) die na de oorlog jarenlang aan het hoofd zou staan van de Duitse geheime dienst ( Bundesnachrichtendienst of BND)  is voor de leek waarschijnlijk een totaal onbekende terwijl de man op zijn eerder slinkse wijze jarenlang zijn stempel op het naoorlogse Duitsland wist te zetten. Het boek zet ook aan je af te vragen hoe de Bondsrepubliek er al die tijd in geslaagd is een democratie te blijven en justificeert alvast één bestaansreden van de latere Rote Armee Fraction; de vrees opnieuw gedomineerd te worden door extreem-rechtse stromingen omdat nagelaten werd sleutelfiguren uit het Derde Rijk monddood te maken. Wie de afweging zou maken welke daders onberecht bleven, welke misdrijven onbestraft bleven en dat zou vergelijken met daders en bestraffing van de herfstterreur uit de jaren 70 zou tot bevreemdende slotsommen kunnen komen..( de Baader-Meinhof- en RAF- terreur staat in  Duitsland bekend als 'Deutscher Herbst').
Het verhaal op zich is wat één van de broers zijn kamergenoot in een Münchens ziekenhuis in 1974 vertelt. Het gaat terug tot het begin van de eeuw en begint eerder idyllisch in Letland , maar algauw komt het slechtste in de mens de idylle verstoren en zo schuift het in grote mate gewelddadige verhaal  geleidelijk aan op tot het begin van de jaren 70 in München; wat vertelt wordt is een rollercoaster aan gebeurtenissen, aangrijpend ( de moord op joden in Riga) , grotesk (de mislukte aanslag op Stalin) spectaculair vanwege de ongeloofwaardig klinkende werkelijkheid (de kidnapping van Otto John) en bij momenten wreed en cynisch. Al deze elementen , samen met de betrokken organisaties, de SD van de SS, de KGB, de BND, de CIA en de MOSSAD, zorgen ervoor dat het boek ligt te wachten op een verfilming. Dat mag ook niet verwonderen omdat Kraus die eigenlijk filmmaker is het boek begon als een scenario, maar in de loop van het schrijfproces besloot er een roman van te maken.

Vrolijk word je er niet van,  van deze als een verontrustende thriller geconcipieerde roman met te veel werkelijkheid en waarheid in de regels die je anders zou kunnen wegzetten als duistere fantasieën. Maar hij zet je wel aan het denken over de machinaties in de coulissen van de werkelijkheid.
Profile Image for Elma Voogdt.
874 reviews17 followers
December 28, 2021
De fabriek van klootzakken vertelt het levensverhaal van de broers Hun en Koja Solm. In een ziekenhuis vertelt de oude Koja Solm zijn verhaal aan zijn kamergenoot, een jonge hippie, die door Koja ook de naam Hippie krijgt. We gaan terug in de tijd en krijgen zo een kijkje in het leven van een man met een buitengewone lotsbestemming, een ambitieuze familie, zo ook over moraliteit en de grens tussen goed en kwaad.

Chris Kraus geeft een stem aan een man die door de geschiedenis en het verdriet geleidelijk in een monster is veranderd. Door lafheid en overlevingsdrang, uit financieel belang of om degenen die hij liefheeft te beschermen, wordt Koja een manipulator en vervolgens een moordenaar. Geïnspireerd door zijn familiegeschiedenis (de grootvader van de auteur was een nazi), is dit boek een historisch verhaal vol belangrijke gebeurtenissen geworden. Op sommige momenten is het verhaal schokkend en wil je eigenlijk niet verder lezen. Als lezer ben soms verbaasd en geschokt door het tweede leven dat sommige nazi’s door de geheime diensten werd geboden. Zeker omdat een tweede kans kregen vanwege hun vaardigheden die zij hadden verworven door het plegen van de gruwelijkste misdaden die de mensheid ooit kende. De auteur schetst een politieke wereld die tot op het bot is bedorven.

De hoofdpersonen komen onsympathiek over, vooral Koja, maar hun relaties zijn boeiend omdat ze niet alledaags zijn. De driehoeksverhouding tussen Koja, Hubert en hun geadopteerde zus Ev geeft aanleiding tot enkele interessante beschouwingen over incest, met name over de definitie ervan. De omkering van de liefde, het verraad, het komt allemaal in het verhaal voor.

Het is een uitgebreid boek, als lezer zul je momenten hebben dat je er genoeg van hebt, houden de korte hoofdstukken, de passages van het verleden naar het heden, het cynisme van de auteur, de ambivalente personages, de wendingen en de veranderingen van omgeving (Letland, Duitsland, USSR en vervolgens Israël), de belangstelling van de lezer toch tot het einde vast. Het einde geeft de lezer veel voer tot nadenken, het biedt een laatste treffend beeld dat voor meerdere interpretaties vatbaar is.
Profile Image for Manoncrdt.
195 reviews1 follower
September 26, 2019
Stupéfiant !

Chris Kraus nous transporte dans une famille allemande marquée par la violence, la haine et le nazisme. Nous vivons les horreurs de la seconde guerre mondiale à travers leurs yeux et notamment celui d'un nazi qui agit selon son idéal : l'amour ! Un roman captivant qui se déguste comme un polar vénéneux avec une fin ...
Profile Image for Maria Pavlovetsky.
46 reviews2 followers
April 14, 2021
Ein grandioses Buch dass man nicht leicht vergessen kann...spannend, gut geschrieben und wahnsinnig interessant. Man fragt sich staendig im
Laufe der tausend Seiten “und wie wuerde ich in der Situation verhalten?”. Das Buch stellt mehrere moralische Fragen.
Displaying 1 - 30 of 91 reviews

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