Sie ist sarkastisch. Sie trinkt manchmal zu viel. Sie reagiert allergisch auf Ökospießeridyllen und karrieregeile Mittdreißiger. Susanne fühlt sich wie die letzte Hüterin einer untergegangenen Kultur. Als sie ihre Stelle in einer Hamburger Werbeagentur verliert, kauft sie sich kurzerhand ein altes Wohnmobil und bricht auf, um doch noch den Traum ihrer 70er-Jahre-Jugend zu verwirklichen: wild und gefährlich zu leben. Durch eine Motorpanne endet die Reise vorzeitig in einem abgelegenen Schwarzwaldtal. Susanne ahnt nicht, dass der Bach, der an ihrer Ferienhütte vorbeifließt, unerwartete Begegnungen magisch anzuziehen scheint …
Mir hat das Buch eigentlich ganz gut gefallen. Ich fand es toll, dass es eine Protagonistin ist, die bereits über 50 ist - das kenne ich eigentlich selten und wenn, dann ist es meistens mehr der Typ schrullige Oma oder so. Susanne ist nichts dergleichen. Gut, ich finde sie ist auch nicht sarkastisch, wie der Klappentext sagt - und ja, sie trinkt definitiv zu viel, nicht nur manchmal - das fand ich etwas erschreckend, wie "normal" der Alkoholkonsum hier dargestellt wird. Abgesehen davon war es aber eine nette, flüssig zu lesende Geschichte, die von einer Frau handelt, die auszieht, um sich selbst zu finden und dabei allerhand nette Leute trifft und schließlich erkennt, dass man dafür nicht unbedingt ans Meer fahren muss. Den Titel fand ich extrem gut gewählt, auch wenn man erst gegen Ende hin wirklich versteht, was es damit auf sich hat.