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Das Mädchen mit dem Löwenherz

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Als die 13-jährige Anna das erst Mal ins Visier der Mächtigen gerät, weiß sie nichts von den Kämpfen, die die katholische Kirche und die Anhänger Martin Luthers zu jener Zeit miteinander ausfechten. Doch Anna ist ein hochbegabtes Waisenmädchen, das über ein absolutes Gedächtnis verfügt, was Geschriebenes angeht. Ein der Reformation zugeneigter katholischer Würdenträger erkennt ihre Begabung. Fortan setzt er sie als Junge verkleidet als Spionin in eigener Sache ein, die den Klerus belastende Dokumente unters Volk bringt. Doch es dauert nicht lange, bis die katholische Kirche ihr auf die Spur kommt und Anna sich inmitten von Intrigen und Verbrechen wiederfindet. Jetzt, so denkt sie, kann ihr nur noch einer helfen: Martin Luther!

384 pages, Hardcover

Published February 27, 2017

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151 reviews
May 25, 2017
Das Mädchen mit dem Löwenherz - oder eher die Rebellin zu Luthers Zeit

383 Seiten
cbj Verlag

geschrieben aus der Erzählsicht Annas (Ich-Perspektive)
Die Kapitel sind Briefe an Martin Luther, in denen die nun 20-jährige Anna von Zons aus ihrer Jugend als Dreizehnjährige erzählt.
Das Ganze spielt zu Luthers Zeit (1537)

"Buchstaben sind wie Steine. Du kannst so viele unterschiedliche Häuser daraus bauen, wie du willst."

Anna von Zons ist eine junge Waise, als sie beim Zonser Türmer und dessen Frau aufgenommen wird. Ihr bester Freund ist Felix, ein Junge in ihrem Alter, der ihr allerlei Geschichten erzählt und ihr davon erzählt, wie er lesen und Schreiben gelernt hat. Anna ist begeistert und versucht sich selbst an den Buchstaben. Recht schnell erlernt sie das Lesen und Schreiben und merkt, dass sie sich geschriebenes wortgenau einprägen kann. Anna nennt diese Fähigkeit "Wolkenauge".
Aber dies ist nur der Anfang einer langen und beschwerlichen Reise für Anna. Anna hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und gerät eines Tages in eine Streitigkeit im Ort und wird daraufhin in einen Kerker gesperrt.
Lange Zeit weiß sie nicht wie ihr geschieht, bis sie vom Erzdiakon befreit wird und mit seiner Gemeinschaft nach Köln reisen soll. AUf dieser Reise lernt sie Irm, Matts und Solveg kennen, mit denen sie sich einen Reisewagen teilen muss und die ihr gegenüber nicht immer freundlich gesinnt sind.
Denn es herrscht Misstrauen gegenüber Annas Wolkenauge, die anderen Jugendlichen glauben, dass sie eine Hexe sei.
Nicht so Zangl, ein erwachsener Mitreisender, der in Annas Fähigkeiten eine Chance sieht, gegen Betrüger der katholischen Kirche vorzugehen. Zangl und der Erzdiakon sehen vor, Anna als Junge verkleidet mit in Verhandlungen und Besprechungen einzuschleusen, damit sie dort geheime Dokumente, zum Beispiel über den "Ablasshandel, einsehen kann und sie im Nachhinein Flugblätter drucken und unter die Leute mischen können um die Betrügereien bekannt zu machen.

*Ablass/Ablasshandel = Kirchlicher Gnadenakt zum Erlass der Bestrafung von Sünden. Dieser Gnadenakt kann durch Beten, Beichten u.a. erwirkt werden. Bis zu Luthers Auftreten war es üblich geworden, Ablassbriefe auch geschäftsmäßig gegen Geld auszugeben, um mit den Einkünften Kriege gegen die Osmanen und den Bau des neuen Doms in Rom zu finanzieren. Allersings stellte sich heraus, dass nur etwa die Hälfte des Geldes dafür verwendet wurde; mit der anderen Hälfte bezahlte Erzbischof Albrecht von Brandenburg, der mit Johann Tetzels Hilfe den Ablasshandel betrieb, seine ernormen Schulden bei den Fuggern.

So machten sich Zangl, Anna und ihre Mitstreiter ans Werk und waren uin der Lage, mehrere Sachen zu sammeln, von Köln über Aachen, Trier, Fuldda und Göttingen. Diese wollten sie in der "Summa delicti" zusammenfassen.
Natürlich machten sie unterwegs nicht nur Freunde, sondern auch Feinde, allen voran der Advokat***, ein so grausamer Mensch dass Anna nicht einmal seinen Namen in ihren Briefen zu Luther preisgeben möchte. Deshalb muss Anna letzten Endes untertauchen und schreibt aus ihrem Versteck heraus die Briefe an Luther um ihn um Hilfe zu bitten.

Insgesamt habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Anna ist in meinen Augen ein sehr starker Charakter, wengleich auch an manchen Stellen sie ernorm an sich und ihren Fähigkeiten zweifelt. Dennoch ist ihr Glaube, vor allem an die Schutzmantelmadonna, die sie im Laufe des Buches aus mehreren brenzligen Situationen "errettet" (wie Anna glaubt oder es sich zu erklären versucht) unumstößlich. Sie blickt außerdem sehr zu Luther und dessen Überzeugungen auf und betont dies mehrmals in ihren Briefen. Auch wenn Anna sich des Öfteren eine Hexe glaubt, setzt sie ihre Fähigkeiten dennoch mit der Überzeugung ein, dass ihre Mission das Richtige ist und man schlechte Menschen entlarven muss.
Anna muss insgesamt viel Leid ertragen und wächst dennoch zu einem starken Menschen heran, was mich sehr gefreut hat. Ich empfinde Anna insgesamt als sehr klug und habe im folgenden ein paar ihrer Gedanken und Worte als Zitate rausgeschrieben:

"Der Mensch ist ein leeres Gefäß, dessen schöne und gute Form erst sichtbar wird, wenn man es mit edlen Inhalten füllt."
"Geteilte Freude verdoppelt sich im Gegensatz zu Geld und Gut"
"Hinter jedem Menschen, egal wie seine Seele beschaffen ist, stehen Geschichten, die ihn dahin gebracht haben, was er ist. Beachtet man diese Vorkommnisse nicht, so erfasst man nicht die ganze Person, sondern nur einen Schattenriss"

Es finden sich viele kluge Sätze solcher Art im Buch und haben mich oft zum Nachdenken und Reflektieren gebracht.

Nicht so schön fand ich die manchmal etwas seltsamen Handlungen, zum Beispiel fangen inmitten einer Auseinandersetzung plötzliche alle an zu beten und Anna kann unbemerkt entwischen. Solche Stellen kamen mir bisweilen unglaubwürdig vor, aber darüber kann man hinwegsehen, da es dem Handlungsablauf kaum schadet.

Ich denke dass dieses Buch nicht nur schön geschrieben und gut durchdacht ist, sondern dass es auch viel Wahrheit und Stoff zum Nachdenken bietet.
Meine einzige Befürchtung ist jedoch, dass ein so kirchlicher Roman wenig Leserschaft in der heutigen Zeit finden könnte. Ich erhoffe mir jedoch das Gegenteil, denn das Buch gehört in die Hände junger Menschen, um ihnen zu zeigen, dass es auch andere Zeiten gab und Lesen und Schreiben zu können, besonders für Mädchen, nicht immer selbstverständlich war.

277 reviews
July 20, 2018
Das Cover ist sehr schön, hat gleichzeitig aber etwas geheimnisvolles.

Anna, ein dreizehnjähriges Mädchen, wächst bei einer Pflegefamilie auf. Eines Tages wird sie von einer Gruppe katholischer Würdenträgern, die der Reformation nicht abgeneigt sind, mit auf deren Wanderung genommen. Denn dieser Würdeträger erkennt Annas Gabe, gelesenes Wortgetreu wiederzugeben und möchte Annas Gabe dafür benutzen die Machenschaften von den höchsten Würdenträgern der katholischen Kirche aufzudecken und ein Ende zu setzen. Doch diese sind ihnen immer ein Schritt voraus. 

Die Geschichte ist in Briefform geschrieben, die Anna an Martin Luther schreibt. Sie erzählt all ihr erlebtes und bittet ihn mehrmals um Hilfe.

Fazit:
Das Buch fällt in die Genre Thriller. Leider konnte ich keine Thrillerelemente erkennen.
Ich persönlich habe etwas ganz anderes von dem Buch erwartet, da sich der Klappentext wirklich spannend anhört und würde enttäuscht. Da dieser Briefwechel nur einseitig stattfindet, wird es schnell langweilig. Man hofft bis zum Schluss, dass auch Martin Luther mehr in Erscheinung tritt, was aber nicht passiert, bis auf einem Brief am Ende, der auch noch frustrierend ist.

Der Schreibstil ist gut, viele Wörter werden am Ende beschrieben, man erfährt einiges aus der Reformationszeit und die Macht der katholischen Kirche, die einem immer wieder nur fassungslos macht.
Doch leider konnte die Geschichte mich nicht 100% mitreißen.
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127 reviews8 followers
March 31, 2017
Handlung: In dem Buch ' das Mädchen mit dem Löwenherz ' geht es um die 13 jährige Anna, die zu Zeiten Martin Luthers lebte. Sie wuchs als Adoptiv/Weisenkind in einer relativ reichen Familie auf, die Weisenkinder bei sich aufnahm. Anna lernte durch ihren Freund das lesen und schreiben undstellt schnell fest das sie anders ist. Sie kann sich gelesenes merken, nicht nur merken sie kennt sie nach einmal lesen auswendig und kann Seiten zitieren. Anna fängt an Martin Luther Briefe zu schreiben und ihm ihr Leben zu erklären. Sie hat neue Freunde gefunden, gute Freunde verloren und wurde verhaftet. Diese Briefe erzählen Jahre aus ihrem Leben und wie sie wegen ihrer Gabe, als Hexe beschuldigt wird und nicht mehr weiß wer sie wirklich ist.



Orte: es werden viele Orte in diesem Buch beschrieben, da Anna in ihrem kurzen Leben schon viel gereist ist. Die orte werden wirklich gut beschrieben und es sind manchmal sehr schöne aber auch traurige und unschöne Orte.



Personen: Man lernt in dem Buch sehr viele Personen kennen, doch oft verlieren sich die Personen da sie wo anders als Ann hingehen und weg sind. Aber Anna fand ich super, sie war toll beschrieben und sie hatte einen tollen Charakter und war wirklich sehr selbstlos ( an den meisten stellen ).



Schreibstil: An den Schreibstil musste ich mich erst gewöhnen, vor allem der der kursiven Schrift da er noch s eher diese altertümliche Sprache beinhaltete, doch nach einer Weile hat man sichdaran gewöhnt.



Gestaltung: Ich liebe dieses Cover. Es sieht toll, aber auch schlicht aus. Die Kapitelgestaltung ist auch sehr schön, einfach schlicht ,aber besonders.



Geschichte: Die Geschichte und die Veränderung von Anna fand ich toll. Ich mochte es sehr, wie man auch wirklich bemerkt hat das Anna erwachsen wird und schlimme Sachen erlebt hat. Auch den Verlauf der Geschichte fand ich toll, vor allem aber der letzte Brief von Anna und diese Offenbarung fand ich toll.



Fazit: Ein wirklich tolles Buch! Mir hat Anna sehr gefallen und auch die einzelnen Personen wurden sehr gut beschrieben. Die Entwicklung der einzelnen Personen fand ich großartig und auch die Orte im Mittelalter konnte man gut kennenlernen. Leider war der Schreibstil nicht so toll und es war an manchen Stellen auch etwas langweilend, weshalb ich 4 von 5 Sternen gebe.
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