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Leon Ritter #3

Gefährlicher Lavendel

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Der Frühling in Le Lavandou ist warm und verheißt einen herrlichen Sommer. Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter fühlt sich längst als echter Südfranzose und verbringt gemeinsam mit Isabelle viel Zeit auf seinem Weinberg. Doch die Idylle wird getrübt, als Leon zwei brutal zugerichtete Leichen obduzieren muss. Staatsanwaltschaft und Kommissarin haben schnell einen Verdächtigen zur Hand, doch Leon ist skeptisch und beginnt selbst zu ermitteln. Er kommt einer jahrzehntealten Geschichte auf die Spur und steht plötzlich vor der Frage, ob es gerechte Rache gibt. Da braut sich über der ausgetrockneten Erde der Provence ein apokalyptisches Gewitter zusammen, und Leon darf keine Zeit verlieren...

496 pages, Paperback

Published April 7, 2017

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About the author

Remy Eyssen

20 books7 followers
Remy Eyssen, geboren 1955 in Frankfurt am Main, arbeitete als Redakteur u.a. bei der Münchner Abendzeitung. Anfang der Neunzigerjahre entstanden seine ersten Drehbücher. Bis heute folgten zahlreiche TV-Serien und Filme für alle großen deutschen Fernsehsender im Genre Krimi und Thriller. Mit seiner Krimireihe um den Gerichtsmediziner Leon Ritter begeistert er seine Leserinnen und Leser immer wieder aufs Neue und landet regelmäßig auf der Bestsellerliste.

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Displaying 1 - 15 of 15 reviews
Profile Image for frausarahsarah.
90 reviews
June 19, 2023
„Also doch eine Mordserie? Aber suchen sich die Serientäter in der Regel nicht immer Frauen als Opfer?“

Die Leon-Ritter-Reihe macht mir auch im dritten Teil viel Spaß. Ein wirklich guter Krimi. Spannend und lässt sich wirklich schön wegschmökern. Einige Szenen beinhalten explizite Beschreibung von Folter und Misshandlung, die waren wirklich ufff zwischendurch.

Wie im Zitat oben schon gesagt, sind die Opfer in diesem Teil keine Frauen – was im Genre Krimi selten der Fall ist. Ich befasse mich schon länger mit eben der Frage, warum in so vielen Krimis/Thrillern immer Frauen die Opfer/Betroffene sein müssen. (Weiß natürlich, dass das leider auch der Spiegel der Gesellschaft ist.) War hier auf jeden Fall mal eine neue Perspektive.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Angelique's Leseecke.
1,041 reviews5 followers
May 10, 2017
Brutale Morde in der Provence

*Inhalt*
Während sich die einen um die Planung des Blumenkorsos im schönen Le Lavandou kümmern, sieht der Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter sich mit den Schattenseiten des Lebens konfrontiert. Auf seinem Tisch liegen zwei brutal ermordete Männer Anfang 50. Auch wenn Polizei und Staatsanwaltschaft schnell einen Verdächtigen zur Hand haben, glaubt Leon nicht an dessen Schuld. Er recherchiert weiter und kommt einem schrecklichen Geheimnis aus der Vergangenheit auf die Spur.

*Meine Meinung*
"Gefährlicher Lavendel" von Remy Eyssen ist bereits der 3. Fall mit dem charismatischen Leon Ritter. Obwohl ich die Vorgängerbände nicht kenne, bin ich gut in die Geschichte gekommen.
Der Schreibstil ist flüssig und locker, die Spannung ist von Anfang an präsent und steigert sich langsam im Laufe der Geschichte. Der Autor baut einige Wendungen in den Krimi mit ein, so dass man sich als Leser manchmal nicht sicher sein konnte, was als nächstes passiert. Das hat mir hier ganz gut gefallen.
Das Verhältnis Fall und Privatleben ist für mich ausgewogen. Ich mag die kleinen Nebenhandlungen gerade die mit Leons Tochter Lilou. Nur die Episode mit Leons Stalker war mir in diesem Buch etwas zu viel.
Auch wenn ich Lokalkolorit in einem Krimi echt toll finde, habe ich hier etwas den Überblick verloren. Das mag auch vielleicht daran liegen, dass ich der französischen Sprache nicht mächtig bin. Hier wäre vielleicht eine Karte ganz hilfreich.

Die Charaktere sind lebendig und authentisch, Leon ist mir von Anfang an sympathisch, genau wie seine Freundin Isabelle. Leon ist zielstrebig und neugierig, wenn ihn ein Fall interessiert, will er ihn auch lösen. Und trotzdem vergisst er nicht, sein Leben zu genießen. Er ruht in sich. Wie er mit seiner "Stieftochter" Lilou umgeht, gefällt mir sehr gut. Er ist der perfekte Puffer zwischen Mutter und Tochter. Aber auch unsympathische Charaktere sind gut getroffen, wie zum Beispiel Zerna, Isabelles Chef. Er ist arrogant und überheblich besonders Isabelle gegenüber. Ich konnte ihn mir so richtig vorstellen.

*Fazit*
Diesen spannenden Krimi kann ich nur empfehlen und er bekommt von mir gut 4 Sterne.
733 reviews5 followers
July 6, 2017
(0)


Meinung: 
Dieses Buch ist einfach großartig! 
Es ist spannend und packend, wie ich es selten im Spannungsgenre erlebt habe. Mit einem unaufgeregten, atmosphärischen und herausragenden Erzählstil, führt uns der Autor durch eine Geschichte, die den Leser von der ersten Seite an zu fesseln weiß. 
Mit einem ruhigen und geheimnisvollen Stil, versteht es die Autorin in Perfektion, den Leser im Dunkeln tappen zu lassen und diesen in ein Katz- und Mausspiel, zwischen Geschichte und eigener Fantasie zu verwickeln. 
Denn mit einer atmosphärischen Glanzleistung, bringt sie den Leser dazu, dass dieser hinter jedem Satz ein Geheimnis vermuten und sie erzeugt eine solch psychologisch raffinierte Spannung, dass man als Leser mit Gänsehaut vor dem Buch sitzt und nur noch wissen möchte, welches Spiel denn hier nun wirklich gespielt wird. Außerdem sind alle Charaktere mit höchster Präzision und Liebe zum Detail ausgearbeitet, was einem die Frage nach der Wahrheit nur noch weiter erschwert. 
Von der ersten bis zur letzten Seite, gelingt es dem Autor, den Spannungsverlauf stetig hoch zuhalten und ihn zum Schluss auf einen rasanten Höhepunkt zu treiben. 


Fazit: 
Ein Buch, welches man nicht mehr aus der Hand legen kann und welches sich zu einem wahren Pageturner entwickelt, der einem den Schlaf rauben wird. 
Ein psychologisches Verwirrspiel, welches sich immer mehr in einen Thriller der Extraklasse verwandelt, der auf eine glanzvolle und subtile Spannung setzt. 
Für mich eines der besten und raffiniertesten Bücher des Genres, in den letzten Jahren, welches mit einer atmosphärisch dichten Geschichte und einem intelligenten Erzählstil zu überzeugen weiß. 
Eine klare Leseempfehlung und 4 Sterne
Profile Image for Shanoe.
1,946 reviews17 followers
September 14, 2025
Dieser Band konnte mich leider nicht so überzeugen. Ich mag das Setting noch immer sehr gerne, vor allem die Charaktere im Dorf, das Boule-Spiel, das Spiel mit den südfranzösischen Stereotypen. Aber mit Leon bin ich diesmal nicht so gut zurecht gekommen. Da war zunächst diese Geschichte mit der Telefonnummer, dann seine mangelnde Kommunikation diesbezüglich und seine ständigen Einzelgänge - auch z.B. was die Erziehung/Lilou betrifft. Irgendwie war er mir in diesem Band dann sogar richtig unsympathisch und ich hätte beinahe abgebrochen. Der Fall an und für sich war schon ganz spannend und ich werd auch den nächsten Band noch lesen, aber hier kann ich nur zwei Sterne geben.
263 reviews1 follower
December 27, 2018
Mittlerweile sind mir die Protagonisten Leon und Isabelle schon sehr ans Herz gewachsen.
Die Story ist okay, nichts Besonderes, aber interessant.
Aber entscheidend ist für mich mittlerweile das ganze Drumherum: Die Charaktere, die Atmosphäre.
Das Buch ist schön geschrieben und ich habe mich immer wieder darauf gefreut weiterzulesen
261 reviews
October 2, 2018
Dritter Band um den Gerichtsmediziner Leon Ritter. Ganz spannend, die Fugur Leon Ritter ist sympathisch, die französische Lebenskultur sowieso!
Profile Image for Kerstin.
829 reviews
February 21, 2018
"Gefährlicher Lavendel" ist, wie seine beiden Vorgänger, ein eher ruhiger, aber guter und packender Krimi. Der Schreibstil lässt sich problemlos lesen, der Fall ist gut aufgebaut und es gibt einige Wendungen, mit denen man nicht rechnet und die die Spannung aufrecht erhalten. Die Arbeit des Rechtsmediziners war wieder interessant beschrieben, kam mir dieses Mal allerdings fast ein wenig zu kurz, da Leon Ritter in diesem Band viel Zeit damit verbringt, Zusammenhänge zwischen den Opfern zu finden und eigenmächtige Ermittlungen zu führen. Sehr gut fand ich, dass ihm das nicht leicht gefallen ist und es auch Rückschläge und Fehler gab, da die Handlung so realistischer wurde. Gerade am Ende gab es zudem einiges an Dramatik und bis zuletzt bleibt die Geschichte spannend.
Wie in den anderen Büchern gibt es auch in "Gefährlicher Lavendel" Kapitel aus der Sicht der Opfer, wodurch man als Leser einige Einblicke in das Grauen bekommt, das sie durchleiden müssen; diese Szenen haben definitiv dazu beigetragen, der Arbeit der Polizei eine gewisse Dringlichkeit zu verleihen. Es war unklar, was der Täter von seinen Opfern wollte und was ihn antrieb, dafür wusste man nur zu gut, was sie durchleiden mussten.

Ein wenig gestört hat mich die private Ebene des Buches. Das Leben in Südfrankreich wurde wieder schön dargestellt und ich mochte, dass auch reale Ereignisse eingearbeitet wurden. Ritter ist nach wie vor sympathisch, sein Charakter wird hier weiter ausgearbeitet und ich mochte die Darstellungen seines Familienlebens, aber ich hätte mir gewünscht, dass der Polizeichef Zerna endlich einmal besonnen auftreten und seinen Groll gegen den Protagonisten abhaken würde - langsam stört es, dass er dauernd versucht, Leons Arbeit schlecht zu reden und ihm zu widersprechen. Auch das Beziehungsdrama war für mich ein bisschen zu konstruiert, doch davon abgesehen mochte ich die Geschichte sehr und ich hoffe, dass es noch einen vierten Band geben wird.
Profile Image for Archer.
630 reviews12 followers
April 8, 2017
Es ist März in Le Levandou, und er ist schon jetzt zu heiß und zu trocken. Der Blumenumzug steht kurz bevor und wird heiß diskutiert, genauso wie das Verschwinden des bekannten Richters Lambert. Man vermutet, er sie mit seiner Geliebten durchgebrannt. Wahrscheinlich wünschte der Richter, er hätte das tatsächlich getan, denn wenig später wird er fast komatös auf einem Parkplatz gefunden. Jemand hat ihn fürchterlich gefoltert und dann wie ein Stück Dreck liegenlassen. Nur kurze Zeit später ist der Richter dann tot, doch er bleibt nicht der Einzige. Weitere angesehene Mitglieder der Gemeinschaft verschwinden, um nur wenig später gefoltert auf Leon Ritters Leichentisch aufzutauchen. Die Spur führt Ritter zwanzig Jahre zurück zu einer genauso schändlichen Tat.

Was die französischen Gepflogenheiten betrifft, gefällt mir das Buch sehr. Eyssen hat es wirklich drauf, Kopfkino zu erzeugen, man konnte sowohl die einzelnen Personen als auch die Gegend direkt vor sich sehen. Der Fall selbst war interessant, aber auch zu hauptpersonenlastig. War mir der deutsche "Docteur" anfangs noch sympathisch, ging er mir mit Fortlauf der Geschichte immer mehr auf die Nerven. Er war der schlaueste, ruhigste, coolste, der, der immer die richtigen Ideen hatte, gutaussehend, kompetent, sogar in der Kindererziehung war er besser als die Mutter des Mädchens. Ich kam mir vor wie in einem Karl-May-Buch, nur dass der Held hier Ritter hieß und nicht Old Shatterhand. Nicht erwähnenswert ist an der Stelle, dass die Polizei meistens ziemlich inkompetent ist. Wenn er denn mal wirklich ein Problem bekam (siehe Stalking oder Graböffnung), so war das wenig später schnell gelöst. Und der Schluss war etwas sehr übertrieben. Auf einer überschwemmten Brücke treibt es einen Kleintransporter fort, aber Ritter mit seinen Old-Shatterhand-Fähigkeiten kann sich bis zu dem Auto herankämpfen? Stark, wirklich stark. Dem Leser gegenüber wird der Täter als "der Teufel" bezeichnet, was bestenfalls irreführend ist, warum sollten die Gefolterten so was denken? Jedenfalls ein netter Krimi, wenn man nicht zu genau darüber nachdenkt.
Profile Image for Kathi.
130 reviews2 followers
April 10, 2017
Der Krimi ist der dritte in einer Reihe um den Rechtsmediziner Docteur Leon Ritter. Ich habe die ersten beiden Teile nicht gelesen, hatte aber beim Lesen nicht das Gefühl, dass mir wichtige Informationen gefehlt hätten, der Einstieg war unproblematisch.

Wir begleiten den Rechtsmediziner Leon Ritter, tätig in einem Krankenhaus in der Südprovence, bei der Lösung eines Falls: Er bekommt einen Toten zur Obduktion, der mit den Anzeichen schlimmster Folter aufgefunden wird. Kurze Zeit später folgen diesem toten Mann noch weitere, ebenfalls auf schärfte gefoltert und umgebracht. Gemeinsam mit seiner Freundin, einer Polizistin, macht sich Ritter auf die Suche nach dem Mörder kommt dabei einem Verbrechen auf die Spur, das schon mehr als 20 Jahre zurück liegt.

Das Buch hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und unterhaltsam, und ich konnte jederzeit den Geschehnissen folgen, was man ja leider nicht von jedem Krimi behaupten kann. Remy Eissen jedoch schafft es, den Leder jederzeit mitzunehmen und an den Geschehnissen teilhaben zu lassen. Der Fall ist spannend erzählt, und die Auflösung winkt auch noch nicht schon zu Anfang um die Ecke, sondern der Weg dahin ist tatsächlich interessant und die Auflösung in gewissem Maße auch überraschend. Zum Schluss wurden die Geschehnisse etwas stark melodramatisch und hollywoodreif für meinen Geschmack (bzw. für den Stil des Buches bis dahin), aber trotzdem habe ich mich insgesamt gut unterhalten gefühlt und kann das Buch für den geneigten Krimileser sehr empfehlen.
Auch das Setting in Südfrankreich kam gut rüber. Es war nicht nur irgendein Setting, sondern der Autor arbeitet mit der dortigen Lebensart und bindet sie angenehm in das Gesamtkonzept des Buches ein.

Nicht ganz überzeugt war ich von den Charakteren im Buch. Auch ohne den Titel zu sehen hätte ich geschworen, dass dieses Buch von einem Mann geschrieben worden ist, denn alle weiblichen Charaktere im Buch waren in ihrer Charaktersisierung leider recht unterentwickelt, und wurden zum überwiegenden Teil ausschließlich über ihre Beziehung zu männlichen Figuren charakterisiert, sei diese nun positiv oder negativ. Das gilt für Ritters Freundin Isabelle, deren Tochter Lilou, die Sanitäterin Carole, die Patientin Nathalie (eine, wie ich fand, auch absolut überflüssige Nebenhandlung), allen Frauen der Opfer sowie die Kellnerin in Ritters Lieblings-Café. Auch allgemein wurde viel mit Klischees gearbeitet (da gibt es die pubertierende Tochter, die ihre Eltern belügt um auf Parties zu gehen, oder den ewig grantigen Chef, der die Ermittlungen nur nach politischen Gesichtspunkten fördert oder stoppt, etc.), und die Hauptfigur Leon war dann derjenige, der anscheinend als einziger mit einem guten Bauchgefühl sowie Kombinationsgabe gesegnet war (nicht zu reden von Kenntnissen in der Erziehung von Jugendlichen) und den Tag retten konnte.

Wer ein großartiges Buch sucht, dessen Plot und/oder Charaktere einen auch auf längere Sicht hin gefangen nehmen, für den ist Gefährlicher Lavendel wohl eher nicht die richige Wahl. Als Sommer-Krimi für ein spannendes Leseerlebnis allerdings kann ich das Buch aber absolut empfehlen, ich habe es schnell und gerne gelesen!
Profile Image for Angi.
167 reviews2 followers
April 12, 2017
Die Geschichte:
Der Rechtsmediziner Leon Ritter hat seinen Job in Frankfurt aufgegeben und sich in der schönen Provence niedergelassen. Hier hat er ein wunderschönes, altes Haus geerbt und ist inzwischen mit der Polizistin Isabelle liiert.
Ein geruhsames Leben kann er allerdings trotzdem nicht führen, denn regelmäßig treiben brutale Mörder in der südfranzösischen Idylle ihr Unwesen. So auch im dritten Teil der Krimireihe: ein bekannter Richter verschwindet spurlos und nach einigen Tagen taucht seine furchtbar zugerichtete Leiche in einem Parkhaus wieder auf. Er bleibt leider nicht das einzige Opfer des skrupellosen Folterkillers. Doch was steckt dahinter?
Leon gibt sich mal wieder nicht damit zufrieden, die Toten zu untersuchen. Er steckt seine Nase wieder ganz tief in die Ermittlungen und stößt dabei auf großen Widerstand. Aber er findet auch eine ganz heiße Spur und diese führt ihn in die Vergangenheit – und in Lebensgefahr!

Meine Meinung:
Diese Krimireihe gehört zu meinen absoluten Favoriten, denn ich liebe die Schauplätze und die Protagonisten. Es ist immer etwas Besonderes, wenn man ein Buch liest und sofort die Schauplätze lebendig im Kopf hat. Natürlich funktioniert das bei Remy Eyssen auch ganz gut, wenn man die Gegend noch nicht selbst besucht hat, denn sein Schreibstil ist sehr eindrücklich und atmosphärisch. Es ist einfach wie ein kleiner Urlaub, wenn man beim Lesen den Geruch von Pinien in der Nase hat oder das Rauschen des Meeres hört.

Leon Ritter und seine Freundin Isabelle, sowie deren Tochter sind lange nicht die einzigen sympathischen Personen in diesen Büchern. Es gibt viele weitere Figuren, die ich schon sehr liebgewonnen habe: beispielsweise den rollstuhlfahrenden Jean-Claude mit seinem gefräßigen Hund oder Véronique, die Boule-Königin. Alle wirken sehr lebensecht und wenn man die Vorgängerbände schon gelesen hat, weiß man noch mehr über ihr Leben, was ihnen zusätzlich Tiefe verleiht.
Übrigens würde ich – wie eigentlich bei jeder Reihe – immer dazu raten, alle Bände zu lesen. Für die Klärung des Falles ist es zwar nicht unbedingt erforderlich, aber die Lebensgeschichte der Protagonisten entwickelt sich ja stetig weiter und das sollte man nicht verpassen.

Über mangelnde Spannung kann man sich nicht beklagen und obwohl ich dachte, ich hätte den Mörder schon bald entlarvt, lag ich doch erst mal absolut daneben. Sehr gut ausgedacht, mit vielen Wendungen und Überraschungen, die für echt fesselndes Lesevergnügen sorgen. Für zartbesaitete Leser noch der Hinweis, dass doch recht viel Blut fließt und einige unschöne Folterszenen beschrieben werden. Aber es wird nichts unnötig in die Länge gezogen, man kann es ganz gut lesen und kann danach noch ruhig schlafen.

Fazit:
Diese Krimireihe ist nicht nur hochspannend und ich mag die Protagonisten sehr, sondern sie entführt mich auch immer in meine 2. Heimat mit garantiertem Urlaubsfeeling! Kann kaum die Fortsetzung erwarten!
Profile Image for Wal.li.
2,557 reviews70 followers
April 16, 2017
Der Richter

Der Gerichtsmediziner Dr. Leon Ritter hat es sich ganz gut eingerichtet in Südfrankreich. Er will das Leben genießen und ein wenig auf den Spuren seiner französischen Vorfahren wandeln. Der schöne allerdings trockene Frühling verspricht einen Sommer wie er im Buche steht. Und beim Boule lässt es sich gut entspannen und plaudern. Doch dann geht das Gerücht um, der angesehene Richter Lambert sei verschwunden. So recht nimmt das zunächst keiner ernst, schließlich kann er sich mit einer Geliebten eine kleine Auszeit genommen haben. Doch nur wenig später wird der Richter in desolatem Zustand mit zahlreichen Verletzungen gefunden. Bald verstirbt er an den schweren körperlichen Schäden, die er sich während seines Verschwindens zugezogen hat.

Bereits zum dritten Mal wird der Gerichtsmediziner Leon Ritter zu den Ermittlungen der Polizei hinzugezogen. Ritter ist ein gewissenhafter und gründlicher Rechtsmediziner, der obwohl er ganz dem savoir vivre zugeneigt ist, auch seine deutschen Wurzeln nicht verleugnen kann. Da kann es passieren, dass er mit exakten Untersuchungsergebnissen, die er in den Zusammenhang stellt und dann noch überdenkt, eher aneckt als erfreut. Zum Glück ist er mit der stellvertretenden Polizeichefin des Ortes liiert, die ihm so manche Unterstützung gewährt, wenn die Herren Kollegen und die ganz Oberen mal wieder etwas unter den Tisch kehren möchten.

Aus französischer Lebensart und deutscher Gründlichkeit wird hier ein unterhaltsamer Krimi gestrickt. Leon Ritter ist ein gutes Beispiel für ein Kind zweier Kulturen, die zwar ähnlich aber doch sehr unterschiedlich sind. Er möchte sich der Leichtigkeit Südfrankreichs anpassen, kann aber nicht verhehlen, dass er einige sogenannte deutsche Tugenden doch vermisst. Dennoch hat er sich in Frankreich verwurzelt und möchte überhaupt nicht mehr zurück. Damit und mit den lebendigen Beschreibungen des Lebens in der Provence weckt der Autor ein gewisses Fernweh. Gleichzeitig entwickelt sich eine packende Kriminalgeschichte, deren Spuren in die nähere Vergangenheit reichen. Man fragt sich, wer solch nie verzeihenden Hass empfinden kann, dass er Mensch auf ausgesprochen grausame Weise tötet. Darauf kann natürlich keine Obduktion eine Antwort geben. Auf die Frage, warum Menschen töten, antwortet Dr. Ritter, weil sie es können. Das klingt zunächst etwas lapidar, wenn man bedenkt, dass wir auch nur Tiere sind und uns vielleicht nicht so viel einbilden sollten, scheint aber doch was dran zu sein. Jedenfalls ist der Krimi klug komponiert und Leon Ritter wächst einem schon nach kurzem ans Herz.
Profile Image for Aglaya.
208 reviews
April 18, 2017
Ein bekannter Richter verschwindet. Kurz darauf wird er tot aufgefunden, offenbar wurde er gefoltert. Der Rechtsmedizinerin Leon Ritter versucht zusammen mit seiner Lebenspartnerin, der Kommissarin Isabelle, zunächst das Motiv und dadurch auch den Täter zu finden. Zunächst tappen die beiden aber noch im Dunkeln. Da tauchen weitere Leichen mit denselben Folterspuren auf...

„Gefährlicher Lavendel“ ist der dritte Band der Krimi-Reihe um den Rechtsmediziner Leon, der von Deutschland in die Provence ausgewandert ist. Ich kenne die vorhergehenden Bände nicht, aber konnte der Geschichte dennoch gut folgen. Vorkenntnisse sind zum Verständnis also nicht erforderlich.

Die Geschichte wird in der Beobachterperspektive erzählt, wobei in jeder Szene eine bestimmte Figur im Fokus liegt. Der Perspektiven-Schwerpunkt liegt dabei auf Leon, bei dem ich das Gefühl hatte, ihn im Laufe der Lektüre ziemlich gut kennengelernt zu haben. Er ist ein freundlicher, ehrlicher Mensch, der aber teilweise etwas gar naiv agiert und öfters nicht besonders viel Menschenkenntnis zeigt. Ich mochte ihn dennoch sehr.

Die Handlung ist ziemlich geradelinig aufgebaut und enthält nicht sonderlich viele Überraschungen oder Wendungen. Langweilig wird es aber trotzdem nicht. Allerdings haben mit im Lauf der Geschichte etwas die Hinweise auf den Täter gefehlt. Ich gehöre zu den Lesern, die bei Krimis gerne miträtseln und versuchen, den Fall vor den Ermittlern zu lösen. Das fiel hier schwer, da Leon jeden aufgefundenen Hinweis sogleich richtig interpretiert hat, so dass ich mir keinen Vorsprung „erarbeiten“ konnte. Neben dem Fall spielen auch die südfranzösische Landschaft und Leons Privatleben eine Rolle, ohne sich dabei in den Vordergrund zu drängen.

Der Schreibstil des Autors Remy Eyssen liess sich flüssig lesen und versetzte mich gedanklich tief in den Süden Frankreichs, sodass ich beinahe den Lavendel riechen konnte. Die Lektüre hat mir sehr gut gefallen, die beiden Vorgängerbände möchte ich nun auch noch lesen.

Mein Fazit
Spannender Provence-Krimi
343 reviews5 followers
April 18, 2017
Großartig!! Statt "laissez-faire" ein verzwickter Fall. Wieder ein harter Brocken für den Frankfurter Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter! Sie würden ihn töten, so wie sie jetzt alle Christen auf diesem Boot töten und über Bord werfen würden. Der Mann flehte zu Gott, dass sie nur seine Frau nicht entdeckten. Dann stand der Schleuser vor ihm, sah ihm in die Augen und richtete den Lauf der Maschinenpistole auf seinen Kopf. Der Mann sah zum Himmel, wo jetzt die Sterne zu sehen waren, so endlos viele Sterne. Dann schloss er die Augen.
21 Jahre später. Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter fühlt sich längst als echter Südfranzose, genießt das südfranzösische Leben und verbringt gemeinsam mit Isabelle viel Zeit auf seinem Weinberg. Statt eines ruhigen Jobs erwartet den Rechtsmediziner gleich ein ausgeklügelter Fall. Leon wird zu einer Obduktion gerufen. Der Tote wurde auf brutale Weise gefoltert, doch dank einer DNA-Spur gibt es schon bald einen Verdächtigen. Als jedoch eine weitere derart zugerichtete Leiche auftaucht, ist Leon nicht mehr derselben Meinung wie die Staatsanwaltschaft und begibt sich auf Spurensuche. Und er wird fündig: Als er ein 20 Jahre altes Grab öffnen lassen will, führt das fast zum Bruch mit Isabelle, doch er kann sich durchsetzen. Wenig später steht er vor einer schwierigen Entscheidung: Ist er wirklich auf der richtigen Fährte, oder verrennt er sich in eine Verschwörungstheorie über alte Machenschaften? Er kommt einer jahrzehntealten Geschichte auf die Spur und steht plötzlich vor der Frage, ob es gerechte Rache gibt. Wenn es jemand schaffen kann, Mörder Jahre nach der Tat zu überführen, dann ist er es. Doch da braut sich über der ausgetrockneten Erde der Provence ein apokalyptisches Gewitter zusammen, und Leon darf keine Zeit verlieren ...Es gibt mehrere Verdächtige und einiges an Spannung. Er selbst wird in die Irre gelockt und der Leser rät angespannt bis zur Auflösung des Falles mit. Ein flüssiger Schreibstil trifft auf eine sympathische Hauptfigur. Deutsche Gründlichkeit trifft auf französische Gelassenheit. Auch dieser Band der neuen Krimireihe aus der Feder von Remy Eyssen weiß mit einer Atmosphäre aus der französischen Provinz zu überzeugen. Verdächtige gibt es jede Menge, so dass der Leser immer wieder auf eine falsche Spur gelockt wird und das Mitraten große Freude macht. Dieser solide Krimi nimmt gleich zu Beginn Fahrt auf und daran ändert sich bis zum überrraschenden Ende nichts. Sehr schön sind die Beschreibungen der provencalischen Landschaft. Die Gemütlichkeit der Franzosen und ihre laissez-faire Mentalität sind wunderbar stimmungsvoll herausgearbeitet. Gern wäre man vor Ort.
Im Fazit: Frankreich-Krimis gibt es ja mittlerweile so einige auf dem Buchmarkt. Hier herauszustechen ist nicht mehr einfach, doch Remy Eyssen ist das gelungen. Ein bisschen wie Urlaub in der Provence mit Spannung. Wunderbare Schauplätze, sympathische Charaktere, ein ideenreicher verzwickter Fall, spannend und überraschend ... alles was ein guter Krimi braucht. Aber Vorsicht, denn einige Szenen sind nichts für zarte Gemüter. Krimi mit glaubwürdigen Charakteren, aber auch einigen detaillierten, gruseligen Szenen, wirkt jedoch vor der Kulisse, Provence, weniger grausam. Perfekte Urlaubslektüre, nicht nur für den Frankreich-Urlaub!
Profile Image for givemeabook .
110 reviews
May 3, 2017
Mit „Gefährlicher Lavendel“ bin ich in das 3. Buch um den Médecin Légiste Dr. Leon Ritter eingestiegen, was auch ohne die beiden Vorgänger Bücher gelesen zu haben kein Problem war (außer dass ich jetzt Nummer 1 und Nummer 2 unbedingt auch noch lesen muss). Nach dem Tod seiner Frau wagte der attraktive Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter einen Neuanfang in Le Lavandou in der Provence. Dort begegnete er Isabelle, der stellvertretenden Polizeichefin. Die beiden sind ein sich gut ergänzendes Paar, nicht nur privat sondern auch bei der Jagd auf Mörder.

Die Geschichte nimmt ihren Anfang im Juli 1995 auf einem Flüchtlingsboot im Mittelmeer. Die Beschreibung der Reise auf dem überladenen Schiff, das ohne Antrieb in der aufgewühlten See gegen Sturm und hohe Wellen ankämpft, lässt auf keinen guten Ausgang der Reise schließen.
Der Kriminalroman hat alles, was für mich eine gute Lektüre ausmacht. Die Protagonisten sind liebenswert, die Umgebung ist zauberhaft. Frühling in der Provence, blassblauer Himmel, Sonnenschein und Café Crème im Chez Miou. Doch dann wird dieses schöne Bild abrupt durch zwei brutal zugerichtete Leichen zerstört.

Ab jetzt braucht man gute Nerven um wohlbehalten durch die schrecklichen Folterszenen zu kommen. Spannend bis zum nicht vorhersehbaren Schluß, der die vor 21 Jahren angetretene Reise gekonnt beendet.
Wer hätte gedacht, dass Lavendel tödlich, schwarz und dann noch so gefährlich sein kann?
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