Die erste große Napoleon-Biographie eines deutschen Autors seit hundert Jahren.Johannes Willms erzählt die faszinierende Lebensgeschichte Napoleons (1769-1821) – eines Mannes, der von ganz unten kam und zum Herrscher über den europäischen Kontinent aufstieg. Karriere, Größenwahn und Niedergang des Korsen beschreibt der bekannte Historiker und Journalist mit souveräner Quellenkenntnis und einer Fülle von Anekdoten. Sein Buch schildert jedoch nicht nur ein atemberaubendes Leben, sondern entfaltet zugleich das Panorama eines turbulenten Zeitalters, dem Napoleon seinen Namen gab.
So langweilig wie zwei Doppelstunden Geschichte in der Mittelstufe. Wenn ich ein Buch mit dem Titel Napoleon zur Hand nehme, dann ist meine Erwartung, dass sich der Autor auf das Leben, Wirken, Denken, Handeln, seine Psyche, seine Stärken und Schwächen konzentriert. Stattdessen ist es ein Parforceritt durch europäische Geschichte von 1790-1815. Der Titel Empire Francais oder Französische Republik und Kaiserreich wären passender gewesen. So gut wie keine Originalzitate des Diktators, dagegen Truppenbewegungen, Armeestärken und Verhandlungen mit den anderen Kaisern und Zaren lieblos heruntergeleiert. Oder wohlwollend zumindest als schöne Fleißarbeit zu bezeichnen.
Warum wurde aber Napoleon so ein selbstverliebter Mensch? Was hatte er gegen Preußen, wo er doch Friedrich den Großen eigentlich mochte? Welche Rolle spielte Familie und korsische Herkunft. Weniger Fakten und mehr Fokussierung aus den Mensch N. Bonaparte wäre mir lieber gewesen. Aber Johannes Willms hat eine wesentlich umfangreichere Napoleon-Biografie geschrieben. Wahrscheinlich hat ein Praktikant die Hardfacts hieraus im Beck-Verlag zusammengetragen für die Kompaktreihe Wissen. Da habe ich schon bessere Bücher in diesem Format gelesen. Es weckt eher die Lust auf mehr Infos.
Ein sehr langatmiges Buch über Bonaparte Napoleon. Das Buch hatte sehr vielversprechend angefangen. Häufig möchte ich bei Biografien ein bisschen mehr über die Persona und das private Geschehen erfahren, was auch am Anfang des Buches so war. Allerdings ist es danach sehr stark in seinen politischen/ militärischen Werdegang in vollem Detail eingegangen. So hat es sich mehr wie ein Geschichtsbuch über die französische Geschichte angefühlt als eine Biografie über Napoleon. Das hat leider nicht sonderlich viel Freude bereitet weil es sehr detailliert war. Für Menschen, die ein Interesse an militärischen Manövern haben, ist dieses Buch sicherlich von großem Interesse.
Gut haben mir die zahlreichen Quellen gefallen und deren Einordnung. In vielen historischen Büchern werden bestimmte Sachverhalte einfach als Fakten dargestellt, in diesem Buch wird oft darauf hingewiesen, dass man sich bei manchen Behauptungen nicht ganz sicher sein kann etc. Das wirkt schon alles sehr fundiert. Ebenfalls gefällt mir die Analyse der Situationen und Aussagen sehr gut. Es gibt auch zahlreiche Anmerkungen, was ich zum einen sehr begrüße, zum anderen finde ich es sehr schade und unverständlich, dass viele davon auf französisch sind. Der Schreibstil hat mir oft nicht gefallen. Teilweise sind die Sätze so lang und mit eingeschobenen Nebensätzen durchlöchert, dass es sich sehr zäh anfühlte. Besonders der Mittelteil, wo es um die Innenpolitik geht, nimmt für mich deutlich zu viel Raum ein. Was mir ebenfalls gefehlt hat, war mehr Details über die Schlachten. Waterloo kommt zB. nur sehr kurz vor. Ein weiteres Manko sind die Karten. Die sind lieblos hinten angehängt mit 5000 Pfeilen wild durcheinander, also damit konnte ich überhaupt nichts anfangen. Auch wenn es mehr Seiten geworden wären, hätte ich mir gewünscht die Feldzüge etwas detaillierter in Kartenform direkt beim Geschriebenen zu finden. Ich finde der Autor ist sehr kritisch Napoleon gegenüber, zum Teil absolut berechtigt, aber es gibt tatsächlich kaum Passagen, wo seine Leistungen und sein Genie gewürdigt werden. Bewertung fällt mir sehr schwer. Das Buch hat einige Mängel, die teilweise leicht zu lösen wären. Auf der anderen Seite hat es mir doch sehr viel Spaß gemacht und es steckt schon sehr viel gute und gründliche Recherche in diesem Buch.
Kurzer Auszug aus HansBlog.de: Johannes Willms schreibt recht flüssig und eingängig, ohne professorales, verschachteltes Gehuber, häufig aber in der Wortwahl zu elitär gebildet und mit gelegentlich zu langen Sätze (Beispiele unten). Willms konzentriert sich auf den Schlachtenlenker und Politingenieur Napoleon; er liefert keine Alltagsszenen, kein Psychogramm, keine Familiengeschichte, keine allgemeine Geschichte Frankreichs oder Europas. Die Buchrückseite verspricht eine "Fülle von Anekdoten" und "das Panorama eines turbulenten Zeitalters". Das klingt lecker, stimmt aber nicht.
Die Bewertung bezieht sich ausdrücklich auf das Hörbuch. Wenn ich sehe, dass das gedruckte Buch über 800 Seiten besitzt, ist dieses Hörbuch dann doch sehr eingedampft. Beispielsweise werden der Schlacht von Waterloo gerade mal 2 mickrige Sätze gewidmet. Trotzdem gibt das Hörbuch aber einen guten, einfachen Überblick über das Leben von Napoleon. Das muss aber noch weiter vertieft werden. ;)
A critical but fair of one of the most significant figures in history. I leave it thinking less of Napoleon, a talented military leader, ambitious, driven but also banal and one-dimensional. At the end of the day, nothing more than one more military dictator who tried to take over the world and spectacularly failed.