Daniela Danz` 2009 erschienener Gedichtband »Pontus" war eine Sensation, er wurde mit höchstem Lob bedacht und liegt mittlerweile in der vierten Auflage vor. So wie die Autorin dort den Blick auf die Grenzen Europas, besonders im Osten, richtete, so widmet sie sich in ihrem neuen Buch dem schwierigen und fast nur mit der Chiffre »V" zu fassenden Thema Vaterland, das sie als transzendierte Heimat versteht. Sprachmächtig und formbewusst fragt Daniela Danz dem nach, was unsere Gesellschaft, was Europa zusammenhält jenseits dessen, was leicht zu haben ist.
Wie geht anfangen wie geht erinnern ohne zu vergessen vor mir im Schnee ein Mann sein Rücken einsam düster wie geht anfangen nicht erinnern Lichtblitze die ihm als Junge Bilder zeigten kurz und grell sieh im Licht die Schatten wie geht Nichterinnern horch das Zischen sieh das Licht und Deutschlands Leichtigkeit wie hell ist Deutschland wie Ruß wie Bilder kurz und grell wie geht Anfangen riech den Schnee er ist neu gefallen in der Nacht im Dunkeln geht vergessen in Bildern kurz horch den Schnee ganz leicht liegt er wie Leinen etwas brennt ein Zischen düster wie Bilder nachts an Wänden horch das Zischen riech den Brandgeruch sieh das Ruß auf weißem Grund