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Low

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Boris Pofalla legt mit LOW den wohl unaufgeregtesten Roman der Saison vor – gerade deshalb trifft er den Ton seiner Generation

Den Sinn ihres Lebens begreifen Moritz und der junge Ich-Erzähler darin, sich der Welt zu entziehen: Der Gesellschaft, dem Alltag, jeder normativen Kraft. Denn erhaben ist nur, was man weder beherrschen noch benutzen kann. Ihr Tor zur Erhabenheit sind Drogen, Kreativität und der Mantel der Nacht. Doch eines Tages, mitten im Sommer, verschwindet Moritz spurlos und den Ich-Erzähler überfällt eine nie gekannte Verlorenheit. Er macht sich auf die Suche nach ihm, doch an den Schauplätzen, die bisher die Bühne für ihre Ekstase und ihren jugendlichen Hedonismus waren, fehlt jede Spur von ihm. Die Party ist vorerst vorbei. Erschöpfung, Ernüchterung, Angst , Trotz und schließlich die Erkenntnis: dass man sich allem entziehen kann. Nicht aber sich selbst.

In seinem Debüt erzählt Boris Pofalla in einer einfachen, beeindruckend vollkommenen und unaufgeregten Sprache die Geschichte eines Erwachens und beschreibt gleichzeitig das Lebensgefühl einer ebenso brillanten und empfindsamen wie narzisstischen und visionslosen Generation.

ET: März 2015

222 pages, Hardcover

First published March 9, 2015

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1 star
1 (4%)
Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for Jule.
6 reviews
March 8, 2025
Hab ich nur zu Ende gelesen weil ich keine Kopfhörer im Zug hatte.
Profile Image for C.
172 reviews14 followers
May 19, 2015
"Low" ist der Debüt-Roman von Boris Pofalla, in dem er seinen Protagonisten auf eine Odyssee durch Berlin schickt.

Moritz ist verschwunden. Sein bester Freund und namenloser Protagonist/Ich-Erzähler sucht vezweifelt nach ihm, doch keiner scheint etwas über seinen verbleib zu wissen.
Doch der Erzähler gibt nicht auf, wandert von Party zu Party, von einer weißen Linie zur anderen, von einer Person zur nächsten.

Die eigentliche Hauptfigur ist jedoch nicht er, sondern Berlin. Berlin als Kunstwerk. Berlin als endlose Party. Berlin als Erfüller und Zerstörer von Träumen.
Wenn der Protagonist zwischen Drogen und Alkohol noch recht klar im Kopf bleibt, findet er auch Zeit, Berlin nicht nur als Schauplatz der Suche zu beschreiben, sondern seine Geschichte der Stadt zu widmen. "Low" ist eigentlich nichts anderes als eine Hymne auf die Hauptstadt.
Und eigentlich passiert auch nicht viel in dem Buch, vor allem nicht viel Neues. Alles shcon gehabt, alles schon gelesen, und doch konnte ich mich nicht vom Lesen abhalten.
Ohne wirkliches Ziel begibt sich der Leser auf eine Odyssee durch die Stadt, trifft mal auf Tom oder Anna, auf Travis oder Dean, die alle das gleiche Leben zu führen scheinen, dann aber auch wieder nicht.
Der rote Faden ist gegeben, aber wenn es ihn nicht geben würde, wäre das auch nicht so schlimm.
Schließlich ist der Weg das Ziel und der Weg endet nie. Der Protagonist kommt nie an, vor allem nicht bei Moritz.
Doch genauso wie er auf fast mechanisch nach ihm sucht, verfällt der Leser einem Charme, den man nicht erwartet.

Pofalla hat hier mit Ehrlichkeit nicht gegeizt, er stellt die Schattenseite des Berliner (Nacht)lebens dar, wenn es nicht sogar die Glanzseite ist. In Melancholie verfällt er nicht, das wäre sein Ruin gewesen. Stattdessen erzählt er von geplatzten Träumen, von bunten Pillen und dahin fließenden Sorgen, die sich tagsüber aufbauen, nur um abends zu zerfallen.

Die Originalität der Geschichte mag in Frage zu stellen sein, aber ihre Wirkung trifft ins Schwarze.
Ich konnte nicht aufhören zu lesen und das ist wohl das größte Lob, dass man einem Buch geben kann. Ohne wirklichen Handlungsbogen schafft Pofalla es trotzdem, eine gewisse Spannung aufzubauen, die jederzeit zu überspannt werden könnte, jedoch immer die Kurve kriegt. Der Ich-Erzähler also, der keinen Namen hat.
Die Anonymität von Berlin bekommt keinen Namen, aber eine Geschichte.

Ich gebe 5 von 5 Linien, denn Low ist hier gar nichts, höchstens die Zahl auf dem Bankkonto.
Profile Image for Franziska.
183 reviews20 followers
April 2, 2015
Ich habe dieses Buch gekauft, weil ich mich unendlich danach sehne, dass der Sommer beginnt und weil mich das Cover sofort begeistert hat. Das Licht, der See - schöner kann ein Sommerabend nicht sein.
Boris Pofallas Debütroman ist ein Buch über Partys und Drogen, über Berlin und Menschen, die sich dort verloren haben. Und es ist ein Buch über Freundschaft, über Einsamkeit und die Suche nach Moritz oder ist es eigentlich doch eine Suche nach etwas ganz anderem?
Am Ende des Sommers hat sich viel geändert: "zum ersten Mal überhaupt denke ich an früher wie an einen Ort, an den man nicht zurückkehren kann". Es ist ein Aufbruch, wohin auch immer. "Es ist genau dasselbe passiert wie eigentlich jedes Wochenende in den letzten paar Jahren, doch etwas ist anders."
Was zurückbleibt ist das Gefühl, dass sich immer alles ändert und nichts so weitergeht, wie es war und dass doch immer irgendwo wieder ein Sommer wartet, der so wird wie früher und doch ganz anders.
Ich habe das Buch sehr gern gelesen und empfehle es Lesern, die sich nach Sonnenstrahlen in der Großstadt sehnen, die literarisch durch die Clubs der Hauptstadt tingeln wollen, die es gerade nicht in die Ferne zieht und wenn doch, dann halt an einen See im Brandenburgischen - Leser, die sich nach einer Zeit sehnen, die vorbei ist und vielleicht auch einen Aufbruch wagen wollen in das Ungewisse, das noch vor uns liegt.
This entire review has been hidden because of spoilers.
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