Seichter Thriller
Ich bin begeistert von der angenehm kühlen, bisschen düsteren nordische Atmosphäre. Meiner Meinung perfekt für Krimis und Thriller. Da kommt der Inhalt oft noch besser zur Geltung.
Es gibt mehrere Charaktere auf deren Privatleben und Gedanken verstärkt eingegangen wird, wodurch eine bessere Verbindung zu ihnen aufgebaut werden kann. Es wird außerdem ein Einblick in ihre individuelle Gefühlswelt gegeben und wie die Charaktere zu einander stehen. Das wird im Laufe der Story sehr gut ausgeführt und darauf stützt sich meiner Meinung nach die ganze Story.
Der Schreibstil ist sehr bildlich und beschreibend gehalten, was ich persönlich sehr gern habe, da man sich die Orte und Geschehnisse so viel besser vorstellen kann.
Allgemein kann man sagen, dass das Buch, verglichen mit anderen Krimis, einen eher geringem Krimi-Handlungs-Anteil hat. Die Gefühlswelt und Erfahrungen der Charaktere stehen zu Beginn mehr im Mittelpunkt als der Mord an sich. Gegen Ende rückt jedoch der Mord und die Ermittlungsarbeit immer weiter in den Mittelpunkt.
Ein kleiner Kritikpunkt… Leider erfährt man schon im zweiten Drittel wer genau der Mörder ist, was die genauen Hintergründe der Tat sind und wer noch am Radar des Mörders ist und warum. Obwohl die Charaktere im Buch noch nicht Bescheid wissen, ist die Spannung ab diesem Zeitpunkt nicht mehr so intensiv. Hätte lieber dieses „Plot-Twist-Gefühl“ gehabt, das man hat, sobald die Identität und die Hintergründe des Mörders gelüftet werden.
Dadurch fällt die Spannungskurve im gesamten Mittelteil stark ab, erst vor dem Ende wird es nochmal so richtig spannend bevor das Buch ziemlich plötzlich endet.
Würde solide 3,5 Sterne vergeben, weil das aber nicht geht gibt es 4. Das Buch hat mehr Aufmerksamkeit verdient.