Jeder braucht jemanden, der an ihn glaubt
Als ein Anschlag auf zwei junge Leute mit einem Sturmgewehr stattfindet, Sebastian Svärd und Lenita Käll, ermitteln Johan Rokka und seine Kollegen. Die junge Frau überlebt, begeht aber später im Krankenhaus Selbstmord.
Kriminalinspektor Rokka ist angekommen im heimatlichen Hudiksvall, trotz einiger Zweifel. Er hat wieder Kontakt zur Familie, seinen Cousins Mikke und Frank mit dessen Frau Louise und kleiner Tochter Silje. Besonders die fünfjährige Silje hat es ihm angetan. Dann verschwindet Louise und die Ermittler stellen sich die Frage, wie es sein kann, dass im beschaulichen Ort gleich zwei Verbrechen dieses Kalibers zur gleichen Zeit passieren. Oder sind es gar nicht zwei Verbrechen? Dass auch noch Rokkas jüngerer Bruder wieder auftaucht und anscheinend einige Geheimnisse hat, macht es nicht einfacher.
Dieses Mal weiß der Leser einiges mehr als die Ermittler, da in sehr weiten Teilen aus der Sicht der kleinen Silje in ihre Familie geblickt wird. Außerdem wechselt die Autorin noch munter zu weiteren Personen, Rokkas Kollegin Janna, Siljes Mama Louise, Rokkas Bruder, ... Und das ist gleichzeitig für mich die Stärke und die Schwäche dieses Buches. Zwar hatte ich zu Magnus Widén irgendwann eine Ahnung, jedoch hat mich das “Monster” der kleinen Silje in die Irre geführt.
Zum Ende fehlt mir dann einiges: ein direktes Geldgeschenk hätte problematisch sein können, aber ein wertvolles Motorrad aus dem Nichts ist es nicht? Zwar ist zum Schluss der Mord an Sebastian Svärd geklärt, der eigentliche Mord scheint aber niemanden mehr so richtig zu interessieren. Und so generell habe ich ein wenig ein Problem mit der von Ullberg Westin gewählten Perspektive des Autors. Das ist irgendwie “ein wenig allwissend”, aber nicht so richtig, der Leser bekommt mehr Informationen durch die Perspektive einger Personen, aber bei manchen nur zu Teil und auch sehr willkürlich. Dreck am Stecken hat mehr als eine Person, und wenn mehr von den guten Leuten geredet hätten, wäre auch einiges nie so schlimm gekommen. Warum man Rokka zu so einem frühen Zeitpunkt wohl eher prophylaktisch unter Drogen setzte, ist mir nicht klar. Auch Super-Streberin Janna bei einer illegalen Aktivität kann ich mir kaum vorstellen (und: ja, dein Vater war ein egozentrischer Idiot, aber du bist über 30, komm klar damit! Entspann dich!).
Insgesamt nicht schlecht, aber doch sehr verknotet und verheddert.
Johan Rokka, Kriminalinspektor
seine Eltern leben in Spanien seit sie 5 Millionen Kronen im Lotto gewonnen haben
sein 5 Jahre jüngerer Bruder.
seine Cousins, die Zwillinge Frank und Mikael "Mikke" Höijer, Söhne von Inez
Frank ist verheiratet mit Louise, Wissenschaftlerin
Silje, Tochter von Frank und Louise, 5
Carl Linderoth, neuer Chef der Kripo, der Liebe wegen in Hudiksvall
Janna Weissmann, Kriminaltechnikerin, hat Doberman-Welpe Jazz
Hjalmar Albinsson, Kriminaltechniker
Pelle Almén, Schutzpolizist
Sebastian Svärd, 25. Wollte Polizist werden.
Lenita Käll. Seine beste Freundin. Hatte bei Nordsecur gearbeitet, Sicherheitsunternehmen.
Rolf Henning, Chef von Nordsecur.
Marcus Lindh. Kollege von Lenita bei Nordsecur
Biotech Iris, Biometrie-Unternehmen, Arbeitgeber von Louise. Sie hat SpyEx programmiert
Amanda Bruse. 37. Assistentin von
Harald Eriksson, CEO bei Biotech Iris.
Anna Anastacia. 33, Leiterin FuE
Magnus Widén. FuE für die Consulting Firma Captivati
Daniel Martin. Krank. 35, handelt mit Aktien.