In bester Lage wohnt der Tod: der neunte Alpenkrimi von Bestsellerautor Jörg Maurer ist Kommissar Jennerweins aufwühlendster Fall Böllerschüsse und Blaskapelle am Friedhof des idyllisch gelegenen Kurorts: Eine schöne Beerdigung, sagen alle, die danach ins Wirtshaus gehen. Nur schade, dass Kommissar Jennerwein gleich wieder weg musste, aber wegen dieses G7-Gipfels im Kurort sind alle Ordnungskräfte im Sondereinsatz. Dabei verliert gerade ein Mörder zwischen Polizeiabsperrungen und Anti-Gipfel-Demonstranten sein Opfer aus den Augen, ein schicksalhafter Schuss fällt, und das Bestatterehepaar a.D. Grasegger findet Verdächtiges auf dem Friedhof. Bei seinen Ermittlungen entdeckt Kommissar Jennerwein, dass nichts von Dauer ist.
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1953 in Bayern, ganz in der Nähe Österreichs geboren, hielt es Jörg Maurer in Garmisch-Partenkirchen nicht lange aus und ging bald nach der Schulzeit nach München, wo er Germanistik, Anglistik, Theaterwissenschaften und Philosophie studierte. Es folgten einige Jahre als Englisch- und Deutschlehrer. Nebenbei verfasste Maurer seinen ersten Roman "Föhnlage", der 2009 erschien und mit dem er viele Leser begeisterte. Neben dem Schreiben gehört Maurers Leidenschaft dem Musikkabarett. Beide zusammen präsentiert er in seinen "musik-kabarettistischen Lesungen". Wiewohl er den Lehrerberuf mochte, so hat Jörg Maurer ihn doch zugunsten der Literatur und Musik aufgegeben.
Dieses Mal findet ein G7-Gipfel im oberbayerischen Kurort statt und Jennerwein und sein Team müssen nicht nur mit Demonstranten, Unmengen ausländischer Sicherheitskräfte und den üblichen Touristenhorden fertig werden, sondern auch noch den Todesfall bei einem der ihren untersuchen. Neben den üblichen Verdächtigen (sozusagen der Stammbesetzung) tauchen auch etliche neue Charaktere auf. So treffen wir beispielweise wieder auf die Graseggers, die zwar ihr Beerdigungsgeschäft aufgeben mussten, es aber schmerzlich vermissen, auf den österreichischen Gangster Swoboda und seine italienische Mafia-Verlobte samt einem professionellen Hypnosekünstler, auf den unglücklichen Erben einer Senfdynastie sowie seine gesamte (bucklige) Verwandschaft, etliche Demonstranten, die gar keine Demonstranten sind und einen rattengesichtigen Mann, der aussieht wie Sean Penn.
Jörg Maurer lässt seine Figuren wie immer durch einen oft übermäßig absurden Plot stolpern, schafft es aber immer, sie noch abzufangen, bevor die Geschichte total abstürzt.
Äußerst interessant fand ich in diesem Band die Erwähnung der katholischen Einrichtung des "Profugiums", das angeblich jedem erlaubt, seine Identität aufzugeben und in einnem Kloster unerkannt seine Sünden zu büssen. Ich habe den Ausdruck gegoogelt, aber nichts Konkludentes gefunden, was natürlich nicht heißt, dass etwas in dieser Art nicht existiert. Nähere Informationen dazu würden mich sehr interessieren.
Ich finde die Jennerwein-Romane (auch diesen hier) sehr unterhaltsam und abwechslungsreich und amüsiere mich immer köstlich. Mir ist jedoch auch bewußt, dass diese Geschichten nicht jedermanns Geschmack treffen.
Ich versuchte das Hörbuch und habe nach der ersten CD beschlossen, es zu lassen. Eigentlich höre ich gerne lockere, triviale Krimis neben dem Handarbeiten, aber das Hörbuch wurde für meine Begriffe so affig gelesen, so überdehnt und unnatürlich, das ist absolut nicht mein Humor und hat mich unfassbar genervt. Vielleicht wäre es anders gelesen, besser, aber das kann man nicht ändern. Schade.