Ich habe lange überlegt, ob ich diese Serie lesen soll.
Ich lese sehr viel, vor allem in der englischen und deutschen m/m Scene, wodurch mir natürlich diverse Autoren "bekannt" sind. Aber eben nur das. Ich weiß, dass es Autoren (meist Autorinnen) sind, die gern m/m Bücher verfassen. Von den Autoren und Autorinnen selbst weiß ich meist nicht mehr, als die Kurzbio im Buch hergibt - falls da überhaupt was drin steht. Oft ist es aber so etwas wie: "Ich danke meinem tollen Mann, meinen Töchtern, meiner Schwester, meinen 30 Hunden und Katzen und Wellensittichen :D" Kurz: Es ist meist sehr positiv und man denkt: "Och, wie nett!" Fertig.
Eine Autobiografie zu lesen - bzw. etwas, das auf wahren Begebenheiten beruht und es den Autoren selbst betrifft - ist da aber doch etwas ganz anderes. Ich habe mich also gefragt: Möchtest du wirklich so viel über diese Person wissen? Aber da ich mittlerweile doch einige Bücher von Akira Arenth gelesen habe und man die Essenz einer Person in den Büchern widerfindet, dachte ich nur: Ja, will ich.
Ich habe jedem Buch 5 Sterne gegeben, aber nicht, weil ich sie alle toll finde, sondern eher, weil ich finde, dass man solcherlei Bücher nicht bewerten kann. Ich kann ja schlecht sagen: "Boah, Buch 2 von deinem Leben fand ich voll doof!" (Der zweite Teil ist tatsächlich der, den ich am wenigsten mochte - was nicht heißen soll, dass er nicht gut war. Aber wer bin ich, dass ich das bewerten könnte und sollte? Es erinnerte mich sehr an "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" und das hat mich schon als Jugendliche sehr bedrückt.) Klar, vieles in den Büchern war vielleicht doch etwas anders dargestellt, übertrieben oder dazugedichtet... Wie genau es stattgefunden hat und was wirklich passiert ist, weiß nur derjenige selbst. Aber ich gehe mal davon aus, dass die Grundereignisse (also z. B. die Gewalt, die Vergewaltigungen, der Aufgenthalt im Jugendknast, die Drogen, der Entzug etc. schon in irgendeiner Form stattgefunden haben...) Und das war als Abendlektüre natürlich extrem harter Tobak, zumal ich vieles auch nicht selbst nachempfinden kann/konnte. Das mag daran liegen, dass ich selbst stock asexuell bin und die Hypersexualität irgendwie etwas belemmendes in mir auslöst, genau wie diese extreme Gewalt und Fremdgeherei (von beiden Seiten, Alter Falter... O_o°) Da hat mein kleines, misstraurisches Herz nen Knacks wegbekommen.
Das dritte Buch fand ich persönlich am besten. Das erste kam mir irgendwie doch eher wie eine Geschichte vor, nicht wie etwas, was so wirklich passiert ist.... irgendwie habe ich die ersten zwei Bücher daher doch mit etwas klinischem Abstand gelesen. Aber das dritte Buch ging mir ziemlich nahe -vielleicht weil ich selbst Mitte 30 bin und mich besser damit identifizieren konnte... aber vor allem Neys Geschichte ging mir extrem an die Nieren und ich fand mich gestern nacht um 3 heulend im Bett vor. Es ist so ungerecht und so unendlich schmerzhaft... Und ich wünsche dem realen Key/Aki & Jack von ganzen Herzen, dass sie eines Tages wieder zu euch finden wird, in welcher Form auch immer.
Jedenfalls sehe ich Akira nun in so vielen seiner Bücher... ein bisschen seiner Seele steckt in jedem davon. In Sél, in Ari, in Roi... und vieles wird mir jetzt klarer - selbst wenn nicht immer alles auf wahren Begebenheiten beruht. Akira ist jedenfalls ein Autor, bei dem ich mich zu Beginn etwas warmlesen musste, aber ich habe ihn sehr zu schätzen gelernt. Mittlerweile gehört er definitiv zu meinen Favoriten im deutschen m/m Bereich (auch wenn die Grammatik manchmal nicht so ganz stimmig ist ;D Aber selbst dafür weiß man ja jetzt ein paar Gründe.)