In der Stadt des Blutigen Gottes herrscht das Recht des Stärkeren. Als der Assassine Varek angeheuert wird, einen Mord aufzuklären, klingt das nach einer willkommenen Abwechslung von seinem verhassten Tagewerk. Doch die einzige Zeugin, das Freudenmädchen Idra, weiß mehr, als sie preisgeben will. Um an ihre Informationen zu gelangen, geht Varek ein Bündnis mit ihr ein, das ihn schmerzhaft an bessere Zeiten erinnert. Die Spur des goldenen Skarabäus führt ihn schließlich zu einem grausamen Kult, der mehr als nur ein Blutopfer verlangt ...
Elea Brandt, 1989 im nebligen Passau geboren, kam als Kind zweier Germanisten schon früh mit phantastischer Literatur in Berührung. Als passionierte Rollenspielerin hat sie große Freude daran, fremde Welten zu entwickeln und ungewöhnlichen Charakteren Leben einzuhauchen. Während sie in ihrem wissenschaftlichen Brotjob über die Behandlung gefährlicher Straftäter schreibt, liegen ihre literarischen Interessen vor allem in den Bereichen Low Fantasy, Thriller und Mystery. Als Mia Neubert hat sie bereits einige Kurzgeschichten in diesen Genres veröffentlicht, „Opfermond“ ist ihr erster Roman.
Varek wird normalerweise damit beauftragt, Menschen zu töten. Ein reicher Alchemist will aber diesmal, dass er herausfindet, wer seinen Sohn im Elendsviertel Sha-Quai ermordet und sein alchemistisches Rezeptbuch gestohlen hat. Die Hure Idra sieht und weiß viel, was Varek helfen könnte, aber im Sha-Quai muss jeder sehen, wie er überlebt und deshalb versucht sie in erster Linie, ein bisschen Geld herauszuschlagen. Als immer mehr Tote auftauchen, wird klar, dass viel mehr auf dem Spiel steht, als es anfangs schien.
So fand ich's:
Wer in eine traumhaft schöne Märchenwelt von 1001 Nacht entführt werden möchte, ist hier falsch. Im Sha-Quai ist es dreckig, im Kanal schwimmen immer wieder mal Leichen und die Menschen dort kämpfen ums nackte Überleben. Die Chance ist groß, in einer zwielichtigen Gasse überfallen und ausgeraubt zu werden, das Gesetzt des Stärkeren zählt. Es gibt Gewalt und raue Sprache, für Zartbesaitete ist "Opfermond" eher nicht zu empfehlen.
Varek ist ein Unbestechlicher, der sich der Kirche des Blutigen Gottes verschrieben hat und dessen Aufgabe es ist, Menschen zu töten. Das bringt ihm Wohlstand und ein komfortables Leben, allerdings auch große Gewissensbisse, denn seine Mordaufträge sind ihm zuwider, und oft genug muss er sich selbst in große Gefahr begeben. Idra ist eine der vielen Huren in Ghor-el-Chras ärmlichem Viertel Sha-Quai, die gelernt hat, dass man unerbittlich für jeden kleinen Vorteil kämpfen muss, um nicht unterzugehen. Sie leidet wie viele andere im Viertel auch unter dem mächtigen Zuhälter, der sich der Khari nennt, und lebt hart am Rande des Existenzminimums. Sowohl Varek als auch Idra wirken anfangs spröde und abweisend, wenn man sie aber näher kennenlernt, merkt man einerseits, dass diese unnahbare Fassade nicht undurchdringlich ist und erfährt auch andererseits die Gründe für ihr Verhalten.
Das wird uns allerdings erst nach und nach erzählt und lässt uns eine Weile rätseln, was besonders in Vareks Vergangenheit passierte. Auf diese Weise wird uns auch in kleinen Häppchen die Stadt Ghor-el-Chras mit ihren Gepflogenheiten, den verschiedenen Stadtvierteln, ihrer bestimmenden Religion des Blutigen, den Gilden von Alchemisten, Söldnern und Rauschkrauthändlern vorgestellt. Man schaut sich um und lernt den Schauplatz und die Akteure nach und nach kennen. Das Bild ist bunt und vielseitig und während man noch dabei ist, den Blick in diesem orientalisch angehauchten Setting schweifen zu lassen, fängt die Mordermittlung, mit der Varek betraut ist, an, ihre Sogwirkung zu entfalten. Auch hier muss man die einzelnen Schnipsel Stück für Stück zusammensetzen, bis man das ganze komplexe und erschreckende Bild bekommt.
Reine Fantasyromane können mich persönlich nicht so sehr reizen. Doch die Kombination mit Vareks Auftrag, der kriminalistischen Thrill hineinbringt, hat meinen Geschmack getroffen. Die Welt ist düster und gewalttätig, der Hauch Magie passte perfekt dazu. Man fühlt sich mittendrin, wird in die dunklen Machenschaften mitgerissen, die Varek und Idra aufdecken möchten und mit bildhafter Sprache, einem orientalisch-bunten Setting und einer spannenden Handlung durchgehend klasse unterhalten.
Bitte mehr davon! Wenn man ein bisschen auf der Homepage der Autorin (link dahin siehe weiter unten) stöbert, entdeckt man unter der Rubrik "Projekte", dass sie an einem weiteren Roman arbeitet, der in der Stadt Ghor-el-Chras angesiedelt ist. Es wäre auch wirklich sehr schade gewesen, wenn sie diese tolle Kulisse nicht für weitere Geschichten genutzt hätte! Ich bin gespannt auf "Mutterschoß", dessen Erscheinen für Ende 2019 geplant ist.
Klappentext: In der Stadt des Blutigen Gottes herrscht das Recht des Stärkeren. Als der Assassine Varek angeheuert wird, einen Mord aufzuklären, klingt das nach einer willkommenen Abwechslung von seinem verhassten Tagewerk. Doch die einzige Zeugin, das Freudenmädchen Idra, weiß mehr, als sie preisgeben will. Um an ihre Informationen zu gelangen, geht Varek ein Bündnis mit ihr ein, das ihn schmerzhaft an bessere Zeiten erinnert. Die Spur des goldenen Skarabäus führt ihn schließlich zu einem grausamen Kult, der mehr als nur ein Blutopfer verlangt ...
Eigene Meinung Da ich gern hin und wieder Thriller lese, war ich gespannt, wie die Autorin dieses Genre mit Fantasy-Elementen verbinden würde. Das Setting dieser Fantasywelt ist orientalisch angehaucht und zugleich passt auch das Genre „Grimdark Fantasy”, denn hier agieren mit Varek und Idra sowie den Nebenfiguren Antiheld*innen in einer recht düsteren, teilweise heruntergekommenen Stadt, in der fast jeder Dreck am Stecken hat oder mindestens eine sprichwörtliche Leiche im Keller. Entsprechend derb ist oft auch die Sprache der Charaktere. Zugleich wird diese Stadt sehr anschaulich beschrieben, so dass ich mir alle Schauplätze sehr gut vorstellen konnte. Die Handlung ist von der ersten Seite an spannend und dies lässt auch nicht nach, je mehr Varek und Idra in ein Netz aus Intrigen, Mord und anderen schlimmen Dingen gezogen werden. Die Perspektive wechselt zwischen diesen beiden Charakteren und einer weiteren, wohlhabenden Frau. Ihre jeweiligen Gefühlswelten, Beweggründe und Motivationen sind sehr deutlich herausgearbeitet, so dass ich gut mit ihnen „mitfiebern” konnte. Positiv fand ich außerdem, dass es mehrere queere Nebenfiguren gibt und aufgrund des Settings gibt es hier, wenn ich es richtig verstanden haben, ausschließlich People of Color. Die Geschichte ist in sich abgeschlossen und endet daher nicht mit einem Cliffhanger. Last but noch least sei gesagt, dieser Roman ist nichts für Zartbesaitete, da es relativ viel Gewalt gibt. Die Autorin hat auf der Seite des Buches auf ihrer Webseite (ausklappbare) Triggerwarnungen beigefügt, was ich sehr begrüßenswert finde: eleabrandt.de/veroeffentlichungen/rom...
~ „Opfermond“ ist ein gelungenes, düsteres Debüt, das mit einem angenehmen, authentischen Schreibstil, liebevoll ausgearbeiteten Figuren, menschlichen Abgründen und einer sehr kreativen Fantasy-Welt punktet. Teilweise ist dieses Buch auch eine Charakterstudie, die einen beklemmenden Einblick in die Welt der Armen, der Prostituierten, der vom Glück Verlassenen und der Auftragsmörder gibt, Emotionen weckt und nachdenklich und vor allem dankbar für das eigene komfortable Leben macht. ~
Klappentext
In der Stadt des Blutigen Gottes herrscht das Recht des Stärkeren. Als der Assassine Varek angeheuert wird, einen Mord aufzuklären, klingt das nach einer willkommenen Abwechslung von seinem verhassten Tagewerk. Doch die einzige Zeugin, das Freudenmädchen Idra, weiß mehr, als sie preisgeben will. Um an ihre Informationen zu gelangen, geht Varek ein Bündnis mit ihr ein, das ihn schmerzhaft an bessere Zeiten erinnert. Die Spur des goldenen Skarabäus führt ihn schließlich zu einem grausamen Kult, der mehr als nur ein Blutopfer verlangt ...
Übersicht
Einzelband oder Reihe: Einzelband Erzählweise: Figuraler Erzähler, Präteritum Perspektive: abwechselnd aus männlicher + weiblicher Perspektive Kapitellänge: mittel bis lang Tiere im Buch: ++ Es werden im Buch sowohl Tiere bei blutigen Kämpfen gequält als auch getötet.
Warum dieses Buch?
Die Leseprobe des Buches erinnerte mich aufgrund dieser düsteren, mittelalterlichen Welt sofort an jene des grandiosen Video-Spiels „Witcher 3 – Wild Hunt“ – so war mein Interesse sofort geweckt.
Zitate
„Und da war noch etwas. Dieses dumpfe, beklemmende Gefühl, dass etwas in der Luft lag. Etwas, das nicht spurlos an ihr vorübergehen würde. Es bohrte sich immer tiefer in ihren Leib, wie ein Wurm, der sich durch ihre Eingeweide fraß.“ Seite 129
Meine Meinung
Einstieg
Der Einstieg fiel mir sehr leicht. Auf den ersten Seiten begleitet man den Auftragsmörder Varek bei einem Mord an einer schwangeren Frau. Der Schock ist so beim Lesen erst einmal groß, ebenso steigt aber auch die Neugier. Man will wissen, wer dieser Mensch ist, der mit dem Morden seinen Lebensunterhalt bestreitet. Und schon ist man mitten im Geschehen.
Schreibstil
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Autorin schafft es augenblicklich, den LeserInnen ein Gefühl für diese unbarmherzige Stadt und das Leben darin zu vermitteln. Hier geht es auch bei unangenehmen Dingen sehr ins Detail, man kann die stinkenden Gerüche beinahe selbst beim Lesen riechen. Die verschiedenen Kapitel aus der Sicht von Varek und Idra sind sprachlich immer den Figuren angepasst. So werden Idras Kapitel, in denen sie kein Blatt vor den Mund nimmt (auch was ihren Beruf angeht), vielleicht jene LeserInnen abschrecken, die auf ihre (absolut zu ihr passende) vulgäre, brutale „Gossensprache“ nicht vorbereitet sind. Mein Tipp: Lasst euch einfach auf das Buch ein, nach den ersten Seiten werdet ihr euch bestimmt schnell daran gewöhnen.
Hauptpersonen
Das Beste am ganzen Buch sind Elea Brandts liebevoll ausgearbeitete Hauptfiguren, die eine unglaubliche Tiefe besitzen. Sie haben mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen, mit ihren individuellen Problemen, haben nicht nur sympathische Züge, sondern auch Schwächen und offenbaren ganz unterschiedliche menschliche Abgründe. Nach und nach wachsen einem aber beide immer stärker ans Herz, bis man sie am Ende eigentlich gar nicht verlassen möchte. So muss das sein! Die Beziehung zwischen Idra und Varek, die beide extreme Probleme mit Gefühlen und Vertrauen haben, war für mich ein absolutes Lesehighlight.
Nebenfiguren
Es gibt nur wenige Nebenfiguren, denen im Buch eine größere Rolle zukommt. Jene, die jedoch dazugehören, erhalten ebenso ihre ganz eigene Geschichte und Persönlichkeit. Das harte Leben von Djarid und seine Freundschaft zu Idra – dieses Zusammenhalten in den widrigsten Umständen – hat mir beim Lesen ein bisschen das Herz gebrochen. Aber auch der „Bösewicht“ der Geschichte ist nicht nur von Natur aus böse, sondern durch eine furchtbare Vergangenheit vom rechten Weg abgekommen. Man merkt stark, dass die Autorin Psychologie studiert hat und sich mit Menschen und all ihren verschiedenen Facetten sehr gut auskennt. Das macht sich in diesem Thriller mehr als bezahlt.
Idee & Themen
Die Autorin hat in diesem Buch eine interessante, ungewöhnliche Fantasy-Welt geschaffen, die man mit jeder Seite besser kennenlernt. Viele neue Ideen sind eingeflossen, so dass es für die geneigten LeserInnen einiges zu entdecken gibt. Interessant ist nicht nur der brutale Glauben des Blutigen Gottes, sondern ebenso die besondere Aufteilung der Stadt in bestimmte Viertel. Die beschriebene Welt ist orientalisch und mittelalterlich angehaucht und auch Magie, Alchemie und Geister finden darin ihren Platz.
Viele verschiedene Themen werden behandelt. Für mich war dieses Buch jedoch auch vordergründig eine Charakterstudie und eine Beschreibung der unterschiedlichen Lebenswelten von verschiedenen reichen und armen Personen. Sowohl das unbarmherzige, schwere Leben im Armen-Viertel „Sha-Quai“, in dem Krankheiten, Mord, Folter und Vergewaltigung an der Tagesordnung sind, als auch das moralisch schwierige Leben des Auftragsmörders Varek, der mit Gewissensbissen und Ängsten zu kämpfen hat, haben mich vollkommen fasziniert und betroffen gemacht. Nach der Lektüre freut man sich über die tolle Gesundheitsversorgung in unserem Land, über die soziale Hilfe und das Rechtssystem, das die BürgerInnen schützt.
Auch andere wichtige Themen wie Freundschaft, Familie, Ehre, Liebe, Schuld und die furchtbaren Konsequenzen, die gut gemeinte Taten haben können, werden tiefgreifend und tiefgründig verarbeitet. Aufgrund expliziter Folter-, Gewalt- und erotischer Szenen ist das Buch für unter 16-Jährige nicht geeignet.
Atmosphäre & Spannung
Die Atmosphäre ist durchgehend düster, teilweise sogar hoffnungslos. Immer wieder möchte man ins Buch hineinspringen und Menschen wie Djarid und die anderen Prostituierten im Sha-Quai einfach nur umarmen und ihnen aus ihrer misslichen Lage helfen. Ich fand die erzeugte Stimmung eindrucksvoll, authentisch und beklemmend. Humorvolle Stellen lockern das Buch immer wieder etwas auf (Ich sage nur eines: „Nimm einen Löffel, verdammt!“ :D). Lediglich etwas mehr Tempo und Spannung hätte ich mir stellenweise gewünscht, vor allem, da es sich hier ja um einen Thriller handelt.
Mein Fazit
„Opfermond“ ist ein gelungenes, düsteres Debüt, das mit einem angenehmen, authentischen Schreibstil, liebevoll ausgearbeiteten Figuren, tiefen menschlichen Abgründen und einer sehr kreativen Fantasy-Welt punktet. Teilweise ist dieses Buch auch eine Charakterstudie, die einen beklemmenden Einblick in die Welt der Armen, der Prostituierten, der vom Glück Verlassenen und der Auftragsmörder gibt, Emotionen weckt und nachdenklich und vor allem dankbar für das eigene Leben macht.
Empfehlung: Aufgrund expliziter Folter-, Gewalt- und erotischer Szenen ist das Buch Unterhaltung für Erwachsene und für unter 16-Jährige nicht empfehlenswert. Allen anderen Fans von dreidimensionalen Figuren und düsteren Geschichten sei es aber ausdrücklich ans Herz gelegt.
In der Stadt des Blutigen Gottes zählt nur deine Macht. Die Hure Idra gehört nicht zu den Mächtigen. Sie muss sich ihren Lebensunterhalt mühsam auf der Straße verdienen, ihren Zuhälter zufriedenstellen und dabei aufpassen, dass sie selbst nicht den Tod findet. Denn der Tod ist ein ständiger Gast in der Stadt. Varek, ein Unbestechlicher, soll den Tod eines reichen Alchemistensohnes aufklären. Als Assassine ist das eine willkommene Abwechslung. Doch auch Varek bemerkt bald, dass der Mord kein einfacher Raubmord war, sondern Teil eines viel größeren Komplotts...
"Opfermond" ist das Debüt von Elea Brandt und hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin verwebt geschickt ihren Thriller mit einer Fantasy-Welt und legt dabei besonderen Wert auf den Welten- und Charakteraufbau. Das fand ich großartig.
Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man kapitelweise Varek und Idra. Beide müssen sich durch ihr Leben kämpfen. Idra, in dem sie ihren Körper verkauft und darauf achtet, nicht zu viel zu sehen und Varek, in dem er seine Moral gegen Gold eintauscht und Menschen ermordet. Und wie es das Schicksal so will, müssen die Hure und der Assassine lernen, dass sie auch anderen als nur sich selbst vertrauen müssen, um zu überleben.
Obwohl die beiden Figuren keine typischen Helden sind, habe ich sie von Beginn an ins Herz geschlossen. Elea Brandt lässt sich mit der Einführung ihrer Figuren Zeit und begeisterte mich durch viele kleine Details, ohne dabei ihre Story zu überladen. Ich habe mich sofort in die Geschichte eingefunden, obwohl ich zu Beginn Respekt vor den vielen unbekannten Namen und Fähigkeiten hatte. Jedoch erzählt die Autorin mit so viel Energie, Charme und dem Blick für wichtige Details, so dass ich mich gar nicht sattlesen konnte an der Stadt des Blutigen Gottes.
Die Story selbst kommt langsam, aber dann gewaltig in Schwung. Das erste Drittel wird vor allem zur Einführung und den Weltenaufbau genutzt. Und gerade dann, wenn man es sich so richtig schön bequem gemacht hat, folgt Leiche auf Leiche. Man ist sofort mittendrin in den Ermittlungen, befragt mit Varek Verdächtige und versucht mit Idra zu überleben und nicht aufzufallen. Diese Mischung hatte es mir sehr angetan und ich habe mit beiden Charakteren mitgefiebert, gekämpft und verhandelt. Toll!
Der Stil der Autorin ist sehr gut und leicht zu lesen. Ihre Erzählweise ist direkt, ausschweifend, ohne dabei ins Schwafeln zu verfallen, und dennoch auf den Punkt, wenn es darauf ankommt. Ich habe es sehr genossen.
Fazit: Thriller funktionieren auch in einer Welt voller Magie. Ich kann das Buch klar empfehlen!
2017 veröffentlichte Elea Brandt ihren Debütroman »Opfermond«, ein Fantasy-Thriller, der in der rauen Wüstenstadt Ghor-El-Chras spielt und mittlerweile auch für den zweiten Deutschen Phantastik Preis in der Kategorie Bestes Debüt nominiert ist. Verdient!
In den finsteren Gassen von Ghor-El-Chras finden sich täglich zahllose Mordopfer, meist nur arme Schlucker, die niemand vermisst. Doch dieses Mal ist der Sohn eines einflussreichen Stadtherren darunter. Der Mörder Varek wird damit beauftragt, den Mörder zu stellen. Auch die Hure Idra ist daran interessiert, den Mord aufzuklären, denn die Täter scheinen auch mit dem Tod ihrer Freunde in Verbindung zu stehen. Zusammen entdecken die beiden dabei jedoch eine viel größere Gefahr, als sie zunächst geahnt hatten.
Wer mit dem Lesen dieses Romans anfängt, sollte eine Weile einplanen. Nicht etwa, weil das Buch so lang ist, sondern weil es, wenn man erst einmal beginnt, einen nicht mehr los lässt und es so leicht passieren kann, dass dann mal eben ein ganzer Tag rum ist – und ein Buch durchgelesen.
Der Roman kann nicht unbedingt durch seine absolut unvorhergesehen Plottwists bestechen, denn das sind sie nicht wirklich. Aber das ist nicht schlimm, denn dafür tischt uns Elea Brandt einige wunderbare Charaktere auf. Besonders Idra mit ihrer großmäuligen Art – sie ist absolut nicht auf den Mund gefallen – hat damit einen gewissen Charme. Auch die Dynamik zwischen den Charakteren macht sehr viel Spaß und ist einfach wunderbar zu verfolgen.
Durch die Konstellation der Protagonisten, ihre Charaktereigenschaften und ihre Hintergründe ergeben sich einige spannende Konstellationen, die den Plot vorantreiben und ihm ein sehr natürliches Empfinden geben. Idra beispielsweise weiß, dass alles seinen Preis hat, was auch für Informationen gilt, weshalb sie das, was sie weiß, nicht so einfach Varek preisgeben will. Hätte sie es gemacht, wäre der Fall wesentlich schneller gelöst, das ahnte sie jedoch zu dem Zeitpunkt noch nicht. Zudem traute sie Varek nicht über den Weg, was allerdings auf Gegenseitigkeiten beruht.
Ein ganz besonderer Genuss während der Lektüre waren die Dialoge. Sie fühlen sich absolut natürlich an und sind Elea Brandt wirklich gut gelungen. Ich wagte zu behaupten, dass sie wirklich das Beste am ganzen Roman sind. Durch sie bringt Elea die Figuren wunderbar zum Leser und gestaltet sie absolut plastisch. Nichts wirkt irgendwie gekünstelt, alles passt.
Und dann das Ende! Es ist kein Happy End, kann es vielleicht auch gar nicht geben. Ghor-El-Chras ist ein hartes Pflaster und es geht hier düster und hart zu. Da ein Happy End zu erwarten, hätte einfach nicht gepasst. Vielmehr ist es ein wehmütiges, aber auch sehr gefühlvolles Ende, der Roman hätte nicht passender abschließen können.
Einziger Wehmutstropfen: Varek, auch wenn er ein Charakter ist, der mir grundsätzlich gefällt, war hin und wieder zu selbstmitleidig. Sein Selbsthass und seine Verachtung für das, was er unfreiwillig tun muss, passt, jedoch kommt es manchmal einfach zu häufig und zu stark durch. Etwas weniger wäre hier mehr gewesen.
Das bleibt jedoch nur ein kleiner Kratzer. Trotzdem ist das Buch ein absolut gelungenes Debüt und wird auch nicht mein letztes sein, das ich von der Autorin lese. »Opfermond« ist jedem zu empfehlen, der nicht gerade zart besaitet ist und düstere Fantasy mag.
Für die beiden Protagonisten ist ausgerechnet ein Gevatter allzu häufiger Gast: Der Tod. Während ihm die Hure Idra meist auf dreckiger Straße als passiver Beobachter begegnet, reicht ihm der Assassine Varek höchstselbst die Hand. Ein Auftrag führt ihn nun jedoch auf die andere Seite: Er muss einen Mord aufklären. Dabei dringt er tief in die Geheimnisse der Stadt des Blutigen Gottes ein – und die sind eng mit einem düsteren Kult verwoben.
Sex, Drugs & Rock’n’Death In Opfermond darf „Eindringen“ wörtlich aufgefasst werden. Elea Brandt beschreibt ihre kreierte Welt wie sie ist: Direkt, blutig, von Sex gesprenkelt. Die große Kunst dabei ist, dass nichts gekünstelt wirkt. Die Sexszenen scheinen nicht zu existieren, um irgendjemanden scharf zu machen, sondern weil die Szene oder die Figur sie erfordern. Es ist genauso wenig pornographisch wie die Gewalt aufgesetzt. Dieses Natürliche ist etwas, das mir bei fast allen anderen Fantasyromanen [die ich gelesen habe] fehlt. Die Welt wirkt dadurch real, die Figuren plausibel und vielschichtig. Nicht die Lust an Sex und Brutalität steht im Fokus, sondern die Maschinerie und Geschichten dahinter.
Es bildet die Basis für die Figuren, die sich mal mehr, mal weniger gut durch die Welt bewegen. Wir verfolgen zwei Protagonisten, die sehr unterschiedlich sind und sich inmitten der korrupten Stadt doch in einem einen: Ihre Moral. Die ist nicht immer mit der unseren vergleichbar, doch stets plausibel und in sich schlüssig. Auch wenn Varek ein Auftragsmörder ist, so hat er doch Skrupel, einen Zwist, der ihn von innen aufzufressen droht. Und das auf eine in dem Genre typischen weniger sexy-dramatische, als auf interessante Art und Weise.
Opfermond Zitat
Zu dem Genannten würde keine blumige Wortwahl passen. Folgerichtig greifen viele Figuren auf harte Worte zurück. „Scheiße“, „Ficken“ und das obligatorische „Schwanz“ darf da natürlich nicht fehlen, auch nicht im eigentlichen Fließtext. Das passt allerdings alles wunderbar zu der jeweiligen Figur.
Ein größtenteils dichter Plot Der Sog in die Stadt bleibt über weite Strecken bestehen. Man fragt sich, was hinter dem Mord und der aufkeimenden Krankheit steckt, wer Freund und wer Feind ist. Vieles bleibt dabei lange im Nebel, gerade dicht genug, um den nächsten Schritt nur erahnen zu können. Die Zutaten wie ein blutiger Kult, zwielichtige Würdenträger, Rauschkraut und Sterbende, aus deren Augen Blut tropft fügen sich zu einem spannenden Ganzen zusammen. Über die Kapitel hinweg werden langsam lose Fäden verknüpft und Personen bekommen durch gewonnene Hinweise interessante Aspekte hinzu.
Die Suche nach dem Mörder funktioniert bei Opfermond dann am besten, wenn ganz nah an die Figuren herangezoomt wird und man neue Gegenden der Stadt betritt, die einen durch die Beschreibungen in ihren Bann nehmen. Allerdings zieht sich das Indiziensammeln durch Varek im ersten Drittel. Er reagiert, statt zu agieren und das tut dem Plot nicht unbedingt gut. Von Person zu Person gelenkt, mangelt es dort an Spannung.
Diese Personen – größtenteils Familie, Liebhaber und andere Bekannte des Ermordeten – sind im Gesamten interessante und voll wirkende Persönlichkeiten. Selbst wer nicht noch häufiger im Roman auftauchen wird, erhält eine fundierte Beschreibung und agiert wie eine Person und nicht wie ein Baustein des Plots. Nur bei einem Aspekt kam ich ins Grübeln: Die Frauen erscheinen zu Beginn entweder als berechnende Verführerinnen oder als dreckige, einfach gestrickte Huren. Zum Glück ist es kein Eindruck, der sich über den gesamten Roman halten kann, was auch dezent langweilig wäre.
Ein Highlight? Mein persönlicher Eindruck: Ich bin eine furchtbare kritische Leserin und breche sicher 90% der Bücher ab, die ich lese. Opfermond allerdings hat mich grundsätzlich überzeugt. Die Beschreibungen lassen sofort atmosphärische Bilder entstehen und die Figuren sind angenehm grau, ohne dass ihre Graustufen nur Mittel zum Zweck sind. Man merkt, dass die Autorin jahrelange Rollenspielerin ist.
Und daher kann ich schlichtweg nur eine absolute Kaufempfehlung aussprechen.
Opfermond – Elea Brandt Verlag: Mantikore Taschenbuch: 13,95 € Ebook: 9,99 € ISBN: 978-3-945493-36-6 Erscheinungsdatum: 16. Oktober 2017 Genre: Fantasy / Thriller Seiten: 444 Inhalt: In der Stadt des Blutigen Gottes herrscht das Recht des Stärkeren. Als der Assassine Varek angeheuert wird, einen Mord aufzuklären, klingt das nach einer willkommenen Abwechslung von seinem verhassten Tagewerk. Doch die einzige Zeugin, das Freudenmädchen Idra, weiß mehr, als sie preisgeben will. Um an ihre Informationen zu gelangen, geht Varek ein Bündnis mit ihr ein, das ihn schmerzhaft an bessere Zeiten erinnert. Die Spur des goldenen Skarabäus führt ihn schließlich zu einem grausamen Kult, der mehr als nur ein Blutopfer verlangt ...
Mein Fazit: Zum Cover: Hier haben wir ein sehr mystisches cover wie ich finde, alles sehr geheimnisvoll. Es passt sehr gut zur Geschichte und ich persönlich mag den Skarabäus besonders. Die Farben sind hier sehr gut gewählt, alles passt perfekt zueinander. Zur Buch: Hier verlaufen, wie ich finde die Geschichte zweier Protagonisten zu anfange parallel, was aber wirklich gut geschrieben ist. Wir haben hier zum einen Idra, die ihren Platz in der Gesellschaft nie gefunden hat und ein hartes Leben führt und zum anderen Varek der eigentlich nur ein Killer ist, doch mit der Zeit zweifelt. Die aber im Laufe des Buches aufeinander treffen. Als Idra bei ihren sterbenden Freund ein Amulett findet, ändert sich alles für sie. Plötzlich sterben Menschen auf unerklärliche Art und Weise und sie will herausfinden, woran sie sterben, doch die Angst ist groß bei ihr. Varek erhält den Auftrag den Mörder von Rashach´s Sohn zu finden und ihn tot oder lebendig zu ihm zu bringen. Doch dieser Auftrag scheint mehr als ein bloßer Mord zu sein. Haben wir es hier mit einem Geheimkult zu tun? Wird Varek den Mörder finden? Und wie geht Idra´s Leben weiter? Fragen die es zu beantworten gibt, aber glaubt mir, ihr bekommt alle Antworten im Laufe der Geschichte. Der Schreibstil ist flüssig und spannend und Elea Brandt schafft es mit dieser Geschichte einen in ihren Bann zu ziehen. Ich musste immer weiter lesen, wollte ich doch wissen wie die jeweilige Szene zu Ende geht. Die Protagonisten sind alle sehr gut dargestellt und ich konnte mich in den einen oder anderen gut hineinversetzen. In dieser Geschichte hatte ich auch großes Mitleid mit einigen Protagonisten, leben die meisten davon doch in einem völlig verdreckten und verwahrlosten Viertel. Auch das wurde gut dargestellt und mich hat es hin und wieder geschüttelt. Wir haben hier vielerlei Emotionen und auch Erotik ist vorhanden und explizit dargestellt. Alles hat hier einen mittelalterlichen Hauch, bildlich aber super dargestellt, so dass ich mir alles vorstellen konnte und halt mittendrin in der Geschichte war. Die Kapitellänge ist in Ordnung, manche waren lang andere wieder kürzer, aber insgesamt waren sie aufgrund der Spannung gut. Ihr wisst ich bevorzuge ja eher kurze Kapitel, ich habe dann immer das Gefühl ich lese schneller. Ja, so hat jeder seins. Die Mischung zwischen Fantasy und Thriller ist hier perfekt gelungen und diese Geschichte ist nichts für schwache Nerven. Ich bin total begeistert von dem Buch und gebe hier 5 von 5 Sternen, weil ich sehr gut unterhalten wurde. Zum Schluss bedanke ich mich beim Mantikore Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und hoffe weiterhin auf gute Zusammenarbeit.
Absolut spannend, teils grausam, ehrlich und mitreißend. Elea schafft es in ihrem Debüt-Roman von Anfang an Interesse für die Geschichte und die einzelnen Personen zu wecken. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und ihr bildhafter und ehrlicher Schreibstil fesselt einen sofort an das Geschehen und macht es leicht mit den Charakteren mitzufiebern. Es wird sofort Spannung aufgebaut, die sich über die komplette Geschichte hinweg hält und einen zum Weiterlesen anspornt. Die unvorhergesehenen Wendungen und komplizierten Verstrickungen der einzelnen Personen überraschen einen immer wieder aufs neue. Die Kombination aus einem Thriller in einer Fantasy-Umgebung funktioniert hervorragend. Die südländische Welt ist interessant aufgebaut und bietet einen idealen Schauplatz für ein Verbrechen, das aufgeklärt werden muss. Ich habe es sehr genossen mich in die Welt von Idra und Varek hineinziehen zu lassen und freue mich auch viele weitere Spannende Abenteuer aus Elea's Feder!
Es geht blutig zu in Opfermond und daran ist nicht nur Varek Schuld, der als Auftragsmörder durch Ghor-el-Chras zieht und seiner Arbeit nachgeht. Die Stadt selbst ist ein hartes Pflaster und Intrigen kann man an jeder Ecke finden. Auch Idra verwickelt sich in das blutige Geschehen und auch wenn ihre ruppige Art durchaus eine Abwechslung ist, ist sie als Hure doch eines der Klischees, die ich persönlich schon viel zu oft gesehen habe.
Das Sternchen Abzug gibt es für die doch sehr klassische Rollenverteilung.
Mein Aprilbuch Am Anfang hatte ich meine Schwierigkeiten in die Welt und die Geschichte hineinzukommen. Und auch mit den Charakteren hatte ich Startschwierigkeiten. Doch spätestens nach dem ersten Drittel hat es mich gepackt und ich habe mitgefiebert und mitgerätselt. Die erste Begegnung von Idra und Varek fand ich ein wenig schräg, aber danach war es toll zu lesen, wie sie sich angenähert haben. Ich bin echt gespannt auf weitere Werke aus dieser Welt.
Düsterer Fantasy-Thriller, der alles richtig macht. Elea Brandts „Opfermond“ ist ein packender und hochspannender Fantasyroman in einem orientalischen Setting. Doch wer dabei an Abenteuer wie aus 1001 Nacht denkt, der ist auf der falschen Fährte und sollte lieber auf den Roman „Sand & Wind“ der Autorin schauen. In der Stadt Ghor-el-Chras wird der Sohn eines Ratsmitglied ermordet in den Slums aufgefunden. Der Assassine Varek wird engagiert, den Mörder zu finden. Was für ihn erst wie ein willkommene Abwechslung von seinem blutigen Tagesgeschäft als Unbestechlicher anmutet, entpuppt sich nach und nach als abgründige Jagd durch ein ganzes Netz voller Intrigen und Geheimnisse. Der Schlüssel für Varek, den Täter zu finden, ist dabei Idra, ein Freudenmädchen aus den Slums der Stadt und die einzige Zeugin. „Opfermond“ bietet in meinen Augen alles, was ich mir von einem Roman erwarte, der mit Fantasy-Thriller betitelt wird: eine spannende, wendungsreiche Geschichte voller Nachforschungen, Entdeckungen und Verflechtungen, interessante und vielschichtige Charaktere, die genau richtige Länge für die erzählte Geschichte und eine schöne Portion Düsternis. Elea Brandt geht nicht zimperlich mit ihren Protagonisten und sonstigen Figuren um und in diesem Buch wird ebenso viel geflucht wie geblutet. Doch niemals werden diese Elemente zum Selbstzweck, nur dazu gedacht, den Leser zu schocken. Alles fügt sich zu einem stimmigen Gesamtbild einer harten und erbarmungslosen Stadt zusammen und jede Handlung ergibt sich logisch aus dem, was zuvor passiert ist. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich mir schon in der Mitte des Buches erschließen konnte, wer der Täter ist und daher die Offenbarung im Finale nicht ganz so groß war, wie sie hätte sein können. Das ist aber absolut Meckern auf hohem Niveau. Von daher gebe ich „Opfermond“ eine mehr als verdiente 9/10.
Erst einmal herzlichen Dank an Elea Brandt und den Mantikore Verlag für das Rezensionsexemplar. Ich habe mich sehr darüber gefreut und es hat mir sehr schöne Lesestunden beschert.
„Opfermond“ spielt in einer orientalischen Welt, die ein bisschen an die Märchen von 1001 Nacht erinnert. Ein spannendes Setting, wie ich fand, weil ich noch nie so etwas gelesen hatte. Es war mal etwas ganz anderes, als das, was ich mir normalerweise zu Gemüte führe.
Die Hauptakteure in „Opfermond“ sind der Assassine Varek und das Freudenmädchen Idra. Aus beiderlei Sicht wird die Geschichte hauptsächlich erzählt, ab und zu auch noch aus der Sicht von Dritten. Das gestaltet den Roman abwechslungsreich und man kann sich besser in die einzelnen Personen einfühlen.
Varek war mir auf Anhieb sympathisch, genauso wie Idra. Die Figuren sind vielschichtig und gut ausgearbeitet. Mir gefiel, dass jede Figur ihre eigene Stimme hatte. Idra zum Beispiel drückt sich gerne etwas vulgär aus. Das Wort „ficken“ kam ebenso oft vor wie „Schwanz“ für das männliche Geschlechtsteil. Und fluchen kann die liebe Idra auch ziemlich gut. Das hat mich aber nicht gestört, ganz im Gegenteil. Es macht die Figur, die in einem Armenviertel aufgewachsen ist, authentisch.
Die Namen in der Geschichte sind sehr ausgefallen, was leider vor allem am Anfang dazu geführt hat, dass ich die Personen nicht richtig zuordnen konnte bzw. sie verwechselt habe. Natürlich macht es Sinn, für ein solches Setting fremdartige Namen zu verwenden, aber vielleicht wäre es mir leichter gefallen, wenn die Namen unterschiedliche Anfangbuchstaben gehabt hätten. Ich habe z. B. „Khari“ und „Kashir“ zu Beginn mehrmals verwechselt. Aber vielleicht ging das auch nur mir so. Sterneabzug gibt es dafür von mir nicht.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft und sie beschreibt die Umgebung der Figuren mit allen Sinnen, sodass man das Gefühl bekommt, leibhaftig dort zu sein. Besonders gut gefallen haben mir die Geruchsbeschreibungen. Der Schreibstil klang etwas gehoben, wenn nicht gerade Idra mit ihrer vulgären Stimme an der Reihe war, was mir außerordentlich gefallen hat.
Insgesamt ist die Story sehr spannend. Ich fand sie zu keiner Zeit langatmig oder dergleichen, es reiht sich eine Katastrophe an die nächste, aber natürlich gibt es zwischendurch auch mal ruhigere Phasen, die der Geschichte eine gewisse Balance verleihen.
Das Ende war sehr stimmig und eine tolle Auflösung des Konflikts. Es hat mich mit einem zufriedenen Gefühl zurückgelassen.
Für mich ist eines ganz klar: „Opfermond“ hat eindeutig fünf Sterne verdient. Das Buch ist außergewöhnlich, spannend und einfach wundervoll geschrieben.
Ich mochte das Buch, jedoch gibt es einen Punkt, der mich massiv gestört hat. Und zwar, nur weil es ein orientalisches Setting ist, braucht es nicht zwingend Sklaven. Ich sehe es als ein Vorurteil der Autorin gegenüber solchen Kulturen an, dass man in einem Fantasy Setting ebenfalls Sklaven einbauen muss. Es erweckt einen gewalttätigeren Eindruck, als es nötig war, denn auch Fantasy muss nicht immer gewalttätig sein.
Eigentlich hatte ich dieses Buch nicht auf dem Radar, aber irgendwie wollte es doch gelesen werden. Also begann ich ... und wollte nicht mehr auf hören. Es wirkt so unscheinbar aber ... weit gefehlt.
Düster und zum Teil doch recht makaber wird hier eine Geschichte erzählt, die nichts für schwache Nerven ist. Die Schreibweise ist gut und zum Teil sehr getreu geschrieben. Für mich war es ein gelungener Fantasie Thriller, der mich überzeugt hat und ich es gern weiter empfehlen würde.
Fazit: Interessantes Cover, was unschuldig aussieht, aber sein wahres Gesicht erst in der Geschichte zeigt.