Wow – was für ein Buch! Ich bin immer noch ganz geflasht. Von der ersten bis zur letzten Seite hat es mich gepackt. Das Herz im Glas war aus mehreren Gründen ein Buch ganz nach meinem Geschmack. Es ist sehr schwer ein Buch zu rezensieren, was so sehr von Überraschungen lebt, doch ich tue mein bestes, ohne zu viel zu verraten.
Der Roman ist eine tolle Mischung aus Fantasy und Thriller. Ehrlich gesagt sind Thriller eigentlich nicht mein Genre, da ich sie oft langweilig finde, in dieser Mischung hat es mir jedoch ausgesprochen gut gefallen, Der Spannungsbogen wird zu Anfang eher langsam, aber auf keinen Fall langweilig aufgebaut. Man lernt die unterschiedlichen Charaktere kennen und taucht immer weiter in die Handlung ein. Es werden immer mehr Fragen aufgeworfen und man ist als Leser zeitweise ähnlich verwirrt, wie die Protagonisten Caedes und Aenne und kann sich keinen Reim darauf machen, wie die merkwürdigen Ereignisse zusammenpassen. Die Idee, dass ein menschliches Herz in einem Glas, welches für Blutmagie missbraucht wurde, Aenne und ihre Brüder auf eine gefährliche Reise führt, finde ich wirklich einzigartig und kreativ.
Das Setting des Romans passt dabei perfekt zur Handlung. Terra Talioni heißt die Stadt, in der die Handlung stattfindet und diese Stadt hat es ganz schön in sich. Verrat, Intrigen und Tod scheinen hier auf der Tagesordnung zu stehen und auch Aenne und Caedes finden sich schon bald im Netz dieser Stadt wieder, ohne einen wirklichen Ausweg zu finden. Man weiß zwar über diese fiesen Machenschaften, die sich in der Stadt abspielen schnell Bescheid, allerdings blieb es für mich ganz lange unklar, wer die Fäden zieht. Man findet die Geheimnisse Stück für Stück gemeinsam mit Aenne und Caedes heraus und erlebt dabei die ein oder andere Überraschung. Dabei ist das Setting allgemein sehr düster gehalten und auch an gelegentlicher Brutalität mangelt es nicht – was ich (als eingeschweißter Game of Thrones Fan) an Fantasy ausgesprochen gerne mag. Es muss einfach nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen sein.
Aenne und Caedes sind tolle Charaktere, die wir im Verlaufe des Buches mit all ihren Ängsten und Beweggründen kennen und lieben lernen. Allerdings waren es für mich vor allem die Nebencharaktere, die das Buch zu etwas Besonderem gemacht haben, denn diese sind ausgesprochen interessant und geheimnisvoll. Jeder scheint involviert zu sein, oder zumindest etwas zu wissen und natürlich kann man niemandem trauen.
Der Schreibstil der Autorin ist wundervoll. Alles wird einfallsreich und bildhaft geschrieben, ohne sich jedoch in Details zu verlieren. Allgemein war die Geschichte zu keinem Zeitpunkt langatmig und hat mich wirklich bis zur letzten Sekunde in Atem gehalten. Die kleine Liebesgeschichte wirkte keine Sekunde lang aufgesetzt oder gezwungen (was oft mein Problem bei Liebesgeschichten ist), sondern war realistisch und hat einfach perfekt zu der düsteren Art der Geschichte gepasst.
Ein absoluter Bonus an dem Buch sind die traumhaften Illustrationen, die auch noch von der Autorin selbst stammen. Davon hätte ich mir noch mehr gewünscht, zumindest über eine Zeichnung von Caedes hätte ich mich sehr gefreut. Aber ich kann mir natürlich vorstellen, wie aufwendig solche tollen, detailreichen Zeichnungen sind und dass man davon nicht endlos viele anfertigen kann.
Fazit:
Was soll ich sagen? Ich habe an dieser Geschichte wirklich nichts auszusetzen. Das Herz im Glas hat mich durch eine spannende, düstere und ereignisreiche Handlung voller Überraschungen, zwielichtiger Charaktere, ein fantasievolles Setting und einen wunderschönen Schreibstil vollkommen überzeugt. Und das Ende hat einfach perfekt zu dem Buch gepasst!