Er ist ein Junge mit bunten Kreiden, der Menschen in Bildern auf dem Asphalt einfängt. Sie ist ein Mädchen mit einem dunklen Geheimnis, das niemanden an sich heranlässt. Felix und Alisa. Beide leben in ihrer eigenen Welt, bis sie sich durch Zufall begegnen. Und plötzlich ist es ausgerechnet Alisa, die Felix versteht wie niemand sonst. Zusammen sind sie stark, fast unschlagbar. Bis ein Haus brennt und Alisa von den Schatten der Vergangenheit eingeholt wird ...
Inhalt: Wenn Felix tagsüber seine Kreide verteilt, die neugierig an ihm vorbeihuschenden Menschen betrachtet, eine Person unter ihnen auswählt und auf dem kalten Stein unter ihm verewigt, dann fühlt er sich in seinem Element, denn Malen ist sein Talent. Malen ist sein Leben. Malen ist das einzige, in dem er sich von seinem, scheinbar in allen Bereichen talentierteren großen Bruder abzuheben zu vermag. Wenn Alisa bei Nacht heimlich in den Park schleicht, um die bunten Kreidebilder auf dem Asphalt zu betrachten, dann nur, weil sie ihrem grauen Leben ein wenig Farbe verleihen möchte. Ein großes, dunkles Geheimnis hütend, verkriecht sie sich in ihrer eigenen Welt, in der nur sie und die Einsamkeit einen Platz haben.
Als Felix und Alisa aufeinanderstoßen, zwei Welten, zwei Leben kollidieren, treffen zwei Seelen aufeinander, die sich gegenseitig mehr brauchen, als sie zunächst ahnen. Doch ihre Liebesgeschichte wird ins Dunkel getaucht, denn Alisas Leben wirft tiefe Schatten, die zu bekämpfen Felix alles abverlangt.
Meiung: Ich kann mich noch ganz genau an den Tag erinnern, an dem ich innerhalb weniger Stunden, das Debüt von Ulla Scheler "Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen" verschlang. Graue Wolken hingen bedrohlich am Himmel, der Geruch von Pfefferminztee dampfte in der Luft und ich lag eingekuschelt mit meiner Lieblingsdecke und Flauschesocken auf dem Bett und wurde durch die bunten Worte der Autorin tief hinter die Seiten, tief in die Geschichte gesogen. Meine Erwartungen an "Und wenn die Welt verbrennt", dem neusten Buch aus der Feder der Jungautorin, waren demnach hoch.
Erzählt wird die Geschichte um Alisa und Felix aus je zwei Perspektiven, in insgesamt drei Akten. Je im Wechsel legen uns die zwei Protagonisten in der Ich-Perspektive ihre Welt und ihre Gefühle zu Füßen und ermöglichen so einen sehr tiefen, emotionalen und nahen Einstieg in die Buchwelt. Was der Protagonist mit Kreide auf den Asphalt zu zaubern vermag, vermag Ulla Scheler mit Worten. Bildgewaltig, von Metaphern und Vergleichen triefend, malt die Autorin mit Buchstaben und zaubert dabei eine sehr atmosphärische Geschichte auf die Seiten. Auch wenn es, gerade wegen des eher ungewöhnlichen Schreibstiles, einige Kapitel mehr braucht, bis man als Leser das Schlupfloch in die Welt von Felix und Alisa findet, wenn man sie einmal betreten hat, riecht man förmlich den Kaffee aus Carlos Café, schmeckt die von Felix gekochte Tomatensoße auf der Zunge und sieht seine Kreidebilder, wie Alisa sie sehen würde, als kleine Bilder der Wahrheit, welche hinter die Fassade der Menschen blicken und sie so verewigen, wie sie tief in ihrem Inneren wirklich sind.
Auch die Figuren kommen durch den Schreibstil gut zur Geltung und werden sehr detailreich vorgestellt. Besonders Alisa, mit ihrer tiefgründigen Denkweise, ihrer etwas geformteren und bildlicheren Sprache, regt zum Nachdenken an und ist, trotz des großen Geheimnisses, das sie mit sich trägt und erst auf den letzten Seiten offenbart und ihrer eher verschlossenen Art, ein sympathischer Charakter, den man nicht selten gerne in die Arme schließen würde. Felix bildet hier einen guten Kontrast, obwohl auch er sehr tiefgründig ist, präsentiert er sich mit einer gewissen Leichtigkeit, die jedoch trügerisch ist, denn auch Felix trägt seinen ganz eigenen Ballast mit sich herum. Ballast, den jeder von uns kennt und den jeder, in welcher Weise auch immer, schon einmal erlebt hat: Das Gefühl, nicht genug zu sein. Das Gefühl, nicht gut genug in etwas zu sein. Das Gefühl, nur Durchschnitt zu sein. All dies kreiert die Autorin sehr authentisch mit ihren Worten.
Schreibtechnisch demnach ein absolutes Muss, was sich jedoch nicht von der Handlung behaupten lässt.
Ulla Scheler schreibt in ihrer Danksagung, dass sich dieser Roman für sie unglaublich schwer schrieb und sie die Geschichte nicht gleich vor Augen hatte, dass sie sich in durchwachsenen Schreibphasen entwickeln musste - das merkt man leider auch. Die ersten ca. 300 Seiten folgen noch einem gewissen roten Faden, selbst wenn sich die Liebesgeschichte von Alisa und Felix relativ schnell entwickelt, schmälert das die Authentizität der Geschichte nicht, nicht die Glaubwürdigkeit der Figuren. Man versteht die Einsamkeit von Alisa, ihren tiefen Wunsch nach Zuneigung, die sie sich selbst, aufgrund ihrer Vergangenheit, verbietet. Man vollzieht nach, welche Geheimnisse Felix in ihren Augen sieht und warum er sich von ihr so sehr angezogen fühlt, weil Alisa, als einzige, die Wahrheit hinter seinen Kreidebildern sieht, weil sie ihn sieht.
Soweit so gut, doch dann verlieren die Protagonisten Seite um Seite an Plausibilität, indem Szenen kreiert werden, die viel zu plötzlich auftreten und gar nicht so richtig zur eigentlichen Geschichte passen zu mögen. Es werden Entscheidungen von den Figuren getroffen, die keinen Sinn ergeben und auch gar nicht in ihren vorher gezeichneten Charakter passen. Schließlich wirkt die ganze Storyline nur noch konstruiert. Der Wendepunkt, der Höhepunkt und besonders das Ende - das in meinen Augen am wenigsten Sinn ergeben hat und wie ein Fremdkörper in der Geschichte wirkt - bleiben blass, bleiben flach. Die Handlung plätschert vor sich hin und vermittelt den Eindruck, dass sie teilweise selbst nicht so genau weiß, wo sie eigentlich hin will.
So steht letztlich ein großartiger Schreibstil einer nicht zu Ende entwickelten Geschichte entgegen und mag in ihrem Schatten zu versinken, mag an Überzeugungskraft zu verlieren und tritt in seiner Bewertung deutlich hinter dem Debüt der Autorin zurück.
Fazit: "Und wenn die Welt verbrennt" von Ulla Scheler, verzaubert und bannt mit einem bildgewaltigen Schreibstil, der das Setting und die Gefühle der Figuren lebendig werden lässt, der die Realität des Lesers mit Kreidebildern der Buchwelt übermalt und real werden lässt. Handlungstechnisch kann der neuste Roman der Jungautorin jedoch nicht an den Debüterfolg anknüpfen und bleibt durchweg relativ blass, besonders gegen Ende muss die Geschichte zudem stark an Glaubwürdigkeit einbüßen - das nicht nur konstruiert, sondern auch überflüssig wirkt. Trotzdem bleibe ich Ulla Scheler - Fan, weil sie ihr Handwerk versteht, weil sie mit Worten malt und Buchwelten empor zaubert, die mit allen fünf Sinnen zu spüren, zu erleben und gerade dadurch so außergewöhnlich atmosphärisch sind.
Inhalt Felix malt mit Kreide die Menschen auf die Straßen, so wie er sie sieht. Und eines Tages malt er Alisa, aber sie reagiert nicht wie die anderen auf ihr Bild, sie läuft davon. Doch dann begegnen sie sich wieder und plötzlich versteht Alisa Felix wie niemand sonst und er lässt sich von ihren Ängsten nicht abschrecken. Sie sind füreinander da. Aber dann sind da die Dinge, die Alisa keinen Frieden lassen. Albträume plagen sie und sie lässt sich von allem leicht erschrecken. Was verbirgt sie vor Felix? Welche Geister ihrer Vergangenheit lassen sie nicht in Ruhe? Protagonisten Felix malt leidenschaftlich gerne und kocht auch sehr gut, außerdem hat er ein sehr sanftes Gemüt und ist einfach ein sehr netter Kerl. Ich habe ihn so schnell ins Herz geschlossen und konnte ihm nichts, was er tat, irgendwie übel nehmen. Er hat sich quasi sofort in Alisa verliebt, weil sie seine Bilder versteht und er sich mit ihr auf einer Wellenlänge fühlt. Er ist fasziniert von ihr, aber machmal sehr verwirrt von ihrem abweisenden Verhalten. Er versucht aber, ihr so gut er kann entgegenzukommen und sie zu nichts zu drängen. Aber manchmal verhält sich Alisa so seltsam, dass selbst Felix nicht wirklich etwas tun kann, auch wenn er immer versucht, Verständnis zu zeigen. Er hat selbst Komplexe und Unsicherheiten, weil er weiß, dass er nicht der Beste in seinem Fach ist und auch irgendwie im Schatten seines Bruders steht. Er kann meistens gar nicht glauben, dass Alisa jemanden wie ihn mögen kann, daher neigt er auch zu Eifersucht - wenn auch nicht wirklich zu grundloser Eifersucht, wie ich finde. Alisa hat etwas schreckliches erlebt und trägt ein Geheimnis mit sich herum. Während Felix immer offen und ehrlich ist, ist Alisa verschlossen und braucht ewig, bis sie Vertrauen fasst. Sie mag Felix zwar, hat aber Angst davor, ihn an sich ranzulassen. Sie ist paranoid und schreckhaft, aber Felix schreckt das nicht ab - und das fasziniert sie auch. Ich fand Alisa etwas anstrengend, weil sie sich eben immer in ihr Schneckenhaus verkriecht und manchmal auch nicht so nett zu Felix ist, wie er es verdient hätte. Sie ist verletzlich und unsicher und lebt noch in ihrer Vergangenheit und schafft es nicht, die Sachen hinter sich zu lassen, um mit ihm glücklich sein zu können. Andere Charaktere David ist Felix Bruder und einerseits himmelt Felix ihn an und andererseits ärgert ihn sein Verhalten manchmal. David ist eher zielorientiert und sieht in Felix' Hobby keine Zukunft, weil es einfach keinen Nutzen hat.
Olli - Olivia - ist Felix' beste Freundin und ein sehr sympathischer Charakter. Sie ist frech und lebensfroh und ist bei Alisas Ernsthaftigkeit und Distanz wirklich erfrischend.
Kleiner Käfer ist eine Person, die Alisa immer anredet und die man irgendwann auch kennenlernt. Man kann sich eigentlich schnell denken, was für eine Beziehung die beiden zueinander haben, aber es gibt trotzdem Überraschungen. Ich fand ihn eigentlich ganz nett, aber die Perspektiven der Protagonisten wurden ihm vielleicht nicht ganz gerecht. Handlung und Schreibstil Es gibt zwei Perspektiven, Alisa und Felix und beide schildern die Handlung jeweils in der ersten Person, was an sich nicht ungewöhnlich ist. Aber Alisa redet jemanden direkt an, den sie meist "kleiner Käfer" nennt, und das fand ich teilweise doch etwas ungewohnt - auch, weil Felix das nicht tat. Damit konnte ich mich nicht ganz anfreunden.
Alisas Geheimnisse haben Spannung in das Buch gebracht, mich mit der Zeit aber auch etwas genervt. Zwischendurch wurde man mit Informationshäppchen gefüttert, um es eben spannend zu halten, aber zum Ende hin wurden es mir einfach zu viele Geheimnisse, zu viele Dinge, die enthüllt werden konnten. Und selbst wenn ich dachte, ich würde alles wissen, gab es neue Überraschungen - und mit der Zeit ließ die Wirkung irgendwie bei mir nach. Nur die letzte Enthüllung konnte mich dann wieder packen. Fazit Mir hat "Und wenn die Welt verbrennt" eigentlich sehr gut gefallen, weil ich Felix so schnell ins Herz geschlossen habe, aber dafür hat mich Alisa manchmal enttäuscht und mit der Zeit hat auch die Wirkung der Überraschungen nachgelassen.
Der erste Teil war für mich praktisch perfekt und ich bin vor Niedlichkeit und Emotionen etwas zerissen. Der zweite Teil war zwar spannend und auch sehr interessant, aber manchmal haben mich sowohl Felix, als auch Alisa, genervt und ich konnte ihre Entscheidungen nicht ganz nachvollziehen. Der dritte Teil und das Ende waren aber so schön, dass ich heulen musste
Schon mit ihrem Debüt Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen hat Ulla Scheler bewiesen, wie gut sie schreiben kann. Deshalb habe ich mich umso mehr gefreut, eine Chance zu erhalten, Und wenn die Welt verbrennt zu lesen. Nach Erhalten des Buches war meine Neugier so groß, dass ich es gleich am selben Abend aufgeschlagen habe – und am Abend darauf die letzte Seite las. Dass das Buch über 400 Seiten schwer ist, merkt man zu keinem Augenblick, im Gegenteil; ich inhalierte Felix' und Alisas Geschichte förmlich, und gerade die ersten drei Viertel des Buches waren toll, stellenweise grandios. Die Geschichte wird sowohl aus Alisas Perspektive im Präsens als auch aus Felix' Perspektive im Präteritum erzählt – ein Tempuswechsel, der mir so noch nie begegnet ist und der mir überraschend gut gefallen hat. Bis auf ein paar holprige Übergänge ist die Erzählung aus den zwei Perspektiven in meinen Augen sehr gut gelungen. Schnell hat sich Felix als mein persönlicher Favorit herauskristallisiert: seine Gefühle, nie gut genug zu sein, und seine Ziellosigkeit im Leben werden von Scheler so subtil, aber doch allanwesend dargestellt, dass ich gar nicht anders konnte, als mit ihm mitzufühlen. Mit Alisa hatte ich dafür ein paar Schwierigkeiten, was hauptsächlich daran liegt, dass sie die Geheimnistragende der beiden ist – sie hat diese düstere Vergangenheit, die sie zwar verdrängen will, aber nicht kann. Allerdings wird gerade zu Anfang dieses Geheimnis nur angedeutet, auch in Felix' Perspektive, und das ziemlich oft, etwas, was mich persönlich stört. Es ist klar, dass ein Geheimnis besteht, dann muss man nicht noch andauernd darauf hinweisen, ohne dem Leser oder den Figuren selbst irgendwelche Klarheit anzubieten. Umso besser hat mir dann die Richtung gefallen, die die Geschichte eingeschlagen hat. Während ich die Beziehung von Felix und Alisa zumindest anfangs etwas überstürzt fand, begannen die beiden schnell, sich besser kennen zu lernen und miteinander statt gegeneinander zu arbeiten – zumindest von Felix' Seite aus, Alisa öffnete sich nur langsam. Und gerade diese Enthüllung ihrer Vergangenheit, die Twists beinhaltet, die selbst Alisa so nicht vorausgesehen hat, war der prominente Faktor, der es mir unmöglich machte, das Buch aus der Hand zu legen. Immer, wenn ich dachte, jetzt auf der richtigen Spur zu sein, brachte Ulla Scheler eine neue Überraschung ein, und es gab bis zum Ende eigentlich nur einen Aspekt, den ich richtig erraten hatte – sehr cool, und vor allem eine Richtung, die ich nicht erwartet hatte. Wie bereits erwähnt: Der Schreibstil hat mir außerordentlich gut gefallen, noch besser als in Schelers Debüt. Einerseits trug er mich durch die Geschichte, andererseits schaffte es die Autorin mit ihren Worten, kleinste zwischenmenschliche Nuancen auszudrücken und Gefühle zu formulieren, die man sonst gar nicht erfassen kann. Klasse fand ich es auch, dass Alisa in ihren Kapiteln immerzu einen "kleinen Käfer" anspricht. Wirklich wunderschön. Jetzt kommt das große Manko. Leider. Denn bis zu etwa den ersten dreihundert Seiten wäre Und wenn die Welt verbrennt ein Buch gewesen, das vier, wenn nicht sogar fünf Sterne verdient hätte. Ich war voll und ganz in der Geschichte drinnen – bis die Charaktere sich auf einmal selbst zu widersprechen schienen, und der Plot zwar einen überraschenden Twist nahm, die Konsequenzen aber so absurd waren, dass ich das Gefühl hatte, ein völlig anderes Buch in der Hand zu halten. Felix machte plötzlich Dinge, die nicht im Geringsten zu erklären waren, und darüber hinaus beinhaltete der Plottwist eine Straftat, die von keinem der Charaktere – weder von den Tätern noch von den Mitwissenden – thematisiert wurde. Die Krönung zu dieser Absurdität bildete das letzte Kapitel, das mehr wie ein verzweifelter Versuch wirkte, die Geschichte in die richtige Richtung zu biegen, letztendlich bei mir aber nur einen bitteren Beigeschmack hinterließ. In der Danksagung berichtet Ulla Scheler von ihren Problemen beim Schreiben des Buches, und leider merkt man das dem Endprodukt auch an. Nach diesem fulminanten Auftakt war das Ende so absurd und abwegig, dass ich enttäuscht und frustriert gleichermaßen war und mir fast wünschte, niemals die letzten Kapitel gelesen zu haben. Ich kann mir aktuell nicht vorstellen, in der Zukunft zu einem weiteren Buch von ihr zu greifen; der Schreibstil rettet nicht über die Probleme der Charaktere und des Plots zurück, und in dem Fall von Und wenn die Welt verbrennt auch nicht über die Ignoranz, mit der ernste Probleme im Text behandelt werden.
22. September 2017
Ich bin gerade so wütend.
Die ersten 350 Seiten dieses Buches? Grandios. Ein 4-Sterne-Buch, stellenweise sogar 5. Ich habe das Buch immerhin in keinen vierundzwanzig Stunden gelesen, bin förmlich hindurchgeflogen.
Dann ging es den Bach runter. Im Sinne von ein-Charakter-trifft-eine-Entscheidung-die-NULL-Sinn-macht. Und, okay, ich war bereit, da noch irgendwie ein Auge zuzudrücken, weil zumindest die Konsequenzen Sinn machen. Und dann entwickelte sich die Geschichte weiter und, ja, vielleicht konnte das sogar so funktionieren.
Dann kam das Ende.
Ich. Bin. Perplex. Das macht keinen SINN. Auf einer menschlichen Ebene nicht. Da sind so viele Fragen, und es wurden solche Abgründe aufgedeckt, die man unmöglich mit einem Achselzucken akzeptieren kann.
Wie kann man so ein Potential verschwenden? Ärgerlich. So, so, so verdammt ärgerlich.
Genau wie bei ihrem Debüt, gefiel mir auch hier Ulla Schelers Schreibstil unglaublich gut. Trotzdem habe ich irgendwie das Gefühl, dass ihre Bücher immer eine Spur zu lang sind, da nie wirklich viel passiert. Leider wusste ich nach 50 Seiten schon, was Alisas "großes Geheimnis" war und generell fand ich die Geschichte ziemlich vorhersehbar. Wirklich warm konnte ich mit Alisa und Felix auch nicht werden. Adrian hat mich genervt und nur Olli mochte ich wirklich gerne. Ich glaube, die Autorin legt immer viel Wert auf die Nebencharaktere, aber die Protagonisten bleiben dabei leider auf der Strecke.
MEINE MEINUNG "Wie groß können die Schatten sein, die unsere Geschichten werfen? Sie wachsen mit der untergehenden Sonne, lange Streifen am Boden." S. 150
Von Ulla Schelers Debüt „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“ war ich vergangenes Jahr hin und weg. Und auch mit ihrem neuen Roman zeigte mir die Autorin wieder, warum es sich lohnt, zu ihr zu greifen.
Alisa ist einsam, zurückgezogen und trägt ein tragisches Geheimnis mit sich herum. Nach außen hin tut sie jedoch so, als wäre es genau das, was sie will und das sie niemanden braucht. Felix schaut gerne hinter die Fassade von Menschen und malt diese dann mit seiner Kreide auf den Asphalt. Er selbst sieht sich jedoch immer im Schatten seines großen Bruders stehen, würde dies aber nie laut zugeben. Beide spielen ihre Rolle nahezu perfekt. Bis sie einander begegnen. Zusammen verspüren sie so etwas wie Glück und im Verlauf zeigt sich, was sich wirklich hinter ihrem Schauspiel versteckt. Beide sind tiefgründig, vielseitig, interessant, teils sehr komplex und dennoch verständlich ausgearbeitet. Und Ulla Scheler lässt ihre Charaktere glaubwürdige und spannende Entwicklungen durchleben.
Ulla Scheler hat schon mit ihrem Debüt bewiesen, dass sie eine besondere Art zu schreiben hat. Und nach wie vor liebe ich ihren Schreibstil. Die Verwendung der Sprache mit Metaphern, Bildern und teils einem Hauch von Poesie ist einfach unglaublich. Ein Beispiel gefällig?
"Feuer brach durch die Löcher in der Wand; hungrige Zungen, die die Fassade ableckten. Ein helles Klingen wie ein Sternenschauer, als die Scherben auf dem Boden auftrafen." S. 163
Die Autorin begeistert auf tiefgründigen, nachdenklichen und emotionalen Ebenen. Die wechselnde Sicht von Alisa und Felix bringt einem dabei nicht nur die Charaktere näher, sondern auch der Geschichte. „Und wenn die Welt verbrennt“ ist eine langsame und ruhige Geschichte, ohne Action und große Dramen. Das einzige Drama, das sich hier abspielt, ist das um Alisas Geheimnis, welches sich Stück für Stück immer etwas weiter zuspitzt, bis Alisa nicht länger die Augen davor verschließen und darüber schweigen kann. Am Anfang irrt man dabei etwas im Dunkeln umher, wie in solchen Momenten, in denen sich die Augen noch nicht an die Dunkelheit gewöhnt haben. Dann stellt man eigene Vermutungen an. Einiges bewahrheitet sich, anderes überrascht. Ulla Scheler führt einen dabei ebenso einfühlsam an die Wahrheit heran, wie an die zarte Liebesgeschichte von Alisa und Felix. Und im Gegensatz zu Schelers Debüt, war das Ende hier für mich stimmig.
ABSCHLUSSWORTE Wie Ullas Schelers Debüt ist auch „Und wenn die Welt verbrennt“ wieder eine außergewöhnliche Geschichte, die mich sofort begeistert und in den Bann gezogen hat. Es ist eine nachdenkliche, bildliche Story der ruhigeren Sorte, die dennoch auf ihre eigene Art spannend ist. Eine gewisse Schwere und ein bisschen Melancholie bleiben allein aufgrund des Themas nicht aus. Der wirklich besondere Schreibstil Schelers und die interessanten, tiefgründigen Charaktere runden diese Geschichte ab. „Und wenn die Welt verbrennt“ hat mir sogar noch ein Tick besser gefallen als „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“.
Seelen, Weltschmerz, das wahre Wesen einer Person, Geheimnisse und das Leben selbst - um all das dreht sich dieses Buch und mehr...
Klappentext:
Wenn aus Funken Flammen werden
Er ist ein Junge mit bunten Kreiden, der Menschen in Bildern auf dem Asphalt einfängt. Sie ist ein Mädchen mit einem dunklen Geheimnis, das niemanden an sich heranlässt. Felix und Alisa. Beide leben in ihrer eigenen Welt, bis sie sich durch Zufall begegnen. Und plötzlich ist es ausgerechnet Alisa, die Felix versteht wie niemand sonst. Zusammen sind sie stark, fast unschlagbar. Bis ein Haus brennt und Alisa von den Schatten der Vergangenheit eingeholt wird ...
Meine Meinung:
Ich war von dem ersten Buch, von Ulla Scheler, bereits extrem begeistert. "Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen", war eines meiner Highlights 2016. Dementsprechend hatte ich natürlich einige Erwartungen an das neue Buch von dieser wunderbaren Autorin. Zum Glück, wurde ich nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil, ich war wieder gefesselt, begeistert und absolut hin und weg. Vor allem der Schreibstil hat mir wieder extrem gut gefallen und mich sofort in der Geschichte versinken lassen. Dieser Stil ist einfach ein Traum und außergewöhnlich schön. Auch die gesamte Erzählweise gefällt mir unheimlich gut, denn es wird immer abwechselnd zwischen den beiden Protagonisten hin und her gesprungen. Man fängt an zu lesen und weiß einfach sofort das man hier etwas besonderes vor seiner Nase hat. Ich liebe diese Gefühl. Apropos Gefühle - diese werden unglaublich gut dargestellt und ich konnte auch dieses mal wieder stark mit den Charakteren mitfühlen und mitfiebern. Der leicht poetische und etwas metaphorische Schreibstil, trägt auch deutlich dazu bei. Man verliert sich einfach in den Worten und zwischen den Zeilen. Es ist ein richtiges Erlebnis, die Bücher von Ulla Scheler zu lesen. Ich finde es beachtlich, wenn jemand so etwas erschaffen kann. Die Charaktere wirken echt und tragen viele Probleme und auch Geheimnisse mit sich herum, was ich ziemlich interessant und spannend fand. Nicht alle Charaktere waren mir sympathisch und dennoch konnte ich sie irgendwie verstehen. Das finde ich gut - denn keiner ist Glatt, sondern jeder hat Ecken und Kanten. Es wird immer wieder Spannung aufgebaut in der Geschichte und ich konnte das Buch kaum zur Seite legen. Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen. Leider kann ich nicht schreiben, was mir genau an diesem Ende gefallen hat, da ich sonst spoilern würde. Ihr lest es ja schon - eine klare Empfehlung von mir und eindeutig eines meiner Highlights 2017 :).
Noch eine Anmerkung: Es könnte sein, dass dieses Buch triggert. Da es teilweise um entsprechende Themen geht, die traumatisch sein können - wenn man diese selbst erlebt hat.
Nachdem mir bereits Ulla Schelers Debüt „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“ sehr zugesagt hat, war ich schon sehr gespannt auf "Und wenn die Welt verbrennt", sodass meine Erwartungen auch relativ hoch angesetzt waren. Hierbei wurde ich zum Glück nicht enttäuscht, denn obwohl der Roman insgesamt eher ruhig gehalten ist, konnte mich dieser direkt überzeugen.
Der Schreibstil hat mir von Anfang an zugesagt, sodass sich die Geschichte leicht und flüssig lesen lässt. Die Geschichte besitzt kurze, knackige Kapitel, die abwechselnd aus der Sicht von Felix und Alisa erzählt werden. Gleichzeitig besitzt die Geschichte aufgrund der vorherrschenden Stimmung auch oftmals eine gewisse Schwere, die mir allerdings sehr gut gefallen hat. Die Figuren sind tiefgründig und liebevoll ausgearbeitet, außerdem kann man sich gut in sie hineinversetzen. Dazu sind die Dialoge oftmals sehr gelungen, wirken nur sehr selten aufgesetzt und insgesamt bietet das Buch ein Wechselbad der Gefühle, auf das ich mich sehr gerne eingelassen habe.
Erzählt wird hierbei die Geschichte von Alisa und Felix. Während Alisa sehr in sich gekehrt ist, viele Geheimnisse in sich trägt und Menschen nicht an sich heranlassen möchte, lebt auch Felix mehr oder weniger in seiner eigenen Welt, denn dieser malt mit seiner Kreide die Menschen, die ihm begegnen, auf dem Asphalt nieder und bleibt lieber außen vor, als am Leben seiner Mitmenschen teilzuhaben. Dies ändert sich allerdings, als beide aufeinandertreffen und die Fassaden nach und nach langsam bröckeln...
Interessant ist vor allem der Spannungsaufbau, den die Autorin hier geschaffen hat, denn obwohl die Geschichte aus beiden Sichten erzählt wird, stapft man doch das ein oder andere Mal im Dunkeln, da von Anfang nicht ganz klar ist, welche Geheimnisse Alisa verbirgt. Auch wenn man einiges davon bereits erahnen konnte, finde ich die Art und Weise, wie vieles nach und nach aufgedeckt wird, sehr gelungen, sodass ich hier eine einfühlsame, spannende und nachdenklich stimmende Geschichte vorgefunden habe.
Die Covergestaltung hat mich direkt angesprochen, denn die Farben sind wunderschön anzusehen und fallen direkt ins Auge. Gleiches gilt für die Kurzbeschreibung, die mich ebenfalls direkt angesprochen hat, sodass ich das Buch unbedingt lesen wollte.
Kurz gesagt: "Und wenn die Welt verbrennt" ist eine tiefgründige Geschichte mit interessanten und vielseitigen Figuren, die mich sowohl unterhalten als auch zum Nachdenken anregen konnte. Wer mal wieder Lust auf eine tiefgründige Geschichte hat, der wird an diesem Buch durchaus Gefallen finden. Ich kann das Buch nur empfehlen.
Nachdem ich Ulla Scheler persönlich auf der Litlove kennengelernt und auch ihre dortige Lesung besucht habe, war ich umso gespannter auf ihr Buch. Sie ist so eine intelligente sympathische und ruhige junge Frau. Wenn sie vorliest, ist man ganz hineingezogen und muss danach erst wieder in der eigenen Realität ankommen. Nachdem ich ihr Buch jetzt beendet habe finde ich, dass sich ihre Art sehr in ihrer Geschichte widergespiegelt. Vor allem die psychologischen Ansätze finde ich hervorragend und authentisch vermittelt. Was vermutlich auch an ihren Kenntnissen aus ihrem Psychologie Studium liegt. Ihre Art zu schreiben ist wirklich sehr originell, leicht poetisch angehaucht. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven von Alisa und Felix erzählt, wobei diese Wechsel fast nahtlos ineinander übergehen und keine holprigen einzelnen Kapitel darstellen. Die Charaktere entwickeln alle einen Tiefgang den man evtl am Anfang gar nicht erwarten würde und trotz vielen Spekulationen meinerseits war ich doch überrascht welche Wendungen die Geschichte an mehreren Stellen genommen hat. Die erste Hälfte des Buches habe ich etwas flüssiger lesen können als die zweite, daher gebe ich einigen Rezensentin Recht, dass sich der rote Faden etwas verlaufen hat und es sich teilweise auch mal zieht. Aber im grossen und ganzen ist das wirklich ein interessanter origineller Roman, den ich auf jeden Fall empfehlen kann.
Dieses Buch habe ich mir auf dem Flomarkt für 2€ geholt, um wieder ins lesen reinzukommen. Eine schnelle und spannende Liebesgeschichte wird’s tun dachte ich. Der Schreibstil war auch extrem gut. Spannend war das Buch auch, ich habe es in ca. 3 Tagen fertig gelesen, da sich viele unbeantwortete Fragen durch die Geschichte zogen. Jedoch war die Handlung nicht wirklich schlüssig und es war teilweise echt nervig, da das Buch abwechselnd von der Sicht des Mädchens und dem Jungen geschrieben wurde und einem daher die extrem schlechte Kommunikation und die Lügen des Mädchen unter die Nase gerieben wurde. Zudem ist nichts besonderes passiert und die Kulissen und Charaktere hielten sich unvielfältig. 2 Sterne für die stilistische Arbeit der Autorin, der Inhalt war eher so mäßig.
Schelers Schreibstil ist einfach fantastisch. Dieses Buch konnte mich auch wiefer hellauf begeistert. Es gibt einen Aspekt, der mich aber erschreckt hat: Eine Schraftat sollte keinesfalls unkommentiert und abgetan werden!!!
Sehr, sehr nervenaufreibend- und das macht ein Buch wahrscheinlich zu einem guten Buch. Der Schreibstil ist grandios, so so gut. Man kann die Charaktere fast berühren. Aber ein paar Dinge haben mich gestört, zum Beispiel hätte die Beziehung liebevoller sein können, man versteht kaum, warum sie einander lieben. Irgendwann war ich auch ein bisschen genervt von der ewigen Geheimniskrämerei. Aber ich konnte nicht aufhören, zu lesen.
Hier einige meiner liebsten Zitate:
"Natürlich vermisse ich dich. Ich werde dich immer vermissen. Aber die Einsamkeit ist jetzt nur noch wie ein Bluterguss, und ich gebe Acht, dass ich mich beim Schlafen nicht auf die schmerzende Stelle drehe." -159
" 'hey', sagst du und bei deinem Blick will ich weinen, weil du mich immer noch so anschaust, als hätten wir uns ein halbes Leben nicht gesehen". -197
"Ich wüsste nicht, wie ich ihn anders beschreiben soll, als in diesen kleinen Schnipseln eines zerrissenen Tagebuches. Aber vielleicht ist das so: wir kommen für Talent, Intelligenz und Schönheit eines Menschen, und wir bleiben für seine Kleinigkeiten und wie wir uns in seiner Gegenwart fühlen." -398
"Ich vermisste sie, als wäre ich gerade erst gegangen." -399
Felix malt mit bunten Kreiden Porträts auf die Straßen von München. Eines Tages im April begegnet er dadurch der jungen Medizinstudentin Alisa und beide sind von Anfang an fasziniert von einander. Sie verbringen immer mehr Zeit miteinander und dabei merkt Felix, dass es etwas gibt, das Alisa unglaublich Angst einjagt. Als dann ihr Bruder Adrian in München auftaucht, eskaliert die Situation und Felix sieht sich plötzlich mit Alisas Vergangenheit konfrontiert und sie droht ihm zu entgleiten.
Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich gepackt, es hat mich sehr nachhaltig beeindruckt und es fällt mir schwer, das in Worte zu fassen. Aber ich werde mein bestes versuchen, euch nahezubringen, warum mir dieser Roman so unglaublich gut gefallen hat.
Wir erleben die Geschichte von Felix und Alisa aus beiden Perspektiven. Abwechselnd erzählen uns Alisa und Felix in der Ich-Perspektive, wie sie zueinander gefunden haben und wie sich ihre gemeinsame Geschichte weiterentwickelt. Das besondere an Alisas Anteilen ist, dass sie ihre Erzählungen an jemanden richtet, den sie liebevoll "Kleiner Käfer" nennt. Dadurch bekommt ihre Geschichte für mich noch mal eine besondere Tiefe, denn es wird schnell klar, dass sie für diese Person eine tiefe Liebe empfindet und ihr diese Person sehr am Herzen liegt. Es waren auch ihre Gedanken und Gefühlte, die mich manchmal dazu gebracht haben, dass ich mit dem Buch pausieren musste. Ulla Scheler gelingt es durch ihren intensiven Schreibstil und wohlgewählten Worte Alinas Ängste unglaublich präsent erscheinen zu lassen. Jeder von uns hat schon einmal Angst verspürt. Die meisten Menschen erleben eine angstauslösende Situation und wenn dieser Moment vorbei ist, können sie diesen recht gut vergessen oder verarbeiten. Doch wie es ist, wenn die Angst das ganze Handeln und Denken eines Menschen beeinflusst und das über einen langen Zeitraum hinweg, das lässt uns die Autorin durch Alisa erleben.
"Es tut so weh: ich habe mich so angestrengt, bin wieder und wieder gegen die Angst angerannt, und wofür? Um wieder alleine zu sein. Weil niemand meine Angst ertragen kann und sie wahrscheinlich nie verschwinden wird." (S.108)
Und doch hatte ich nie den Eindruck, dass Alisa schwach wäre. Ich habe sie als eine starke und mutige junge Frau erlebt. Als eine Frau, die ihren Bruder über alles liebt und ihn um jeden Preis beschützen möchte. Diese besondere Geschwisterbeziehung hat mich sehr berührt, denn sie zeigt, wie wichtig Geschwister für einen Menschen sein können.
Neben Alisa haben wir aber auch noch Felix als Protagonisten. Felix, der unheimlich gerne kocht und für den das Malen mit Kreide seine größte Leidenschaft ist. Er fühlt sich mit seiner Kunst von Alisa verstanden wie von niemand anderem. Er selbst ist voller Zweifel über seine Fähigkeiten, sein Talent. Doch Alisa und auch die Menschen, die er porträtiert, zeigen ihm, dass seine Zweifel unbegründet sind, und im Laufe der Geschichte eröffnet ihm sich eine Möglichkeit, von der er bisher nicht zu träumen gewagt hat.
Meiner Meinung nach gelang es Ulla Scheler, nicht nur Alisa sondern auch Felix absolut authentisch darzustellen. Wir erleben mit Felix seine Ohnmacht gegenüber Alisas Angst, sein Bedürfnis ihr den Raum zu geben, den sie braucht, und gleichzeitig seinen Wunsch ihr zu helfen und ihre Angst zu verstehen. Dabei handelt er nicht immer optimal, er macht Fehler, bei denen ich ihn am liebsten geschüttelt hätte, aber er handelt dabei immer aus Liebe zu Alisa, aus Sorge um sie. Und was für mich das wichtiste ist: er versucht seine Fehler wieder gut zu machen. Ich mochte Felix mit seiner liebe- und humorvollen Art und Weise unheimlich gerne und seine Beziehung zu Alisa wirkt durch Höhen und Tiefen überhaupt nicht konstruiert sondern sehr realistisch und glaubwürdig.
In beiden Perspektiven erleben wir nicht nur die aktuellen Geschehnisse, sondern auch immer wieder Rückblicke in die jeweiligen Vergangenheiten. Zum einen bekommen beide Protagonisten dadurch eine größere Tiefe und zum anderen konnte ich als Leserin ein besseres Verständis für bestimmte Verhaltensweisen entwickeln. Was mir ebenfalls besonders gut gefallen hat, war, dass Alinas Konfrontation mit ihren Ängsten zwar den Höhepunkt des Spannungsbogens darstellt, aber die Geschichte danach nicht einfach "ausplätschert", sondern eine für mich unerwartete Wendung nahm. Mir bleibt wirklich nichts anderes übrig, als vor Ulla Scheler für diesen unglaublich gefühlvollen, intensiven Roman den Hut zu ziehen und vergebe volle 5 Sterne. Ich bin wirklich gespannt, was die Autorin noch für uns bereit hält!
Und wenn die Welt verbrennt ist mein erstes Buch von Ulla Scheler und spätestens nach diesem Buch ist mir klar geworden, warum Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen in aller Mund ist. Und allein dieses Buch ließ mich hinterfragen, warum ich bisher noch nie etwas von dieser Autorin gelesen habe.
Die Geschichte von Felix und Alisa beginnt eigentlich ziemlich offen, indem sich die beiden Leben durch Zufall überschneiden. Angetrieben von Einsamkeit läuft Alisa Felix über dem Weg, welcher in seiner Freizeit vorbeilaufende Menschen mit Kreide auf den Boden festhält. Beide Figuren haben ein Problem: Felix Problem liegt eher in der Gegenwart, denn er hat Selbstzweifel bezüglich seines Talent. Alisas Problem liegt allerdings in der Vergangenheit und wirkt sich auf die Gegenwart aus, sodass sie vereinsamt und isoliert lebt. Was dies jedoch sein mag, soll sich erst im Laufe des Buches offenbaren.
Ich bin mit den Figuren generell gut klar gekommen. Die Sichtweise wechselt sich zwischen Felix und Alisas ab, sodass man beide Seiten kennenlernen kann. Dabei schien mir Felix jedoch sympathischer, da er transparenter beschrieben wurde. Ich konnte direkt in ihn reinschauen und seine Zweifel nachvollziehen.
Bei Alisa hatte ich andererseits Schwierigkeiten, einen Zugang zu ihr zu finden. Ihre Vergangenheit ist verschleiert und man kann nur hin und wieder einen Blick auf die Ereignisse erhaschen. An manchen Stellen sprach sie auch eine zunächst unbekannte Person mit "Du" an und sie dachte über einen mysteriösen "Er" nach. All dies führt dazu, dass ich keinen Draht zu ihr gefunden habe und sie mir bis zu einem bestimmten Punkt im Buch seltsam und undurchsichtig vorkam.
Trotzdem finde ich die Kombination der beiden, die Beziehung, sehr gut gelungen. Sie helfen sich immer mehr gegenseitig mit ihren Problemen, auch wenn es oftmals nur indirekt ist. Wenn sie zusammen sind, haben sie weniger Selbstzweifel und sind weniger einsam. Dennoch muss ich zugeben, dass ich mich mit der romantischen Beziehung nicht wirklich anfreunden konnte. Sie wirkte auf mich verklemmt, gestellt und übereilt. Folglich ist die Beziehung der beiden - den romantischen Aspekt außer Acht gelassen - ein Kernpunkt der Buches für mich gewesen.
Die Atmosphäre empfand ich als entspannt und ruhig. Es ist bis zum Ende hin nicht wirklich Spannendes passiert, aber trotzdem habe ich den Lesereiz nicht verloren. Schuld daran ist der Schreibstil der Autorin, welche mit Bildern und noch so kleinen, feinen Eindrücken um sich wirft. Allein deshalb konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, auch wenn es nur dazu dienen sollte, einen Schluck aus meiner Teetasse zu nehmen. Die Art des Schreibens wiegte die ruhige Stimmung wieder auf und unterstützte diese sogar noch angenehm.
Und nicht zu Letzt möchte ich der Nebenfigur Ollie mein Wort widmen. Ollie ist die beste Freundin von Felix und wenn es einen Award für unterschätzte Nebencharaktere geben würde, hätte sie ihn schon mehrmals gewonnen. Sie kennzeichnet sich durch ihre Schlagfertigkeit, Humor und Beistand in schwierigen Situationen. All dies und noch viel weitere führte dazu, dass sie unfassbar ins Herz geschlossen hatte - hinterher sogar noch um einiges mehr als Alisa.
Insgesamt schätze ich dieses Buch als eine sehr ruhige, aber von Bilder nur so strotzende Geschichte ein, die ich noch lange in meinem Herzen tragen werde. Die Intransparenz von Alisa und die gestellt erscheinende, romantische Beziehung mit Felix wurden dabei von dem Schreibstil nahezu überwogen. Dennoch fand ich die Idee, dass man mit der Zeit mehr über Alisas Vergangenheit lernt und herausfindet wer das "Du" und das "Er" ist, einzigartig, auch wenn es leider dazu führte, dass ich mit Alisa nicht so recht warm geworden bin.
"Stell dir einen Film nur mit Statisten vor. Das ist Langeweile. Stell dir einen Film mit einer Hauptperson und sonst nur Statisten vor. Das ist Einsamkeit." Seite 21
"Kennst du das Gefühl, kleiner Käfer? Die Monster sind am größten, wenn man die Hand schon am Lichtschalter hat." Seite 41
"Vermissen - das ist körperlich, als hättest du einen Abdruck auf mir hinterlassen, wie eine Kuhle im Kopfkissen, nur dass die Kuhle wehtut." Seite 166
Meinung:
Zu dem Zeitpunkt, an dem Alisa und Felix sich kennenlernen, sind beide nicht vollständig. Alisa ist einsam, voller Trauer und sehr verletzlich, wohingegen Felix am liebsten tief hinter die Fassaden anderer Menschen sieht, da er sich selbst als unzulänglich empfindet. Relativ schnell hofft der Leser, dass sie vielleicht ihre gegenseitige Rettung bedeuten könnten, aber ist das überhaupt möglich, wenn einer ein tiefes und dunkles Geheimnis mit sich trägt von dem niemals jemand erfahren darf???
Bereits nach der Leseprobe war mir klar, dass Alisas und Felix´ Geschichte etwas Außergewöhnliches ist. Wer Ulla Schelers Debut "Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen" oder eine Rezension darüber gelesen hat, weiß, dass ihre Art zu schreiben etwas ganz Besonderes ist. Da ich es sowohl gelesen als auch geliebt habe, stand für mich außer Frage, dass ich wissen muss, ob sie das, was die Leseprobe verspricht, auch halten kann ;) Und was soll ich sagen, ein weiteres Mal war es für mich quasi Liebe auf den ersten Blick. Erneut konnte sie mich mit ihrem tiefgründigen und poetisch anmutenden Schreibstil komplett in ihren Bann ziehen. Die Bilder, die sie zeichnet, die Gedanken der Charaktere -sowohl die glücklichen als auch die dunklen-, erschaffen eine Geschichte, die mich sowohl gefesselt, als auch berührt hat! Selbst das Auswählen der Zitate war eine Qual für mich, da ich mich schon nach relativ kurzer Zeit nicht mehr entscheiden konnte, welche mir nun am Besten gefallen haben. Ich kann ja schlecht das ganze Buch abschreiben, oder? ;)
Generell muss man dazu sagen, dass das Tempo der Geschichte eher ruhig gehalten ist, es handelt sich definitiv nicht um einen actionreichen Kracher, bei dem ein Knall auf den anderen folgt. Aber für meinen Geschmack brauchte es das auch nicht, denn die Autorin schafft es mit vielerlei emotionalen Dingen wie Liebe, Angst, Trauer und Träumen -zukünftige wie geplatzte- eine düstere und zugleich hoffnungsvolle Atmosphäre zu erschaffen, deren Anspannung die ganze Zeit anhält und uns mitfiebern lässt. Einen großen Anteil daran trägt natürlich Alisas großes Geheimnis, das sich uns nur sehr langsam offenbart. Auf dem Weg dahin habe ich selbst natürlich kräftig mitgerätselt und bin meinen Überlegungen nachgehangen, und dennoch habe ich diesbezüglich viele Überraschungen erlebt. Selbst, wenn ich eine bestimmte Wendung erahnen konnte, wurde sie letzten Endes dann doch wieder von etwas Unerwartetem abgelöst.
Besonders mag ich die Entscheidung, die Kapitel kurz und im Wechsel zwischen den beiden Protagonisten zu halten. So erfuhr ich so viel über die Beiden, dass ich mitleiden, mitfühlen, und einfach nicht damit aufhören konnte, an ihrer Geschichte teilhaben zu wollen. Zu intensiv nahmen mich ihre Beweggründe, Träume und Ängste gefangen.
Zu Beginn war ich unsicher ob es mir möglich sein würde, die selbe Faszination wie bei Ulla Schelers Debut zu entwickeln, aber doch, ich kann definitiv! "Und wenn die Welt verbrennt" war für mich eine wirklich bewegende, bildgewaltige und tiefgründige Geschichte voll unterschiedlicher Emotionen, die mich hoffen lässt, dass schon bald ein neues Buch die Feder der Autorin verlassen wird!
Gestaltung: Als im vergangenen Jahr ihr Debüt "Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen" erschien, war ich sofort Feuer und Flamme von der Autorin. Natürlich blieb es dabei und ich las das Buch noch nicht. Umso erfreuter war ich, als ich den zweiten Roman von Ulla Scheler entdeckt habe. Ich habe mir den Klappentext auch nicht großartig durchgelesen, sondern wollte mich viel mehr überraschen lassen. Bevor ich weiter inhaltlich eingehen werde, möchte ich noch kurz ein Wort zum Cover sagen. Es sieht einfach schick aus.
Einstieg: Die junge Autorin beginnt in diesem Buch augenblicklich mit der eigentlichen Handlung und der Leser wird förmlich in die erste Begegnung von Felix und Alisa hineingeworfen, die ich nebenbei bemerkt sehr interessant fand. Der Schreibstil von Ulla Scheler gefiel mir sehr schnell und auch in der Handlung kam ich recht zügig an. Durch das erste Aufeinandertreffen der beiden Figuren, lernte ich beide zum selben Zeitpunkt kennen, wie Felix und Alisa selber, das fand ich sehr gelungen.
Charaktere: Ulla Scheler wählte für ihren Roman den personalen Ich-Erzähler. Abwechselnd kommt so einmal Felix und mal Alisa zu Wort, was ich sehr gelungen fand, denn so konnte ich nach Belieben in die Gedankenwelt desjenigen eintauchen, der die Geschichte gerade erzählt. Interessant fand ich den Aspekt, dass mich die Autorin bezüglich Alisa ein wenig zappeln ließ. Mir wurde hier nicht gleich ein "vorgefertigter Charakter" geboten, sondern ich musste mir zunächst ein eigenes Bild von der jungen Frau machen, ehe dann Ulla Scheler genauer auf diesen interessant gezeichneten Charakter einging. So erfuhr ich erst recht spät über ihre Vergangenheit. Was aber nicht weniger schlimm war. So war sie wie ein Puzzle, und Ulla Scheler gab mir immer ein kleines Stück vom gesamten Bild. In Felix konnte ich mich sehr viel schneller hineinversetzen, da er im Gegensatz zu Alisa nicht so verschlossen ist und gerade als Straßenkünstler eher aufgschlossen auf Menschen wirkt. Gerade durch die verschiedenen Eigenschaften ergänzen sich Alisa und Felix sehr gut, was mir sehr gut gefiel.
Handlung: Durch die erste Begegnung der beiden Figuren beginnt das Buch beinahe vorsichtig. Schnell merkte ich, dass hinter Alisas Fassade deutlich mehr steckt, aber die Autorin hat mich diesbezüglich ein wenig zappeln lassen. Nach und nach entwickelte ich eine Vermutung, welche Rolle Alisa spielt, die zwar am Ende auch in irgendeiner Weise bestätigt wurde, aber das bremste meinen Lesefluss nicht. Denn vorrauschauend würde ich die Geschichte nicht nennen, nur dass beim Lesen vermutlich ein paar Vorahnungen entstehen. Aber das muss ja nichts schlechtes sein. Trotz der Vorahnungen, wusste ich lange Zeit nicht welche Richtung die Geschichte einnimmt. Einzig die Liebesgeschichte von Alisa und Felix fand ich ein wenig zu schnell und irgendwie hielten sich die Gefühle ein wenig in Grenzen, dennoch las ich die Geschichte unglaublich gerne. Gerade das Ende muss ich hier an dieser Stelle erwähnen: Zwar beantwortete Ulla Scheler ein Großteil meiner Fragen, aber ich wusste am Ende nicht so genau, was mir die Autorin mit diesem Ende sagen wollte. Es war recht offen. Ich glaube das muss jeder für sich selbst interpretieren.
Schreibstil: Der Schreibstil von Ulla Scheler ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Manchmal merkte man am Erzählstil, dass die Autorin noch sehr jung ist, aber das fand ich gar nicht mal schlimm, denn schreiben kann Ulla Scheler allemal. Immer wieder baut sie gefühlsvolle und schöne Passagen ein, aber auch Szenen, in dem die inneren Werte der Menschen ganz besonders zählen, vor allem im Hinblick auf Felix spürte ich das Zwischenmenschliche immer wieder. Die Mischung der verschiedenen Passagen, machten dieses Buch zu einem Lesegenuss.
Mein Urteil
"Und wenn die Welt verbrennt" wird definitiv nicht das letzte Buch gewesen sein, was ich aus der Feder von Ulla Scheler lesen werde. Denn dass sie schreiben kann, hat sie mir mehr als einmal bewiesen. In der Autorenwelt ist sie absolut richtig. Mit ihrem Buch bescherte sie mir sehr schöne Lesestunden, auch wenn ich lange nicht wusste, in welche Richtung sie mich bringt, gerade das Ende fand ich recht offen, was aber viel Raum zum Überlegen mit sich bringt. Insgesamt ist "Und wenn die Welt verbrennt" ein schöner Roman, der zwar an manchen Stellen nicht ganz rund ist, mir aber dennoch oder gerade wegen der kleinen Ungenauigkeiten gut gefiel. Ich vergebe gute 4 von 5 Welten.
Wenn aus Funken Flammen werden Er ist ein Junge mit bunten Kreiden, der Menschen in Bildern auf dem Asphalt einfängt. Sie ist ein Mädchen mit einem dunklen Geheimnis, das niemanden an sich heranlässt. Felix und Alisa. Beide leben in ihrer eigenen Welt, bis sie sich durch Zufall begegnen. Und plötzlich ist es ausgerechnet Alisa, die Felix versteht wie niemand sonst. Zusammen sind sie stark, fast unschlagbar. Bis ein Haus brennt und Alisa von den Schatten der Vergangenheit eingeholt wird ... (Klappentext)
Letztes Jahr habe ich den Debütroman "Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen" von Ulla Scheler gelesen und fand den richtig toll. Deshalb war ich auch schon sehr gespannt auf dieses Buch. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Felix und Alisa, wo die Kapitel jeweils mit einem Datum versehen sind und der Leser die Charaktere einige Monate begleitet. Felix war mir als Protagonist gleich sympathisch, ich fand es cool, wie er Menschen auf der Straße mit Kreide zeichnet und ihnen dabei seine ganz eigene Note verleiht. Dabei begegnet er auch zum ersten Mal Alisa und sie geht ihm danach nicht mehr aus dem Kopf. Zitat Felix : "Als sie zurücksah, erhaschte ich ein kurzes Flackern. [...] Ich warf einen kurzen Blick in die Runde der Passanten, aber außer mir schien es niemand gesehen zu haben. War ich der Einzige, der ihren Blick bemerkt hatte ? Ihre Augen waren für einen Moment so offen gewesen, dass sie fast ängstlich aussah." Der Anfang des Buches und wie es sich Alisa und Felix immer wieder getroffen haben, hat mir echt gut gefallen. Die beiden passen super zusammen und ich mochte es gerne, wie sie sich gleich gut verstanden haben und auf einer Wellenlänge sind. Doch es zeigen sich jedoch auch Probleme in der Beziehung, denn Alisa verschließt sich immer in bisschen vor Felix und hat Geheimnisse, die sie belasten und über die sie auf keinen Fall reden will. Leider hat mir dieser Aspekt nicht so gut gefallen, weil mir Alisa insgesamt nicht so sympathisch war. Auch wenn man auch aus ihrer Sicht liest, erfährt man kaum etwas über sie. Sie macht ihr Medizinstudium in München, verbringt viel Zeit mit Felix, und dem Leser unbekannte Ereignisse aus der Vergangenheit sind in ihren Gedanken immer noch stark präsent. Charakterlich blieb sie aber dadurch aus ziemlich blass, ich hätte mir gewünscht mehr über sie zu erfahren. Zitat Alisa : "Mir ist bewusst, dass ich das hier nicht verdient habe und dass ich für dieses Glück irgendwann bezahlen muss. Aber hier im Regen, unter diesem Schirm, kommt es mir vor wie ein Geheimnis, fast nicht echt. Im Regen gibt es keine Ameisen. Und Regen kann Feuer löschen. Vielleicht löscht er auch meine Gedanken." Felix dagegen war deutlich facettenreicher, er liebt seine Kunst, hat jedoch auch Versagensängste, kocht leidenschaftlich gerne und hat Identitätsprobleme wegen seinem großen erfolgreichen Bruder. Super gerne mochte ich den Schreibstil von der Autorin, er hat etwas Schönes und Poetisches und lässt sich toll lesen. Schön gemacht fand ich die Bedeutung von Kunst in diesem Buch und welche Rolle sie insgesamt gespielt hat. Von der Handlung war ich im Ganzen leider nicht so überzeugt. Ich hatte schon recht schnell eine Vorahnung über ein paar Geschehnisse, was ich ziemlich schade fand. Und auch gegen Ende sind ein paar Dinge geschehen, das Buch hat teilweise eine Richtung eingeschlagen, die mir nicht wirklich gefallen hat.
Fazit : Leider nicht komplett überzeugend. Konnte mich nicht so begeistern wie der tolle Debütroman der Autorin.
Ehrlich gesagt konnte ich nach dem Klappentext gar nicht so genau sagen, ob mich dieses Buch anspricht oder nicht, aber ich war neugierig und habe es deswegen gelesen. Ich bin echt froh, dass ich dieses Buch gelesen habe, denn es war echt toll! Hier auch schonmal vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionexemplar. In diesem Buch begleiten wir Alisa und Felix. Beide studieren in München und müssen lernen sich selbst zu akzeptieren und auch auf eigenen Beinen zu stehen. Beide haben ihre ganz eigene Vergangenheit, mit denen sie abschließen müssen, aber dennoch finden sie zueinander und können sich gegenseitig helfen. Ich mochte die Handlung sehr sehr gerne. Das Buch wurde abwechselnd aus Alisa und Felix Sicht geschrieben was mir sehr gut gefallen hat. Während man Felix im Verlauf der Buches immer besser kennengelernt hat, hat man bei Alisa das Gefühl man würde sie kennen, aber gleichzeitig auch nicht. Das war ein echt schönes Leseerlebnis und so habe ich das auch zum ersten Mal in einen Buch gehabt. Das Buch ist insgesamt sehr ruhig und es wird sehr starken Wert darauf gelegt Felix näher kennenzulernen. Am Anfang sah ich es recht skeptisch, dass Alisa und Felix sehr schnell zueinanderkamen, aber am Ende war es definitiv die richtige Entscheidung, denn so hat man keine Liebesgeschichte über das Zusammenkommen, sondern eine Liebesgeschichte in der die Beziehung zwischen Alisa und Felix. Man erlebt mit den beide Höhen und Tiefen in einer Beziehung und das Buch zeigt auch deutlich, wie sehr Krisen zwei Menschen zusammenschweifen können und das fand ich echt schön. Jedoch bin ich mit dem Ende absolut unzufrieden und hätte mir ein anderes Ende gewünscht.
Felix und Alisa waren mir beide sympathisch. ich mochte die geheimnisvolle Art von Alisa, aber gleichzeitig wusste ich so viel über sie. Manchmal kam sie mir so vertraut vor, als würde ich sie ein Leben lang kennen, aber im nächsten Kapitel war sie mir vollkommen fremd. An Alisa habe ich immer wieder neues entdeckt, was ich echt toll fand. Felix wirkte an vielen Stellen oft wie ein kleines Kind, was noch lernen muss erwachsen zu werden, aber ich finde, dass er echt eine Entwicklung durchmacht und wurde im Verlauf der Geschichte erwachsen. Ich denke vieles was an Felix nagt, nagt auch an uns und Felix kann uns Wege zeigen mit unseren Zweifeln umzugehen. Manche sind vielleicht nicht gerade die besten, aber auch das mochte ich. Felix hat immer wieder ein zwei fehlerhafte Entscheidungen getroffen, aber gerade das machte ihn so authentisch und ich hätte es nicht anders gewollt.
"Das bist nicht du. Alles, was du eben aufgezählt hast - der Job, die Stadt, das Studium -, macht dich vielleicht zu jemanden, aber es hat nichts damit zu tun, wer du gerade bist." (Alisa S. 150)
Zum Schreibstil kann ich nur sagen, dass er fantastisch ist. Er ist an vielen Stellen schon fast poetisch, aber trotzdem leicht und locker. Auch gibt es immer wieder so tiefgründige Zitate wie oben, die einen irgendwie zum nachdenken anregen. Ich habe diesen Schreibstil geliebt und macht meiner Meinung nach das Buch zu etwas einzigartigen, denn so einen guten und schönen Schreibstil erlebe ich selten.
Fazit:
Diese Buch fand ich wunderbar. Es wird die Geschichte von Felix und Alisa erzählt mit all ihren Fassaden und wir begleiten die beiden in einem Stück in ihrem Leben. Es ist ein Jugendbuch, bei dem man viele über das Erwachsenwerden lernen kann, wenn man sich die Zeit für das Buch nimmt und sich auch wirklich darauf einlässt Zudem unterhält sich die Geschichte. Leider fand ich das Ende "blöd" und auch Felix war mir an manchen Stellen zu unreif. Ich vergebe dem Buch 4 von 5 Sternen! Auch nochmal ein Danke an das Bloggerportal für das Rezensionexemplar
Ich bin auf dieses Buch nur aufmerksam geworden, weil es auf einmal im Briefkasten lag... Und der Klappentext klang ganz spannend, also hab ich mich rangesetzt und war nach 3 Tagen durch - die ersten 300 Seiten an einem Abend, und dann die letzten Seiten an zwei Tagen. Denn die ersten 300 Seiten waren extrem spannend, logisch, es gab einen roten Faden und ich war wie gefesselt. Danach ging es langsam bergab, irgendwie wusste ich nicht mehr wo die Geschichte hin will.
Aber nun mal zur Geschichte: Sie wird abwechselnd aus der Perspektive von Alisa und Felix erzählt, was ich sehr gut fand, mir sind die beiden echt ans Herz gewachsen und ihre Entscheidungen waren so immer für den Leser nachvollziehbar. Am meisten hat mich Felix mit seiner so positiven Art überzeugt, aber auch Alisa war ein Charakter mit viel Tiefe. Das Buch ist sehr spannend, es gibt gewisse Plot-Twists und die Geheimnisse um Alisa werden erst relativ spät aufgedeckt und was dabei rauskommt, fand ich persönlich sehr überraschend. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden entwickelt sich zwar sehr schnell, aber bleibt immer authentisch.
Was das Ende angeht, muss ich den anderen Rezensentinnen zustimmen: Es war überstürzt und ohne roten Faden, ich bin irgendwie nicht mehr ganz mit den Entscheidungen der beiden und der Entwickelung der Geschichte hinterher gekommen, was ich extrem schade finde, da das Buch am Anfang so ein großes Potential hatte!
Trotzdem fand ich das Buch insgesamt gut, spannend und mit viel Tiefe, wozu der poetische Schreibstil von Ulla Scheler auch einen großen Beitrag geleistet hat. Ganz uneingeschränkt weiterempfehlen kann ich dann aber doch nicht, wegen dem einerseits komischen Ende und andererseits dem Auftreten von Essstörungen und Missbrauch, also aufpassen, wenn euch das triggert (mich zum Glück nicht mehr so stark, aber eine Warnung darüber wäre trotzdem schön gewesen).
"Manchmal reicht ein Blick um einen Menschen zu sehen (S11)
"Mein Körper erinnert sich an dich" (S16)
"Was ich gemalt hatte, drückte nicht aus, was ich glaubte, gesehen zu haben. Getrieben schabte ich weiter daran herum , bis ich anfing die Kreise zu dick aufzutragen und auch das letzt bisschen von ihr aus dem Bild zu tilgen. Ich zwang mich, die Kreide wegzulegen, und das fühlte sich entgültig falsch an." (S18)
"Ich mache ein Foto und muss die ganze Zeit lächeln, obwohl die Kamera gar nicht auf mich zeigt, sondern auf den Boden." S34
"Glaubst du, dass die andere Person nach deinen Fehlern sucht? Ja? Glaube ich jedenfalls nicht. Ich glaube , sie suchen in deinen Worten nach einem Zeichen, dass du ihre Fehler noch nicht gefunden hast." (S71)
Ich liebe dieses Buch. Damals habe ich in der Buchhandlung den ersten Satz gelesen und sofort gewusst, dass ich etwas besonderes in der Hand halte. In der Geschichte geht es um Felix und Alisa. Es geht um Ihre Liebe und um Alisas Geheimniss, dass ihr große Angst macht. Das Buch handelt außerdem von Kreativität und davon wie man als Jugendlicher den richtigen Weg findet.
Die Liebesgeschichte hat mir sehr gut gefallen. Sie ist nicht typisch, aber sie fühlt sich echt an. Jede der Begegnung lässt die beiden mehr und mehr zusammenfinden. Das Ganze ist sehr einfühlsam beschrieben.
Auch ließt man hier oft davon wie es ist mit einer Person zusammen zu sein, die nicht immer glücklich ist. Die Angst hat oder psychisch krank ist.
Es ist wunderbar, einfühlsam und wunderschön. Lest es. Ihr werdet es nicht bereuen.
Mein allererstes Buch von Ulla Scheler. Obwohl ich durchaus weiß, dass ihr Debüt "Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen" sehr erfolgreich war. Sowohl Cover als auch Klappentext hatten mein Interesse schnell geweckt, als ich das Buch im Bloggerportal von Randomhouse entdeckte.
Scheeler gelingt es, ihrer Schreibweise viel Poetisches zu verleihen. So hatte sie mich mit ihrem Stil zu schreiben schnell auf ihrer Seite. Ich mochte die authentischen und klaren Formulierungen und die gut ausgearbeiteten Figuren. Die Geschichte berührt, weil sie viel Platz für Emotionen bietet.
Der Charakter der Alisa hat mich an manchen Stellen etwas genervt zurück gelassen, dennoch ist sie eine Sympathieträgerin und ihre Gedanken sind sehr bedeutend für die Geschichte. Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Alisa und Felix. Das erleichtert das Lesen und lässt das Buch nicht langweilig werden.
Während mich der erste Teil noch oft für sich einnehmen konnte, ließ die Geschichte leider nach. Ich kann schwer beschreiben, woran es genau lag. Sicherlich ist aber einer der Gründe der rasante Anstieg an Wirrungen. Die Handlungen der Protagonisten wirken übereilt und nicht immer nachvollziehbar. Das hat mir das Ende etwas vermiest. Allerdings haben mich auch ab Mitte des Buches viele Textpassagen begeistern können.
Insgesamt ein gute Buch mit ansprechenden Charakteren und einem sehr, sehr ansprechenden Schreibstil.
"Er ordnet die Kreide vor sich neu [...]. Dann schaut er auf, und sieht nicht mein Gesicht an, sondern mich." S.14 "Um Zeit zu gewinnen, ordnete ich meine Kreide neu. [...] Was wollte ich an ihr malen? Was zeichnete sie aus? Wie sah ich sie?" S.17
Dieses Buch ist wie ein süßer Apfel, den man isst: schon bei den ersten Bissen kann man gar nicht glauben, wie gut er schmeckt. Doch dann mischt sich ein seltsamer Geschmack zwischen den Fruchtzucker - erst ganz leicht, du merkst es kaum - dann immer mehr. Die anfängliche Freude bekommt einen schrillen Unterton - und dennoch kannst du nicht aufhören ihn zu essen...
Alisa sieht Felix auf der Straße, während er Menschen mit Kreide malt. Sofort spürt man eine Verbundenheit zwischen den beiden, die sie selbst erst noch entdecken müssen. Eine Liebe entsteht, die zuckersüß ist, ohne kitschig zu sein. Doch beide sind nicht vollkommen ehrlich zueinander. Alisa trägt ein dunkles Geheimnis mit sich, das die junge Liebe auf eine harte Probe stellt.
Nach dutzenden Thrillern, musste mal wieder ein anderes Genre her. Ich entschied mich für diesen Roman und merkte schon auf den ersten Seiten, dass dieses Buch ganz anders ist. Zum einen wird die Geschichte immer abwechselnd aus der Ich-Perspektive der Protagonisten erzählt und zum anderen ist die Sprache so unglaublich bildhaft und schön, dass ich sofort begeistert war. Man bekommt tiefe Einblicke in die Gefühlswelten und fiebert mit dem Verlauf der Romanze mit.
Wundervoller Schreibstil und viele, gute Ideen. Das Material war da, nur hat die Form gefehlt. Irgendwie gab es keinen roten Faden, keine Aussage, keine Aha-Moment. Leider relativ vorhersehbar und irgendwann dann langweilig. Mit den Charakteren hätte man mehr machen können...
Ein Buch wie eine Achterbahnfahrt! Bin lange nicht mehr so durch Seiten geflogen und freue mich jetzt schon drauf, eine längere Rezension zu schreiben...
„Ich will der Welt etwas zeigen, dass die Leute der Welt nicht zeigen können oder wollen.“ – Felix
Zum Cover: Farbenfroh und bildgewaltig, das beschreibt dieses Cover am ehesten, denn dass Kunst in irgendeiner Form in diesem Buch eine Rolle spielt, das sieht man mit einem Blick auf sein Cover. Alleine der rote Farbverlauf, der einen Sonnenuntergang darstellen soll, ist schon ein Eyecatcher, was bei der Farbe Rot nicht schwierig ist, aber auch der Verlauf im unteren Bildrand ins gelb über grün bis türkis sagt unglaublich viel aus. Auch die Schrift ist in diesem Fall sehr toll angeordnet. Das Fahrrad und der junge Mann im unteren Teil des Bildes ergänzt dieses Zusammenspiel noch gut, aber für mich nicht unbedingt sehr gut. Trotzdem mag ich die Harmonie der Farben auf dem Cover sehr.
Zum Inhalt: Felix hat halbherzig ein Studium begonnen und jobbt ein wenig bei seinem Bruder. Aber eigentlich träumt er davon, ein großer Künstler zu werden. Nichts macht ihn so glücklich, wie mit Kreiden wunderbare Bilder aufs Straßenpflaster zu bannen. Und dann malt er eines Tages Alisa. Ein so schönes wie geheimnisvolles Mädchen, in das er sich sofort verliebt. Auch Alisa fühlt sich zu ihm hingezogen, sie verbringen wunderschöne romantische Stunden miteinander. Doch immer, wenn Felix Alisa einen Tick zu nahe kommt, stößt sie ihn fort. Und dann taucht plötzlich Adrian auf, ihr Bruder, von dem Felix noch nie gehört hat, und der ihm Alisa wegzunehmen droht. Felix ist wild entschlossen, um Alisa zu kämpfen. Aber ist seine Liebe groß genug, um die schrecklichen Schatten in ihrer Vergangenheit zu besiegen? Und wer ist Alisa eigentlich wirklich?
Meine Meinung: Diese Liebesgeschichte ist eine, die auf dem ersten Blick recht gewöhnlich und schon fast rasant voranschreitet, wiederum ist das nur eine Seite der Medaille, denn gleichzeitig ist die Liebe zwischen Alisa und Felix hier sehr zart und ruhig erklärt, ohne groß Kitsch, was mir gut gefallen hat. Generell liebe ich ja diese Art von Romantik, die aus den kleinen Augenblicken und schönen Momenten besteht. Manchmal ist das halt nur ein tolles und leckeres Abendessen, wobei Felix anscheinend super kochen kann. (Wer würde nicht gerne einen Mann, der super kochen kann? *grins*) Die Liebe besteht jedoch für mich nicht aus großen Gesten, sondern auch aus den alltäglichen Aufmerksamkeiten, das kann alles Mögliche sein und muss nicht zwingend viel verlangen. Ich finde, das ist eine Seite, die einem das Buch zeigt. Die andere ist die Melancholie des Schreibstils der Autorin, die einlädt zwischen den Zeilen zu lesen. Diese lässt Freiraum für Gedankengänge über die Handlungen der Charaktere, deren Entwicklung und der Fortgang der Geschichte. Mir persönlich haben diese Faktoren wahnsinnig viel gegeben, obwohl ich mich, das muss ich hierbei gestehen, erst einmal in die Geschichte und ihre Figuren einfinden musste. Das Ende dagegen hat mir wirklich gut gefallen. Es war nicht überdramatisiert oder voll mit Kitsch, nein, es war geradezu realistisch gestaltet. Inwiefern ich dies jedoch meine, verrate ich dabei nicht, denn ich finde, für diese Geschichte lohnt es sich, das Buch dann auch zu lesen. Denn jeder empfindet die Emotionen hier wahrscheinlich anders und das ist gut so. Schließlich sind wir alle bloß Menschen und machen Fehler. Das mussten selbst Alisa und Felix lernen.
Fazit: Nachdem ich bereits „Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen“ von Ulla Scheler wahnsinnig doll gemocht habe, war es für mich klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Wie sehr ich mich gefreut habe, als ich es dann in einer Buchverlosung gewinnen durfte. Es hat mich wie gesagt keinesfalls enttäuscht, ganz im Gegenteil, teilweise hat es mir sogar noch besser gefallen als das Debüt der Autorin, obwohl mir das schon sehr, sehr gut gefallen hat. Deshalb bekommt „Und wenn die Welt verbrennt“ von Ulla Scheler von mir eine sehr gute Bewertung von 5 Sternen. Ein halber Stern Abzug ist demzufolge passiert, weil ich mir manchmal dann doch die Details in der Beschreibung der Ortschaften, etc. gefehlt haben. Doch das ist wohl damit auch schon meckern auf hohem Niveau, von daher will ich positiv abschließen, deswegen sage ich nur, dass mich dieser Punkt auch nur minimal gestört hat, weshalb es eben bloß sehr gute 5 Sterne geworden sind.