Sie mussten fliehen, um ihr Leben zu retten. Doch das Kostbarste ließen sie zurück ...In ihrem Ferienhäuschen auf der idyllischen dänischen Insel Fünen entdeckt die Urlauberin Celia ein wunderschönes Fliedergemälde, das seit Jahrzehnten als verschollen galt. Ihre Vermieterin ist beim Anblick des Bildes tief bewegt und erzählt Celia die Geschichte ihrer Mutter, der jüdischen Malerin Ruth Liebermann. Im Jahr 1938: Das frisch verheiratete Paar Ruth und Jakob Liebermann muss aus Berlin fliehen, auf Fünen finden die beiden im ehemaligen Sommerhaus von Ruths Familie Zuflucht. Trotz der schwierigen Situation erleben sie glückliche Jahre, Ruth kann mit ihrer Passion, dem Malen, sogar die Familie ernähren. Als sie erneut zur Flucht gezwungen sind, müssen Ruth und Jakob die folgenschwerste Entscheidung ihres Lebens treffen … Lesen Sie auch die anderen Romane von Sylvia Lott mit Inselflair! (Auswahl)
1938: Ruth und Jakob sind jung, frisch verheiratet und Juden. Sie müssen aus Berlin fliehen und finden Zuflucht auf der dänischen Insel Fünen. Hier hatte Ruths Familie ein altes Sommerhaus, in dem Ruth und Jakob trotz der schwierigen Zeiten eine doch glückliche Zeit verbringen können. Mit ihren Bildern kann Ruth sogar ein wenig Geld verdienen. Doch dann wird die Lage auch in Dänemark für Juden immer brenzliger, und Ruth und Jakob müssen erneut fliehen... ** Die zweite Geschichte, die in der Gegenwart spielt, handelt von Celia, die in ihrem Ferienhäuschen auf Fünen ein altes Gemälde von Ruth entdeckt. ** Mein Leseeindruck: Dieses Buch hat mich sehr berührt. Die Hauptgeschichte ist die von Ruth und Jakob, die mich auch am meisten mitgerissen hat. Wir begleiten die beiden durch mehrere Jahre und erleben die Schrecken des Weltkrieges und der Judenverfolgung mit ihnen zusammen. Das Buch bzw. die Handlung ist sehr emotional und hat mich wirklich sehr berühren können. ** Die Charaktere sind alle gut ausgearbeitet; ich konnte mich gut in sie hineinfühlen und mit ihnen leiden, hoffen, bangen und glücklich sein. Der Schreibstil von Sylvia Lott ist packend, berührend und doch auch irgendwie leicht, trotz der ernsten Thematik. Ich hatte mit dieser Lektüre ganz wunderbare Lesestunden und werde auf jeden Fall noch weitere Bücher der Autorin lesen!
Inhaltsangabe: Celia macht alleine Urlaub auf der dänischen Insel Fünen und entdeckt dort in ihrem Ferienhäuschen ein wundervolles Fliedergemälde. Neugierig geworden zeigt sie es ihrer Vermieterin. Die ist zunächst sprachlos, handelt es sich bei dem Gemälde doch um ein Bild ihrer Mutter, das schon ewig als verschollen galt. Da erzählt sie Celia die traurige und bewegende Geschichte ihrer Mutter Ruth, einer jüdischen Malerin.
Meine Meinung: Ich habe schon viele Geschichten über die Judenverfolgung und den Krieg gelesen und jedes dieser Bücher beschäftigt mich nachhaltig. So wie auch "Die Fliederinsel" von Sylvia Lott. Ich habe so mit Ruth und Jakob mitgebangt, ob sie die Flucht auf die Insel Fünen schaffen. Es gelingt und die beiden finden Zuflucht im ehemaligen Sommerhaus von Ruths Familie. Auch hier haben sie es zunächst nicht leicht, verbringen dort aber viele glückliche Jahre. Ruth geht so richtig in ihrer Malerei auf und mit ihren wunderschönen Fliedergemälden kann sie sogar die Familie ernähren. Doch dann bricht der Krieg aus und die beiden müssen erneut fliehen. Doch diesmal müssen sie auf ihr Liebstes verzichten und wissen nicht, ob diese Entscheidung richtig war. Sylvia Lott hat einen schönen flüssigen, einfühlsamen und sehr bildhaften Schreibstil. Ich konnte die Fliederinsel richtig vor mir sehen und hatte den berauschenden Duft in der Nase. Aber auch die Ängste der beiden konnte ich gut nachvollziehen und muß sagen, ich weiß selber nicht, wie ich in dieser schwierigen Situation reagiert hätte und vor allem, was hier das Beste gewesen wäre. Die Autorin beschönigt nichts und so ist es auch nicht verwunderlich, dass Ruth, auch als der Krieg vorbei war, noch lange nicht glücklich werden konnte. Ich habe das Buch dieses Pfingstwochenende verschlungen und konnte es nicht mehr weglegen, weil man natürlich wissen will, wie alles ausgeht. Mir wird das Buch noch lange in Erinnerung bleiben und vor allem werde ich immer daran denken, wenn ich im Garten unseren Flieder betrachte. Von mir gibt es 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung.
Ruth und Jakob leben in Berlin - sie illustriert für das Haus Ullstein, er arbeitet als Schriftsteller - als die Reichskristallnacht sämtliche, wenn auch nur noch geringe Hoffnungen auf ein freies und friedliches Leben zunichte macht. Nach etlichen Anstrengungen flieht das frisch verheiratete Paar schließlich auf die dänische Insel Fünen. Dort finden sie im ehemaligen Sommerhäuschen von Ruths Familie ein neues Zuhause und verleben eine glückliche Zeit - auch wenn sich ihr Exilleben nicht immer einfach gestaltet. Ruth kann mit ihrem künstlerischen Talent und ihrer Leidenschaft für den berauschenden Flieder wesentlich zum Unterhalt der Familie beitragen, was in Zeiten nicht vorhandener Arbeits- und fraglichen Aufenthaltsgenehmigungen immens wichtig ist. Doch im Rahmen der sogenannten 'Operation Weserübung' wird Dänemark im Frühjahr 1940 von den Deutschen besetzt und somit kehrt bei den Liebermanns die Angst wieder zurück... Aber obwohl die Nazis das neue Protektorat als mustergültig betrachten und die Besetzung selbst nahezu kampflos erfolgt ist, regt sich Widerstand. Auch Christian X., König von Dänemark, wurde mit so mach couragiertem Auftritt ein Symbol der Ablehnung seines Volkes gegen die deutschen Besatzer. Als sich die Situation 1943 weiter verschärft und im Herbst die Deportation der dänischen Juden bevorsteht, sind Ruth und Jakob erneut zur Flucht gezwungen. Doch dieses Mal müssen sie eine der folgenschwersten Entscheidungen überhaupt treffen...
Die Hamburgerin Celia macht in einem entzückenden Ferienhäuschen Urlaub, als sie in einem zufällig entdeckten Versteck ein großes, seit etlichen Jahrzehnten vermisstes Fliedergemälde findet. Mit der Reaktion ihrer Vermieterin hätte Celia nicht gerechnet - aber so erfährt sie die Geschichte der Malerin Ruth Liebermann...
Die Autorin Sylvia Lott zeigt mit "Die Fliederinsel" ihr Talent, eine berührende Geschichte mit sehr viel Fingerspitzengefühl zu erzählen. Dabei hält sie sich an historische Fakten, die möglicherweise selbst für LeserInnen, die sich gut mit der Zeit des Nationalsozialismus auskennen, noch interessante Details enthalten dürften. Besonders die Schilderungen einer der großen, wenn nicht sogar der größten Sternstunde der dänischen Geschichte dürften dazu gehören. Aber auch ihren Figuren gewährt die Autorin viel Raum - sie lässt ihnen Zeit, sich zu entwickeln und somit den LeserInnen die Gelegenheit, sie bestens kennenzulernen und ihr Handeln zu begreifen. Im Fokus sind natürlich Ruth und Jakob, aber auch ihre Freunde und sogar der ein oder andere bekannte Name taucht im dänischen Exil auf. Die kleinen Kreise, in denen sich die deutschen Exilanten austauschen, sind geradezu erfrischend und haben mir sehr gut gefallen. In der weiteren Entwicklung der Charaktere schafft es Sylvia Lott außerdem, die psychologischen Aspekte der Geflohenen, die sich sowohl auf ihr eigenes Überleben, als auch auf nachfolgende Generationen beziehen, sehr gut zu beleuchten und noch einmal deutlich zu machen, was diese Menschen durchmachen mussten.
Die Handlung in der Gegenwart dient im Grunde als Rahmenhandlung, der allergrößte Teil des Romans widmet sich vor allem Ruth und ihren Liebsten. Und trotzdem rundet die jüngere Handlung die Geschichte perfekt ab.
Etwas hin- und hergerissen hat mich an manchen Stellen die Ausführlichkeit des alltäglichen Lebens von Ruth und Jakob auf Fünen. So sehr ich die Stimmung und die Bilder genossen habe - manchmal habe ich mich ertappt, dass ich etwas ungeduldig wurde, weil ich weiterkommen und mehr über das (Über-)Leben der Liebermanns und der Menschen in ihrer nächsten Umgebung wissen wollte. Anderseits mochte ich die Atmosphäre, die nahe Begleitung der sich entwickelnden Figuren und die alltäglichen Szenen auch nicht missen...
Fazit: Ein bewegender Roman, der mich über 500 Seiten gepackt hielt und sehr berührt hat, da ich das Gefühl hatte, dass der Autorin ihre Geschichte sehr am Herzen lag und sie in meinen Augen extrem wichtige psychologische Aspekte aufgegriffen hat.
Klappentext: In ihrem Ferienhäuschen auf der idyllischen dänischen Insel Fünen entdeckt die Urlauberin Celia ein wunderschönes Fliedergemälde, das seit Jahrzehnten als verschollen galt. Ihre Vermieterin ist beim Anblick des Bildes tief bewegt und erzählt Celia die Geschichte ihrer Mutter, der jüdischen Malerin Ruth Liebermann.
Im Jahr 1938: Das frisch verheiratete Paar Ruth und Jakob Liebermann muss aus Berlin fliehen, auf Fünen finden die beiden im ehemaligen Sommerhaus von Ruths Familie Zuflucht. Trotz der schwierigen Situation erleben sie glückliche Jahre, Ruth kann mit ihrer Passion, dem Malen, sogar die Familie ernähren. Als sie erneut zur Flucht gezwungen sind, müssen Ruth und Jakob die folgenschwerste Entscheidung ihres Lebens treffen …
Eine Erzählung spielt laut Klappentext in zwei Zeitebenen, Jetztzeit und die Ereignisse ab 1938. Allerdings dient im Buch selbst die Jetztzeit nur als Rahmenhandlung, die Charaktere bleiben gefällig, aber farblos. Ich gebe der ganzen Geschichte, trotz des Themas, nur ein "nette Unterhaltung für einen Lesenachmittag". Auch zu Ruth und Jakob Liebermann, den Hauptcharakteren des Buches fand ich keine wirkliche Beziehung, zu sehr sind sie als selbstbezogene Künstler dargestellt und auch die schlimme Zeit der Verfolgung und Fluchtaktivitäten bleibt nett und plätschert so dahin, wie das ganze Buch, eingebettet in die Schilderungen der Schönheiten der Natur in diesem Teil Dänemarks. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Autorin, trotz Recherche, wirklich einen Bezug zu ihrer eigenen Geschichte hatte. Insgesamt ein einfaches, nettes Buch, einige Ungereimtheiten bei der Darstellung der einzelnen Charaktere. Dazu passend ein entsprechend einfacher Sprachstil. Die 5-Stern Rezensionen auf Amazon erkäre ich mir damit, dass Vorableser wohl ein Problem damit haben, geschenkte Probeexemplare ehrlich zu bewerten. Wer eine nette, unverbindliche Nachmittagslektüre sucht, dem sei dieses Buch empfohlen.