Was die dunklen Wellen nachts ans Frankfurter Main-Ufer spülen, ist grausam. Die junge Frau ist tot, ihre Hände abgehackt und ihr Körper aufgequollen. Es ist Irgendwo in den Schluchten der bedrohlich aufragenden Hochhäuser verbirgt sich ein skrupelloser Mörder und ein düsteres Geheimnis. Obwohl das BKA die Aufklärung übernommen hat, soll Jo Lasker auf höchste Anordnung hin in der Sache ermitteln. Um den Fall zu lösen, braucht er ein Team, das bereit ist, jenseits der rechtlichen Grenzen in den Sumpf des Verbrechens abzutauchen. Als er glaubt, die Richtigen für die Aufgabe gefunden zu haben, ahnt er nicht, dass sie bald alle in Lebensgefahr schweben werden. Doch die Wahrheit muss ans Licht, sei sie noch so verhängnisvoll.
Mit seinem rasanten und dunklen Frankfurt-Thriller führt der Autor und hauptberufliche Ermittler Jens Bühler die Leser in die Abgründe des Verbrechens. Ungemein spannend, düster und unbedingt lesenswert.
Solider Thriller, der mich aber irgendwie nicht vom Hocker gehauen hat. Weiterhin mag ich aber den Schreibstil von Jens Bühler sehr. Dennoch enthält das Buch Aussagen, die man durchaus als kritisch bezeichnen kann. Auch das Ende ist nicht unbedingt moralisch korrekt, passt aber zum Inhalt und den Charakteren.
Um es gleich vorweg zu nehmen: Wer wissen will, wie es nach dem ersten Frankfurt-Thriller mit Lasker weitergeht, wird enttäuscht werden, spielt das zweite Buch doch fünf Jahre vor dem ersten. (Was meiner Meinung nach einige kleine Logik-Fehler mitbringt, bedienen sich die Figuren doch munter modernster Smartphone-Technik mit WhatsApp & Co.) Der Roman schildert anhand eines Mords im Rotlicht-Milieu, wie die Sonderermittler um Jo Lasker überhaupt zusammen kamen. Dabei ist Bühler eine gute Mischung aus Hintergrundinformationen zu den Charakteren und dem aktuellen Fall gelungen. Was ich mag: Der Autor fasst sich kurz. Das Buch hätte man locker auch auf 500 Seiten aufblähen können, aber so wie es jetzt ist, stellt es eine schnelle, spannende und dichte Leseerfahrung dar.
Ansonsten gilt, was ich schon beim ersten Lasker-Thriller gesagt habe: Der Autor kann schreiben und kommt in seinen besten Momenten den Großen des Hardboiled Crime sehr nahe. In seinen schlechten wirkt der eine oder andere Dialog etwas gestelzt, aber das ist auch das Einzige, was man Bühler vorwerfen kann. Zumal auch das Lektorat wie schon im ersten Roman durchaus gelungen ist und sich das Buch hinter so manchem vollpreisigen Titel absolut nicht verstecken muss. Ich bin auf jeden Fall wieder mit dabei, wenn es mit Lasker weiter geht und finde es fast etwas schade, dass sich der Autor als Nächstes wohl eine Alternate-History-Geschichte mit Nazi-Background ausgedacht hat.