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Junktown

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Diese Zukunft ist ein Schlaraffenland: Konsum ist Pflicht, Rauschmittel werden vom Staat verabreicht, und Beamte achten darauf, dass ja keine Langeweile aufkommt. Die Wirklichkeit in »Junktown«, wie die Hauptstadt nur noch genannt wird, sieht anders aus. Eine eiserne Diktatur hält die Menschen im kollektiven Drogenwahn, dem sich niemand entziehen darf, und Biotech-Maschinen beherrschen den Alltag. Als Solomon Cain, Inspektor der Geheimen Maschinenpolizei, zum Tatort eines Mordes gerufen wird, ahnt er noch nicht, dass dieser Fall ihn in die Abgründe von Junktown und an die Grenzen seines Gewissens führen wird. Denn was bleibt vom Menschen, wenn der Tod nur der letzte große Kick ist?

400 pages, Paperback

First published May 9, 2017

62 people want to read

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Community Reviews

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4 stars
28 (39%)
3 stars
28 (39%)
2 stars
5 (7%)
1 star
2 (2%)
Displaying 1 - 22 of 22 reviews
Profile Image for reherrma.
2,142 reviews37 followers
October 11, 2019
4.7| Ich muss sagen, dass mir dieser Roman zu Beginn anekelte wg. seines Plots, später hat es mich immer mehr hineingezogen bis er zu einem wahren Pageturner geworden ist und ich muss nun sagen, dass es eine ziemlich einmalige, spannende aber ohne jegliche Hoffnung verströmende, Lektüre war.
Matthias Oden beschreibt eine verstörend düstere Dystopie, die weder zeitlich noch örtlich einzuordnen ist. In seiner Welt hat die "Konsumrevolution" vor einigen Jahren das alte System hinweggefegt. Nun ist es nicht nur legal, sondern sogar staatsbürgerliche Pflicht, Drogen zu nehmen. Alle Bürger werden regelmäßig mit Drogentests konfrontiert, die kontrollieren, ob die Probanden genug Drogen konsumieren, wer mit zu wenig Drogenkonsum erwischt wird, wandert in eine "Sozialhygiene"-Einrichtung oder gleich in einen "Recyclinghof", was das genau bedeutet, wird nicht erklärt, man kann es sich aber denken. Da in diesem Staat praktisch alle und ständig auf einem Drogentrip sind, werden viele Dinge maschinell erledigt, so auch die Produktion von Nachwuchs, die von intelligenten Maschinen, den Brutmüttern, übernommen werden. Und eine dieser Brutmütter wird ermordet. Inspektor Solomon Cain, ein erfahrener Polizist der "Gemapo" (Geheime Maschinenpolizei) und gealterter Held der Revolution, übernimmt die Ermittlungen. Er kommt schnell dahinter, dass es hier um viel mehr geht als um einen Mord aus Leidenschaft. Er kommt dahinter, dass eine der großen Staatsbehörden, das "Rauschsicherheitsamt" ihre Finger im Spiel hat, danach geraten die Dinge außer Kontrolle...
Ich kann gar nicht sagen, was ich mehr loben soll; die Krimigeschichte um dem Inspektor Solomon Cain, (offensichtlich handelt es sich hier um eine Referenz auf den Fantasy-Zyklus um Soloman Kane vom "Conan"-Schöpfer Robert E. Howard, wie das in diesen Kontext passt, kann ich nicht sagen) die in einer Art Film Noir den Plot trägt, oder das Worldbuilding um Junktown, welches m.E. so ohne Beispiel in der Literaturgeschichte da steht. Der Roman bezieht aus beiden Seiten die Spannung, einerseits will man wissen, was es sich mit dem Mord an der Brutmutter und der Tötung einer damit verbundenen Forschungsgruppe auf sich hat, andererseits will man mehr über den Grund dieser auf Droge stehenden Gesellschaft wissen. Der Autor erklärt nicht alles und überläßt vieles dem Leser, jedoch beendet er diese Geschichte zu einem, für mich, befriedigenden Ende.
Es wird zumindest in wenigen Sätzen erklärt, wie diese Gesellschaftsform des Konsumismus entstanden ist, der Protagonist hatte dieses Wissen aber bereits die ganze Zeit, hat aber den Leser in dieser Hinsicht im Dunkeln gelassen. Dieser Kniff (wie viele andere auch) und die Tatsache, dass alle Entwicklungsschritte des Buches so konsequent wie düster bis zum Ende erzählt werden, macht dieses Buch zu einem grandiosem Erlebnis, man sollte aber weder eine gewisse Fröhlichkeit noch ein Happy End erwarten.
Sprachlich bewegt sich dieser erfindungsreiche Debüt-Roman auf einem hohen Level, insbesondere die Abkürzungen wie BDM (Büro für Datenerfassung), KGB (Konsumgenössischer Betrieb), KP (Konsumistische Partei) oder Politlabor (das höchste politische Führungsgremium), Begriffe die aus dem Dritten Reich oder der DDR entlehnt wurden, lassen keine Zweifel darüber aufkommen, wie hier Gut und Böse verteilt sind.
Gut fand ich auch den Anhang, der die meisten dieser Begriffe auflistet und erklärt, hilfreich waren auch das Verzeichnis der Humanklassen und der Junk-Schwellen.
Wie bereits gesagt, super spannend, eine erschreckende, düstere und hoffnungslose Welt; und ein tolles Leseerlebnis. Dieses Buch hätte ich wahrscheinlich nie gelesen, aber durch den Lesezirkel unseres SFFS-Stammtisches , war ich animiert es zu lesen; und ich habe es nicht bereut...
Profile Image for Alvar Borgan.
62 reviews6 followers
October 29, 2019
Hinter dem Mordfall, in dem Inspektor Solomon Cain ermittelt, steckt mehr, als es zunächst den Anschein hat. Nicht nur die große Politik, auch die Gefühlswelt des Inspektors gerät bei den Ermittlungen gehörig durcheinander.

Klingt nach einem klassischen Krimi? In gewisser Weise stimmt das sogar. Doch in Junktown ist alles anders, denn hier wurden Drogen legalisiert. Mehr noch, die Einnahme von Drogen ist verpflichtend.

Der Roman selbst wirkt wie ein Drogentrip mit einem gehörigen Anteil Horrortrip. So ist es nun mal mit dem Drogenkonsum und auch mit diesem Buch: Der Stoff macht dich high und zugleich macht er dich fertig – und am Ende fragst du dich, warum du überhaupt damit angefangen hast. (Zumindest ging es mir bei Junktown so.)

Einerseits gibt es den „geilen Trip“: Menschen wohnen in Iglus, Motorräder werden von Adrenalin angetrieben, die Standardfarbe für LKW ist pink … an skurrilen Ideen mangelt es Junktown sicher nicht.

Bizarr wird es, wenn Männer eine sexuelle und Liebes-Beziehung zu einer „Brutmutter“ eingehen – einem acht Stockwerke hohen mechanischen Koloss, mit dem man über Lochkarten kommuniziert.

Spätestens hier vermutet man, dass Junktowns Worldbuilding unter Einfluss einer gehörigen Portion psychoaktiver Stoffe zustande kam – ernst nehmen kann und muss man es jedenfalls nicht. Man erfreut sich einfach an der irren Welt und den Wortspielen und Anspielungen, mit denen der Roman gespickt ist.

Anderseits gibt es den „Horrortrip“: In Junktown ist der Rausch längst dem Kater gewichen. Aus freiem Drogenkonsum wurde Zwang, durchgesetzt von einem brutalen Regime, das stark an Orwells „1984“ erinnert. So beklemmend ist diese Diktatur, dass der Roman auch den Titel tragen könnte: „Do brave new brazilian Androids dream of 1984?“ Schmutz und Ekel von Junktown werden einem schonungslos drastisch vor Augen geführt – das Buch ist nichts für Mimosen.

Die Handlung an sich ist sauber konstruiert und wird stringent erzählt, mit überraschenden Wendungen und ohne Längen. Anders als andere Rezensionen fand ich den Schluss nicht zu knapp. Auch die oft kritisierten Abkürzungen sind für mich okay, weil sie typisch sind für eine menschenverachtende Bürokratie. Die „Humanklassen“ entsprechen den üblichen Kreditratings (von Triple-A abwärts …). Statt Junkbonds gibt hier eben Junk-Menschen. Wer sich damit nicht auskennt, sollte das Verzeichnis im Anhang konsultieren.

Letztlich konnte ich persönlich das Worldbuilding nicht akzeptieren. Wild zusammengewürfelte Bestandteile sind ja schön und gut, das funktioniert bei Jasper Fforde bestens. Aber Fforde bleibt stets dem fundamentalen Konstrukt seiner Welt treu. Die unbarmherzige Eiswelt des gleichnamigen Romans ist wirklich eine unbarmherzige Eiswelt, auch wenn ein inkongruenter Haufen sonstiger Elemente darauf ausgeschüttet wurde.

Junktown aber verrät von Anfang an sein fundamentales Grundthema. Eine Drogendiktatur würde genau NICHT so aussehen, wie der Roman sie konstruiert.

Man muss Süchtige nicht verpflichten, Drogen zu nehmen – dafür sorgen die Drogen ganz von selbst. Wenn alle an der Nadel hängen, wozu dann Bluttests? Um sicherzustellen, dass Junkies nicht freiwillig auf kalten Entzug gehen? Was soll das Gerede von „Abstinenz-Berechtigungs-Scheinen“? Weder wollen noch können Heroinabhängige einen Abstinenztag einlegen.

In einer Drogengesellschaft wären alle abhängig von den Drogen und damit auch von ihrem Dealer, dem Staat. Das Regime müsste nichts weiter tun, als deutlich zu sagen: „Liebe Bürger, bleibt systemtreu und ihr bekommt euren Stoff frei Haus. Weicht nur ein Jota von der offiziellen Linie ab, und wir setzen euch auf Entzug.“

Außerdem beweisen Bluttests gerade nicht, dass die Bürger sich brav der Diktatur beugen. Sie beweisen lediglich, dass die Menschen Drogen nehmen (was eh klar ist). Wer Drogen nimmt, kann trotzdem gegen das System agitieren oder Terroranschläge verüben. Womit auch die letzte Grundannahme des Romans ins Leere läuft, nämlich, dass in Junktown die politische Gesinnung medizinisch überprüfbar sei.

Dass ein Roman den Kern seiner Welt derart grundlegend ignoriert – sorry, das geht für mich gar nicht. Und man kann auch nicht behaupten, die Kriminalgeschichte selbst sei von den Schwächen des Weltenbaus nicht betroffen. Denn auch deren Auflösung verwendet eine Argumentation, die ich für unsinnig halte.

Für die schriftstellerische Qualität hätte ich 5 Sterne gegeben, den Weltenbau dagegen mit 1 Stern abgestraft. Ich habe 3 Sterne als Mittelwert vergeben.
Profile Image for Bella (Bella's Wonderworld).
706 reviews39 followers
June 6, 2017
Rezension | Junktown von Matthias Oden Beschreibung
 
Inspektor Solomon Cain lebt in einer Zukunft, in der Maschinen und Menschen eng miteinander verbunden existieren, er arbeitet für die Geheime Maschinenpolizei (Gemapo) in der Hauptstadt „Junktown“ und führt neben seinem Job ein eher überschaubares Leben. Das oberste Gebot der Regierung ist die Konsumpflicht von Drogen eines jeden Bürgers, deren Erfüllung durch ärztliche Überwachung streng kontrolliert wird.
 
Trotz des Drogenrauschs versucht Inspektor Solomon Cain einen klaren Kopf für seinen neusten Fall zu bewahren. Der Mord an einer Gebärmutter deutet zunächst auf eine Beziehungstat hin, doch die oberste Behörde der Regierung ist in den Fall verwickelt und Solomon Cain betritt während seiner Recherche immer gefährlicheres Terrain.
 
Meine Meinung
 
„Junktown“ ist der Titel von Matthias Odens dystopischen Science-Fiction Roman und bezeichnet zugleich auch die Stadt, die den Handlungsort der bizarren Geschichte darstellt.
 
Schon der abgefahrene Klappentext dieses Debütromans hat mich auf den ersten Blick angesprochen – Dieses Buch musste ich also unbedingt lesen! Eines kann ich schon vorwegnehmen, ich wurde nicht enttäuscht. Es gibt jede Menge bizarre Maschinen, Drogen, genetisch abgestufte und veränderte Menschentypen sowie eine diktatorische Regierung die ihre Bürger durch Drogenkonsum an der kurzen Leine hält.
 
Matthias Oden wirft den Leser ohne große Umschweife direkt ins Geschehen, Näheres über die Regierungsstruktur, die Eigenschaften der diversen Menschentypen, sowie gesellschaftliche Sitten und Regeln werden nach und nach ergänzt. Für eine bessere Übersicht gibt es am Ende des Romans ein kleines Verzeichnis, das die wichtigsten Organisationen und Abkürzungen beschreibt. Der Autor verwendet eine harte Sprache und lässt teilweise recht obszöne Ausdrücke einfließen, die der Geschichte eine passende Atmosphäre verpassen.
 
"In Junktown war eine Ecke so schäbig wie die andere – wo sollte man also schon hinwollen? Vor allem, wenn man sich zu Hause an bessere Orte spritzen konnte." (Seite 37)
 
Ich habe es sehr genossen in die verrückte Welt abzutauchen, die Matthias Oden in „Junktown“ entwirft, skurrile Maschinen und Regierungsstrukturen kennen zu lernen und Inspektor Solomon Cain bei der spannenden Ermittlungsarbeit über die Schulter zu schauen. Der bildhafte Schreibstil lässt regelrecht Bilder im Kopf entstehen, so dass ich zeitweise das Gefühl hatte mitten in einen Kinostreifen gefallen zu sein.
 
Im Gegensatz zu den detailliert geschilderten Ermittlungsvorgängen die Cain durchläuft, kommt mir das Ende etwas zu schnell abgespeist vor. Im Eiltempo wendet sich Cains Blatt und die Leser/-innen werden mit überraschenden Wendungen in einem richtigen Showdown aus dem Gleis gehoben. An sich hat mir das auch sehr gut gefallen – es passiert allerdings so vieles auf wenigen Seiten, dass ich mir an manchen Ecken einfach gewünscht hätte das ganze näher betrachten zu können.
 
"»Die meisten Tage haben es verdient zu sterben….«" (Seite 242)
 
Fazit
 
Ein literarischer Drogentrip durch eine skurrile Zukunftsvision.
Profile Image for Stephan.
287 reviews7 followers
April 28, 2020
Junktown hat mich mehrfach überrascht - im positiven wie im negativen. Ich hatte mir von dem Buch nicht viel versprochen - das Thema und die Prämissen wirkten auf mich eher abschreckend. Aber Matthias Oden reißt einen mit, ob man will oder nicht. Das Buch ist hervorragend geschrieben, mit gutem Tempo und einem guten Spannungsbogen. Dabei merkt man oft erst im Nachgang einige Schwächen. Oden baut eine Welt zwischen Dystopie und Parodie - ich fühlte mich an Brazil erinnert. In einer zukünftigen (?) Konsumdiktatur besteht die Pflicht zum Drogenkonsum, und mindestens sozialer Druck, auch seinen normalen Konsum zu demonstrieren. Es gibt "Maschinenbürger", eine Form von KI-getriebenen Robotern in den verschiedensten Formen, die scheinbar die Versorgung der Bevölkerung mit dem Lebensnotwendigen sicherstellen. Der Protagonist, Solomon Cain, ist Polizist bei der Gemapo, der Geheimen Maschinen-Polizei, und soll den Mord an einem Geburtsroboter (und seinen 800 Föten) aufklären. Und natürlich steckt mehr dahinter als ein einfache Dreiecksbeziehung.

Leider ist die Welt nicht durchdacht - man hat den Eindruck, dass es dem Autor mehr darauf ankommt, noch ein absurdes Versatzstück unterzubringen, als seine Prämissen konsequent zu Ende zu bringen. Die Idee, Müll zu kaufen, um seinen Konsum über den Abfall zu demonstrieren ist so ein Fall - witzig, aber selbst bei heutigem Konsumverhalten albern. Der echte Müll übersteigt schon nach kurzer Zeit jedes vorstellbare Maß. Insgesamt erfahren wir über die Wirtschaft von Junktown nicht viel mehr, als dass es eine Grundversorgung gibt, und dass man alle Arten von Drogen und Brombeershakes kaufen kann. Das ist ein bisschen dünn. Auch bleibt unklar, warum nun gerade Drogenkonsum und normaler Konsum - normalerweise nicht gerade gekoppelt - zusammen die Grundlage für die Staatsideologie des Konsumismus bilden. Was mich ebenfalls störte, ist, dass abgesehen von einem feuchten Hintern und zwei kurzen Stellen im Buch die Auswirkungen des Drogenkonsums auf den Protagonisten, und auch auch andere Figuren, weitgehend ignoriert wird. Aber wie gesagt: All das kann man leicht überlesen. Die Figuren handeln in dieser absurden Diktatur vergleichsweise "normal" - sie funktionieren im Sinne des Staates - insbesondere sehr lange auch unser Protagonist, als Polizist ja Teil des Unterdrückungsapparates. Das erinnert schon stark an Hannah Arendts Banalität des Bösen.

Beim Namen des Protagonisten musste ich sofort an Robert E. Howards zweit-bekanntesten Helden denke, den phonetisch identischen Solomon Kane, einen Puritaner, der zu Beginn des 17. Jahrhunderts fanatisch für die Gerechtigkeit kämpft. Aber abgesehen von der Namensähnlichkeit finde ich wenig Parallelen.

Allgemein lässt mich die Wahl der Namen aber etwas rat- und hilflos zurück. Viele der Namen im Roman sind biblisch inspiriert. Solomon Cain hat den Vornahmen des weisen Königs von Israel, und als Nachname den des ersten Brudermörders. Bathsheba wird als seine Geliebte eingeführt - in der Bibel ist sie eine Geliebte, später Frau von König David, und Salomons/Solomons Mutter. Aber aus der so angedeuteten ödipalen Verbindung wird nichts gemacht.

Wirklich gestört hat mich die Verquickung von klaren nationalsozialistischen Bezügen (Gemapo, BDM, Kraft durch Konsum, Rauschsicherheitshauptamt) mit der Namenswahl des Hauptantagonisten, einem einflussreichen Vertreter des "Rauschsicherheitshauptamtes". Mordechai ist ein rein jüdischer Name - und Juden waren zum einen die zentralen Opfer der nationalsozialistischen Mordmaschine, zum anderen werden sie z.T. bis heute als die treibende Kraft hinter den kommunistischen Diktaturen diffamiert. Wenn der Autor mit seinen Namen eine Idee transportieren würde, dann könnte ich das akzeptieren. Aber so wirkt es nur geschmack- und gedankenlos.

Von der Schreibe würde ich 5 Sterne geben, die Schwächen im Unterbau ziehen es runter auf 4, und der letzte Punkt bringt mich dazu, noch einen Stern abzuziehen. Insgesamt auf jeden Fall ein interessantes Buch, aber nur für Leser mit solidem Magen geeignet.
Profile Image for PetSch.
62 reviews
October 25, 2019
Habs jetzt zum zweiten Mal gelesen.
Auf jeden Fall 4 Sterne.
Profile Image for Elizzy.
473 reviews26 followers
June 30, 2017
Zusammengefasst

Solomon Cain ist Inspektor der Gemapo und somit für alle Fälle rund um Maschinen zuständig. Als eine der Brutmuttern ermordet wird, beginnt für ihn einer der seltsamsten Fälle überhaupt. Denn anstatt voran zu kommen, wirft ihn jede neue Erkenntnis zurück und es gibt immer mehr Fragen, die er beantworten muss. Gemeinsam mit seinem Partner Bas versucht er der Sache auf den Grund zu gehen und gerät so plötzlich selbst ins Visier. Denn nicht jeder möchte, dass er den Fall auflöst. Als dann auch noch weitere Morde geschehen, weiss Cain, dass die Sache noch viel schlimmere Ausmasse annehmen wird.

Wird er den Fall rechtzeitig aufklären können? Und was versucht man vor ihm zu verbergen?

Darüber Gedanken gemacht

Man taucht beim Lesen in eine neue Welt ein, in der Maschinen Kinder gebären und Menschen so berauscht von Drogen sind, dass man gar nicht mehr unterscheiden kann, wer high und wer nüchtern ist. Matthias Oden hat auf jeden Fall eine quere neue Welt geschaffen, die viele Dinge grausam aber auch irgendwie amüsant darstellt.

Hat man sich erstmal mit den verschiedenen Charakteren angefreundet und die Abkürzungen (im Anhang – gut dargestellt) nachgeschlagen, kann man sich ganz auf den Fall von Solomon Cain konzentrieren. Dieser ist richtig spannend aufgebaut und mit jedem Kapitel wurde der Fall um einiges komplizierter. Es kamen immer weitere Figuren hinzu und so wurde es nie langweilig.

Obwohl ich nicht ein Fan von Kriminalfällen in Bücher bin, muss ich ehrlich sagen, dass mich diese Geschichte ungemein packen konnte. Dies mag vielleicht am seltsamen Setting liegen, welches Geschaffen wurde doch auch irgendwie an Cain selbst. Die Figur wurde so gut beschrieben, dass man sofort ein Bild von ihm im Kopf hatte. Doch auch die anderen Charakteren waren so authentisch, dass ich sie beinahe vor mir sah.

Natürlich machte ich mir auch Gedanken über die vielen Drogen, die im Buch erwähnt wurden und muss dazu sagen, obwohl manche doch verherrlicht wurden war einem unterschwellig, die Gefahr, die von diesen Ausging doch sehr bewusst.

Gefiel mir sehr

Wie die ganze Geschichte aufgebaut wurde gefiel mir wirklich sehr, man hatte genug Zeit sich in den Fall hinein zu fühlen und sich mit den Charakteren auseinander zu setzen. Was meiner Meinung nach für solch eine Geschichte absolut notwendig ist, denn überall wo „neue“ Welten erschaffen werden, braucht man eine gewisse Zeit, um sich an das ganze drumherum zu gewöhnen.

„Die meisten Tage haben es verdient zu sterben….“ S. 242
Besonders toll fand ich auch die Gespräche von Sol und D. denn irgendwie konnte man ihren Schmerz immer fühlen und obwohl eine Liebesgeschichte so gar nicht erwartet wurde gefiel mir dieses kurze Intermezzo mit D. ganz gut.

Gefiel mir nicht

Einige Seiten musste ich ehrlich gesagt einfach durchblättern, denn dort standen nur Bezeichnungen von verschiedensten Drogen oder Abkürzungen von wissenschaftlichen Daten drin. Dies war meiner Meinung nach nicht wirklich relevant für die Geschichte, also überflog ich es eher. Auch das Ende war mir irgendwie zu schnell vorbei, dies fand ich im Nachhinein doch schade. Der Autor hätte sich mit der Auflösung doch etwas mehr Zeit lassen können. Doch das Ende an sich, finde ich wirklich gut und richtig gelöst.

Schreibstil & Cover

Der Schreibstil war okay, aber manchmal auch etwas zu sehr abgekürzt, denn ich hatte nicht Lust bei jeder Abkürzung zum Anhang zu blättern und die Bezeichnung nachzulesen.

Das Cover ist toll und passt auf jeden Fall zum Setting der Geschichte.

Fazit

Mal ein anderer Kriminalroman, der auf jeden Fall fesselt und durch ein spezielles Setting überzeugen kann. Ich kann auch das Buch auf jeden Fall empfehlen, würde es jetzt aber eher in die Altersklasse 18+ einstufen.

Bewertung
Buchlänge ♥♥♥♥ (4/5)
Schreibstil ♥♥♥ (3/5)
Botschaft ♥♥♥♥ (4/5)
Lesevergnügen ♥♥♥♥ (4/5)
Profile Image for EmBe.
1,198 reviews26 followers
May 8, 2025
Der Roman hat mich zu allererst durch sein Worldbuilding fasziniert. Konsumismus als totalitäre Staatsideologie, die Menschen sind geradezu zum Konsum verpflichtet, Zurückhaltung bringt Nachteile mit sich. Das ist möglich, weil die Produktion hauptsächlich Maschinen erledigen, selbst die Reproduktion! Die somit auch unter staatlicher Kontrolle steht. Dennoch, die geschilderte Gesellschaft hat mich an die DDR in ihrer Endphase erinnert. Wie bei dem real existierenden Sozialismus ist klar, dass das System eigentlich keinen Bestand haben kann, so absurd erscheint vieles. Der Drogentod gilt zum Beispiel als ehrenvoll.
Und natürlich gibt es auch hier Geheimnisse, die das System in Frage stellen und vertuscht werden müssen. Ein desillusionierte Ermitter stößt eher zufällig auf sie, als er den Tod einer Muttermaschine untersuchen muss. Warum er ausgerechnet Salomon Kane heißt, also wie ein Held von R.E.Howord, das erschloss sich mir nicht.
Der Plot ist eigentlich nur da, um diese faszinierend düstere, abgefuckte Welt zu erkunden. Sympathie oder Antipathie für die Figuren habe zumindes ich nicht entwickelt. Aber die Spannung wusste ich zu goutieren.
Ich bin aber dankbar dass ich ihn für den Lesezirkel des Science Fiction-Stammtisches gelesen habe. Mir wäre sonst ein außergewöhnlicher SF-Roman entgangen.
Profile Image for Gabis Laberladen.
1,242 reviews
July 11, 2017
Ich hätte gerne mehr über diese "schöne neue Welt" erfahren, das kam ein bisschen zu kurz für meinen Geschmack - sonst wären das 5 Punkte geworden.

Darum geht’s:

Für die Bewohner von Junktown ist es Pflicht, ständig Drogen zu konsumieren. Umso wichtiger sind Maschinen, die die Arbeit erledigen. Diese Maschinenwesen sind gleichberechtigte Einwohner und deshalb wird es auch als Mord angesehen, als eine maschinelle „Brutmutter“ getötet wird und ihre 800 ungeborenen Kinder damit ebenfalls nicht überleben können. Solomon Cain, Inspektor der Geheimen Maschinenpolizei, wird mit den Ermittlungen beauftragt.

So fand ich’s:

Was für eine Welt, die Matthias Oden erschaffen hat. Auf den ersten Blick eine scheinbar traumhafte Zukunftsvision, in der es nicht nur legal ist, sämtliche Drogen zu konsumieren, sondern in der es sogar erwartet wird. Doch bei näherem Hinsehen erscheint das gar nicht mehr so paradiesisch und nicht umsonst sind alle scharf auf einen ABS, einen Abstinenzberechtigungsschein, der es einem erlaubt, mal für einen Tag auf Drogenkonsum zu verzichten. Neben den „Weichen“, den Menschen aus Fleisch und Blut, gibt es auch HMWs, die höheren Maschinenwesen, denen ein Sozialleben und eine Persönlichkeit zugesprochen werden. Und eine dieser HMWs, die mit 800 Föten schwangere Brutmutter BM17, wurde ermordet.

Mit ganz viel Liebe zum Detail und gespickt mit Anspielungen auf Begriffe (früher) real existierender Gesellschaftssysteme (z. B. das Auto namens Tripbant) hat mich die dystopische Zukunftsvision von Matthias Oden begeistert. Es wurden ganz viele neue Begriffe erfunden, die zum Teil deutlich aussagten, was dahinter steckte, bei denen man aber auch teilweise mit seiner Fantasie alleingelassen wurde. Obwohl ich als Krimifan natürlich den Mordfall grundsätzlich für am wichtigsten halte, hätte ich doch noch gerne viel mehr über diese Welt erfahren. Man wird hineingeworfen und muss sich nach und nach die Informationen zusammen sammeln, während Solomon Cain versucht, den Mordfall aufzuklären. Und am Ende bekommt man doch nur einen oberflächlichen Einblick, der nicht alle meine Fragen zu dieser neuen Gesellschaftsform und wie es dazu kam, beantwortet hat.

Cain ist ein alter Hase bei den Ermittlern, nach außen hin ein hoch angesehenes Mitglied der Gesellschaft, ein „Alter Kämpfer“ und Witwer einer „Goldenen Schützin“, die sich zur Ehre des Staates den goldenen Schuss gesetzt hat. Doch den Tod seiner Frau hat er nie verkraftet und rettet sich in einen Zynismus, der immer besser zu dem System passt, in dem er lebt, je mehr man hinter die Kulissen schaut. Cain fühlt sich zu alt und ist verbittert – und doch kann er es nicht lassen, den Mordfall ernst zu nehmen und sich mit all seinem Wissen und seiner Erfahrung zu engagieren. Der anfangs ganz eindeutige Mordfall wird immer undurchsichtiger, und je mehr Cain gräbt, desto mehr Widerstand wird ihm entgegengebracht.

Matthias Oden schafft eine sehr ungewöhnliche Welt, die dicht gewebt und in sich schlüssig ist und setzt einen spannenden und intelligenten Kriminalfall hinein. In düsteren Bildern wird ein menschenverachtendes System gezeigt, in dem Cain versucht, über die Runden zu kommen und diesen Mordfall zu lösen. Manches wirkt auf den ersten Blick skurril, und doch bleibt einem oft genug das Schmunzeln im Hals stecken, wenn man Zeit hat, ein bisschen darüber nachzudenken, welches Zukunftsbild Oden da zeigt.

Wer abseits vom 08/15 Krimi etwas durch und durch Ungewöhnliches lesen möchte und nicht vor einer düsteren Welt zurückschreckt, dem kann ich „Junktown“ nur wärmstens empfehlen.
17 reviews
June 11, 2017
Junktown ist die Stadt der Zukunft. Konsum ist Bürgerpflicht. Drogen bekommt man vom Staat, und es wird auch monatlich kontrolliert, ob man seine Drogen auch brav genommen hat. Heroin, Ritalin, alles was sich ein Junkie nur wünschen könnte. Und Maschinen haben viele Aufgaben übernommen.

Zu Anfang kam ich etwas schwer rein ins Buch. Denn eine dieser Maschinen -eine "Brutmutter" mit 800 Föten - wird ermordet. Die Menschen kriegen ihre Kinder nämlich nicht mehr auf natürlichem Weg, das übernehmen Maschinen. Natürlich werden die Föten "vorbestellt" und konfiguriert. So haben später für Büroarbeit Vorgesehene einen Kartenleseschlitz oben an der Schläfe ... Beziehungen zwischen Mensch und Maschine sind auch normal, nicht nur körperliche, sondern auch echte Liebesbeziehungen. Und die ermordete Brutmutter hatte einen (menschlichen) Freund, wollte sich aber wegen ihres Liebhabers von ihm trennen. Auftritt Phillip Marlowe / Sam Spade / Humphrey Bogart, ach nein: hier heißt der lonesome wolf ja Solomon Cain. Inspektor, verwitwet, und innerlich schon sehr weit von Konsum- und Drogenzwang und dem Regime entfernt. Und so entwickelt sich einerseits ein klassischer Krimi wie aus Hollywoods schwarzer Serie der 1940er Jahre. Wem kann Cain trauen, er ist inzwischen ein Zyniker, die undurchsichtige Schöne - spielt sie ein falsches Spiel ... usw. Spannend geschrieben, mit überraschendem Ende.
Was das Buch aber absolut zum Tipp macht, ist die Welt, die der Autor beschreibt. Voll bizarrer Einfälle: So muss man Müll kaufen und in seinen Garten streuen, um zu zeigen, wie wohlhabend man ist und wie viel man konsumiert. Nur über den immer ausreichenden Drogenkonsum kann der Staat seine Macht erhalten. Von jedem Menschen gibt es einen Scan der Gehirnströme, so können ausgebildete Greifermaschinen sofort jeden Gesuchten aufspüren. Und richtig heftig: die Menschheit ist in sogenannte Humanklassen eingeteilt, je nach Wichtigkeit für die Gesellschaft. Und wenn man nicht mehr wichtig ist, dann wird man auf "D" herabgestuft. Bedeutet "Ausfall", man wird zum Recyclinghof gebracht und dort die biologisch verwertbaren Körperteile ausgesiebt. Anderes Wort für Todesurteil also. Mehr will ich hier nicht verraten.
Profile Image for Wal.li.
2,557 reviews70 followers
May 20, 2017
Revolution

Junktown ist ein Musterbeispiel für eine Stadt der Zukunft. Nach der Revolution sind Drogen freigegeben worden und die Menschen frönen dem Konsum. Schöner Müll liegt in den Straßen und die Drei-Tage-Woche lässt genug Zeit für jedes Laster. Konsumnachschub wird in Brutmaschinen gezüchtet. Eines Tages jedoch wird eine dieser Brutmaschinen zerstört genauer gesagt getötet. Der heruntergekommene Polizist Solomon Caine, der nie verwunden hat, dass seine Frau den Weg des goldenen Schusses wählte, soll herausfinden, was geschehen ist. Schnell entdeckt er, dass die Brutmutter keines natürlichen Todes gestorben ist und dass der Vorstand der Anlage, in der sie installiert war, etwas zu verbergen hat.

Eine unheimlich schöne neue Welt, nicht mehr viel arbeiten zu müssen, freien Zugang zu Drogen und jedem anderen Konsumgut zu haben. Doch was, wenn man regelmäßig nachweisen muss, dass das Drogenniveau im Blut hoch ist. Wenn das High ausbleibt, weil die Gewöhnung einsetzt, wenn der Konsum schal wird und einem der Müll im Garten auf die Nerven geht. Solomon Cain, einst ein Führer der Revolution, ein erster des neuen Staates, hat Zweifel. Sein Status schützt und so kann er sich manches erlauben, wofür andere eine Herabstufung erfahren würden. Wird es ihm jedoch mit seinen unkonventionellen Methoden möglich sein, hinter das Geheimnis des Todes der intelligenten Brutmaschine kommen.

Solomons Welt ist nicht immer leicht zu ertragen, dass zu viel des Konsums, der Drogenzwang, die Kontrolle, die Manipulierbarkeit der Menschen, der Gesellschaft. Doch gerade darin kann man eine Warnung sehen, dass nicht jeder Konsum gut ist und die Manipulationen an den Konsumenten auch nicht erstrebenswert sind. Schon heutzutage ist man etlichen Dingen ausgesetzt, die auch im Buch beschrieben werden. Kaum jemanden wird es gelingen wahrhaft integer und über alles unparteiisch informiert zu sein. Und so hat man in der Beschreibung dieser Konsumstadt ein abschreckendes Abbild einer Zukunft, der wir möglicherweise entgegen sehen. Da sich beim Lesen der Beschreibungen des Lebens in Junktown ein gewisser Widerwillen einstellen kann, gerät das Buch hier mitunter ein wenig sperrig.

Leichter hat man es da durchaus mit Inspector Solomon Cain und seiner Herangehensweise an den Fall. Mit seinen unkonventionellen Methoden versucht er, einen spannenden und vielschichtigen Fall zu lösen. Frech, intelligent und manchmal tragisch wirkt seine Figur. Vor seiner Hartnäckigkeit und Stärke als alter Revoluzzer kann man nur den Hut ziehen.

Mit seinem Buch stellt der Autor eine düstere neue Welt vor, in der man nicht leben möchte, über die es jedoch nachzudenken und zu reflektieren gilt.

3,5 Sterne
Profile Image for Mel.
35 reviews
March 2, 2018
Ich habe das Buch nach der ersten Seite weggelegt und letztendlich dann doch gelesen, nachdem ich einige gute Reviews hier gelesen hatte. Doch ich hätte auf meinen Instinkt vertrauen sollen. Die Geschichte ist sehr dünn und nicht logisch. Die Auflösung des Kriminalrätsels ist nicht schlüssig und wirkt sehr konstruiert. Die abgebildete Gesellschaftsstruktur ist männlich dominiert und Frauen werden auf Gebärmaschinen und Prostituierte reduziert. Ich kann das Buch nicht empfehlen.
Profile Image for Linda in Utopia.
309 reviews9 followers
March 9, 2018
Die Idee klingt spannend, neu und sonderbar. Aber das Buch selbst hat mir dann leider keine Freude gemacht. Es ist als würde man mit Ewan McGregor alla Trainspotting durch eine dreckige, stinkende Welt wandeln, in der es einfach keinen liebenswerten Charakter oder irgendeine Form von Wärme gibt.
Die Sonnenuntergänge, ja, die beschreibt Matthias Oden mit viel Liebe, baut da ganz akrobatische Sätze voller schöner Worte. Überhaupt sind viele schöne Worte in dem Buch.
Literarisch ist dieser Text ein Schatz, aber kann die Geschichte auch begeistern?
Mich leider nicht. Zu oft wird der Lesefluss unterbrochen durch erfundene Begriffe, die man zwar hinten im Buch nachschlagen kann, aber das zurückkehren in den Plot jedes Mal schwieriger machen.
Es gibt ein wirklich abartig detaillierte Beschreibung des Heroin-Konsums, die aber deswegen auch nicht größere Gefühle für die Hauptfigur weckt.
Für mich ist dieses Buch einfach zu wuchtig, zu dreckig und zu verworren. Wenn ich ein Buch weglege und eine Woche brauche, um es dann wieder in die Hand zu nehmen, ist das kein gutes Zeichen. Trotzdem kann es für jemand Anderen vielleicht ein großer Genuss sein.
Profile Image for Moni2506.
395 reviews
July 2, 2017
„Junktown“ von Matthias Oden ist ein Science-Fiction Krimi, in dem es um einen Mord an einer Brutmutter in einer Welt voller Drogen geht. Erschienen ist der Roman im Mai 2017 im Heyne Verlag.

Solomon Cain, ein Polizist im Dienste der Gemapo (Geheime Maschinenpolizei), wird zu einem Mord an einer jungen Brutmutter gerufen. Ihr Tod ist mysteriös und anfangs ahnt Cain nicht in was er da hineingeraten ist. Er lebt in einer Zukunft in der der Konsum von Drogen oberste Bürgerpflicht ist. Eine Diktatur in der bei monatlichen Drogentests überprüft wird, ob man seinen Pflichten nachkommt. Abstinenz gilt als Hochverrat und wird hart verfolgt. Das öffentliche Leben ist fast gänzlich zum Erliegen gekommen und Maschinen bestimmen den Alltag.

Auch wenn ich normalerweise nicht so der Krimi-Fan bin, hat mich der Klappentext des Buches neugierig gemacht auf eine Welt oder eine Zukunft in der alle Menschen Drogen nehmen müssen.
Für mich eine echte Horrorvorstellung, da man in Junktown ja auch keine Wahl hat. In monatlichen Drogentests wird überprüft, ob man auf das geforderte Level an Drogenkonsum kommt. Reisen in andere Städte oder Länder gibt es nicht mehr. Die Menschen pflanzen sich nicht mehr selber fort, sondern dafür gibt es Zuchtreihen und sogenannte Brutmütter. Man kann auch Beziehungen zu diesen Brutmüttern haben, die sehr große Maschinen mit mehreren Stockwerken sind. Das Buch hat mir eine ganz schöne Bandbreite an Absurditäten geboten, die ich gar nicht alle aufzählen kann und die mich teilweise ein wenig verstört haben.
Diese Neugierde auf die Welt hat mich durch die erste Hälfte des Buches getragen. Für mich war das Buch zu dem Zeitpunkt nicht wirklich spannend, da es eben nur ein einfacher Mordfall war, der gelöst werden musste und die Lösung erschien recht offensichtlich und einfach. Der Fall entwickelt sich allerdings doch noch weiter und bekommt eine viel größere Dimension, die den ganzen Staat umfasst. Hier wurde es für mich dann auch spannend und interessant und gerade in der zweiten Hälfte wurde ich sehr schnell durchs Buch getragen. Solomon Cain ist mir als Ermittler mit seinem Schicksal letztendlich doch noch irgendwie ans Herz gewachsen und so wollte ich dann natürlich auch wissen wie es ausgeht.
Zum Schreibstil kann ich gar nicht so viel sagen, da ich so von den Absurditäten dieser Welt abgelenkt war. Dieser lies sich aber durchaus gut lesen. Von der Wortwahl her kommen natürlich viele Drogen vor. Von vielen habe ich schon mal gehört, von vielen wiederum auch nicht. Es ist daher möglich, dass in dem Buch ein paar neue Drogen erfunden worden sind. Die Zusammenhänge wurden aber gut und verständlich erklärt, so dass man dem Geschehen gut folgen konnte.
Ich denke wer viele Krimis liest, ahnt das Ende schon voraus. Für mich ist es dann oftmals so, dass ich im Nachhinein feststelle, ach ja stimmt, da habe ich nicht ganz aufgepasst, da hätte ich auch drauf kommen können. Ein guter Ermittler wäre aus mir also mit Sicherheit nicht geworden. Beim Ende hatte ich eine gewisse Vorahnung, dennoch hatte die Geschichte auch einige unvorhergesehene Wendungen für mich zu bieten.

Fazit: Ein solider Science-Fiction Krimi, der sich schnell zu mehr entwickelt und mich mit seinen Absurditäten sowohl geschockt als auch unterhalten hat. Wer Krimis mag und die Welt, die im Klappentext beschrieben wird, interessant findet, sollte das Buch auf jeden Fall lesen. Von mir gibt es 3,5 Sterne.
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May 22, 2017
Cover:
Das Cover wirkt im ersten Augenblick düster. Die Fassade des Gebäudes ist rissig, heruntergekommen und wirkt trist. Den Titel kann man fühlen und die Risse die auch dort ihre Spuren hinterlassen haben, ebenso. Es passt sehr gut zur Geschichte.

Zum Buch:
Der Einband ist eine Klappbroschüre und die Geschichte ist in 3 Abschnitte unterteilt. Durch die Inhaltsangabe behält man gut den Überblick und erfährt gleich, das hinten ein kurzes Klassen- und Begriffsverzeichnis ist. Die doch sehr direkte Sprache, scheut nicht vor eindeutigen Ausdrücken, die oft vorkommen. Der Schreibstil an sich ist sehr detailliert.

Protagonisten:
Auf mich wirkten die Protagonisten nicht sehr tiefgründig, sondern eher blass. Sie waren für mich kaum fassbar und man hatte nicht das Gefühl sie irgendwie kennengelernt zu haben. Keiner der Charaktere konnte mich wirklich überzeugen. Es gab die typischen unsympathischen Leute und welche, die eben erträglich waren. Mir hat es einfach gefehlt, mit den Charakteren mitzufiebern und mitzurätseln. Solomon Cain war für mich ein typischer, gescheiterter Polizist, der seine eigene Unfähigkeit und die des Alters, nicht realisieren wollte.

Meine Meinung:
Die Geschichte ist eigentlich gut, aber die Umsetzung war für mich doch sehr stockend. Gleich zu Beginn trift man auf viele Fremdwörter und Abkürzungen, mit denen man nicht viel anfangen kann. Es war interessant zu lesen, nicht wirklich spannend, aber man hat sich durch das einfach in die Geschichte reingeworfen worden vom Autor, überfordert gefühlt. Ich habe mir größtenteils echt schwer getan, denn durch das häufige nachschlagen in den Verzeichnissen, kam nicht wirklich ein guter Lesefluss auf. Man konnte der Geschichte danach kaum folgen, weil man nicht hinterher kam. Teilweise hatte ich auch das Problem, trotz der Verzeichnisse nicht zu verstehen was gemeint ist bei manchen Begriffen, da die Erklärungen nicht wirklich aufschlussreich waren. Trotz dessen ist es auch wichtig zu erwähnen, das der Autor sich eine interessante Gesellschaft im Buch aufgebaut hat, bei der man ab und zu Vergleiche zum echten Leben ziehen konnte. An Details hat er nicht gespart und man erkennt die Recherchearbeit die dahinter steckt beim Lesen.
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November 4, 2017
"Junktown" war vom Klappentext her ein Buch, das mir einfach hätte gefallen müssen. Ich mag den Gedanken einer zukünftigen, dystopischen Welt sehr gerne, lasse mich auch gerne von verschiedenen Autoren auf ihre kreative Reise mitnehmen und bin doch jedes Mal überrascht, welche Wege dort eingeschlagen werden und wie erschreckend sich eine Welt entwickeln kann. "Junktown" hat mir da einiges versprochen. Vieles davon konnte das Buch halten, einiges hat mich aber auch enttäuscht.

Denn genau das ist der Punkt. Mir fällt es unglaublich schwer, zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben, denn ich habe beim Lesen zwischen purer Faszination und unbefriedigender Ernüchterung geschwankt. Zur Faszination selbst beigetragen hat auf jeden Fall diese Konum-Welt an sich. Das Setting war großes Kino. Einerseits ist es sehr schön ausgearbeitet, es klang von vorne bis hinten gut durchdacht und logisch aufgebaut und eine Konsumgesellschaft, in der Abstinenz Hochverrat ist und es normal ist, die Frage zu stellen, mit welcher Droge man sein Getränk serviert bekommen möchte, ist ein eigentlich ein Selbstläufer in Sachen atemberaubendes Feeling und grenzloser Begeisterung.

Aber andererseits hatte ich auch sehr oft das Gefühl, dass Matthias Oden sich die Welt in seiner Fantasie und in seinem Kopf gut zurechtgelegt, an alles gedacht und vieles davon für den Leser aufgeschrieben hat, aber auch nicht wirklich vermitteln konnte, was genau er damit meinte. Ich habe sehr lange gebraucht, um zu verstehen, was die verschiedenen dystopischen Elemente in dieser Welt sind, wer dort etwas zu sagen hat, was aus dem alten System geworden ist und was daraus übernommen wurde. Ich habe mich mehr als einmal gefragt, wie ich mir eine Brutmutter real vorstellen sollte, was der "Goldene Schuss" überhaupt bedeutet und wie sich diese neue Welt überhaupt revolutionieren konnte. Und weil ich eben genau damit so meine Probleme hatte, konnte sich in meinen Gedanken kein wirkliches Kopfkino entwickeln, ich konnte mich nicht in die Geschichte fallen lassen und hatte irgendwie immer das Gefühl nur am Rand zu stehen, statt mittendrin zu sein.

Zugegebenermaßen muss ich an dieser Stelle hinzufügen, dass ich bestimmt einiges leichter verstanden hätte, wenn ich gewusst hätte, dass das Buch im Anhang ein Abkürzungsverzeichnis enthält. Aber erstens vertrete ich die Meinung, dass ein Buch kein Abkürzungsverzeichnis haben sollte, denn der Autor sollte in der Lage sein, seine selbst erfundenen Inhalte und Zusammenhänge auch innerhalb seines Textes erklären zu können. Und zweitens bin ich mir nicht sicher, ob es mir wirklich weitergeholfen hätte. Denn ich wollte zum besseren Verständnis nicht unbedingt eine Begriffserklärung, sondern eine ausführliche Beschreibung. Eine Beschreibung eines Autors, der seinen Leser in allen Einzelheiten und Details erklärt, wie sein eigenes Kopfkino aussieht. So dass es dem Leser letztlich auch leichter fällt, seinen Ausführungen zu folgen und sein eigenes Kino zu erzeugen. Als Tipp kann ich euch trotzdem an dieser Stelle mitgeben, das Inhaltsverzeichnis (und das Abkürzungsverzeichnis) zu durchforsten. Das Inhaltsverzeichnis als solches überspringe ich eigentlich so gut wie immer, um mich von eventuellen Kapitelüberschriften oder Seitenzahlen (die das Ende eines Kapitels angeben) nicht spoilern oder beeinflussen zu lassen. Das war wohl in diesem Fall ein Fail meinerseits.

Die Charaktere haben mich aus dieser zeitweisen Frustration wieder rausgeholt. Sowohl Solomon Cain, als auch seine menschlichen Kollegen und die Tatverdächtigen bzw. Zeugen sind im Gegensatz zum Setting sehr stark gezeichnet und wirkten auch sehr authentisch in dieser Konsumgesellschaft. Cain ist ein cleverer Polizist, der seine Kollegen mit seinem unüblichen Verhalten öfters mal überrascht, aber trotzdem sehr beliebt zu sein scheint. Seine persönliche Verganegnheit und sein gegenwärtiges Auftreten fand ich jedoch sehr überzeugend und es hat mir auch Spaß gemacht, seinen Gedanken und Schlussfolgerungen zu folgen. Trotzdem hätte ich mir, gerade gegen Ende, von ihm eine stärkere Positionierung in eine gewisse Richtung gewünscht. Ausführen möchte ich das jetzt nicht weiter, um für den unwissenden Leser eventuelle Spoiler zu vermeiden und euch Entscheidungen am Ende nicht vorwegzunehmen.

Auch wenn ich mich ein bisschen durch die Welt und den Fall gequält habe, muss ich sagen, dass der Schluss und vor allem der letzte Satz meine persönliche Vorliebe für Roman-Enden mehr als getroffen hat und ich ihn daher schlicht als bombastisch bewerte. Ich mag es ja sehr gerne, wenn eine Geschichte mit einem Knall endet, wenn sich nicht alles so langsam ausläuft und schleppend zu einem Ende findet, sondern, wenn ich überrascht werde. Wenn ich ein Buch zuklappe und denke: "Wow, was war das denn?". Ich hatte mit dieser Entwicklung auch nicht wirklich gerechnet, was bei mir einen positiven Eindruck hinterlässt. Gerade die letzten 50 Seiten werden nochmal richtig spannend und lassen die Geschichte auch nochmal in einem anderen Licht erscheinen.

Der Schreibstil des Autors war in Ordnung. Sicher gab es einige Stellen, die richtig spannend erzählt waren und auch den Fall fand ich gut aufbereitet und erklärt, aber für mich persönlich war es in der Konsequenz, gerade im Hinblick auf das World-Building, ein bisschen zu wenig. Das Buch an sich verliert an Charme und an Überzeugung, wenn man nicht richtig folgen kann, wenn man sich Sachverhalte, Orte und verschiedene Inhalte nicht wirklich vorstellen kann. Trotzdem werde ich sicher wieder zu Büchern des Autors greifen, denn seine kreativen Gedanken und seine Ideen sind wirklich schwer zu toppen.

Fazit
"Junktown" bietet eine Fülle an Plotidee, kreativer Basis und grenzenlosem Potential, das für mich aber leider bei der Umsetzung nicht wirklich ausgeschöpft werden konnte. Ansatzweise habe ich mich in dieser Welt, mit diesen Charakteren sehr wohl gefühlt. Ich hatte aber auch Schwierigkeiten, mir Passagen und Inhalte bildlich vorzustellen, was dazu geführt hat, dass der Charme verloren ging und die Geschichte ein bisschen schleppend wirkte. Trotzdem freue ich mich auf den nächsten Roman des Autors, weil er mich mit seiner Grundidee mehr als überzeugen konnte.
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67 reviews
October 9, 2018
TL; DR Version:
Viele abgedrehte und interessante Ideen in einem dystopischen Panorama angesiedelt, gewürzt mit einer Sprachgewalt wie sie eben nur zu totalitären Regimes passt. Wer die Geschichten von Philip K. Dick gern gelesen hat, findet hier weiteres Futter.

Etwas ausführlicher:
Eine kulturelle Revolution fand statt, doch statt der ersehnten Utopie ist man irgendwo falsch abgebogen und in einer Dystopie gelandet. Das Staatswesen ist ein enthemmtes und totalitäres Monstrum, das seine Bürger selbst heranzüchtet (den Brutmüttern sei Dank) und sie zu regelmäßigem und starkem Drogenkonsum verpflichtet. An jeder Ecke ist der zentrale Slogan "Kraft durch Konsum" präsent, ob man auch brav konsumiert wird alle vier Wochen penibelst kontrolliert. Das öffentliche Leben existiert praktisch nicht mehr, abgesehen von Aufmärschen und anderen Propagandaveranstaltungen.

Der Protagonist ist ein alter Kämpfer, jemand der aktiv an der Kulturrevolution mitgewirkt hat und die Zeit davor noch kannte. Desillusioniert wurschtelt er sich durch den Alltag und arbeitet als Kriminalbeamter bei der geheimen Maschinenpolizei, die für Straftaten zuständig ist, die in irgend einer Form sogenannte "höhere Maschinenwesen" involvieren. Das sind im Prinzip Androiden, nur wesentlich kruder, als wir sie aus anderen Büchern / Filmen kennen, und mit einem seltsamen Mix aus biologischen und anorganischen Komponenten ausgestattet.
Die Geschichte dreht sich um einen Mordfall an einem HMW, der unerwartet kompliziert wird und die Zweifel unseres Protagonisten nur noch verstärkt. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, ist schließlich ein Krimi. Zumindest teilweise ;)

Ich hätte mir gewünscht dass auf den Hintergrund hier und da noch etwas besser eingegangen wird. Es wird zwar angedeutet, dass andere Staaten teilweise ebenfalls "Narcostaaten" wurden, aber eben nicht alle. Wie stehen die zueinander? Gibt es Kriege, Embargos, andere Rangeleien?
Wie funktioniert ein Militär, dessen Soldaten allesamt Junkies sein müssten? Oder sind die vom Konsum befreit bzw. dürfen nur bestimmte Drogen nehmen?
Wie funktioniert ein Adrenalinchopper?
Dennoch: Das Buch hat mich teilweise wirklich gefesselt, die Kriminalgeschichte ist für erfahrene Krimileser vermutlich nichts herausragendes, aber sie dient hier auch eher als Ausrede den Leser in eine ganz eigene Welt zu entführen und uns die verschiedensten Charaktere und Schicksale vorzustellen.

Lesenswert!
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593 reviews3 followers
June 18, 2017
Buchinfos:
Titel: Junktown
Autor: Matthias Oden
Seiten: 400
Buchart : TB
Verlag: Heyne
ISBN-13: 978-3-453-31821-2
Erhältlich : 05 / 2017
Alter: -
Kosten : € 12,99
Buchrichtung: Dystopie
Vorgängerbände: -
Folgebände: -
Verfilmung: -


Inhalt:
Abstinenz ist Hochverrat!

Diese Zukunft ist ein Schlaraffenland: Konsum ist Pflicht, Rauschmittel werden vom Staat verabreicht, und Beamte achten darauf, dass ja keine Langeweile aufkommt. Die Wirklichkeit in »Junktown«, wie die Hauptstadt nur noch genannt wird, sieht anders aus. Eine eiserne Diktatur hält die Menschen im kollektiven Drogenwahn, dem sich niemand entziehen darf, und Biotech-Maschinen beherrschen den Alltag. Als Solomon Cain, Inspektor der Geheimen Maschinenpolizei, zum Tatort eines Mordes gerufen wird, ahnt er noch nicht, dass dieser Fall ihn in die Abgründe von Junktown und an die Grenzen seines Gewissens führen wird. Denn was bleibt vom Menschen, wenn der Tod nur der letzte große Kick ist?


Meine Meinung:
Erstmal Danke an den Heyne-Verlag für das kostenlose Rezensionexemplar :)

Ich war sehr neugierig auf das Buch und wurde positiv überrascht :)
Der Autor hat mit dem Buch eine erschreckende Geschichte geschrieben.
Was wäre wenn den auf einmal Drogen zum Alltag gehörten ? Wenn sie legal sind ? Und jeder sie nimmt um sein Leben zu leben ?
Ich finde die Vorstellung sehr gruselig.
Das Buch geht um die tote Brutmutter und den Inspektor Solomon der den Fall bearbeiten soll. Solomon ist ein sehr interessanter Charakter. Aber was ich störend fand das viele Sachen ungeklärt waren, warum den Revolution ? Wie entstand sie ? Warum mussten immer diese Abkürzungen sein ? Ich mußte immer wieder zu den Seiten blättern und nochmal lesen was sie bedeuten.
Aber man wird dennoch in das Buch gezogen. Man will wissen was es mit der Brutmutter auf sich hat und wie es Solomon löst.

Der Autor schreibt eigentlich sehr flüssig, wie gesagt nervten mich diese ganzen Abkürzungen und manchmal fragte ich mich warum das nötig ist.Aber hinten im Buch werden sie alle erklärt ;)
Das Buch zeigt uns eine Welt wie es wirklich mal sein könnte.

Pluspunkte:
- Interessante Geschichte
- Solomon ist ein interessanter Charakter

Minuspunkte:
-Die ganzen Abkürzungen

Cover:
-Passend zum Buch
Profile Image for Rakkasei.
147 reviews10 followers
May 20, 2017
Vor dem Lesen und am Besten auch währenddessen sollte man sich die Erklärungen zu den Humanklassen am Ende des Buches durchlesen. Diese Erklärungen sind sehr knapp und da habe ich mir doch etwas mehr erhofft, da es für den Leser ein komplett unbekanntes Themengebiet ist.
Oft wird in dem Buch ziemlich vulgär von der Sprache, was auch zum Thema passt. Mir hat das ganz gut gefallen, da alles andere einfach nicht authentisch gewesen wäre.
Im positiven Sinne hat mich vor allem die Handlung überrascht, da ich was anderes erwartet habe. Jedoch muss ich hier einige Abstriche machen, da an vielen Stellen auf Erklärungen verzichtet wird und so wird man als Leser teilsweise ziemlich im Stich gelassen. Es wird mit Wörtern um sich geworden und man weiß dann nicht, was die einzelnen Institutionen bedeuten oder was zum Beispiel Wohniglus sind. Manches wird jedoch ausführlich erklärt, weshalb nicht vollkommen verloren ist.
Das Ganze ist definitiv noch ausbaufähig und man hätte einiges mehr aus diesem Buch herausholen können. Ansonsten war das Buch ganz angenehm zu lesen, weshalb ich ihm auch 3 von 5 Sternen gegeben habe.
Profile Image for Thomas.
168 reviews1 follower
July 9, 2021
Einiges an diesem Buch ist eklig, vor allem der Anfang, auch die Darstellung von Frauen. Gleichzeitig ist es echt fantasievoll, was spannend ist.

Negativ aufgestoßen ist mir das Sammelsurium von Begriffen aus totalitären Regimen (Kraft durch…, Platz des himmlischen…, Geheime …polizei, …). Ist mir übel aufgestoßen, denn das Buch mag sich zwar einen pseudogesellschaftskritischen Anstrich geben, ist aber eigentlich zusammengeklopftes Brachialentertainment. Und darum erschienen mir die Verweise unpassend, um nicht zu sagen respektlos.
Profile Image for Vadim.
33 reviews1 follower
May 26, 2019
Im Gegensatz zur klassischen Cyberpunk-Literatur geht es hier mal nicht um Ressourcen-Knappheit und Armuts-Dasein, sondern um eine fiktive Zeit in der eine sogenannte Konsumrevolution stattfand in welcher der Gesellschaft Drogen verschrieben werden um diese ruhig zu halten - totally legalized Sex, Drugs & Rock'n Roll for everyone.
Die Story könnte man auch wie eine Mischung aus V for Vendetta, Blade Runner & Sin City betrachten. Eine Orientierung des Autors liegt hier ganz klar bei bereits bestehender Literatur wie auch aktueller Popkultur. Es finden sich Analogien zu Brave New World, 1984, Futu.re uvm. - dennoch ist ein eigener Krimi-lastiger Schreibstil prägend für diesen Roman.

Nichts desto trotz wird er auch leider schnell langatmig und lässt einige Spannungsmomente vermissen, da der Fokus eher auf ellenlange Dialoge, mit selten vorliegender Aussage, liegt. Wer jedoch gerne mal in eine etwas andere Sci-Fi-Welt mit trocken beseeltem Humor hüpfen will, der ist bei Oden's Junktown richtig. Keine Pflichtlektüre, aber auch nicht verkehrt.
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