Es ist ein Brief, der alles infrage stellt, was sie bisher für real gehalten hatte: Marie, Anfang 30, ist höchst irritiert, als sie die Zeilen ihrer alten Schulfreundin Christine liest. Darin ist von Maries Leben in Paris die Rede, von ihrem Mann Victor, dem erfolgreichen Galeristen – und von ihrer lebensbedrohlichen Krankheit. Tatsächlich erfreut sich Marie bester Gesundheit, arbeitet als Journalistin in Hamburg und führt eine glückliche Beziehung mit Johanna. Aber der mysteriöse Brief lässt ihr keine Ruhe. Kurz entschlossen reist Marie nach Paris. Und findet sich in einem Leben wieder, das ihr seltsam vertraut ist und mit dem sie sich auf unerklärliche Weise verbunden fühlt.
Rezension | Der Brief von Carolin Hagebölling Beschreibung
Die Journalistin Marie ist Anfang dreißig und lebt zusammen mit ihrer Lebenspartnerin Johanna in Hamburg. Das Leben läuft gerade ganz gut, doch dann erhält Marie einen Brief der alles auf den Kopf stellt. Der Brief stammt allem Anschein nach von Maries Jugendfreundin Christine, ist jedoch an eine Anschrift in Paris adressiert und enthält einen verstörenden Text, der die Realität unterschiedlicher Leben ineinander verschwimmen lässt.
In dieser Realität lebt Marie mit ihrem Freund Victor in Paris, arbeitet in einer Kunstgalerie und leidet an einer schweren Krankheit. Um heraus zu finden was hinter den mysteriösen Briefen steckt reist Marie nach Paris… Meine Meinung
Carolin Hageböllings Debütroman „Der Brief“ hat mich auf den ersten Blick angesprochen und die Kurzbeschreibung hat ihr Übriges getan um meine Neugierde vollends zu entfachen. Die Covergestaltung des broschierten Werkes gefällt mir sehr gut, da sie sogleich ein Gefühl von Fernweh und schönen Reiseerinnerungen wach werden lässt. Auch die weitere Aufmachung ist äußerst gelungen, die etwas stärker gehaltenen Seiten fühlen sich schön griffig an und durch die etwas größere Schrift fliegt man geradezu durch die Seiten und ein hübsches Anker-Eiffelturm-Symbol kündigt das jeweilige Kapitel an.
»Die Realität ist eine Frage der Wahrnehmung, nicht der Wahrheit.« (Seite 51) Im Mittelpunkt steht das beschauliche Leben der Journalistin Marie, die mit ihrer großen Liebe Johanna in Hamburg lebt und arbeitet. Als Marie einen mysteriösen Brief von ihrer ehemaligen Schulfreundin erhält, der an eine Anschrift in Paris adressiert ist und dessen Inhalt keinerlei Sinn ergibt, nimmt die Story zu einem frühen Zeitpunkt bereits an Fahrt auf.
Ich möchte euch gar nicht zuviel von dem Inhalt verraten, so dass euch die Spannung erhalten bleibt. Deshalb nur soviel: Marie lebt nicht in Paris, sondern in Hamburg, weiß nichts über ein Aneurysma und kennt keinen Victor. Um die Herkunft sowie den rätselhaften Inhalt des Briefes auf den Zahn zu fühlen nimmt Marie wieder Kontakt zu ihrer damaligen Schulfreundin auf und reist nach Paris.
"Mit jedem Atemzug, jedem Augenaufschlag und jeder kleinen Bewegung geriet ich stärker in den Bann dieses pulsierenden Kosmos, der meine Einsamkeit umarmte und meine Sehnsucht verschlang. Paris hatte mich verzaubert." (Seite 79)
Im Laufe des Plots verschwimmen die Linien zwischen der Realität in Hamburg und der „fiktiven“ Realität in Paris immer mehr. Die Atmosphäre wirkt gerade während Maries Zeit in Paris regelrecht aufgeladen an, und sorgte bei mir für Gänsehaut! Die grundlegende Frage die Carolin Hageböllings Roman „Der Brief“ aufwirft, »Was wäre, wenn man an bestimmten Punkten des Lebens andere Entscheidungen getroffen hätte, und wie sähe das Leben dann jetzt aus?«
Die Protagonisten rücken bei diesem Gedankenexperiment eher in den Hintergrund. Marie, Johanna und Co. wirken wie Statisten die ihren Zweck erfüllen, austauschbar und konturlos. Leider ist es dadurch schwer, sich mit den Charakteren zu identifizieren um eine emotionale, tiefer gehende Bindung aufzubauen.
Das Ende der Geschichte wurde offen gelassen und bietet somit genügend Spielraum für eigene Gedanken, Wünsche und Phantasien. Mir persönlich hat diese Lösung sehr gut gefallen, da ich sie einfach sehr passend zu diesem spielerisch, experimentellen Roman fand.
»…wenn es nur eine Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder dazu malen.« (Seite 88)
Die Kehrseite der Medaille ist, dass Fragen aufgeworfen und nicht beantwortet werden. Leser die einen logischen und runden Abschluss bevorzugen, könnten bei dieser Art von Roman den Buchdeckel unbefriedigt schließen.
Ein seltsamer Brief stellt Marie vor ein Rätsel: ihre ehemals beste Freundin Christine schreibt ihr, jedoch stimmt so einiges nicht. Marie lebt nicht in Paris, sondern in Hamburg. Und sie arbeitet auch nicht im Kunstbereich, sondern ist Journalistin. Mit Johanna lebt sie in einer glücklichen Beziehung, wer soll dieser Victor sein? Und welches schreckliche Ereignis liegt hinter ihr? Zahlreiche Fragen, denen sie auf den Grund gehen will. Aber auch im Leben ihrer Freundin ist einiges anders als in diesem Brief beschrieben, denn sei wohnt immer noch im Heimatort, nicht in Berlin, und hat nur einen Sohn und nicht zwei Kinder. Erlaubt sich jemand einen Scherz mit ihr? Nach weiteren Briefen und einem Zusammenbruch beschließt Marie, sich in Paris auf Spurensuche zu begeben und taucht dort unerwartet in ein ganz anderes Leben ein, das ebenfalls ihres hätte sein können. Wieder zurück in Hamburg bleibt die Frage: was ist real?
Der Roman beginnt mysteriös mit diesem unerklärlichen Brief und zahlreichen Zeichen, die man rational nicht verstehen kann. Sowohl in Hamburg wie auch in Paris ereignen sich für die Protagonistin Dinge, die sich der einfachen Logik entziehen und nicht begreif- und erklärbar sind. Sie scheint zwei Leben zu haben, in denen sie zu Hause und glücklich ist. Aber welches ist das richtige und wie kann dies sein? Schnell schon kommt der Verdacht auf, dass ihre Erkrankung verantwortlich dafür ist, aber reicht dies wirklich als Erklärung? Die Autorin spielt hier mit dem Leser und lässt einem rätseln und Spuren verfolgen, schnelle und offenkundige Lösungen gibt es nicht.
Die Figuren haben mir gut gefallen, sehr authentisch wirkende normale Menschen, die mitten im Leben stehen und in jeder Situation glaubwürdig menschlich agieren. Besonders gelungen war für mich der Abschnitt über Paris, der die Stadt wunderschön porträtiert und dadurch einen bezaubernden Rahmen für die Handlung bietet. Auch der Schreibstil kann überzeugen, Carolin Hagebölling gelingt es gleichermaßen Spannung und Atmosphäre aufzubauen, so dass man das Buch eigentlich kaum weglegen mag.
Der einzige Kritikpunkt ist für mich das Ende. Hier wurden die vorher eher subtil platzierten Anspielung etwas zu vorhersehbar und durchschaubar. Die Auflösung der Geschichte ist zwar durchaus akzeptabel und passend, aber sie wird sicherlich einige Leser unzufrieden zurücklassen. Man würde zu viel verraten, wenn man hier näher ins Detail ginge. Alles in allem aber ein gelungener Roman, der insgesamt überzeugen kann.
"Was wäre wenn" - diese Frage haben wir uns sicherlich alle schon einmal gestellt. Was wäre, wenn ich damals das Studium abgebrochen hätte? Wenn ich woanders hingezogen wäre? Wenn ich mich für einen anderen Partner entschieden hätte?
Leider kriegen wir die Antworten darauf nie, Marie aus "Der Brief" von Carolin Hagebölling schon. Klingt spannend, hätte es auch sein können, wenn die Ausführung nicht so oberflächlich gewesen wäre, dass mir teilweise bei einigen Passagen schon ein frustriertes Schnauben entfahren ist.
Das Buch ist schnell zu lesen. Ich hab gerade mal 2 Stunden gebraucht. Das liegt zum Einen natürlich daran, dass Hagebölling schon schreiben kann, aber auch daran, dass das Buch gerade mal aus 219 recht groß geschriebene und sehr großzügig formatierte Seiten besteht.
Grundlegend fehlen einfach Informationen, die über die Idee des Buches hinausgehen und dem Buch einen Charakter geben. Die Figuren bleiben blass, die Geschichte nicht ausgereift und das Ende unstrukturiert.
Trotzdem war es kein schlechtes Buches, aber eben auch kein wirklich gutes. Eher eine kurzweilige, angenehme Unterhaltung.
~ Ein spannendes, interessantes Debüt, das vor allem mit seinem mysteriösen Plot und seiner dichten, stimmungsvollen Atmosphäre überzeugen kann. Stellenweise hätte ich mir allerdings etwas mehr Tiefe gewünscht. ~
Inhalt
Eines Tages erhält Marie, Anfang dreißig, einen mysteriösen Brief. Er wurde von einer alten Schulfreundin abgeschickt und ergibt keinen Sinn, weil er von Dingen spricht, die in Maries Leben nie passiert sind. Verwirrt und neugierig macht sich Marie auf die Suche nach Wahrheit…
Informationen
Erzählstil: Ich-Erzähler, Präteritum; Perspektive: aus einer (weiblichen) Perspektive - Marie Kapitellänge: eher kurz (6 bis 10 Seiten, groß geschrieben) Für Tierliebhaber: Werden Tiere im Buch gequält? - Nein. Sterben Tiere im Buch? - Nein.
Meine Meinung
Einstieg
Der Einstieg ins Buch fällt wunderbar leicht. Schon nach wenigen Sätzen rätselt man mit Marie mit und befindet sich bereits mitten im Geschehen. Ein Lob gibt es außerdem für das hübsche Buchdesign (Cover und Verzierungen am Kapitelanfang) und die angenehm große Schrift.
Schreibstil
Der Schreibstil ist angenehm, flüssig und lässt sich sehr schnell lesen. So rast man förmlich durch das Buch. Vor allem am Beginn war mir der Schreibstil jedoch zu wenig anspruchsvoll und detailliert. Meiner Meinung nach gab es hier zu häufig Zweiwortsätze, die die Geschichte oberflächlich wirken ließen. Im Laufe des Buches wurde der Schreibstil aber ein bisschen komplexer (vielleicht weil es mehr zu beschreiben gab) und somit besser und mitreißender.
"Es war der 26. Mai, als ich den Brief bekam. Es war einer dieser Tage, die sich nicht entscheiden können, ob sie der Sonne eine Chance geben wollen. Es war der Tag, der mein Leben auf den Kopf stellte." Seite 7
Personen
Die Personen werden auf den wenigen Seiten generell gut ausgearbeitet, sie haben Schwächen, Stärken und Geheimnisse, und die meisten von ihnen sind sympathisch. Lediglich Johanna blieb mir immer fremd, sie wirkte auf mich leer und blass. Fast alle anderen konnten mich aber überzeugen, vor allem eine gewisse sehr charmante männliche Person (ihr wisst bestimmt, wen ich meine).
Marie war mir als Hauptperson sehr sympathisch, ich habe es genossen, mit ihr mitzufiebern und mitzurätseln. Sie ist keineswegs perfekt, begeht Fehler, steht aber wenigstens dazu. Ein normaler fehlbarer Mensch also, das gefällt mir.
Spannung
Durch die mysteriöse Grundstimmung im Buch, die kurzen Kapitel und den einfachen Schreibstil fliegt man förmlich durch das Buch, die Seiten werden so schnell weniger, dass es einen selbst überrascht, wenn man auf einmal das Ende erreicht hat. Die Geschichte kann außerdem mit einigen unerwarteten Entwicklungen aufwarten. Mich konnte der Spannungsbogen überzeugen.
Stimmung
Die gewählten Schauplätze sind interessant bis ungewöhnlich, und bei allen schafft die Autorin es, die Stimmungen vor Ort gekonnt einzufangen und dem Leser lebendig zu vermitteln. Vor allem die Stelle in den Katakomben wird mir hier im Gedächtnis bleiben, diese fand ich wirklich großartig. Überhaupt kreiert die Autorin immer wieder eine sehr dichte Atmosphäre, das Kopfkino läuft auf Hochtouren und die Worte erwachen mühelos zum Leben.
Idee und Themen
Die Idee hat mir von Anfang an gefallen. Die Geschichte ist mehr als mysteriös, ununterbrochen versucht man als Leser/in hinter das Geheimnis um die Briefe zu kommen. Ständig stellt man neue Theorien auf und schon bald verwirft man sie wieder. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, Marie auf ihrer Reise zu begleiten. Und auch wenn das Buch durch die relativ große Schrift weniger Inhalt aufweist als gedacht, haben wir hier trotzdem eine runde Geschichte vor uns, die selten sogar ein bisschen in die Tiefe gehen kann.
Prinzipiell verläuft die Handlung jedoch relativ linear und ist nicht allzu komplex, so eignet sich dieser kurzweilige Roman besonders auch für Wenigleser und Wiedereinsteiger, die bei Schachtelsätzen und verzweigten Handlungssträngen aufgeben würden. Für solche Menschen ist dieses Buch genau richtig - wenn ihr also auf der Suche nach einem Buchgeschenk für so jemanden seid (ich denke, dass das Buch Frauen eher anspricht) – ihr habt es soeben gefunden.
Ich selbst hätte mir insgesamt etwas mehr Tiefe (auch, was die Schilderung der Emotionen betrifft) gewünscht, manche Szenen wurden mir zudem zu schnell abgehandelt, hier hätte man auf jeden Fall noch ausbauen können - das hätte den Roman wirklich perfekt gemacht. Hierfür und für den zu anspruchslosen Schreibstil am Anfang gibt es einen Stern Abzug.
Ende
Zum Ende möchte ich mich (spoilerfrei natürlich) auch noch äußern: Vielfach wurde kritisiert, dass es zu offen sei. Auch ich hatte nach dem Ende erstmal drei große Fragezeichen im Kopf. Doch ich finde es fast schon genial, wie schlau die Autorin das Buch trotz aller Offenheit zu einem Ende bringt. Es ist auf jeden Fall ein Ende, das jenen gefallen wird, die gerne noch nach Abschluss eines Buches grübeln und daran denken. Ich fand es sehr gelungen.
Mein Fazit
Ein spannendes, interessantes Debüt, das vor allem mit seinem mysteriösen Plot und seiner dichten, stimmungsvollen Atmosphäre überzeugen kann. Stellenweise hätte ich mir allerdings etwas mehr Tiefe gewünscht.
Meine Empfehlung: Dieser kurzweilige Roman eignet sich besonders auch für Wenigleser und Wiedereinsteiger, die bei Schachtelsätzen und verzweigten Handlungssträngen aufgeben würden. Leser, die offene Ende schätzen, werden hier ebenfalls auf ihre Kosten kommen.
Es ist ein Brief, der alles infrage stellt, was sie bisher für real gehalten hatte: Marie, Anfang 30, ist höchst irritiert, als sie die Zeilen ihrer alten Schulfreundin Christine liest. Darin ist von Maries Leben in Paris die Rede, von ihrem Mann Victor, dem erfolgreichen Galeristen – und von ihrer lebensbedrohlichen Krankheit. Tatsächlich erfreut sich Marie bester Gesundheit, arbeitet als Journalistin in Hamburg und führt eine glückliche Beziehung mit Johanna. Aber der mysteriöse Brief lässt ihr keine Ruhe. Kurz entschlossen reist Marie nach Paris. Und findet sich in einem Leben wieder, das ihr seltsam vertraut ist und mit dem sie sich auf unerklärliche Weise verbunden fühlt.
Über die Autorin:
Carolin Hagebölling lebt seit 2010 als freiberufliche Texterin, Konzeptionerin und Redakteurin in München und Düsseldorf. Sie liebt die Berge, das Reisen, das Schreiben und den Blick über den eigenen Horizont.
Mein Fazit und meine Rezension:
Marie ist Journalistin und lebt in Hamburg. Nach ihrer Schulzeit hat sie ihre Wurzeln in dem Heimatort aufgegeben und ist in die Großstadt. Dort lebt sie mit ihrer Lebensgefährtin und beide haben ein scheinbar glückliches Leben. Bis zu dem Tag, an dem die Vergangenheit Marie jäh einholt in Form eines Briefes ihrer einstigen besten Freundin Christine. Christine schreibt aus Berlin und fragt nach Marie und ihrem Leben mit ihrem Mann in Paris in einer Kunstgalerie ... und nach ihrer Diagnose. Marie ist wie vor den Kopf gestoßen und nimmt sofort Kontakt mit ihrer ehemals besten Freundin auf, doch die wohnt immer noch in ihrem Heimatort und hat keine Ahnung von einem Brief. War es ein Zufall? Bald darauf meldet sich Christine bei ihr - in Tränen aufgelöst - und berichtet von einem Brief von Marie, den sie ihr aus Paris geschickt hat, mit einem Inhalt, den so niemand wissen kann und der das Leben der beiden Frauen aus der Bahn wirft ...
Bereits mit der Leseprobe war ich gefesselt von der Geschichte um Marie und Christine - zwei ehemals beste Freundinnen, die das Leben auseinander gerissen hat und plötzlich wieder zu vereinen scheint. Doch leider nicht auf die Art und Weise, wie man es gerne hätte. Beide Frauen werden mit schweren Schicksalen konfrontiert, mit Dingen, die in der Vergangenheit geschehen sind und die niemand so wissen kann. Christine ist außer sich und fällt in ein tiefes Loch, aus dem sie nur mit professioneller Hilfe herausfinden kann.
Und Marie, die einst so glücklich und sorglos war und sich auf ihre Leben gefreut hat, sogar an Schwangerschaft gedacht hat, wird jäh bewusst, wie schnell ein Leben enden kann.
Marie und Christine sind mir in der Geschichte selbst leider nicht mehr als beste Freundinnen begegnet, beide hat einst ein tiefes Band der Freundschaft verbunden, doch das ist vorbei. Trotz allem spürt man, welchen Einfluss die eine auf das Leben der jeweils anderen hat. Beide haben mit den Briefen und deren Inhalten zu kämpfen, offenbaren sie auch dunkle Geheimnisse, die man lieber verschweigen würde.
In dieser Geschichte geht es um Geheimnisse, die Vergangenheit, eine tiefe Freundschaft und um ein Leben, das hätte sein können. Mich hat sie sehr getroffen und mit sich gerissen, bereits von dem ersten Kapitel an. Der Schreibstil von Carolin Hagenbölling ist dabei so locker und leicht, dass es für den Leser ein Leichtes ist, der Geschichte zu folgen. Und die einzelnen Momente mit den mysteriösen Briefen bewegen den Leser dazu, das Buch nicht mehr aus der Hand zu legen, bis man endlich weiß, was es mit den Briefen auf sich hat.
Ich kann euch diese Geschichte einfach nur wärmstens empfehlen, aber bringt Zeit mit, denn so schnell werdet ihr nicht mehr aufhören können!
Als Marie einen Brief von ihrer alten Freundin aus Kindertagen erhält, denkt sie sich zunächst nichts weiter dabei. Beim Lesen wird ihr allerdings schnell deutlich, dass sich ihr Leben mit diesen Zeilen verändern würde. Denn in dem Brief ist von Maries Leben in Paris die Rede, von ihrem Mann Victor und der erfolgreichen Galerie, die die beiden gemeinsam führen. Marie allerdings wohnt in Hamburg, lebt glücklich mit ihrer Freundin Johanna zusammen und arbeitet als freie Journalistin. Zunächst versucht Marie den Brief zu ignorieren, schnell wird ihr aber klar, dass das nicht möglich ist. Sie entschließt sich nach Paris zu reisen, um dem Geheimnis des Briefes auf den Grund zu gehen, und findet sich in einem Leben wieder, das ihr gleichzeitig furchtbar vertraut und furchtbar fremd vorkommt...
Stellt euch vor, ihr bekommt einen Brief, der von einem Leben erzählt, das ihr nie gelebt habt. Der Klappentext von Carolin Hageböllings Debütroman "Der Brief" versprach eine ungewöhnliche und spannende Geschichte und ich wurde nicht enttäuscht. Wir begleiten die Protagonistin Marie bei ihrem Versuch ihr aus den Fugen geratenes Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Ein Leben, das wegen ein paar Zeilen in einem Brief völlig auf den Kopf gestellt wurde. Zugegeben, ich wusste nicht wirklich, was mich in der Handlung des Buches erwarten würde. Würde der Verlauf rational gehalten werden oder gab es einfach Dinge, die man sich nicht erklären kann, und dementsprechend mystische und geheimnisvolle Elemente würde es in "Der Brief" zu entdecken geben? Nach der Lektüre ist es wohl eine Mischung aus beidem. Carolin Hagebölling ist eine gewiefte Geschichte gelungen, die mit verschiedenen Realitäten spielt und die eine Faszination ausübt, die gleichsam anziehend und verstörend wirkt. Als Leser fliegt man nur so durch die Seiten, unsicher, ob man es mit einem unerklärlichen und mystischen Phänom zu tun hat oder ob man mit einer Protagonistin konfrontiert wird, die langsam aber sicher an die Grenzen ihrer geistigen Gesundheit gelangt. Die Autorin spielt wahrlich nicht nur mit den Realitäten, sondern auch mit den Wahrnehmungen ihrer Leser, in dem sie ihnen eine Richtung weist, die zunächst als absolut richtige erachtet wird, um dann nur kurze Zeit später in Scheinheiligkeit zu versinken. Die Botschaft in der Geschichte ist so deutlich, dass sie einem von jeder Seite entgegen scheint: Nichts ist so, wie es scheint. Du kannst glauben den richtigen Weg gewählt zu haben und das für dich richtige Leben zu leben, nur um dann herauszufinden, dass es bloß einer winzigen anderen Entscheidung bedarf, um dein ganzes Leben komplett zu ändern. Es ist schon erstaunlich, wie es der Autorin auf gerade einmal 220 Seiten gelingt existentielle Fragen des Lebens aufzuwerfen, die einen auch über das eigene Leben grübeln lassen und wie es möglicherweise aussehen würde, wenn man eine andere Abzweigung genommen hätte. "Der Brief" ist eine atemlos spannende Geschichte geworden, dessen Ende nicht nur besonders klug, sondern auch aussagekräftig konstruiert wurde. Nichts ist so, wie es scheint. Eine Geschichte, die zu diesen Büchern gehört, die man an einem Tag liest, die aber noch lange danach durch den Kopf geistert.
Die Journalistin Marie lebt gemeinsam mit ihrer Freundin Johanna in Hamburg. Eines Tages erreicht sie ein Brief ihrer alten Schulfreundin Christine. Was erst harmlos erscheint, wird schnell mehr als geheimnisvoll. Denn laut Inhalt des Briefes scheint Marie ein völlig anderes Leben zu führen. Denn laut Brief lebt sie gemeinsam mit ihrem Mann Victor in Paris und führt dort mit ihm eine erfolgreiche Galerie. Und auch das eigene Leben, von dem ihre Schulfreundin Christine in dem Brief berichtet, ist weit entfernt von der Realität. Erst ist Marie ratlos und weiß nichts mit dem Brief anzufangen. Auch die persönliche Kontaktaufnahme mit Christine wirft viele Fragen auf. So macht sich Marie auf die Reise nach Paris. Dort angekommen, fühlt sie sich sofort wohl und alles ist sehr vertraut. Auch Victor ... Was hat das alles zu bedeuten?
Meine Meinung:
Das Cover des Buches gefällt mir sehr, sehr gut. Es spiegelt die beiden Welten wieder, in denen sich Marie zu bewegen scheint. Ich finde es überaus gelungen.
Auch der Schreibstil ist sehr flüssig und leicht. Er beschränkt sich auf das Wesentliche und schweift nicht in Detailbeschreibungen ab. Da der Schreibstil sich auf die sehr mysteriöse Handlung minimiert, konnte ich da Buch kaum aus der Hand legen. Ich musste einfach immer weiterlesen, da mich die Handlung so gefesselt hat. Ich habe immer wieder neue Theorien entwickelt, um sie genauso schnell wieder zu verwerfen.
Carolin Hagebölling hat in ihrem Buch viele unterschiedliche Charaktere geschaffen, die alle auf ihre Art einzigartig sind. Hin und wieder war mir nicht ganz klar, warum der ein oder andere Charakter sich so verhalten hat. Darüber habe ich mich dann geärgert oder mir Gedanken darüber gemacht. Das hat mir aber ziemlich gut gefallen, denn ein wirklich gutes Buch sollte ja genau solche Empfindungen im Leser auslösen.
Auch der Schluss des Buches hat mich im ersten Moment sprachlos zurückgelassen. Ich habe ihn mehrfach gelesen und musste dann erstmal eine Nacht darüber schlafen. Dann allerdings fand ich ihn großartig! Denn dieses Buch wird mich sicherlich auch nach seiner Beendigung noch eine ganze Zeit lang begleiten. Auch ist es ein Buch, das ich sicherlich nicht nur ins Bücherregal stellen werde, sondern definitiv noch einmal lesen werde.
Mein Fazit:
Ein sehr faszinierendes Spiel mit Realitäten, das mich ganz und gar gefesselt hat. Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen und hoffe, dass es noch viele Leser so faszinieren wird wie mich. Dieses Buch sollte unbedingt gelesen werden!
„Es war der Tag, der mein Leben auf den Kopf stellte.“ (Zitat Seite 7)
Inhalt: Marie ist Journalistin und wohnt mit ihrer Partnerin, der Architektin Johanna, in Hamburg. Eines Tages erhält sie einen Brief von ihrer alten Schulfreundin Christine, der an sie adressiert ist, jedoch an eine ihr völlig fremde Adresse in Paris. Darin ist von ihrem Leben in Paris, ihrer Galerie und einem Mann Victor die Rede. Kurz darauf retourniert eine erboste Christine einen Brief an Marie und bittet sie, sie endlich in Ruhe zu lassen. Dieser neue Brief war diesmal von Marie mit der Pariser Adresse an Christine geschickt worden, sogar mit einem Foto von einer Ausstellungseröffnung. Auf diesem Foto ist Marie eindeutig zu erkennen. Nun ist Marie wirklich sehr beunruhigt und reist nach Paris, um selbst nachzuforschen.
Thema und Genre: Dieser Roman handelt von Beziehungen, stellt aber auch elementare psychologische und vor allem philosophische Fragen. Es geht um Entscheidungen, die getroffen werden und den weiteren Lebensweg prägen und die Frage, was wäre gewesen, wenn. Eine Frage die sich irgendwann im Leben wohl jeder Mensch stellt.
Charaktere: Johanna ist die geerdete Frau an Maries Seite, die versucht, die Dinge rationell zu sehen. Marie dachte dies auch, bis sie durch diese Briefe und die Ereignisse plötzlich an sich selbst und an ihrem Verstand zweifelt. Doch sie will Erklärungen und bleibt dabei immer sympathisch, da sie weiterhin auf die Menschen zugeht und mutige Entscheidungen trifft.
Handlung und Schreibstil: Durch die geheimnisvollen Briefe nimmt man als Leser sofort an Maries Leben teil und mit den nicht logisch erklärbaren Ereignissen steigt die Spannung weiter an. Leider endet das Buch dann etwas abrupt und lässt viele Fragen offen, hier scheint die Autorin selbst irgendwie die Lust am Labyrinth ihrer Geschichte verloren zu haben. Die flüssige Sprache liest sich angenehm und die Beschreibungen des Alltagslebens in Paris bringen Pariser Charme und Leichtigkeit in den Roman.
Fazit: Eine packende, ungewöhnliche Geschichte, die zum Nachdenken über das Leben anregt. Enttäuscht hat mich das etwas einfallslose Ende, das zwar den Kreis der Geschichte mit einer weiteren Überraschung schließt, den Leser aber irgendwie ratlos zurücklässt. Insgesamt jedoch ein mutiges, lesenswertes Debüt einer jungen deutschen Autorin.
Ein raffiniertes Spiel mit Realitäten Es ist ein Brief, der alles infrage stellt, was sie bisher für real gehalten hatte: Marie, Anfang 30, ist höchst irritiert, als sie die Zeilen ihrer alten Schulfreundin Christine liest. Darin ist von Maries Leben in Paris die Rede, von ihrem Mann Victor, dem erfolgreichen Galeristen – und von ihrer lebensbedrohlichen Krankheit. Tatsächlich erfreut sich Marie bester Gesundheit, arbeitet als Journalistin in Hamburg und führt eine glückliche Beziehung mit Johanna. Aber der mysteriöse Brief lässt ihr keine Ruhe. Kurz entschlossen reist Marie nach Paris. Und findet sich in einem Leben wieder, das ihr seltsam vertraut ist und mit dem sie sich auf unerklärliche Weise verbunden fühlt. Meine Meinung: Ich bin durch die Leseprobe auf das Buch aufmerksam geworden und es hat mich sofort fesseln können. Freundlicherweise wurde mir das Buch dann zu Rezensionszwecken vom Verlag zur Verfügung gestellt. Der Einstieg in das Buch ist mir wahnsinnig leicht gefallen, ich war sofort in der Geschichte um Marie gefangen und konnte gar nicht mehr aufhören, zu lesen. Der Schreibstil war auch sehr flüssig. Ich habe es innerhalb von 24 Stunden durchgelesen, es hat ja auch nur 224 Seiten. Interessant fand ich bei dieser Geschichte auch, dass sie mit einer Frau zusammenlebt und auf der anderen Seite ein Leben in Paris mit einem erfolgreichen Galeristen namens Victor führen soll. Wie schon erwähnt war das Buch von Anfang bis Ende sehr mysteriös und spannend. Allerdings hat mir das Ende so gar nicht gefallen. Es war mir einfach zuviel ungeklärt und zu offen. Ich habe nur gedacht, das Buch kann doch jetzt nicht zuende sein? Das hat meine sonstige Begeisterung dann etwas geschmälert. Alles in allem kann ich hier aber eine klare Kauf- und Leseempfehlung geben. Die Geschichte an sich ist mal etwas ganz anderes und der Schreibstil ist wirklich toll. Von mir bekommt das Buch gute 4 Sterne.
Die Prämisse des Romans "Der Brief" hat mich begeistert: Die freie Journalistin Marie wird überraschend aus ihrem Alltag gerissen, als sie einen Brief ihrer alten Schulfreundin Christine erhält. Er ist an Marie adressiert, jedoch steht darauf eine Pariser Adresse, obwohl Marie in Hamburg lebt. Der Inhalt ist ähnlich mysteriös: Laut dem Brief ist Marie mit einem Mann namens Victor liiert, obwohl sie in Wahrheit eine glückliche Beziehung mit ihrer Freundin Johanna führt. Zudem schreibt Christine über eine angebliche Krankheit Maries - doch die ist kerngesund. Kurz darauf erhält Christine einen ähnlich verwirrenden Brief mit falschen Behauptungen, der angeblich von Marie geschrieben wurde. Beide verdächtigen sich zunächst gegenseitig, doch dann begibt sich Marie auf Spurensuche, die sie unter anderem nach Paris, Berlin und in ihren Heimatort führt.
Die zentrale Idee gefällt mir sehr gut. Die beiden Frauen erhalten mehrere Briefe, die immer verwirrender werden. Es gibt verschiedene Erklärungsansätze, doch keiner scheint besonders wahrscheinlich. Dadurch fiebert der Leser mit.
Gleichzeitig handelt es sich bei dem Buch um einen Roman und nicht um einen Thriller. Daher entsteht keine atemlose Spannung. Neben den Briefen und den Untersuchungen zu deren Ursprung widmet sich die Autorin zudem intensiv Maries Beziehung zu ihrer Freundin, zu mehreren Freunden und zu ihren Eltern. Dadurch zeichnet sie ein sehr komplexes und interessantes Bild von Marie und ihrem Umfeld. Allerdings fällt dabei immer wieder die Spannung ab, da zwischen den einzelnen Briefen und dem Fortgang dieses Handlungsstrangs teils große Lücken klaffen. Manchmal wirken die Alltags-Themen neben dem faszinierenden Brief-Mysterium etwas belanglos.
Der Roman hat mich gut unterhalten und ich habe ihn relativ schnell an drei Nachmittagen ausgelesen. Leider ist weder emotional noch intellektuell viel hängen geblieben. Ich habe die Lektüre durchaus genossen, aber sie hat mich nicht besonders tief berührt.
Marie führt mit ihrer Freundin Johanna ein ganz normales, glückliches Leben als Journalistin in Hamburg. Ihr Alltag wird jedoch durcheinandergewirbelt, als sie einen Brief von ihrer alten Schulfreundin erhält, der an eine andere Version ihrer selbst gerichtet zu sein scheint. Diese Marie leitet gemeinsam mit ihrem Mann Victor eine Galerie in Paris. Was anfangs noch wie ein Missverständnis wirkt, wird zunehmend mysteriöser, und so beginnt Marie, nachzuforschen.
Die Grundthematik des Romans, so wird auch die Autorin im Klappentext zitiert, dreht sich um die Frage „Was wäre wenn…?“. Wo stünde man, hätte man sich an bestimmten Punkten seines Lebens für einen anderen Abzweig entschieden? Diese häufig aufgegriffene Überlegung behandelt Carolin Hagebölling auf eine recht erfrischende Art und Weise. Durch den sehr flüssigen, unkomplizierten Schreibstil (in den Dialogen manchmal für meinen Geschmack etwas zu holprig-umgangssprachlich) war das Büchlein schnell gelesen.
Die Figuren wirkten im Großen und Ganzen glaubhaft und sympathisch, auch wenn sie ab und zu knapp am Klischee vorbeischrammten und auf 220 Seiten natürlich wenig Raum bleibt, sich ihnen sonderlich verbunden zu fühlen.
So gut ich den Ausgangspunkt fand, so vorhersehbar wurde es leider; nach dem ersten Anstoß verlief die Geschichte exakt so wie gedacht. Lediglich das Ende konnte mich überraschen, doch auf eher unbefriedigende Art. Während der Lektüre fragte ich mich immer wieder, wie die Autorin DAS denn nun am Ende erklären würde – die Antwort lautete schlicht und ergreifend: gar nicht. Sicher ist die Botschaft auch ohne eine „große“ rationale Auflösung klar verständlich, darauf gehofft hatte ich dennoch. Die Fragen, die ich mir nach der Leseprobe stellte und die mich so neugierig auf das Buch machten, blieben unbeantwortet.
Inhalt: Gleich am Anfang des Buches erhält Marie einen Brief - der Brief scheint von ihrer Schulfreundin zu sein, jedoch sind die Inhalte des Briefes sehr verwirrend. Marie wohnt in Hamburg, jedoch scheint ihre Schulfreundin zu glauben, dass sie in Paris mit ihrem Mann wohnt. Marie hat jedoch eine Freundin... - irgendwas ist daran faul. Kurz darauf erhält auch die ehemalige Schulfreundin, die Marie nach Erhalt des Briefes aussucht, ebenfalls einen Brief - Absender sollte Marie gewesen sein, diese hat diesen Brief jedoch nicht geschrieben... Was geht hier vor?
Mein Fazit: Die Inhaltsangabe war für mich sehr interessant und hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Auch der Einstieg in das Buch war sehr interessant gehalten, und ich bin sehr neugierig geworden. Jedoch hatte ich ziemlich bald nach Start des Buches schon einen etwas monotonen Beigeschmack beim Lesen. Es plätscherte so vor sich hin, ohne großartige Wendungen. Es ist alles sehr vorhersehbar und oberflächlich gehalten.
Normalerweise würde ich bei einem Buch dieser Art nicht weiterlesen, da es mir um meine Zeit zu schade ist. In diesem Fall hatte ich jedoch noch die Hoffnung auf ein grandioses Ende - hatte aber eigentlich ab der Hälfte des Buches schon die Vermutung, dass es zu diesem nicht kommen wird. Und es ist auch nicht dazu gekommen. Das Ende ist sehr sehr enttäuschend für mich. Das Buch hatte für mich somit insgesamt absolut keinen Sinn. Ich hätte ein Ende mit einer Erklärung oder ähnlichem gebraucht...
Für mich war das Buch nach den ersten Seiten somit recht langweilig mit enttäuschendem Ende. Ich kann es absolut nicht weiterempfehlen und bin enttäuscht. Jedoch kann ich mir durchaus vorstellen, dass es Leuten gefallen könnte, die mit so "losen" Enden etwas anfangen können.
Marie ist Journalistin in Hamburg, lebt mit Johanna zusammen und ist an und für sich zufrieden mit ihrem Leben. Das ändert sich eines Tages, als sie den Brief einer alten Schulfreundin - Christine - erhält. Die schreibt ihr aus Berlin und in dem Brief geht sie auf Maries Leben ein, das angeblich in Paris stattfindet und wo sie verheiratet ist mit einem Mann namens Victor. Sie spricht von Ereignissen und Lebensumständen, die Marie gänzlich unbekannt sind - und dann wieder doch seltsam vertraut vorkommen. Dieser Brief bleibt nicht der einzige, und so begibt sich Marie auf Spurensuche - in Paris und Berlin und in ihrem eigenen Kopf.
Ich fand die Idee gut, hatte jedoch bedeutend mehr erwartet. Mehr Spannung, mehr Substanz, mehr Hintergrund, mehr Auflösung vor allem. Es ist ein dünnes Buch, eigentlich keine Zeit zum Langweilen, doch fesselnd war es auch nicht. Das lag an der emotionslosen Schreibweise, die wie ein Schüleraufsatz wirkte als eine Novelle. Ab und zu Marie wie einen Teenager in Tränen ausbrechen zu lassen ist keine Grundlage, Gefühle zu vermitteln. Einige Sachen sind auch nicht stimmig - erst kann sich Marie nicht mal richtig erinnern, wer Christine überhaupt ist, dann heißt es, sie waren wie siamesische Zwillinge, niemals einer ohne den anderen. Und dann der Schluss: Was war los, keine Ahnung mehr, wie man das zu einem schlüssigen Ende bringt oder drohte eine Deadline? Das war jedenfalls kein befriedigendes Ende, genauso wie das Buch auch nicht halten konnte, was der Klappentext versprach.
Zum Inhalt: Marie lebt in Hamburg, ist Journalistin und an ihrer Seite Johanna, eine Architektin. Zusammen sind sie glücklich und sehr zufrieden mit ihrem Leben. Bis am 26.Mai ein Brief von Maries alten Schulfreundin ihr Leben völlig aus der Bahn wirft. Denn dieser Brief ist zwar an Marie adressiert, aber an eine Marie in Paris, an der Seite eines Galeriebesitzers, Victor, mit dem Marie diese Galerie erfolgreich führt. Marie ist ratlos, aber auch neugierig und so macht sie sich auf den Weg nach Paris und findet dort ein Leben, welches ihr seltsam vertraut vorkommt.
Meine Meinung: Als erster fiel mir dieses unsagbar schöne Cover ins Auge, der Klappentext gab dann den Res und schon war das Buch in meinem Besitz. Ich habe es nicht bereut, denn din Geschichte hat mich völlig in ihren Bann gezogen. Der Schreibstil ist wunderbar zu lesen, die Spannung reißt nicht ab. In meinen Augen ist Carolin Hagebölling eine ganz unglaubliche Geschichte mit mystischen Elementen gelungen, welche mich hervorragend unterhalten hat.
Fazit: Ein Debütroman der ganz hervorragend gelungen ist, eine Geschichte mit Überraschungen und wunderbar unterhaltsam. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen, mich hat es jedenfalls vollkommen überzeugt.
Marie lebt mit ihrer Partnerin in Hamburg und arbeitet als Journalistin. Eines Tages bekommt sie einen Brief, der zwar an sie adressiert ist, aber von einem ganz anderen Leben ausgeht - mit einem anderen Partner und in einer anderen Stadt. Sie sucht die Verfasserin des Briefes auf, eine alte Schulfreundin, und erfährt dass auch sie Briefe bekommt, die ebenfalls von einem anderen Leben der beiden Frauen ausgeht. Das treibt beide Frauen in die Verzweiflung, und Marie versucht herauszufinden was nun Wirklichkeit ist und was es mit diesem anderen Lebensentwurf auf sich hat.
Das Buch ist gut geschrieben und die Idee ungewöhnlich, aber ich fand die beiden Parallelwelten mehr und mehr verwirrend. Es ist bis zum Schluss nicht wirklich klar was es damit auf sich hat, und was nun Wirklichkeit ist. So bleibt bei mir nach dem Lesen nicht wirklich ein gutes Gefühl wegen einer gelungenen und schlüssigen Geschichte, sondern eher Verwirrung.
Dieses Buch hat mich verwirrt. Es war mir nicht ganz klar wo es hinführen würde.
Erst fängt die Geschichte sehr spannend an. Ich habe erwartet ein Verwirrspiel präsentiert zu bekommen, welches sich im Laufe der Geschichte entwirren würde. Das war aber leider nicht so. Vielmehr wurde es immer mehr verknotet, sodass man streckenweise gar nicht mehr durchblickte. Ich fand es streckenweise wirklich anstrengend.
Auch die Figuren sind mir nicht nahe gegangen. Sie sind recht oberflächlich beschrieben und auch im Verlaufe des Buches so geblieben.
Der Schreibstil hat mir gefallen. Er ist schnell lesbar.
Leider konnte das Buch meinen Erwartungen nicht gerecht werden. Ich hätte gedacht, dass es spannender würde. Auch bin ich von dem Ende mehr als nur enttäuscht.
Die Idee des Buches, dass das Leben und dessen Verlauf von vielen kleinen Entscheidungen abhängt und es unendlich viele Möglichkeiten gibt, wie unser Leben zum Schluss wirklich aussieht, ist sehr spannend und philosophisch. Die Umsetzung war meines Erachtens leider mangelhaft. Auf den 200 Seiten hat es die Autorin nicht geschafft, die Figuren mehrdimensional darzustellen und hat sich immer wieder in logischen Fehlern und oberflächlichen, widersprechenden Emotionen verstrickt. Auch der Stil ist für die Thematik zu konstruiert und „kalt“ - eher wie ein beschreibender Schulaufsatz. Schade, denn das Thema hat wirklich Potential und darauf hatte ich mich beim Lesen des Klappentextes auch gefreut.
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Eigentlich bin ich kein großer Fan von Romanen. Es war reiner Zufall, dass ich bei einem Bücherflohmarkt auf dieses Buch gestoßen bin. Und irgendwie hat es mich sofort in seinen Bann gezogen.
Es geht um Liebe, Erfahrung, Enttäuschungen und vor allem die Frage, die uns vermutlich alle schon einmal beschäftigt hat: „Was wäre wenn?“
Die Autorin hat einen tollen Schreibstil. Man wird nicht nur zum Nachdenken über sein eigenes Leben und die verschiedenen Wege, die man eingeschlagen hat, angeregt, sondern das Buch erzeugt auch viel Spannung. Sind es nur Hirngespinste, erlaubt sich jemand einen morbiden Scherz oder ist es wirklich die bittere Realität?
Die Geschichte fing interessant und spannend an, die Spannung wurde auch durchgezogen, aber leider unbefriedigend bzw. nicht aufgelöst. Die Geschichte ist verwirrend und der Grund auch nicht klar, warum alles infrage gestellt werden muss und der/die LeserIn im Unklaren gelassen wird. Für mich keine runde Sache.
Hm… Ich musste die ganze Zeit weiterlesen, es fiel mir schwer aufzuhören, da die Geschichte spannend und faszinierend ist. Die Sprache fand och aber nicht so toll, ab und zu einbisschen distanziert. Muss auch sagen, dass ich mit dem Ende nicht ganz zufrieden bin.
Ich hab es als Hörbuch gehört und im Hörbuch fand ich es das es ein paar lücken waren. Was sein kann das es im Buch drin stehen könnten. Aber Im Großen und Ganzen war es Ganz Gut.