Der Begriff »Anarchismus« leitet sich vom griechischen an-archia, Nicht-Herrschaft, ab und bezeichnet die Idee einer Gesellschaft ohne Staat, Klassen oder sonstige Unterdrückungs- und Ausbeutungsformen. Anarchismus ist aber nicht nur eine Idee, sondern auch eine Praxis: politischer Kampf um Emanzipation und ein Versuch, die Idee der Selbstorganisation und Solidarität praktisch werden zu lassen. Diese Einführung verbindet die Rekonstruktion klassischer Positionen mit einer systematischen Diskussion anarchistischer Theorie und Praxis. Vorgestellt werden u.a. die Theorien Proudhons, Bakunins und Kropotkins, zentrale Motive der anarchistischen Diskussion wie Staat, Kapitalismus, Geschlechterverhältnisse und Aktionsformen sowie aktuelle Fortentwicklungen und Aneignungen, von der Peer Production über das Radical Cheerleading bis zu Occupy Wall Street.
Übersichtliche Zusammenfassung, in der ich gerade über Bereiche, mit denen ich mich bisher weniger ausgesetzt habe, z.B. individualistischer Anarchismus oder postkoloniale Theorien, einiges gelernt habe. Super Einstieg in Theorie.
Für mich hat das Buch einen sehr guten Einstieg in den Anarchismus geboten. Die Grundidee der Ordnung ohne Herrschaft sowie verschiedene philosophische Strömungen und DenkerInnen des Anarchismus werden vorgestellt.
Die Kritik und Abgrenzung von der liberalen Staatstheorie und politischen Philosophie, wie sie an Universitäten dominiert, ist sehr treffend. Besonders interessant fand ich außerdem die Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld zwischen Anarcho-Sozialisten und Marxistischen-Sozialisten (wobei meiner Meinung nach Marxisten ein bisschen zu schlecht wegkommen, aber der tea in linken Kreisen ist schon funny)
Zum Ende des Buchs werden aktuelle Debatten Feminismus, Kolonialismus und Ökologie thematisiert und verschiedene mögliche Organisationsformen vorgestellt (Propaganda der Tat versus direkte Aktion)
Ein ziemlicher Brocken einerseits, eine total praktische, dennoch detaillierte Zusammenfassung andererseits, außerdem ein prima Nachschlagewerk, fast im Hosentaschenformat. Anarchie wird in der Schule kaum behandelt, auch sonst wusste ich fast nichts, abgesehen von etwas eigener Erfahrung mit anarchischen Strukturen. Welche Bandbreite Anarchie haben kann, wie diese Art des Zusammenlebens verstanden werden kann, davon war mir vieles neu. Ich freue mich auf die nächste Anarcho-Buchmesse, auf der ich mein neu erworbenes Wissen werde vertiefen können.
Das Buch bietet eine gute Übersicht über die historische Entwicklung, die verschiedenen Ausrichtungen, Köpfe und Ideen des Anarchismus. Eine hervorragende Lektüre für den Einstieg