Zuallererst sei gesagt: ich weiß zwar, dass das Nibelungenlied existiert, habe es bisher aber nicht gelesen. Deswegen kann ich keine inhaltlichen Vergleiche zwischen dem „Original“ und diesem Buch hier ziehen.
Köhlmeier verpackt hier einen Klassiker in einfache, leicht verständliche Sprache. Er fasst das Nibelungenlied auf nicht mal 200 Seiten hochdeutscher Sprache zusammen, einfach verständlich und leicht zu lesen.
Allerdings springt er in seiner Nacherzählung ständig zwischen Präsens und Präteritum, zwischen Kommentar und tatsächlicher Nacherzählung, was mich schon ein bisschen verwirrt und auch gestört hat. Inhaltlich erwähnt er, dass viele Kampfszenen fehlen, weil die ihn eben nicht so interessieren – ich fragte mich in diesem Moment, was er vielleicht noch ausgelassen hat, weil es sein Interesse nicht trifft? Außerdem ergeht er sich in Spekulationen, welche Figur wann was gefühlt haben könnte. Sicherlich interessante Fragen, aber nicht das, was ich mir gewünscht hätte. Darüber kann ich selber nachdenken, dafür muss ich nur wissen, was diese Figuren machen.
Davon abgesehen kann ich das Buch als guten Einstieg in die Welt des Nibelungenliedes sehen. Die Lust, das Lied mal „in echt“ zu lesen – oder vielleicht in einer Version, die ich verstehen kann – ist definitiv da, und jetzt habe ich auch das Fundament, jetzt weiß ich, worum es ungefähr geht. Dazu taugt diese Nacherzählung wirklich gut.