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Abschlussball

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»Menschen erzählen sich Geschichten, um zu leben. Und für den Tod brauchen sie die Musik.«

Für Marten ist der Friedhof der richtige Friedhöfe sind ruhig, gut ausgeschildert und bieten ausreichend Schatten. Schon als Kind hat er die Befürchtung, nicht in diese Welt zu passen – und als sich die Möglichkeit auf ein Dasein frei von Unwägbarkeiten bietet, greift er Er wird Beerdigungstrompeter auf dem Nordfriedhof in München und spielt den Toten das letzte Lied. Als Marten die Bankkarte seines soeben zu Grabe getragenen Klassenkameraden Wilhelm findet, beginnt eine groteske Irrfahrt. Ohne eigenes Zutun wird er in einen Strudel merkwürdiger Ereignisse gezogen und lernt all das kennen, wovon er sich Zeit seines Lebens so mühsam ferngehalten andere Menschen, Geld, Abenteuer, die Liebe.

293 pages, Kindle Edition

Published June 9, 2017

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About the author

Jess Jochimsen

23 books2 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 14 of 14 reviews
Profile Image for Lara Elisabeth.
29 reviews2 followers
June 5, 2021
Ein etwas anderer Blick auf Leben und Tod, toll geschrieben, ein bisschen verrückt und am Ende sehr versöhnlich. Besonders detailreich werden dabei die Musik im Allgemeinen und das Trompetenspiel im Spezillen beschrieben. Schön!
Profile Image for Christian.
124 reviews1 follower
December 31, 2017
Ein Buch der leisen und melancholischen Töne, das erst endet, um dann zu beginnen.
Profile Image for Dr. Eva-Maria Obermann.
Author 12 books24 followers
October 20, 2017
Marten ist Friedhofsmusikant. Er trompetet bei Beerdigungen und kann sich im Grunde nichts Schöneres vorstellen. Um die zwanzig hat er bereits eine Ausbildung als Bibliothekar und ein „Standardleben“ hinter sich, dem er entflohen ist. Eigentlich könnte alles immer so weiter gehen, wäre da nicht die Beerdigung eines ehemaligen Mitschülers, ein Haufen Geld und eine Unruhe, die ihn nicht so schnell loslässt.
Abschlussball ist ein moderner Entwicklungsroman par excellence. Nach einem Einstieg rekapituliert Marten seine Kindheit und Jugend. Gleichzeitig ist es genau der Gegenentwurf zu einem Entwicklungsroman, denn damals schon fühlte er sich schrecklich alt. Schwermut, Nachdenklichkeit, der Wunsch, Nichts zu tun, wirklich nichts. Er hat Gelenkschmerzen, graue Haare, die Physiologie gleicht sich seiner „alten“ Seele an. Und ja, natürlich steckt da viel dahinter. Schnell wird klar, dass Marten depressiv ist. Er hat Zusammenbrüche, bräuchte Hilfe, alles drum und dran.
Der Leser muss aufmerksam sein, um das zu entschlüsseln. Marten ist sehr introvertiert, er erzählt die Geschichte und blickt ganz anders auf sich, als sein Umfeld das zwischen den Zeilen tut. Während er die Musik als Mittel des Ausdrucks und Verbundenheit zu seiner Mutter nutzt, sich seine Welt in Improvisationen versucht zu erspielen, gibt es nur wenige echte Verbindungen in seinem Leben. Seine Schwester, die eben da ist, sein Vater, der langsam verschwindet.
Jess Jochimsen zeigt einen ungewöhnlichen Helden, der dadurch besticht, dass er gar kein Held sein will. Als Marten Bücher „entdeckt“ verliert er sich in den Geschichten, weil er gar keine eigenen Abenteuer erleben will. Keinen Wundert es mehr, als ihn, dass er durch den Tod des ehemaligen Mitschülers so durchgerüttelt wird. Vielleicht auch, weil Marten zuletzt ihre Verbindung sieht. Wilhelm, in der Schule das Gegenteil von Marten, beliebt, gute Noten, überall dabei – und plötzlich verschwunden. Dass es eine andere Art, eine andre Ausprägung des gleichen Übels ist, wird nie benannt, es ist eine der Feinheiten des Romans.
Eine winzige Handlung ist es dann, die Marten mitreißt. Weil er hofft, dass Wilhelms Geschichte anders verlaufen ist, aber auch, weil er insgeheim immer wieder auf seine eigene schielt. Dass der Leser auch das nicht vor den Latz geknallt bekommt, sondern selbst erlesen muss, ist für mich ein weiterer Pluspunkt. Es steht alles da, wir müssen es nur erkennen. Die vielen Anspielungen, von Romanen über Figuren, von Metaphern über Strukturen, haben mich ehrlich restlos begeistert.
Und natürlich der Inhalt selbst. Marten, der sich plötzlich in einem geheimen Keller wiederfindet, der sich verliebt zum ersten Mal jung fühlt, der das erste Mal die Grenzen von München übertritt. Und alles zirkelt immer wieder um seine Erkenntnis, die ihm bevorsteht. Der Leser ahnt es, sieht es kommen, rätselt dennoch. Dass der Roman selbst zyklisch verläuft, ist ein besonderes Schmankerl.
Es gibt Bücher, die mich begeistern, weil sie mich abholen. Solche, die mich faszinieren, weil sie so dicht sind. Bücher, die mich unterhalten, zum Lachen bringen, zum Nachdenken, zum Nicken. Sehr wenige schaffen das alles auf einmal. Jess Jochimsens Abschlussball gehört definitiv dazu!
Profile Image for Stephanie.
102 reviews2 followers
September 22, 2017

Marten, ein Mittdreißiger aus München, fühlt sich mitnichten so jung, wie seine Geburtsurkunde es behauptet – ganz im Gegenteil: in seinem Inneren ist er ein Greis, der nichts, aber auch gar nichts in seinem Leben dem Zufall überlässt. Spaß, Abenteuer, Freunde – das gibt es nur in den Büchern, die der gelernte Bibliotheksassistent zuhauf verschlingt. Wichtig ist ihm einzig seine Trompete, die zugleich sein Arbeitsmittel darstellt, denn Marten steht als Musiker im Dienst des Bestattungsunternehmens Berger und spielt den Verstorbenen ein letztes Lied. Doch plötzlich nimmt sein tristes Dasein eine Wendung …

"Menschen erzählen sich Geschichten, um zu leben. Und für den Tod brauchen sie die Musik."

Zitat aus „Abschlussball“

Jess Jochimsen, Autor und Kabarettist, rückt in seinem Roman „Abschlussball“, der am 9. Juni 2017 bei dtv erschienen ist, einen Beerdigungstrompeter in den Fokus. Man muss nicht alle 312 Seiten gelesen haben, um festzustellen, dass eben dieser Musiker, Marten nämlich, ein seltsamer Kauz ist – aber keineswegs ein unsympathischer. In mir hat er eine Mischung aus Mitleid und Unglauben hervorgerufen, mir aber aufgrund seines verschrobenen Wesens hin und wieder aber auch ein Lächeln abgerungen. Jess Jochimsen macht seinen Protagonisten allerdings nicht lächerlich. Das ist lobenswert, geht es in dem Buch doch in erster Linie um bittere Themen wie Trauer, Verlust und psychische Krisen.

Andererseits habe ich mir von Jess Jochimsen, der immerhin unter anderem mit dem Deutschen Kabarettpreis ausgezeichnet wurde und auf Auftritte im „Quatsch Comedy Club“ und bei „Scheibenwischer“ zurückblicken kann, einen Roman mit mehr Skurrilität, mit mehr Komik, ja, einfach mit mehr Drive erwartet. Denn aufgrund des Klappentextes hatte ich eine verrückte Story im Sinn. So ist es eine stille Geschichte um einen klassischen Losertypen geworden, in der mit Dialogen gegeizt, aber mit Musiktheoretie verschwenderisch um sich geworfen wird.

Der Schreibstil darf als anspruchsvoll, selten sogar als anstrengend bezeichnet werden. Zwar geben sich viele liebenswert schräge Vögel in diesem Roman die Klinke in die Hand. Das allerdings hat mir leider nicht gereicht. Obwohl in „Abschlussball“ immer mal wieder illustre Szenen und Darsteller vorkommen, konnte dieser Roman insgesamt nicht zu einem besonderen Leseerlebnis, das einem im Gedächtnis bleibt, werden.
Profile Image for Angelina.
10 reviews
December 30, 2018
DISCLAIMER: Erste Rezenstion, die ich jemals schreibe.

Das Buch ist unheimlich gut, allerdings vermute ich dass es nicht wirklich für jeden etwas ist. Wer eine spannende, aktionreiche Geschichte erwartet ist hier verkehrt, aber das Buch hat etwas ganz anderes zu bieten.
Ich wiederhole mich bei Freunden immer wieder mit dem Satz "Es ist so interessant, weil eigentlich nichts passiert und trotzdem alles passiert". Wer das Buch gelesen hat weiß vermutlich was ich meine. Mit "nichts passiert" meine ich nicht dass es keinen Plot hat, sondern dass es sich nicht anfühlt als würde irgendwas großes, bewegendes passieren, wo aber gleichzeitig alles in seine Fugen gerät und wie perfekt für einander angepasste Zahnräder zusammenkommt und insgesamt ein großes und wundervolles Gesamtwerk entsteht.
Ich habe durch das Buch auch sehr viel gelernt von dem ich vorher noch nichts wusste, z.B. das mit den Pasternostern. Die ganzen kleinen Geschichten und die Einblicke in die Vergangenheit von dem Protagonisten, Marten, haben alles noch viel besser gemacht, weil man ihn immer und immer mehr nachvollziehen konnte.
Während wir Marten besser kennenlernen, lösen wir gleichzeitig das Rätsel um Wilhelm Schocht, welches der Geschichte einen leitenden Faden gibt.

Insgesamt bin ich überrascht, nicht dass ich dachte das Buch wäre schlecht, aber es hat meine Erwartungen übertroffen (um Meilen), wie unheimlich gut dieses Buch ist. Ich werde es auf jedenfall in guter Erinnerung bewaren und freue mich schon bald meine Buchvorstellung in der Schule über den "Abschlussball" von Jess Jochimsen zu halten.
Profile Image for emma.
102 reviews
May 27, 2024
Eigentlich wollte ich dem Buch nur 3 ⭐️ geben, weil mich das Buch nicht wirklich überzeugt hat und ich mich nicht wirklich mit marten identifizieren konnte und ich auch teilweise wirklich verwirrt war aber weniger ⭐️ konnte ich dem Buch auch nicht geben weil, es sich wirklich einfach lesen lies und ich das Buch einfach nicht aus der Hand legen konnte…jetzt hat mich der letzte Teil, Teil 5 (V) wirklich mitgenommen und ich habe gemerkt das mich dieses Buch doch mehr mitgerissen hat, als ich dachte. Die Tränen sind geflossen- ohne aufzuhören, bis zur letzten Zeile und ich weiß selbst nicht warum…irgendwas hat dieses Buch mit mir unterbewusst gemacht.
Deswegen auch die 4 ⭐️
Profile Image for yaladoshka.
143 reviews1 follower
November 26, 2021
Ein schönes Buch, aber ich finde es ziemlich schwer zu lesen. Hab mehrmals angefangen und dann doch nicht weiter gelesen. Etwa ab Seite 180. hat es mich endlich gefesselt.
Schöne, traurige, aber auch hoffnungsvolle Geschichte.
Weiterempfehlen kann ich aber leider nicht.
Profile Image for Hannah.
112 reviews1 follower
September 17, 2019
Es war so schön! So schön seltsam und melancholisch und mich in den Bann ziehend.
Profile Image for Charis.
30 reviews3 followers
October 28, 2022
Eine sehr besondere Geschichte über das Leben, die teilweise märchenhafte Facetten annimmt.
Profile Image for Booklunatic.
1,128 reviews
October 7, 2017
2,5 Sterne

Hm. Bin ich gerade etwa in mäkeliger Stimmung? Nachdem ich in den letzten beiden Monaten so viele Top-Bücher erwischt habe, will diesen Monat bislang noch keine rechte Begeisterung aufkommen für meine bisherige Lektüre.

Dabei war der Anfang vielversprechend. Ich mochte den Protagonisten Marten und sein Hadern mit der Welt, in die er einfach nicht hineinzupassen schien. Auch die Idee der "Abschlussbälle". Aber dann - kam die Story einfach nicht so richtig in die Pötte. Mir fehlte ein roter Faden, ich empfand den Verlauf als sehr willkürlich und verworren. Ebenso wenig konnte mich leider der Schluss überzeugen. Schade...
1,408 reviews6 followers
June 13, 2020
Junger Mann, seit seiner Kindheit wohl depressiv, scheitert wegen seinem nicht vorhandenen Engagement in seinem Beruf als Bibliothekar, verkriecht sich immer weiter und landet als Begräbnismusiker[Trompeter] bei einem ihm wohlgesinnten Bestatter. Erst nach einem völligen psychischen Zusammenbruch gelangt er ins "normale Leben" und erfährt Liebe und Anerkennung.
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