Seit über 25 Jahren baut Gayle Tufts eine Brücke zwischen ihrer alten und ihrer neuen Heimat, ein völkerverbindender Spagat. Frech und funny, intelligent, informativ und im Moment wichtiger denn je. Wer sind die Menschen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten? Lebt er noch, der American Dream? Was hat Frischluft mit der Tagesschau zu tun? Ist Lässigkeit eine Tugend? Und who puts the fire in the Feierabend? Kann uns das bitte mal einer erklären?
Yes, she can!
Gayle Tufts beobachtet mit scharfem Blick und schreibt mit viel Humor und Feingefühl nicht nur über ihr Leben als Amerikanerin in Deutschland, sondern auch über ihre alte Heimat. Sie schildert Alltag und Angewohnheiten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, erzählt vom Heimweh nach dem New York der 80er Jahre, vom wiedererwachten politischen Engagement angesichts der Präsidentschaftswahl, sie beschreibt das gleißende Licht am Cap Cod, schreibt über ihre Liebe zur Tagesschau, über Frischluft und Birkenstock und davon, wie es sich anfühlt, mit einem Schlagerstar vor Millionenpublikum Weihnachtslieder zu singen. Mit einer Liste der Germanys next Top-Worte und Begriffen, die es wohl nie in den Duden schaffen werden.
Die Audiobook-Version, die auf Spotify steht, ist offenbar gekürzt, ich habe also zugegebenermaßen nicht alles hören können. Was ich gehört habe ist allerdings recht aufschlussreich, leider jedoch nicht in der offenbar intendierten Hinsicht, denn NEWSFLASH: Nein, die Millionen Amerikaner, die im Mittleren Westen leben, sind nicht allesamt waffentragende, erzkonservative Hardcore-Christen. Dass eine vermeintlich liberale und aufgeklärte Amerikanerin wie Tufts so herablassend über jene, die nicht an den Küsten wohnen, spricht, ohne, wie sie selbst zugibt, jemals dort gewesen zu sein, spielt eine nicht unerhebliche Rolle bei der Beantwortung der Frage, wie Donald Trump es geschafft hat, ins Weiße Haus einzuziehen (Stichwort: Spaltung).
„Ich jedenfalls wollte noch nie in einem fly-over-state landen“ – eine Amerikanerin, die sich von Teilen ihres eigenen Landes distanziert, ja, diese Teile ablehnt, ohne sie je betreten zu haben. Das ist wirklich traurig und offenbar symptomatisch für den Zustand der USA.
Da kann Tufts noch so viele Anti-Trump-Demos besuchen und lustige Plakate schwingen: Um Trump und die Ideen, für die er steht, zu bekämpfen, brauchen wir schon eine bessere Strategie. Vielleicht fangen wir damit an, mit den vermeintlich Anderen zu sprechen und Spaltungen zu überwinden.
Ich bin enttäuscht, denn eigentlich mag ich Gayle Tufts ganz gerne…
Ein Zufallsfund im Hause Audible. Ich hatte vorher noch nie etwas von Gayle Tufts gehört - aber vor kurzem stolperte ich über ein kurzes Video bei Youtube und fand sie sehr lustig - trotz oder gerade aufgrund ihres Denglisch. Normalerweise kann ich das nicht unbedingt ab, aber bei Gayle geht es mir überhaupt nicht auf den Wecker. Erwartet habe ich natürlich kein politisches Manifest sondern eh einen persönlichen und amüsanten Einblick in das Leben einer imho äußerst charmanten Frau. Bis auf die Tatsache, dass Magdeburg nicht in Sachsen sondern Sachsen-Anhalt liegt (die meisten Öko-Deutschen wissen das auch nicht), habe ich nichts zu meckern. Ich fand mich kurzweilig und gut unterhalten und habe Frau Tufts ins Herz geschlossen. Es beruhigt mich auch ein wenig, dass ich nicht die Einzige mit einer solchen Familie bin.
Als nicht Hillary Clinton, sondern Donald Trump die US-Wahl gewinnt, kann Gayle Tufts es kaum glauben. Sie macht sich auf den Weg in ihre zweite Heimat und sucht nach Gründen. Das tut sie mit viel Humor, Denglisch, ein paar Songs und vielen sehr subjektiven Eindrücken. Eine ‚echte‘ Analyse liefert sie nicht, trotzdem finde ich das Buch sehr lesenswert
the book was, well .... nice. there were just a couple funny parts, but most of it was just babbling. Gayle Tufts voice and accent is very nice, though.