Was aber sagt der weiße Strand mit dem türkis-blau retuschierten Meer und der obligatorischen Palme nun genau? Relaxen, lesen, Ferien? Sonnenallergie, Ehekrach und Taschendiebe? Piña Colada, Samba und heißer Flirt? Bittere Armut, Analphabetentum und der letzte real existierende Kommunismus? Tauchabenteuer, Segeltörn und Wasserski? Quallen, Algen und Haie? Leistungen wollen zur Sprache gebracht und Kunden überzeugt werden. Erfolgreiche Marken tun das mit ihrer charakteristischen Sprache. Mit einer Corporate Language, die das Unternehmen zusammen mit dem Corporate Design unverwechselbar und überzeugend darstellt. Für Kunden, Multiplikatoren, Investoren und Journalisten eindeutig wiedererkennbar. Mit einer Sprache, die alle Sinne anspricht und die verführt. Sie wollen wissen, was Texter von Casanova lernen können? Und welche zwölf Schritte zur Corporate Language führen?
Das Buch wäre auf jeden Fall für die Corporate Language Managers hilfreich. Auch für die Sprachbegeisterte wie ich. Das theoretische Teil beinhaltet gute und beispielhafte Erklärungen dafür, wie Emotionale Sprache funktioniert, welche Zielgruppen es gibt, wie man gute Werbunstexte aufbaut. Besonders interessant war für mich der Kapitel über unsere Wahrnehmungssysteme - visuell, auditiv und kinästhetisch. Das mag einfach klingeln, aber wenn man diese Nuancen versteht und eigene Texte dementsprechend anpasst, werden die Texte ganz andere Wirkung haben.
Die Hälfte des Buches besteht aus den Corporate Language Fallbeispiele von renommierten deutschen Firmen.
Da dieses Buch relativ alt ist (erschien in 2006), entsprechen einige Beispiele und Kommentare des Autors den heutigen Trends nicht mehr. Es gab ein paar Werbungen, die auf den stereotypischen Witzen über Frauen basiert wurden - so was heute kann ich mir nicht vorstellen.
Corporate Language ist wirklich faszienierend für Sprachbegeisterte wie mich: Dabei geht es um das Prägen einer markeneigenen Sprache. Im besten Fall erkennt man die Marke dann an ihrer Wortwahl, dem Tonfall. Da das Thema aber noch relativ frisch ist, gibt es in dem dicken Buch noch nicht soviel Bahnbrechendes zu berichten. Interessant ist es allemal und viel viel Bildmaterial verdeutlicht die angesprochenen Punkte.