Hartmann, Ex-Kommissar und Privatdetektiv wider Willen, soll Hundetrainer Bert Wolf unter die Lupe nehmen. Der hat seit der Eröffnung seiner Nobel-Hundeschule Alpha Wolf nicht nur einen Berg Schulden, sondern auch sonst ziemlich viel Dreck am Stecken. Aber dann liegt Wolf eines Tages ziemlich tot im Wald. Mit eingeschlagenem Schädel und einem durchs Auge getriebenen Erdanker. Das Rudel der Verdächtigen ist groß. Zusammen mit Schäferhund-Beagle Gitte-Bruno ermittelt Hartmann undercover in der illustren Welt der Hundefreunde - und stößt auf windige Machenschaften, verschrobene Trainer und bissige Frauchen aus der Schickeria ...
Michael Frey Dodillet, geboren 1961 in Singen am Hohentwiel, ist seit Abschluss seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre für diverse Agenturen in Düsseldorf, Hamburg, München und in der Schweiz als Werbetexter tätig. Mit seiner Frau, drei Kindern, Schäferhundrottweilerin Luna und Terriermünstigemisch Wiki lebt er in Erkrath bei Düsseldorf. Zum Haushalt gehören noch zwei Schafe, Wühlmäuse in den Rabatten und ein nicht erwünschter Steinmarder unterm Dach. 2011 erschien sein Bestseller Herrchenjahre, 2012 Herrchen will nur spielen und aktuell der SPIEGEL-Bestseller Herrchenglück.
Hartmann ist ein ehemaliger Polizist und betreibt nun eine Privatdetektei. Vorwiegend überwacht er fremdgehende Ehemänner und Ehefrauen, doch sein neuer Fall führt ihn zu einer Hundeschule. Der Hundetrainer schuldet einem Bauherrn eine größeren Geldbetrag und kommt der Begleichung seiner Schulden nicht nach, obwohl es ihm finanziell gut zu gehen scheint. Hartmann soll besagten Hundetrainer ein wenig ausspionieren und beschafft sich zu diesem Zweck einen Alibi-Hund aus dem Tierheim. Schnell erkennt Hartmann, dass der unsympathische Hundetrainier zwar jede Menge Frauengeschichten am Laufen hat, zugleich aber auch eine Menge Feinde bzw. Gegner aufweisen kann. Und dann liegt der Hundetrainer eines Tages tot im Wald; ermordet, wie es scheint…
Mein Leseeindruck:
Mir hat es großen Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Es ist zugleich spannend und sehr humorvoll geschrieben. Die Charaktere sind alle sehr speziell, allen voran unser Protagonist Hartmann. Obwohl er eine durchaus sehr eigene Art hat, ist er nicht unsympathisch. Er hat „Wiedererkennungswert“, und ich hoffe, es wird noch weitere Kriminalfälle mit ihm geben!
Sehr gut gefallen hat mir natürlich auch Gitte-Bruno, Hartmanns Alibi-Hund aus dem Tierheim. Ich glaube, dass nicht nur Hundefreunde diesen Vierbeiner ins Herz schließen werden.
Die gelungene Mischung aus einem spannenden Krimi und einem humorvollen Roman möchte ich ebenfalls positiv erwähnen. Auch eine kleine Liebesgeschichte ist enthalten, aber sie bleibt sehr im Hintergrund, lockert die Geschichte aber dennoch zusätzlich noch etwas auf.
Der Schreibstil ist sehr angenehm. Durch die leichte und lockere Art lässt sich das Buch flüssig lesen, und da die Geschichte spannend ist, möchte man sowieso immer noch ein Kapitel mehr lesen.
Insgesamt gesehen kann ich dem Buch volle fünf Sterne geben, da es mich ausgezeichnet unterhalten hat!
Nach seiner Entlassung aus dem Polizeidienst schlägt sich Hartmann als Privatdetektiv durchs Leben. Seine Fälle sind alles andere als spektakulär, bis er eines Tages von einem Bauunternehmer den Auftrag erhält, bei dem stadtbekannten und berüchtigten Hundetrainer Wolf eine hohe Geldsumme einzutreiben, die dieser ihm schuldig ist. Hartmann steigt mit Elan in seine neue Aufgabe ein und begibt sich undercover in die Hundeszene, in der sich allerlei Klientel tummelt - von den Reichen und Schönen vor allem weiblichen Geschlechts bis hin zu solchen, die das eine oder andere Hühnchen zu rupfen haben mit Wolf, dessen übler Charakter nach und nach zum Vorschein kommt und sogar den abgebrühten Hartmann verblüfft. Doch schon bald wird der Hundetrainer ermordet aufgefunden - und nun gilt es, seinen Mörder dingfest zu machen, was Hartmann mit seinen sehr unkonventionellen, nicht immer legalen Ermittlungsmethoden und nicht zuletzt dank der Hilfe der eigens zu diesem Zweck ausgeliehenen Hundedame Gitte-Bruno sowie der patenten Hundetrainerin Marlene am Ende selbstredend auch gelingt!
Michael Frey Dodillet ist hier ein rundum amüsanter, origineller Roman gelungen, der vor allem von seinem anfangs wenig sympathischen Protagonisten lebt! Immer einen flotten Spruch auf den Lippen laviert er sich durchs Leben, von Beachtung der Gesetze hält er nicht viel, scheinbar zieht er es vor, sich seine eigenen zu machen. Überhaupt ist er ein Einzelgänger, der recht ruppig mit seinen Mitmenschen umzugehen pflegt. Doch stellt der Leser im Laufe der aberwitzigen Geschichte, die sich vor seinen erstaunten Augen entfaltet, fest, dass es da noch einen ganz anderen Hartmann gibt, einen feinfühligen, empfindsamen Menschen mit viel Verständnis für die Schwächen anderer. Doch weiß er sein Inneres gut zu hüten, bis ihm dann Marlene, die Gefallen an ihm gefunden hat, auf den Kopf zusagt, dass sein ruppiges Verhalten nur Selbstschutz ist! Sie, aber auch die imposante Mischlingshündin Gitte-Bruno bringen peu a peu Hartmanns gute Eigenschaften an die Oberfläche, - zur Freude des Lesers, der längst nicht mehr umhin kann, Hartmann zu mögen. Ein interessanter Einfall des Autors war es auch, ihn ohne Vornamen durchs Leben gehen zu lassen - aber es passt zu ihm, er ist so, wie sein Name: knorrig-deftig!
Einen großen Raum nehmen die Ermittlungen in der Schickeria ein, denn die unendlich gelangweilten, viel zu reichen Damen aus dieser Gesellschaftsschicht stellten die Hauptkundschaft des Alpha-Wolf dar - und sie waren ihm allesamt verfallen. Etwas, das wohl kaum ein Leser nachvollziehen kann... Mit Ironie bis hin zu fein verpacktem oder gar offenem Zynismus lässt der Autor seinen Hartmann hinter die Kulissen des schönen Scheins blicken, der nichts anderes ist, als eben nur das, denn er offenbahrt so viel Oberflächlichkeit aber auch unglaublich garstige Bösartigkeit, dass man sich am liebsten mit Schaudern abwenden möchte. So mag man auch bei der Aktivistengruppe mit dem seltsamen Kürzelnamen Büfükadü empfinden, deren selbsternannter Chef, ein irregeleiteter Dummkopf mit jeder Menge krimineller Energie kurzzeitig in Hartmanns Visier gerät, und unter deren Schutz sich Verrückte jedweder Couleur tummeln. Sie sind so überspitzt dargestellt, dass man das Lachen nicht verkneifen kann - dennoch sind sie realistischer, als man sich vorstellen mag....
Gewiss, die Geschichte, dessen unleugbare Stärke die einprägsamen, eigenwilligen, zumeist absonderlichen Personen, die der Autor kreiert hat, sind und die angefüllt ist mit reichlich skurrilen, Szenen, bringt den Leser vor allem zum Lachen. Sie amüsiert und unterhält auf sehr lockere, manchmal aber ein wenig oberflächliche, gelegentlich auch recht abgedroschene Art. Vielleicht aber mag sie den einen oder anderen Leser auch nachdenklich machen, denn es werden so viele Themen scheinbar nebenbei angeschnitten, die durchaus des genaueren Hinschauens wert wären. Aber dies liegt dann in den Händen und dem Ermessensspielraum jedes einzelnen Lesers!