»Man kann Zeiten an ihrem Gang erkennen, wie Menschen, nicht an ihrem Lauf. Jede historische Zeit hat ihre Eigenart, ihren Rhythmus, ihr eigenes Lebensgefühl. Nicht die Fakten, sondern die politischen Ereignisse von Aufstieg und Niedergang oder die Schlagzeilen der einzelnen Tage bestimmen einen Gang.«Im zweiten Band seiner fünfteiligen Geschichte der Philosophie entführt Richard David Precht den Leser tief in die Gedankenwelt der Renaissance und der Aufklärung. Dabei geht es wieder um die großen Fragen, die sich die Menschen durch die Jahrhunderte hindurch gestellt haben. Spannend und anschaulich vermittelt Precht die zentralen Konzepte und Ideen der abendländischen Philosophie und beleuchtet sie vor den wirtschaftlichen, sozialen und politischen Hintergründen ihrer Zeit – ein faszinierender »Ideen-Krimi«, der den Leser eintauchen lässt in die schier unerschöpfliche Fülle des Denkens!
So langsam geht es an das Eingemachte, denn mit "Erkenne dich selbst" landet man in der geschichtlichen Aufbereitung der Philosophie im 19. Jahrhundert und im deutschen Idealismus. Kant, Hegel - ach, was die Namen nicht alles bedeuten. Doch auch die vorangegangene Entwicklung seit dem Mittelalter legt uns Richard David Precht in diesem zweiten Band seiner Trilogie schlüssig und interessant beschrieben dar.
Natürlich habe ich von mir selber nicht verlangt, all diese Daten, Fakten und Aussagen nun für immer verinnerlicht zu haben - das wäre auch schier unmöglich. Doch "Erkenne dich selbst" ist auch so eine immerzu unterhaltsame, interessant und packende Lektüre. Für alle die sich über die Geschichte der Philosophie interessieren dürfen hier ohne Zögern zuschlagen. Und wirklich aufregend wird es dann schliesslich mit dem dritten Band und den Schlussgedanken zu all diesen Ideen und Möglichkeiten.
Ich habe mich mit dem Buch nicht als kritische Leserin auseinandergesetzt, denn dazu fehlt mir das Wissen, sondern als interessierte Leserin. Und aus dieser Perspektive hat mir das Buch sogar noch besser gefallen als der erste Teil. Richard David Precht erzählt und erläutert die unterschiedlichen Philosophen und Epochen, eingebettet in den jeweiligen gesellschaftlichen und historischen Rahmen verständlich, aber nicht platt. Man muss den Kopf schon ein wenig anstrengen, aber er schreibt so, dass das nie langweilig wird. Mir hat es viel Freude gemacht, mich damit lesend zu beschäftigen. Ich freue mich schon auf den 3. Band.
Mit viel Humor, Vorrausblick und umfassenden Hintergrundinformationen legt Precht die Philosophie von der Renaissance bis zur Moderne dar. Dieses Buch ist weit davon entfernt ein trockenes Sachbuch zu sein. Im Gegenteil, es gleicht fast schon einem Krimi, oder einem Roman. Hiernach hat man wirklich Lust sich weiter und im Detail mit den einzelnen Philosophen auseinanderzusetzen. Bravo!
"...yet he found time to write a speech about human dignity (Oratio de hominis dignitate). Pico (della Mirandola) intended it as an introduction to the congress but it was not published during his lifetime. From today's perspective, it is perhaps the most important text of the Italian Renaissance and the humanistic rhetoric of the time. Pico did not invent the concept of human dignity, we can think of Manetti who used it decades earlier. But he was the first to build his philosophy on it. In ancient Greece, being human meant being different from animals through reason. However, it does not mean that every person has a right to be valued and respected by society in a special way as a human being. For Aristotle, respect is due to man not as a human being, but through his virtuous lifestyle. It was precisely this respect that Markus Julius Cicero called 'Dignitas' (dignity). But even for the Romans, not all people were worthy, just those who proved themselves particularly worthy through virtue and reputation in society. It was only in the Renaissance that human dignity began to expand as a quality that all people have, simply because they are human beings. A medal of merit for a few becomes a legal right for everyone. Human dignity is democratized and from here on it makes its way through Immanuel Kant to the modern constitutions of democratic states."
Noch besser als der erste Teil! Precht schafft es zwischen zwei Buchdeckeln, die Philosophiegeschichte der Renaissance über Barock und Aufklärung bis ins 19. Jahrhundert wiederzugeben. Allein das ist schon gewaltig. Selbst die ehrfürchtigen Lichtgestalten Descartes, Kant und Hegel werden kurz, verständlich und dennoch sehr präzise in ihren Grundzügen dargestellt; dabei auch immer wieder witzig und unterhaltsam. Großartiges Manifest der Ideen - fast fünf Sterne.
Wie auch schon im ersten Band gibt Precht einen interessanten und kurzweiligen Überblick über die Philosophie, diesmal von der frühen Neuzeit bis zum Beginn der Moderne.
Etwas zu viel Information für meinen Geschmack. Man hätte eher einige Konzepte genauer Betrachten sollen, als viele einzubringen. Jedoch sehr informativ und interessant.
sehr lang, trotzdem sehr interessant. kann nicht ganz mit dem ersten Band mithalten, am Ende sind die Philosophen hier doch alle nur eine Kopie von Platon.