Zitate:
„Sehnsüchtig schaue ich mich um. Ich liebe die Farben des Feuerlands, selbst jetzt im Halbdunkel.“
(S.67)
„Dass es keinen Gott gibt, weiß ich, zumindest bin ich mir ziemlich sicher, aber irgendwer muss mich erhören.“
(S.88)
Inhalt:
Es ist geschafft. Nova und ihre Freunde befinden sich im sicheren CutOut und gehören dem Widerstand an. Der Kampf jedoch ist noch lange nicht vorbei. Der Weg, die Wahrheit allen HUBs zugänglich zu machen, ist schwierig. Alle Möglichkeiten werden ausgelotet und plötzlich öffnet sich ein unerwartetes Tor. Und doch sind die Blauen nicht die einzigen Gegner. Denn die Kraft der sterbenden Sonne ist immer stärker zu spüren. Erdbeben und Hitzepeaks sind nur der Anfang. Ein schier aussichtsloser Kampf geht weiter.
Meinung:
Nachdem ich „Nachtsonne – Flucht ins Feuerland“ gelesen hatte, war meine Neugier geweckt. Laura Newman war es gelungen, mir ihre Geschichte schmackhaft zu machen. Es war also nur eine Frage der Zeit, wann ich zur Fortsetzung greifen würde. Zum Glück war die Zeitspanne zwischen Bestellung und Lieferung dann wirklich kurz, so dass ich fast unmittelbar weiterlesen konnte.
Und so befand ich mich wieder in dieser vergehenden Welt. Die Menschen befinden sich in HUBs, wissen nichts voneinander. Auf der Oberfläche wirkt die zerstörerische Sonne. Und die Sonne stirbt! Das heißt, die Hitze nimmt zu, erklimmt ungeahnte Ausmaße und das noch vorhandene Leben geht dem Ende zu. Doch noch ist es nicht so weit. Noch ist etwas Zeit.
Schnell war ich wieder in diese Welt integriert. Nova ist fürs erste glücklich, der Zufluchtsort ist sicher. Nova führte mich durch ihre neue Welt. Es war, als ob ich nie weg gewesen wäre. Schritt für Schritt erforschte ich dieses Neuland, ließ die Entwicklungen auf mich wirken. Denn scheinbar hatte sich tatsächlich so einiges getan. Der Widerstand erschien mir in nicht vorhersehbarer Stärke.
In dieser Fortsetzung hatte ich definitiv den Eindruck, dass eine Entwicklung der Charaktere deutlich spürbar war. Außerdem waren im Verlauf der Handlung eindeutig mehr Emotionen zwischen den handelnden Charakteren zu bemerken. Alles in allem eine Buchwelt, in der ich mich als Leser grundsätzlich wohlfühlen kann.
Doch die weitere Entwicklung war etwas zögerlich. Hin und wieder war ein Spannungsfetzen erkennbar, der jedoch schnell wieder verrauchte. Der Sog der Geschichte selbst ging dadurch nicht verloren, zu gespannt war ich auf die weitere Entwicklung.
Laura Newman präsentiert ihre Geschichte auch in der Fortsetzung konsequent aus Novas Sicht. Die Gegenwartsform ist absolut das Mittel der Wahl, da ich mich hierdurch immer mitten im Geschehen befand und die Handlungen aus erster Hand erlebte. Ihre Protagonistin ließ die Autorin eindeutig an Stärke gewinnen. Nova hatte nun nicht nur ihren Drift immer besser unter Kontrolle. Auch ihre Handlungen werden zielsicherer. Der Drive der Geschichte selbst ging mir allerdings ein wenig verloren. Ich hatte natürlich schon meine Spannungspunkte, bei denen ich mit den Charakteren mitfiebern konnte. Der Funke ist jedoch nicht durchgängig übergesprungen. Aber diese Idee genießen konnte ich allemal. Dass der flüssige und gut lesbare Schreibstil der Autorin sein Übriges für einen guten Buchgenuss tut, erwähne ich mal nur am Rande. Denn der Stil von Laura Newman konnte mich ja schon im ersten Teil begeistern.
Die sich entwickelnde Lovestory zwischen Nova und Jo schien mir das eine oder andere Mal etwas unwirklich, das könnte allerdings auch ganz einfach an meiner männlichen Natur liegen. Jo war mir natürlich sehr sympathisch, hatte er doch immer das Wohl vor allem Novas im Sinn. Aber wie wohl fühlt man sich als Mann, wenn man immer auf die Rettung durch seine Liebste hoffen muss. Die Frage habe ich mir des Öfteren gestellt. Und doch bleibt auch Jo ein starker Charakter, der weiß, was er will. Denn er stellt sich in den Dienst der Allgemeinheit, opfert dafür sein gesamtes Ich. Seine Dominanz kann man trotz allem spüren.
Wiederum treibt Laura Newman ihre Geschichte zu einem aufregenden Höhepunkt, lässt sie anschließend beruhigend ausklingen. Damit hat die Autorin ein gutes Mittel gefunden, mich auf den Abschlussband vorzubereiten, der nun lesebereit im Regal steht.
Urteil:
„Nachtsonne – Der Weg des Widerstands“ ist eine konsequente Fortsetzung der Handlungen im Feuerland, lässt die Charaktere in ihrer Entwicklung reifen und bringt neue Wahrheiten hervor. Meine Erlebnisse im Licht einer sterbenden Sonne belohne ich mit knappen 4 Büchern.
Für alle, die nahezu apokalyptischen Verhältnissen trotzen können, immer ihren Weg gehen und sich aller Konsequenzen bewusst sind.
Die Reihe:
Nachtsonne – Flucht ins Feuerland
Nachtsonne – Der Weg des Widerstands
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