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Rain & Lark #1

Die Perfekten

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Mein Name ist Rain. Ich gehöre zu denen, die man Ghosts nennt. Mit meiner Mutter lebe ich außerhalb des Systems. Wir sind unsichtbar.
Das System funktioniert nach harten Regeln: Alles was zählt sind die Gene. Diejenigen mit schlechten Genen werden aussortiert.
Über allem thronen die Gesegneten. Sie gelten als perfekt.
Aber das bin ich auch!

Rain und ihre Mutter Storm sind auf ständiger Flucht vor den Gesegneten, einer perfekten Weiterentwicklung der Menschen, die das Land Hope regieren. Wie für alle Menschen, die aufgrund ihrer Gene in der perfekten Welt keinen Platz haben, ist die einzige Chance zu überleben, dass sie unsichtbar bleiben. Rain missachtet diese Regel und schließt Freundschaft mit dem Jungen Lark. Doch gerade, als sie beginnt, ihn in ihr Herz zu lassen, verrät er sie an die Soldaten der Gesegneten. Eigentlich wäre das ihr sicheres Todesurteil, doch stattdessen erfährt Rain etwas Unglaubliches. Sie ist gar kein Ghost. Sie ist perfekt. Eine Gesegnete.

608 pages, Hardcover

First published August 25, 2017

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About the author

Caroline Brinkmann

16 books43 followers

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Community Reviews

5 stars
75 (24%)
4 stars
127 (41%)
3 stars
75 (24%)
2 stars
24 (7%)
1 star
7 (2%)
Displaying 1 - 30 of 63 reviews
Profile Image for Sue_reads_books.
514 reviews41 followers
July 21, 2019
Ich hatte mich wirklich auf die Geschichte gefreut, da der Klappentext spannend und düster klang. Eben nach einer richtig tollen Dystopie. Leider war es seit langem das schlechteste Buch, das ich gelesen habe. Ich glaube, ich habe noch keinem Buch nur 2 ⭐️ gegeben, aber zu mehr konnte ich mich nicht überreden.
Von Anfang an bin ich nicht in der Geschichte angekommen. Die Weltgestaltung scheint am Anfang vielversprechend, jedoch wird man direkt mit so vielen Eigenarten dieser Welt konfrontiert, dass man meint ein Prequel verpasst haben zu müssen. Mir war das zu viel, vor allem, weil die Protagonistin dabei sehr in den Hintergrund geriet.
Rain ist zwar unabhängig, stark, im Untergrund aufgewachsen, stur, leidensfähig und hübsch, kommt aber über diesen Stereotyp nicht hinaus. Sie bleibt von Anfang bis Ende distanziert, so dass man keine richtige Bindung zu ihr aufbauen kann.
Ein weiteres Problem ist ihre Beziehung zu Lark. Die ist nämlich so uneindeutig und schwammig, dass man nie weiß, ob da eine Liebesgeschichte etabliert werden soll oder nicht. Dieser komplette Handlungsstrang macht für mich überhaupt keinen Sinn.
Es gibt auch keine bemerkenswerte Weiterentwicklung der Charaktere. Lediglich ihre äußeren Umstände ändern sich, und noch nicht einmal das scheint einen großen Effekt auf die Protagonisten zu haben.
Was die Handlung als solches betrifft, habe ich selten etwas so vorhersehbares gelesen. Schon weit bevor etwas passiert, weiß man schon, was kommen wird, und quält sich bis dahin seitenlang durch die belanglosen Vorkommnisse einer Welt, die es so schon in vielen anderen Dystopien gegeben hat.
Genau das ist auch eines meiner Hauptprobleme: es gibt in dieser Geschichte keine originellen eigenen Ideen. Vieles kennt man schon aus Panem.
Zudem haben mir viele Ideen der Autorin auch einfach nicht gefallen, weil sie ins Nichts laufen oder einfach langweilig sind.
Viele Dinge, die interessant hätten sein können, werden nur angerissen und nicht weiter verfolgt.
Ich freue mich für jeden, der Spaß mit diesem Buch hat, aber für mich war diese Geschichte überhaupt nichts.
Profile Image for Steffi.
3,285 reviews183 followers
September 11, 2017
Der Einstieg in das Buch hatte mir wirklich gut gefallen und ich habe mich auf eine spannende Dystopie gefreut.

Die Welt und die Charaktere wurden sehr interessant beschrieben, so dass mich das Buch relativ schnell gepackt hatte und ich unbedingt wissen wollte wie es weitergeht. Ich kann nicht genau sagen was es war, aber irgendwann kurz vor der Hälfte hat mich das Buch verloren. Ich vermute, dass es an einer Wendung lag, die für mich im Anschluss zu wenig hinterfragt wurde. Auch der Handlungsverlauf konnte mich danach nicht mehr packen und die Spannung war für mich einfach raus.

Fand ich Rain zu Beginn noch sehr sympathisch und interessant, so hat sie nach besagter Wendung für mich definitiv an Charakterstärke verloren und einiges an ihr ging leider ins klischeehafte über.

Das Buch ist definitiv nicht schlecht: es ist gut geschrieben, es gibt einiges an Spannung und Action und eine sehr interessante Welt, aber irgendwie wollte am Ende der Funke nicht überspringen und es gab etwas, das mir dann einfach gefehlt hat.
Profile Image for Feyre.
1,438 reviews135 followers
January 21, 2019
Der Krieg hat die Monster nicht getötet. Er hat nur noch mehr von ihnen erschaffen.

3,75 Sterne
Zuerst muss ich sagen, dass diese "Zukunftsvision" mir Bauchschmerzen bereitet hat, die den gesamte Leseprozess begleiteten. Wie auch nicht, wenn du genau weißt, dass du in der Gesellschaft direkt als Abfall gekennzeichnet werden würdest...
Die Geschichte an sich war spannend und auch relativ flüssig erzählt, Rain und Lark als Charaktere sehr angenehm und auch das Gesamtpaket war recht gut, wenn es mich auch nicht komplett aus den Socken gehauen hat. Die Frage, wer der Spion ist, war allerdings offensichtlich und daher war die Antwort keine große Überraschung mehr.
Profile Image for Ascari Vau.
418 reviews
September 12, 2017
Dank diverser Vorschauen wurde ich schon recht früh auf "Die Perfekten" von Caroline Brinkmann aufmerksam. Umso mehr überraschte mich, dass Bastei sich dieses Mal entschieden hat, einer deutschen Autorin in diesem Umfang in ihr Programm aufzunehmen. Aber zurecht :). Ich lese sehr gerne immer wieder Dystopien, aber diese hier hat es geschafft, mich an einigen Stellen immer wieder zu überraschen.

Zum Inhalt:

Rain wächst in einer Gesellschaft auf, die von ihrer Einteilung in Gen-Klassen dominiert wird. Je nachdem ob Menschen über gute oder schlechte Gene verfügen, können sie aufsteigen und Erfolg haben oder nicht. Auf der untersten Stufe stehen die Unsichtbaren, die sogenannten "Ghosts", Menschen, die nicht registriert sind und nicht gefunden werden wollen. Rain ist so ein Ghost. Aber dann unterläuft ihr eines Tages ein Fehler: Sie vertraut jemandem, den sie gern hat ...

Meine Meinung:

Ich muss gestehen, Caroline Brinkmann war mir als Autorin bisher gänzlich unbekannt. Und das, obwohl "Die Perfekten" nicht ihr erstes Buch ist. Aber immerhin ihre erste Dystopie. Die Idee, Menschen in eine Art Kastensystem anhand ihrer Gene einzuteilen, sprach mich jedoch an und deswegen wollte ich das Buch unbedingt lesen.

Das Bedürfnis, sich genetisch zu verbessern, ist in der Evolution schon jahrtausendelang verankert, die Vorstellung, genetische vererbbare Krankheiten auszumerzen, bestimmt ein Wunsch vieler werdender Eltern. Daher fand ich die Idee zu dieser Geschichte auch nicht so weit hergeholt wie die anderer Dystopien.

Die Autorin hat sich in diesem Zusammenhang einiges Interessantes einfallen lassen und geht sehr gekonnt auf das Leben der Menschen ein, die in dieser zukünftigen Welt als "minderwertig" angesehen werden: Menschen mit Gen-Klasse 2 und 3 werden benachteiligt, müssen in Zirkeln leben, die Smog, schmutziges Wasser und eine schlechte ärztliche Versorgung haben. Nur Menschen der Klasse 1 haben es gut und Luxus um sich, wohin man schaut. Ganz an der Spitze stehen die sogenannten "Gesegneten", die von der übrigen Bevölkerung fast wie Götter verehrt werden.

In diesem spannungsgeladenen Umfeld siedelt Caroline Brinkmann ihre Protagonistin Rain an, ein Mädchen, das es von Anfang an in ihrem Leben nicht leicht hat. Als Ghost ist sie nicht registriert, muss permanent aufpassen, nicht von umherfliegenden Drohnen erfasst und entlarvt zu werden. Trotzdem ist sie mit ihrem Leben zufrieden, hat neben ihrer Mutter Storm eine kleine Fuchsmanguste namens Cassiopaio zum Freund.

Die Ereignisse geraten in Bewegung, als Rain den Fehler macht, sich mit Lark anzufreunden, einem Jungen, der wie sie im Zirkel Grey lebt. Da seine kleine Schwester Rose als 3 eingestuft wurde, setzt er alles daran, die Situation für sich und seine Familie zu verbessern. Trotz ihres unterschiedlichen Hintergrunds freunden sich die beiden an. Dies geht solange gut, bis Lark gezwungen wird, eine schwerwiegende Entscheidung zu treffen.

Als ich angefangen habe, das Buch zu lesen, hatte ich anfangs nur durchschnittliche Erwartungen, zu viele Dystopien arbeiten mit denselben Eckdaten wie "Die Tribute von Panem". Die ersten Beschreibungen, die Zirkel, das ungerechte System, die Armut und Benachteiligung auf der einen Seite, der Luxus und Reichtum auf der anderen Seite, das erinnerte sehr an diese Trilogie.

Trotzdem ertappte ich mich irgendwann auf einmal, dass ich mich schwertat dabei, das Buch für eine Weile wegzulegen. Dies ist in meinen Augen vor allem den Charakteren geschuldet. Sehr bald entwickelt man Sympathien für alle Beteiligten, auch die Nebenfiguren sind liebevoll gezeichnet.

Hier ist meiner Meinung auch die ganz große Stärke dieser Dystopie zu sehen: Niemand ist nur böse, niemand nur gut. Jeder hat mit seinen ganz eigenen Dämonen zu kämpfen, während er verzweifelt versucht, das Richtige zu tun, und sich dabei weiter entwickelt. Selbst Rain ist im Verlauf der Handlung nicht frei von dunklen Gedanken. Das finde ich realistisch dargestellt, denn so ist nunmal die Wirklichkeit, das Leben geht auf und ab und selbst die Guten sind nicht immer nur gut.

Die Entwicklung der Geschichte selbst entfaltete schon recht bald eine Sogwirkung, der ich mich nur schwer entziehen konnte, obwohl mit bekannten (und vielleicht ein wenig klischeehaften) Elementen gearbeitet wird. Welche das sind, verrate ich jetzt bewusst nicht, da das für meinen Geschmack etwas zu viel spoilert. Dass ich eine Zeit lang bei etwa zwei Dritteln des Buches feststeckte, hatte nicht mit der Geschichte zu tun, eher dass ich eine gewisse Leseauszeit gebraucht habe.

Das Ende, ja, das kann man wohl als Cliffhanger bezeichnen, als offenes Ende. Trotzdem wäre ich nicht traurig gewesen, wenn es dabei geblieben wäre. In meinen Augen muss eine Geschichte nicht immer bis zum Ende auserzählt werden. Aber gut, in der Zwischenzeit wurde bekannt, dass es 2018 mit Rain und Lark weitergehen wird. Wir dürfen also gespannt sein, was sich die Autorin für uns Leser ausdenkt.

Mein Fazit:

Caroline Brinkmann hat mit "Die Perfekten" eine spannende und interessante Geschichte geschaffen, die mich als Leserin sehr schnell in ihren Bann ziehen konnte. Punktabzug gibt es eigentlich nur wegen der Details, die mich an einigen Stellen zu sehr an "Die Tribute von Panem" erinnert haben.
Profile Image for Jenny Eulenmatz.
395 reviews16 followers
February 1, 2018
Geschafft! Das Buch war wirklich zäh und hat mich enorm viel Zeit gekostet. Der Anfang war relativ träge und es passiert eigentlich erst in den letzten 100 Seiten von 600! wirklich mal was. Die Autorin lässt sich viel zeit mit dem Weltenaufbau. Mir war das stellenweise zu komplex und die Spannung hat daraunter gelitten. Es las sich alles, wie ein nicht enden wollende Einleitung. Ich konnte nicht mehr als 50 Seiten am Stück lesen.
Profile Image for Jenny.
716 reviews20 followers
September 24, 2017
https://snowyy13.wordpress.com/2017/0...

Rain und ihre Mutter Storm sind aufeinander gestellt und leben ein Leben als Ghosts – Menschen die im System eigentlich nicht existieren dürften. Und dennoch tun sie es. Rain schlägt sich von Tag zu Tag, bis sie etwas tut, wovor ihre Mutter sie gewarnt hatte. Freundschaften. Und da kommt der Stein ins Rollen und viele Ereignisse treffen aufeinander, so dass sich Rain in Aventin, der Hauptstadt des Landes Hope, wiederfindet. Und das als Gesegnete. Die Menschen die als „Perfekt“ gelten.

Rain ist emphatisch und loyal. Besonders da sie in Grey aufwuchs, wo die Menschen tagtäglich gegen den Smog der Fabriken ankämpfen müssen, die sie krank machen, vergisst sie ihre Wurzeln nicht. Während sie sich in Aventin aufhält, lässt sie sich nicht von ihrer Schönheit und besonders Oberflächlichkeit blenden. Und das bewies sie unzählige Male, als sie sich für die einsetzte, die vom System unterdrückt wurden. Auch wenn ihr niemand mit einer richtigen Antworte auf ihrer Frage antwortet und gefühlt an jedem Tag neue Geheimnisse erscheinen, lässt sie sich nicht runter kriegen, obwohl sie sich alleine in der Hauptstadt befindet. Ihre Loyalität stellt sie immer wieder unter Beweis, wenn es um ihre Mutter geht, die von den Gesegneten als Terroristin angeprangert wird. Ich fand es wirklich super, dass sie so eine Powerfrau war. Rain ist definitiv zu einer meiner liebsten Buchprotagonisten geworden, da sie sich nicht unterkriegen lässt und auf ihr Herz hört.

Zum anderen lesen wir auch aus der Sicht von Lark, der als Eins mehr Vorzüge hat, als Menschen, mit niedrigeren Einstufungen. Wie zum Beispiel seine Schwester Rose. Lark ist ein richtiger Familienmensch und bringt sich selber in Gefahr, nur um an Medikamente für seine kranke Schwester zu kommen, da sie sich keine leisten können. Deswegen wurde er schnell zu einer Spielfigur, egal wie sehr er sich gesträubt hatte. Die Spines, also die Rebellen, zwingen ihm Dinge auf und erpressen ihn auf Unmöglichste weise, so dass er immer wieder im Konflikt steht was richtig oder falsch ist.

Ich fand es toll, dass Buch aus zwei Sichten zu erfahren. Rain, die sich in Aventin befindet, als Gesegnete und Lark, der in Grey ums Überleben kämpfen musste um seine Familie zu unterstützen.

Auch an Antagonisten hat es in diesem Buch nicht gefehlt. Und hier ist es direkt eine ganze Gruppierung, die Spines, die Wut scheren und einen Krieg wollen. Es war faszinierend, wie schnell sie an Reichweite gewannen, sobald bei den Bürgern Unzufriedenheit herrschte. Faszinierend, dennoch erschreckend.

Mir hat das World Building sehr gefallen, dass die Menschen anhand ihrer DNA in Gruppen sortiert wurden. Die Einser waren die, die es weit schaffen konnten, während Zweier oft als Dienerschaft in Aventin zum Einsatz kamen, und zu guter letzt, die Dreier, die oft krank wurden und kein gutes Immunsystem besaßen, die keine.. schöne Zukunft vor sich hatten.

Und nun zur Handlung. Sie war sehr packend und durch die tollen Charaktere und dieser Welt, wurde ich auf jeder Seite mitgerissen, die im Nu verflogen waren. Zusammen mit dem Schreibstil, der detailliert und flüssig lesbar war, konnte ich dieses Buch kaum aus den Händen legen. Die Gedanken, Emotionen, Taten, sowie die Umgebung wurden lebhaft und authentisch beschrieben.

Fazit:

Dieses Buch ist eine klare Leseempfehlung für mich und definitiv mein Monatshighlight. Ich kann es jedem empfehlen, der Fantasy liebt und dem auch Reihen wie „Die Tribute von Panem“ oder „Selection“ gefallen haben! Hier erwarten euch die Helden von morgen und ein Land, dass eine Revolution durchlebt. Es ist eine spannende Geschichte mit liebenswürdigen Charakteren, die es auch nie einfach hatten. Ein wundervolles Buch!
Profile Image for Callie Wonderwood.
411 reviews26 followers
September 22, 2017
"Sie ist Rain. Der Regen. Der Neuanfang."
Rain ist ein Ghost. Sie lebt außerhalb des Systems. Seit ihrer Geburt ist sie auf der Flucht vor den Gesegneten, einer perfekten Weiterentwicklung der Menschen, die mit eiserner Hand regieren und das Volk unterdrücken. Rain weigert sich jedoch, sich ein Leben lang zu verstecken, und begeht einen fatalen Fehler. Sie bricht die wichtigste Regel der Ghosts: Vertraue niemandem!
(Klappentext)


Von dem Klappentext her hat mich das Buch neugierig gemacht und ich hatte nochmal richtig Lust eine Dsytopie zu lesen.
Der Anfang hat mir noch recht gut gefallen, aber mit den Hauptcharakteren bin ich nicht so richtig warm geworden. Beide haben zwar kein einfaches Schicksal und versuchen mit ihren Möglichkeiten das Beste aus ihrer aktuellen Situation zu machen. Aber ich konnte keine richtige Bindung zu ihnen aufbauen.
Rain war mir nicht so sympathisch, sie war mir zu eigensinnig, stur und zu einzelgängerisch. Ähnlich ging es mir auch mit Lark. Ich fand es zwar bemerkenswert, wie sehr er alles für seine Familie tut und unbedingt Sentinal, ein Soldat, werden will, um ihr Leben zum Positiven zu verändern. Trotzdem war er für mich kein Charakter, den ich richtig gerne mochte und ihn mein Herz geschlossen habe.
Zitat : "Er musste an seine Familie denken. Er war ihr Ticket zu einem besseren Leben, ihre letzte Hoffnung, und er musste diesen Test bestehen. Nicht nur bestehen. Er musste einer der Besten sein."
Die Idee hinter dem Buch hat mir gut gefallen, aber die Umsetzung konnte mich leider nicht überzeugen. Es für mich zu klischeehaft, teilweise vorhersehbar und nicht neu und innovativ genug. Die perfekten Gesegneten sind an der Macht, alle anderen sind in einem strikten Klassensystem nach ihren Genen eingeteilt und Rebellen versuchen sich dagegen aufzuwenden.
Ich hätte mir eine gelungene Dsytopie mit spannendem Worldbuilding gewünscht, aber das fehlte das Besondere an der Geschichte und es hat allgemein zu sehr an andere Dsytopien erinnert.
Zitat : "Plötzlich hatte das Vögelchen neue Hoffnung, und der Kampfgeist kehrte in seine Schwingen zurück. Kein Vögelchen, korrigierte sich Rain. Ich bin der Regen."
Der Schreibstil war leider nicht so meins, denn insgesamt hat sich für mich das Buch leider sehr gezogen. Auch von der Wortwahl her, mit Metaphern und oder leitenden Zitaten war ich nicht komplett begeistert und überzeugt. Obwohl ich es grundsätzlich gut gemacht fand, wie die Autorin einige Charaketere nach englischen Begriffen benannt hat, wie z.B. Cup, Rose oder Lark.
Zudem ging die Geschichte über 600 Seiten und vor allem bei so einer Seitenlänge wäre es toll gewesen, wenn mich das Buch gefesselt oder mitgerissen hätte, was aber nicht der Fall war.
Es gab zwar kleinere Spannungsmomente, jedoch zu wenige und es ist kaum etwas Entscheidendes und Bedeutendes für die Geschichte passiert.
Die Liebesgeschichte fand ich ganz gut gemacht, denn sie spielte keine so große Rolle und die Handlung, die mir leider nicht gefallen hat, stand im Vordergrund.

Fazit :
Gute Idee, aber keine gelungene Umsetzung. Ich konnte keine richtige Bindung zu den Charakteren aufbauen und die Handlung hat mir insgesamt nicht gefallen.
Profile Image for Tina ♥ Bookaholic.
967 reviews135 followers
August 10, 2022
Spannende Unterhaltung mit gutem Einstieg in eine Welt, die interessant aufgebaut war. Zuerst mochte ich es richtig gerne, aber leider hat es ab einiger gewissen Wendung in Rains Leben etwas an diesem mitreißenden Gefühl verloren. Auch die Charaktere waren mir gegen Ende hin zu unstet und hier hätte ich mir mehr Geradlinigkeit gewünscht, besonders von Lark. Aber ich bin guter Hoffnung, dass es der zweite Teil nochmal richtig rausreißen kann und es ist jammern auf hohem Niveau. Erinnert zwar bei manchen Stellen sehr an Hunger Games, aber ansonsten war es gut geschrieben und hat Spaß gemacht.
Profile Image for Sophia Wordworld.
1,243 reviews23 followers
September 3, 2017
Allgemeines:

Titel: Die Perfekten
Autor: Caroline Brinkmann
Verlag: ONE, Imprint der Bastei Lübbe AG (25. August 2017)
Genre: Dystopie
ASIN: B071F17NDH
ISBN-10: 3846600490
ISBN-13: 978-3846600498
Seitenzahl: 608 Seiten
Preis: 18€ (Gebundene Ausgabe)
13,99€ (Kindle-Edition)


Inhalt:

"Mein Name ist Rain. Ich gehöre zu denen, die man Ghosts nennt. Mit meiner Mutter lebe ich außerhalb des Systems. Wir sind unsichtbar. Über uns allen thronen die Gesegneten. Sie gelten als perfekt. Aber das bin ich auch!"
Rain und ihre Mutter Storm sind auf ständiger Flucht vor den Gesegneten, einer perfekten Weiterentwicklung der Menschen, die das Land Hope regieren. Wie für alle Menschen, die aufgrund ihrer Gene in der perfekten Welt keinen Platz haben, ist die einzige Chance zu überleben, dass sie unsichtbar bleiben. Rain missachtet diese Regel und schließt Freundschaft mit dem Jungen Lark. Doch gerade, als sie beginnt, ihn in ihr Herz zu lassen, verrät er sie an die Soldaten der Gesegneten. Eigentlich wäre das ihr sicheres Todesurteil, doch stattdessen erfährt Rain etwas Unglaubliches. Sie ist gar kein Ghost. Sie ist perfekt. Eine Gesegnete.



Bewertung:

Als ich den Klapptext dieses Buches gelesen habe, wusste ich gleich: das wird gut! Und mein erster Eindruck hat mich nicht getäuscht. Gerade in Zeiten, in denen billige Dystopien, die sich gleichen wie ein Haar dem anderen den Markt überschwemmen, um noch ein kleines bisschen Erfolg vom Dystopien-Hype abzukriegen, bin ich umso begeisterter, wenn ich einmal ein wirklich originelles Beispiel dieses Genres finde, das mich überzeugen kann. Und dieses Buch hat mich überzeugt. Ein wenig wie "Legend" von Marie Lu, ein wenig wie die berühmten "Hunger Games" von Susanne Collins, ein wenig wie "Die rote Königin" von Victoria Aveyard und ganz viel ganz anders.


"Sie ist Rain. Der Regen. Der Neuanfang."


Das Cover ist sehr hübsch anzusehen und passt sehr gut. Der weiß-pinke Titel ist sehr dominant und füllt die gesamte Größe des Coverbildes aus, dahinter ist das Gesicht eines Mädchens zu sehen. Mit der Kapuze und dem Titel sieht es ein wenig aus, als wolle sie sich verstecken. Die strahlendgrünen Augen sind mit dem Titel die einzigen Farbklecke auf dem sonst grauen Hintergrund. Dass alles so dunkle gehalten ist, passt gut zu den Aschewolken Greys, dem hauptsächlichen Setting, die linke untere Ecke bildet ein Lichtblick, der dann für Aventin stehen könnte. Eigentlich störe ich mich an echten Personen auf Coverbildern, doch dieses Gesicht passt für mich sehr gut zu Rain - mit dem direkten Blick, der den Leser geradewegs anzusehen scheint, der dunklen Kapuze und den stimmigen Körpermerkmalen wird sie gut wiedergegeben. Die gebundene Ausgabe ist außerdem sehr groß und angenehm zu lesen bedruckt und kann mit einem Lesebändchen punkten, das dieselbe Farbe trägt, wie der Titel auf dem Cover. Auch der Klapptext gefällt mir gut - er bringt den Leser zusammen mit der sonstigen Gestaltung schon mal in die düstere Science-Fiction Stimmung über das Schicksal eines Mädchens in der Ungerechtigkeit des Landes Hope.


Erster Satz: "An Rains Sechzehntem Geburtstag nahm ihre Mutter sie in den Arm und flüsterte: "Für mich bist du perfekt."


Zu Beginn meiner Rezension habe ich gesagt, das Buch sei mal wieder eine gute Dystopie. Mit gut meine ich gut ausgearbeitet, gut nachvollziehbar und vor allem gut rückzubeziehen. Denn was soll eine Dystopie denn eigentlich tun außer zu unterhalten? Ein pessimistischen Zukunftsbildes zeichnen, welches auf bedenkliche Entwicklungen der Gegenwart aufmerksam machen, vor deren Folgen warnen oder auf aktuelle Missstände hinweisen soll. Und das passt hier alles. Neben dem dystopischen Weltbild sind auch Dinge wie technische Neuerungen und Erfindungen gar nicht soweit hergeholt und gut vorstellbar. So wirkt der dargestellte Weltenentwurf greifbar und realistisch. Die Handlung verwirrt, verstört, verzaubert wie die großen Reihen der Dystopien - jedoch ohne diese kopieren zu wollen. Obwohl unsere Wirklichkeit (noch) nicht dem entspricht, was hier beschrieben wird, kann man sich doch zumindest vorstellen, dass wir uns irgendwann dorthin entwickeln könnten – und das ist eine unbehagliche Vorstellung, die genau das erfüllt, was ich mir von einer guten Dystopie erwarte.


"Du bist der Regen", flüsterte ihre Mutter. "Die Hoffnung." "Ich bin nichts, nur ein Schatten", flüsterte Rain. "Alles beginnt mit einem Tropfen. Einem Tropfen, dem Milliarden weitere Tropfen folgen."


Die ungerechte Welt, die die Autorin hier erschaffen hat, ist diesmal vor allem auf die Gene der Menschen bezogen, nach deren Qualität sie ihren Platz in der Gesellschaft zugewiesen bekommen. Während die herrschenden Gesegneten in Luxus leben und nur die G Einsen auf einen Aufstieg hoffen dürfen, wird den unteren Klassen, den Zweien und Dreien der Zugang zu genug Nahrung, sauberem Trinkwasser, Medikamenten und Bildung versperrt. Schließlich streben die Gesegneten eine Welt an, in der Zweien und Dreien ausgestorben und alle ein perfektes genmaterial vorzuweisen haben. Diese Idee ist evolutionsbiologisch eigentlich sinnvoll und auch gut erklärt, bietet aber vor allem Stoff für viele Diskussionen. Wie kann man Gene nach Qualität unterscheiden? Und ist der gesamte Genpool der Menschheit, die Ausrottung von Krankheiten und der Aufbau einer stabilen, friedlichen Welt nur zu schaffen, in dem "minderwertige Menschen" durch Geringschätzung aussortiert werden, indem sie früher sterben und sie sich nicht fortpflanzen dürfen?


„Nicht die Gene machen einen Menschen perfekt, sondern sein Wesen.
Vergiss das nicht, mein Herz."


In krassem Gegensatz dazu stehen die Gesegneten, die Perfekten Herrscher Aventins. Wunderschöne, gesunde, starke und intelligente Supermenschen, die das Land regieren, gottgleich verehrt werden und im Luxus leben, während die Arbeiter in den ärmeren Zirkeln sich die Lunge verätzen, weil in den Fabriken keine Filteranlagen installiert sind. Und all das in einem Land das „Hope“ heißt – was für eine Ironie! Diese heftigen Unterschiede in der Bevölkerung an sich sind sehr mitreißend erklärt und das Leid, in dem die Menschen leben weckt in jedem Leser seinen Gerechtigkeitssinn. Die Welt ist schlüssig und nicht überquellend mit Details aufgebaut, einige für die erste Handlung unwichtige Infos und Bereiche des Lebens werden einfach weggelassen. Da das Buch in naher Zukunft noch eine Fortsetzung erhalten soll, ist das aber verständlich und zu entschuldigen.


"Kennst du den Geist,
der sich nachts umhertreibt?
Er singt mit dem Regen,
wild und verwegen.
Er trommelt den Takt,
den Takt, den die Freiheit,
nur für ihn bereit hat."


Super fand ich auch die Darstellung der "alten Zeit", also unserer Gegenwart. Es wird gesagt, dass die Menschen den Planeten ausgesaugt und ausgebeutet haben und sich dann um die letzten Überreste noch bekriegten, was die ganze Erde zerstört hat, auf der anderen Seite berichtet Rain aber auch wehmütig von dieser Vergangenheit und stellt sie sich schön vor. Sie liest Bücher, in denen ein "gewisser Herr Weihnachten" gerne viel Zimt benutzt und wundert sich über die Fantasien der Menschen, die sich Geschichten ausdachten, die sie nicht versteht und wundert sich über den Einfluss des mächtigen Donalds, dessen Name sie überall auf alten Ruinen findet (McDonalds). Die vielen kleine Anspielungen machen das Buch wirklich besonders und lockern und dunkel Atmosphäre etwas auf.


"Sie eilte zum Fenster und presste ihre Stirn gegen das Glas. Für einen Moment stellte sie sich vor, wie es wohl wäre, fliegen zu können. Fliegen wie die Menschen mit den Flügeln, die Rose so geliebt hatte. Plötzlich verstand sie, warum sich jemand etwas Derartiges ausdachte. Es war der Wunsch frei zu sin. Frei wie ein Vogel."


Dazu trägt auch der Schreibstil seinen Teil bei. Wie bei vielen Jugendbüchern ist er recht schlicht. Besonders aufgefallen ist mir jedoch, dass speziell verkommene Wörter oder Neuheiten wie zum Beispiel das Nutztier "Kaf" (Kreuzung aus Schaf und Kuh) nicht genauer erklärt werden, als wüssten wir Leser automatisch bescheid. Manche Wörter werden einfach wie beiläufig eingestreut und erst viel später oder gar nicht erklärt. Das fand ich wirklich interessant, denn man konnte sich eigentlich immer erschließen, was gemeint war. Einzig der Ausruf "Kallisto", der ständig vorkommt, hat mich dauerhaft verwirrt, bis ich dann darauf gekommen bin, dass er einfach einen Fluch darstellte. Neben diesen Kleinigkeiten vermochte er der flüssige und sehr lebhaft geschriebene Stil, mich durchgängig zu fesseln. Angesichts der 600 Seiten war ich am Anfang etwas skeptisch, doch ich flog irgendwann geradezu durch die Handlung, ohne auf die Seitenzahlen zu sehen und war - schwups - plötzlich am Ende.


"Wie jeder von uns hast du nur einen Platz auf dieser Welt gesucht, und du hast ihn in meinem Herzen gefunden."


Neben den Genen gibt es noch eine weitere Unterteilung des Landes Hope - geographisch in verschiedene Zirkel. Hier wurde ich dann doch sehr an Panem erinnert, die 'goldene' Hauptstadt Aventin, in der die Reichen, Schönen und Priviligerten wohnen und von dort aus regieren erinnerte mich an das "Kapitol". Die verschiedenen Zirkel, die jeweils für einen bestimmten Bereich zuständig sind und dementsprechend benannt wurden, sind den "Distrikten" sehr ähnlich. Neben landwirtschaftlich geprägten Gebieten wie Green oder Azure, dem reichen Kultursektor Ruby, den Minenzirkeln Pitch, und nicht zuletzt Aventin, der goldene Hauptstadt der Gesegneten und Begabten spielt die Haupthandlung vor allem in dem kleinen Fabrikzirkel Grey, der wie der Name schon verrät grau, trist und trostlos ist. Mit der vom Smog der Maschinen verseuchten Luft, der Asche auf den Straßen, der hungernden Bevölkerung und den vielen krankheitsverbreitenden Werratten ist die Stadt keineswegs ein schöner Ort zum Verweilen, so ist es nicht verwunderlich, dass sich hier die Brutstädte eines Widerstandes bildet. Den zunehmenden Einfluss der Rebellen auf die Einwohner Greys sind wirklich gut dargestellt. So kann man gut mit verfolgen, wie die Unzufriedenheit und Unmut über die Regierung die Menschen in die Arme der Rebellen treibt. Die Rebellen nennen sich Spines, die "Wilden, Freien, Echten und Gerechten", die endlich mehr Gerechtigkeit von der Herrschern aus Aventin fordern und dabei Angst, Schrecken und Tod verbreiten. In dieser Welt zwischen skrupellosen, verzweifelten Rebellen und mächtigen, eiskalten Gesegneten leben die beiden Hauptcharaktere Lark und Rain, die beide etwas anders denken und sich an die Hoffnung klammern, irgendwann aus Grey herauszukommen und in der Gesellschaft aufzusteigen. Doch der Smog und die Verzweiflung zwingen sie zu schrecklichen Taten, die sie in ganz andere Richtungen treiben, als gedacht... eine düstere Geschichte voll Hoffnung, Andersartigkeit, Ungerechtigkeit und einem Kampf um die Freiheit beginnt.


"Du erinnerst die Menschen an etwas, das vor langer Zeit verloren ging."
"An was?"
"An Märchen. Daran, dass das Unmögliche möglich ist. Die Augen von Hope sind auf dich gerichtet. Du bist vom Ghost in den Himmel gestiegen, als wären dir über Nacht Flügel gewachsen. Du bist aus der Asche emporgestiegen, um uns Hoffnung auf ein besseres Leben zu geben. Du bist der Samen, der in den Köpfen und Herzen der Menschen wächst und blüht. Der Samen einer Idee."
"Einer Idee?"
"Die Idee, dass auch die Ärmsten fliegen können. Bishop presste seine Finger auf sein Herz. "Die Idee, dass sich die Welt ändern kann. Du kannst die Welt ändern!"


An seiner Spitze steht die junge Rain. Als rechtlose Ghost, einem nicht registrierten Mensch, der durch die unerlaubte Fortpflanzung von der niederen Klasse entstanden, wird sie gejagt und hat nicht die Erlaubnis zu Existieren. Aus ihrer Perspektive wird berichtet, jedoch bietet die personale Erzählsicht mal eine erfrischende Abwechslung zum ewigen Ich-Erzähler, der bei Jugendbüchern dominiert. Rain ist eine Kämpferin. Eine wirklich sympathische junge Frau, die für ihre Prinzipien einsteht und versucht, das Richtige zu tun. Ihre Mutter Storm, mit der sie sich auch ohne Worte versteht, hat sie zu einer taffen, selbst denkenden und zielstrebigen Frau erzogen, die sich nicht über ihr Leben beschwert, obwohl sie dazu allen Grund hätte. Denn das junge Mädchen hat es nicht leicht, ist es gewohnt nirgends zuhause zu sein, ständig abhauen zu müssen und ein Dasein im Schatten führen zu müssen. Täglich kämpft sie um ihr Überleben im Smog Greys, hat sich dafür ein gesundes Misstrauen fremden Menschen gegenüber angelegt und kennt die Tricks, wie man nicht auffallen kann. Umso schwerer fällt es ihr, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen, als herauskommt, dass sie eine Gesegnete ist. Perfekt, wunderschön, von ihrer Mutter entführt und in ein Leben als Schatten gezwungen. Bam! Dieser Schlag ins Gesicht sitzt und ihr Weltbild ist aus den Fugen geraten. Umso beeindruckender ist es, wie sie sich von den geänderten Umständen nicht unterkriegen lässt, sondern weiter für den Frieden kämpft - als Rajana, die verschollene Prinzessin, die aus der Asche aufstieg und so den einfachen Menschen Hoffnung schenkt. Ihre Waffen sind nicht mehr ihre Fäuste und ein Elektroschocker, sie kämpft stattdessen mit Worten, Outfits und Auftritten. Doch der Hass und die Angst sitzen tief in den Herzen der Bürger Hopes. Bald muss sie sich entscheiden, was sie sein will. So lässt sich weitere Gewalt nicht verhindern, und der Krieg macht auch nicht vor den Mauern Aventins Halt.


"Ich gebe dir die Möglichkeit, frei zu wählen, was du sein willst. Wild oder gezähmt? Gerecht oder gesegnet? Rain oder Rajana?"


Der zweite Protagonist, dessen Sichtweise Rains manchmal abwechselt, ist Lark. Auch wenn der junge Mann eine G1 ist und ein halbwegs sicheres Leben führt, hat er es nicht leicht. Er will es unbedingt zu einem guten Job bringen, damit er mit seiner Familie in Sicherheit außerhalb von den giftigen Dämpfen Greys leben kann und sich die wichtigen Medikamente für seine kleine Schwester Rose - eine kranke G3 - leisten kann. Deshalb wird er Anwärter auf eine Ausbildung zum Sentinal, der Polizei Hopes, die für Recht und Ordnung sorgen soll. Doch seine Geheimnisse bringen ihn in einen Zwiespalt, der ihn fast kaputt macht, denn Schatten aus seiner Vergangenheit haben noch eine Rechnung mit ihm offen, die ihn zu schrecklichen Taten zwingen. Nicht zuletzt, die junge Frau zu verraten, die er gerade kennengelernt hat und die ihn seltsam berührt - Rain.
Auch er ist ein sehr starker Charakter, der von seiner Vergangenheit und der Dunkelheit Greys geprägt wurde. Gleichzeitig ist er aber auch ein Familienmensch und kümmert sich um seine kranke Schwester, die er über alles liebt. Für sie begeht er dunkle Deals und macht eine Menge Fehler. Je mehr man Lark kennenlernt, umso besser versteht man sein Denken und Handeln. Er ist motiviert, stark und bereit, alles für die zu tun, die er liebt: Koste es, was es wolle.


"Wir sind in der Asche geboren, aber wir werden nicht in ihr sterben, richtig?" "Richtig." Sein Handrücken streifte den ihren, und für einen Moment wagten sie zu träumen. Von Zitronenkuchen. Und einer anderen Welt."


Neben den beiden Hauptprotagonisten bezaubern uns noch eine ganze Reihe super gezeichneter Nebencharaktere, die alle einen schönen Teil der Geschichte einnehmen.
Mein Liebling ist mit Abstand Rose, die kleine süße Schwester von Lark. Mit ihrer herzlichen, leicht schrägen und unschlagbar positiven Art ist sie einfach liebenswert. Obwohl sie es nicht leicht hat, lässt sie den Kopf nicht hängen und ihre übersprudelnde Fantasie zauberte mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht. Auch Pi, Rains kleine Fuchsmanguste (ähnlich eines Frettchens), ist mir sehr ans Herz gewachsen.
Dann ist da noch Storm, die kämpferische und stürmische Mutter Rains, die eine Menge Geheimnisse birgt und immer weiter in den Abgrund zu rutschen scheint, obwohl sie eigentlich nur ihre Tochter beschützen will, ganz im Gegensatz zu Rains - Rajanas - richtigen Eltern Aurelia und Tiberius, die eiskalten, kalkulierenden Gesegneten, denen sie nicht trauen kann. In der neuen Umgebung, die ebenso feindselig erscheint wie die grauen Wüsten ihres Heimatzirkels sind ihr Capman, also ihr Imageberater Bishop und die junge Gesegnete Andromeda ein Lichtblick. Sie helfen ihr, sich in der modernen Luxusgesellschaft zu recht zu finden, doch kann sie sich von der Bequemlichkeit verführen lassen und den beiden wirklich vertrauen…? Wem kann man wirklich glauben? Was ist richtig? Was ist falsch? All diese Fragen habe ich mir immer wieder gestellt, während ich das Buch gelesen habe. Es ist spannend, aufwühlend und nervenzerreißend. Man weiß nie, was als Nächstes geschieht, es ist absolut nicht vorhersehbar und das gefiel mir besonders gut.


"Der Regen gibt Hoffnung, mein Herz. Vielleicht gab es Hoffnung. Sie durfte nicht verzweifeln. Sie musste glauben. Unwetter haben keine Angst..."


Das Netz um Rain und Lark zieht sich immer weiter zu, die Spannung steigt konstant an und die Handlung gipfelt auf ein Finale zu, als die Bewohner Hopes sich auflehnen. Ein letzter Kampf, der noch einmal alles geben will - es machte mich sprachlos, es machte mich wütend, ich fieberte mit und konnte kaum atmen -, der dann aber leider für meinen Geschmack in zu vielen unübersichtlichen und hektischen Szenen versank. Auch der aller letzte Schluss ging mir etwas zu schnell und lässt viele Handlungsstränge offen ohne einen wirklichen Cliffhanger zu haben. Wegen dieser letzten 30 Seiten habe ich mich entschieden, keine 5 Sterne zu vergeben, sondern ein wenig abzuziehen. Ich freue mich auf jeden Fall riesig auf den nächsten Teil!


"Regen und Sturm. Das waren sie. Niemand mochte Unwetter, aber es war ein schöner Gedanke, denn als Unwetter braucht man sich nicht zu fürchten."



Fazit:

Eine mega spannende Dystopie der Extraklasse. Caroline Brinkmann verstört, berührt, fasziniert, bezaubert und begeistert mit diesem Sci-Fi-Auftakt, der nicht nur für Genre-Liebhaber ein literarischer Leckerbissen ist. Meine uneingeschränkte Empfehlung!
Profile Image for flieder.kind ~ Anna.
179 reviews9 followers
October 29, 2017
3,5 Sterne.

Die Geschichte ist an sich ganz nett und hätte mich eventuell auch von sich überzeugen können. Wäre da nicht etwas gewesen, das mich die ganze Zeit gestört hat. Viele Aspekte weisen ziemlich große Ähnlichkeit zu "Die Tribute von Panem" auf. Letzteres ist eines meiner Lieblingsbücher und der Schreibstil von Suzanne Collins unverwechselbar. Greift man nun Elemente der Geschichte auf, kann ich nicht umhin, das mit Suzanne Collins zu vergleichen. Beabsichtigt oder nicht, "Die Perfekten" konnte mich so leider nicht überzeugen. Sehr schade.
Profile Image for Christina .
361 reviews40 followers
April 30, 2020
Eine wirklich düstere Dystopie, deren Welt mich sehr an Panem erinnert (nur ohne Hungerspiele). Eine Sogwirkung hatte dieses Buch nicht auf mich, ich fand es aber dennoch sehr gut geschrieben.
Profile Image for Sine.
264 reviews
September 9, 2017
Fazit:

Ich weiß nicht so recht, wie ich dieses Buch bewerten soll. Es ist gut geschrieben und ich bin gut durchgekommen, auch wenn nicht alles super spannend war. Aber irgendwie fehlt mir etwas, ich kann es nicht genau benennen. Es war wirklich gut und eben spannend, Rain und auch die anderen kann man gut nachvollziehen und einige hätte ich gerne noch näher kennengelernt.

Bewertung:

Die Perfekten handelt von einer Gesellschaft, in der die Menschen unterteilt sind in Nummern, alle unter 3 sind als Belastung anzusehen und selbst die Dreien haben es nicht leicht. In dieser gibt es auch die Rebellen und die Ghosts. Eine von den Ghosts ist Rain mit ihrer Mutter, aber Rain sehnt sich nach mehr Leben. Kein Verstecken mehr. Sie lebt im Zirkel Grey, der einem grauen Schleier umgibt.

Im Land gibt es Abstufungen der einzelnen Menschen. Es gab Eins plus, Eins, Zweien und Dreien. Je nachdem, was sie waren, konnten sie spezielle Arbeit verrichten. Aber es scheint, als ob nicht mal die Einsen ein schönes Leben haben, außer, sie haben einen besonderen Beruf. Kein schönes Leben. Dazu kommen die Rebellen und die Ghosts. Die Ghosts sind welche, die nicht auf dem Radar des Landes stehen und im Verborgenen leben ohne direkt und mit Gewalt zu rebellieren. Sie führen ein Leben in Angst.
Zu dem gibt es WatchBots und Drohnen, die alles überwachen und auch die Daten der Menschen scannen können, sodass sie erkennen, wer da vor ihnen steht. Alle Menschen in diesem System sind gebrandmarkt.

Es fängt an im Zirkel Grey, der von einem grauen Schleier umgeben ist. Es handelt sich um Smog der Fabriken, der jedem anhaftet. Daher waschen sie sich häufig. Jeder dieser Zirkel hat einen Earl. Auch anderen Zirkeln begegne ich, die einfach nur verwirrend sind, besonders für Rain.

Vor diesen Zirkeln war die Menschheit anders. Es gibt noch einige Artefakte davon, z. B. Plakate von Ronald McDonalds und Gott. Die Deutungen dazu sind manchmal echt belustigend und bringen mich immer wieder zum schmunzeln.

Die Kapitel sind aus Larks oder Rains Sicht erzählt.

Charaktere

Rain lebt in ständiger Angst, dass sie entdeckt wird. Sie möchte am liebsten ein normales Leben führen. Da wäre sie lieber eine Drei, als ein Ghost, der in ständiger Angst leben muss, entdeckt zu werden. Sie sieht wohl ganz gut aus und ist auch ziemlich intelligent.

Rains Mutter Storm trainiert ihre Tochter schon lange und bringt ihr alles mögliche bei um zu überleben. Auch wenn sie ein Ghost ist und früher mal registriert war, ist sie nicht klein zu kriegen. Sie ist stärker und entschlossener geworden, auch um Rain zu schützen.

Tiberius und Aurelia sind beide sehr komisch. Tiberius finde ich da noch etwas ansprechender, er wirkt etwas freundlicher und offener. Aurelia scheint eher in ihrem eigenen Gefängnis festzusitzen und das ist sie selbst.

Lark Leben ist schwer und er möchte ein besseres Leben haben, für sich und seine Familie. Er darf sich keine Fehler erlauben, denn er muss hart arbeiten um das zu erreichen. Daher hat er auch wirklich angst. Er scheint viel für seine Familie übrig zu haben und denkt auch über das System hinaus, besonders, da seine Schwerster eine Drei ist.

Larks Schwester Rose ist so eine freundliches und liebevolles Kind, das es mir ein bisschen leid tut. Sie hat das alles nicht verdient und trotzdem versucht sie noch glücklich zu sein, auch wenn es nicht immer klappt.
Profile Image for lesemama.
1,616 reviews1 follower
October 6, 2018

Zum Buch:
Rain lebt in einer Welt, in der die Menschen in Klassen eingeteilt werden. Je höher die Einstufung, umso besser sollte das Leben sein. Rain hingegen ist ein Ghost, ein Mensch ohne Klassifizierung, sie lebt im Hintergrund und darf nicht auffallen.

Meine Meinung:
Eine Dystopie, bei der es mal wieder um die Frage geht, was ist Perfekt? In der Geschichte werden die Menschen in Klassen eingeteilt. G1 hat das beste Potential um in einer neu geschaffenen Welt sehr seit zu kommen. G2 darf noch niedere Arbeiten übernehmen, G3 ist nach Meinung der Menschen mit G1 nicht mehr wert, Leben zu dürfen. Alleine schon diese Tatsache hat mich sehr berührt, wird es in Zukunft auch so werden?
Rain ist ein Charakter, der man ihr Alter noch anmerkt. Einerseits ist sie unglaublich stark, selbstständig und kampfbereit. Andererseits ist sie unsicher und lässt sich leicht beeinflussen. Dann ist noch die zweite Hauptcharateke, Lark, von dem ich nicht so recht weiß, was ich halten soll. Er ist tatsächlich noch sprunghafter als Rain. Aber zusammengefügt wird es eine stimmige Story.

Die Geschichte ist spannend, abwechslungsreich und richtig gut erzählt. Ich mag den Schreibstil von Caroline Brinkmann, sie schafft es, den Spannungsingen hochzuhalten.
Die Einteilung von Hope, dem neuen Land, in verschiedene Bezirke mag nicht neu zu sein, aber für eine Dystopien ist es genau richtig.
Eine spannende Geschichte, die allerdings mit einem ganz fiesen Cliffhänger endet. Zum Glück habe ich den zweiten Teil schon hier ...
Profile Image for Buchwelten.
169 reviews7 followers
May 19, 2020
Diese Dystopie ist genau nach meinem Geschmack. Das Genre wird hier zwar nicht neu erfunden, dennoch ist es eine solide Story. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten. Der Schreibstil ist so gehalten, dass ich mühelos komplett in diese Welt eintauchen konnte.
Ein wenig hatte ich das Gefühl, dass die Idee zu dieser Dystopie und auch das World-Building auf folgende Weise entstanden sein könnte: man nehme Dystopien wie Tribute von Panem, Die Bestimmung, Selection, 3 % und noch einige Andere, packe den Inhalt in einen Topf ohne Deckel und dann kräftig schütteln. Was nun noch im Topf verblieben ist, bildet den Rahmen der 'Rain & Lark' Reihe. Das meine ich nicht negativ. Vielmehr habe ich mich gefreut, immer wieder "Dinge" oder Strukturen zu entdecken, die mir schon aus anderen Dystopien bekannt waren. Es erschien mir beinahe wie eine Hommage an die guten Dytopien.
Was mich immer wieder zum Schmunzeln brachte, waren die Hinweise auf unsere reale Welt, die in dem Buch als die "alte Welt" beschrieben wird. Wie die Protagonisten Dinge aus unserer Welt interpretieren und über die Sinnhaftigkeit spekulieren. Einfach herrlich amüsant! Ich könnte mir vorstellen, dass dies teilweise in der Zukunft genauso sein könnte.
Eine rundum gelungene Story für mich, die 4,5 Sterne verdient hat.
Profile Image for Jenny.
316 reviews6 followers
December 4, 2018
Ich hab es jetzt ne gefühlte Ewigkeit vor mir hergeschoben das Buch zu beenden und das sagt auch eigentlich schon wieder alles.
Immer wieder gab es Phasen in denen ich dache,dass es mich doch noch packen könnte,aber die gingen genauso schnell wieder vorbei wie sie gekommen sind.
Auch die Anspielungen auf die alte Welt haben mir gefallen,jedoch hat mir auch hier was gefehlt.
Irgendwie habe ich außerdem zu keinem Charakter eine richtige Beziehung aufbauen können und dementsprechend habe ich auch nicht richtig mitgefiebert.
Schade,bisher hatte ich einige positive Stimmen zu dem Buch gehört gehabt.
Profile Image for Victoria.
383 reviews29 followers
September 3, 2018
Am Anfang des Buches hatte ich ein paar Probleme und erst ab der Hälfte ist es richtig spannend geworden. Besonders das Ende war echt super.
Rains Charakter hat mir echt gefallen und auch die der anderen fand ich extrem vielfältig und zu manchen baut man eine richtige Hass-Liebe auf.
Es gibt immer zwei "Sichten" und auch die von Lark hat mir gefallen, so lernt man zwei Seiten dieser Welt kennen.
Ich hätte mir aber gerne eine Karte gewünscht, da das Worldbuilding ein paar Lücken hatte.
Insgesamt vergebe ich trotzdem 5 Sterne.
Profile Image for Skjoon.
742 reviews17 followers
October 7, 2017
Titel: Die Perfekten
Originaltitel: ----
Autor: Caroline Brinkmann
Seitenanzahl: 606
Reihe: Teil 1/?
Genre: Jugendbuch
Verlag: One

Rain ist ein Ghost. Sie lebt gemeinsam mit ihrer Mutter Storm, ein unauffälliges Leben, außerhalb des Systems. Zeit ihres Lebens ist die junge Rain auf der Flucht vor den Gesegneten, den perfekten Menschen der Welt. Denn eigentlich darf Rain nicht existieren, da sie nicht den Rängen der menschlichen Gene entspricht. So lebt das Mädchen seit Jahren ein ziemlich einsames Leben. Sie hat keine Freunde, da sie niemandem Vertrauen kann. Doch eines Tages, lernt sie den Jungen Lark und dessen Schwester Rose kennen. Drei drei freunden sich an, doch kann Rain ihnen vertrauen??

Ich habe mich sehr auf dieses Jugendbuch gefreut, da ich im Vorhinein schon sehr viele positive Meinungen darüber gelesen habe und ich Dystopien liebe. Leider wurde ich von diesem Buch etwas enttäuscht...
Die ersten 200 Seiten hatte ich wirklich ganz schöne Probleme mit dieser Geschichte. Es passierte einfach nicht sonderlich viel und ich habe mich oft wirklich gelangweilt. So ganz gepackt hat mich Rains Geschichte bis zum Schluss nicht.
Das Ende kam für mich zu abrupt! Da blieben viele Fragen noch offen, die wahrscheinlich dann im nächsten Teil dieser Reihe geklärt werden.
Der ganzen Geschichte fehlte es meiner Meinung nach, einfach oft an Spannung. Manche Geschehnisse werden unnötig in die Länge gezogen, sodass dies für den Leser oft schon sehr ermüdend ist. Ich habe das Buch auch des öfteren zur Seite gelegt und habe mich mit anderen Dingen beschäftigt, als Rains Geschichte weiterzuverfolgen.

Rain fand ich Anfangs ja noch ganz sympathisch, aber ihre Wandlung, die sie im Laufe der Geschichte durchlebt, die hat mir nicht so gefallen & das hat ihr dann auch Sympathiepunkte gekostet!!

Mich hat dieses Buch stellenweise an die Tribute von Panem-Trilogie erinnert. Die Welt, die wir in "Die Perfekten" haben, hat in einer Gewissen Art und Weise eine Ähnlichkeit mit der von Panem, auch wenn sie dann doch wieder ganz anders ist.
Was mir gute gefallen hat, war, wie detailliert diese Welt beschrieben wurde! So konnte man sie sich sehr gut vor Augen führen . Auch die dort lebenden Menschen werden einem Nahe gebracht. Überhaupt achtet die Autorin sehr auf Details und sie bringt einem diese Welt und die verschiedenen Fraktionen langsam, Stück für Stück näher.


Ich finde, "Die Perfekten" ist ein ganz guter Auftakt einer neuen dystopischen Reihe geworden. Zwar fand ich das erste Drittel teils sehr ermüdend, dafür waren dann aber die anderen zwei Drittel (meistens) spannend und ja, auch actionreich!
3 von 5 Sternchen!!
Profile Image for Anna Kalashnikova.
180 reviews17 followers
November 8, 2019
Wow! That was good. I really enjoyed reading this book. Sometimes it was like a rollercoaster of emotions.
3.5
170 reviews5 followers
September 5, 2017
Die Autorin hat eine erschreckende Dystopie-Welt erschaffen. Die Geschichte spielt in dem Land Hope, genauer gesagt beginnt sie im Zirkel Grey. Grey hat seinen Namen dem stetig vorhandenen Smog zu verdanken.
Die Menschen sind in Kategorien eingeteilt. Die Gene bestimmen über das zukünftige Leben. Die Gesegneten sind die Übermenschen. Sie sind perfekt, werden nie krank und sind alle sehr schön. Sie regieren über die Menschen und leben in Saus und Braus. Eine Eins ist nahezu perfekt. Einsen sind intelligent, attraktiv und gesund. Sie können in der Medizin und der Forschung arbeiten oder Sentinal, die Elitekrieger der Gesegneten, werden. Zweien sind nicht ganz so perfekt. Ihnen bleiben schon viele Jobs verwehrt und sie dürfen nur bis 14 eine Schule besuchen. Zweien arbeiten meistens in den Fabriken. Noch schlechter haben es die Dreien getroffen. Sie arbeiten in den Minen. Sie sind wertlos für die Gesellschaft. Dreien sind meistens krank.

Nicht die Gene machen einen Menschen perfekt, sondern sein Wesen. Vergiss das nicht, mein Herz.
Prolog - Position 72

Rain ist zwar die Tochter einer Eins, aber ihre Eltern sind Rebellen, weswegen sie als Ghost leben muss. Sie ist nicht registriert und damit für den Staat nicht vorhanden. Die 16-jährige muss sich ihr Leben lang verstecken und um ihr Überleben kämpfen.
Rain war mir sofort sympathisch. Sie hat eine starke Persönlichkeit. Sie ist schlau und mutig. Sie ist gut trainiert und ausdauernd. Ihr größter Traum ist es, normal zu sein, in die Schule zu gehen und Freunde zu haben. Sie darf niemanden vertrauen, jeder könnte sie verraten.

Der Regen gibt Hoffnung. Er wäscht die Sorgen und die Spuren der Vergangenheit hinfort und schenkt einen Neuanfang.
Prolog - Position 78

Sie war es gewohnt, die Unsichtbare zu sein, der Schatten, der schnell wieder verschwand und den niemand wahrnahm. Nur ein Geist im Dunkel der Häuser und Türme.
Teil 1 - Position 278

Storm ist eine ebenso starke Persönlichkeit wie Rain, deren Mutter sie ist. Sie ist für mich ein faszinierender Charakter. Sie würde alles für ihre Tochter tun. Sie hat Rain alles beigebracht. Ich fand sehr schön, was sie ihrer Tochter gesagt hat und wie sie ihr Mut gemacht hat für alles zu kämpfen.

Storm. Sie war der tobende Sturm, der niemals aufgab, wenn es um das ging, woran sie glaubte.
Prolog - Position 384

Lark ist eine Eins. Er ist der Sohn einer Eins und einer Zwei. Die Familie hat es nicht leicht, da seine Schwester Rose krank und damit nur eine Drei ist.
Lark ist sehr loyal seiner Familie gegenüber und würde alles tun, um die kleine Rose zu beschützen. Er ist ein guter Schüler und hat schon Pläne für seine Zukunft. Er möchte ein Sentinal werden. Wenn er es schafft, ein Sentinal zu werden, wären viele Probleme der Familie gelöst und Rose könnte eine gute medizinische Behandlung bekommen. Er ist immer wieder im Zwiespalt.

Ganz besonders ins Herz geschlossen habe ich Rose. Sie ist ein aufgewecktes Mädchen, das viel schlauer ist, als die Leute von einer Drei denken. Der kleine Sonnenschein ist neugierig und wissbegierig. Sie ist offen und ehrlich.
Genauso wie Rose hat mich auch Rains Fuchsmanguste Cassiopaio begeistert. Das putzige Kerlchen steht Rain jederzeit zur Seite und ist ihr bester Freund. Er und Rose sind ein Lichtblick im tristen Grey.

Mir haben die Charaktere alle gut gefallen. Keiner war perfekt. Die Autorin hat die Charaktere sehr schön ausgearbeitet. Einige haben mich dann am Schluss sehr überrascht.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Rain und Lark in der dritten Person erzählt. Ich konnte mich gut in die beiden hineinversetzen und mit ihnen mitfühlen. Den Wechsel zwischen den Charakteren fand ich sehr gelungen. So hat der Leser einen Einblick in das Leben von zwei total verschiedenen Protagonisten und mehr Überblick über das Geschehen gewonnen.
Die Autorin schreibt bildhaft und detailreich. Ich konnte mir die Charaktere und Handlungsorte gut vorstellen. Das Buch ist angenehm und flüssig zu lesen.

Die Grundidee hat mir gut gefallen, auch wenn mir anfangs manches bekannt vorgekommen ist. Die Autorin hat ihre Welt gut durchdacht.
Caroline Brinkmann hat einige originelle Ideen in die Geschichte eingeflochten, die für mich neu waren, zum Beispiel wie sich die Leute begrüßen. Auch die Details in Aventin, wo die Gesegneten leben, habe ich sehr einfallsreich empfunden. Es gab so viele Kleinigkeiten in der Geschichte zu entdecken, die das Buch auch besonders machen.

Ich war sofort in der Geschichte drinnen und wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Auch wenn anfangs manche Wendungen vorhersehbar sind, wird die Handlung trotzdem von der ersten Seite an spannend erzählt. Danach gab es dann aber einige überraschende Wendungen und die Geschichte wird immer spannender.
Einige Szenen sind ziemlich brutal geschrieben. Ich fand das aber nicht abschreckend. Es hat zur Geschichte gepasst. Die Autorin hat sich auch nicht gescheut, einige Charaktere zu verletzen oder sterben zu lassen. Bei manchen fand ich das richtig schade, von denen hätte ich gerne noch mehr gelesen. Aber es wäre auch unrealistisch gewesen, in einem Buch über Widerstand und Krieg niemanden sterben zu lassen.
So wie der Smog über Grey liegt und allgegenwärtig ist, liegt über der ganzen Geschichte eine düstere und trostlose Stimmung, die sehr gut zu dieser Dystopie passt.

Jeder kämpfte für sich, und niemand achtete so genau auf seine Mitmenschen.
Teil 1 - Position 303

Das Buch regt zum Nachdenken an und ist manchmal gar nicht so weit von der Realität entfernt. Die Autorin hat die Unterschiede zwischen den Gesegneten und den Menschen in Grey sehr gut dargestellt.

Die Freiheit ist alles, was wir haben. Wir müssen dafür kämpfen. Wir sind mehr als bloß Nummern und Erbgut.
Teil 1 - Position 384

Caroline Brinkmann konnte mich mit ihrer Geschichte fesseln und mitreißen. Die Umsetzung hat mir sehr gut gefallen.
Es soll eine Fortsetzung geben, auf die ich mich schon sehr freue. Rains Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt.

Sie war eine Kämpferin, und sie würde ihr Leben nicht kampflos hergeben. Niemals. Sie war ein Unwetter, und sie würde toben.
Teil 1 - Position 2371

Übrigens ich wäre eine Drei. Und ihr?

Lesen zu können, war ein Geschenk, denn die Bücher ermöglichten ihr, neue Welten zu entdecken, fern von Sentinal und Drohnen.
Teil 1 - Position 404


Fazit:

Fesselnde Dystopie! Empfehlenswert!
Profile Image for Madita Hofmann.
270 reviews53 followers
November 25, 2017
Rain sollte eigentlich gar nicht existieren. Sie ist ein Ghost und versteckt sich zusammen mit ihrer Mutter vor der Gesellschaft - insbesondere vor den Gesegneten, den Herrschern über Hope. Deren Gene sind perfekt, daher stehen sie über den Menschen, die in Kategorien von 1 bis 3 eingeteilt werden. Doch so friedlich es anfangs in Hope scheint, so sehr brodelt es unter der Oberfläche. Die Rebellen, die sich selbst die Spines nennen, wollen die Gesegneten stürzen und das Land befreien - und so beginnt eine brutale Auseinandersetzung, und Rain gelangt zwischen die Fronten. Und dann erfährt sie etwas, was ihr gesamtes Leben auf den Kopf stellt und alles für immer ändert und sie vor die wohl wichtigste Frage ihres Lebens stellt: Welche Seite ist die Richtige?

„Nicht die Gene machen einen Menschen perfekt, sondern sein Wesen. Vergiss das nicht, mein Herz."


Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht zu lesen. Sie entführt einen sofort in das trostlose, düstere Grey, man wandert buchstäblich mit Rain durch die staubigen Straßen, flüchtet vor den WatchBots, hat Hoffnung und Angst, tanzt und lacht und weint. Die Autorin versteht es, den Leser einzufangen und zu fesseln. Anfangs tat ich mir dennoch etwas schwer, in die Geschichte reinzufinden, was möglicherweise aber auch am Format des ebooks lag. Bei ebooks fällt es mir aus irgendeinem Grund schwerer, am Ball zu bleiben... Das Buch ist recht lang und hat daher gerade am Anfang ein paar Längen, aber es wird von Seite zu Seite besser und ab dem ersten Drittel war ich vollständig gefesselt und wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es lohnt sich also, dranzubleiben!

„Unwetter. Regen und Sturm. Das waren sie. Niemand mochte Unwetter, aber es war ein schöner Gedanke, denn als Unwetter brauchte man sich nicht zu fürchten. Man war frei, tobte über den Himmel und tat, was man wollte."

Die Protagonistin Rain wird vielschichtig dargestellt, hat ihre guten und ihre schlechten Seiten und ist rebellisch und wild und frech. Sie war mir von Anfang an sehr sympathisch und man kann sehr gut mit ihr mitfühlen. Auch die anderen Charaktere, die eine Rolle spielen, werden gut dargestellt. Insbesondere Lark, der zweite Protagonist, ist sehr mehrdimensional und man möchte ihm so gerne helfen - auch wenn er Entscheidungen trifft, die mehr als falsch sind. Seine Familie ist ihm mehr wert als alles andere und er will nur eines: seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen und seine Schwester Rose vor dem sicheren Tod bewahren. Die Autorin schafft es hervorragend, den Charakter von Lark zerrissen und zwiespältig, und dennoch durch und durch glaubwürdig erscheinen zu lassen. Bei einigen der doch recht zahlreichen Nebenfiguren hätte ich mir noch etwas mehr gewünscht, da ihr Charakter teilweise zu oberflächlich bleibt und ich gerne mehr wissen würde.

„Ich habe nie gesagt, dass ich besser bin. Ich bin nur nicht so ein Mistkerl wie du."


Die Story ist vielschichtig, spannend, interessant und teilweise erschreckend realistisch. Eine Zukunft, in der Menschen nach ihren Genen eingeteilt werden und diejenigen regieren, die "perfekt" sind, ist auf der einen Seite undenkbar - und dann doch wieder erschreckend nachvollziehbar. Denn ist es nicht das, was Menschen tun? Nach Perfektion streben? In manchen Teilen erinnert die Thematik natürlich an "Die Tributen von Panem" oder "Divergent", aber dennoch schafft es die Autorin, der Dystopie einen neuen und eigenen Touch zu geben und etwas eigenes zu sein und kein bloßer Abklatsch. Das Buch zeigt, dass es nicht immer Gut und Böse gibt, dass die "Bösen" manchmal gute Absichten haben und die "Guten" schlechte Entscheidungen treffen. Dass Gut und Böse nicht so einfach auseinander zu halten sind. Dass es so viel Grau dazwischen gibt und die richtige nicht leicht von der falschen Seite zu unterscheiden ist.


„Jeder verdammte Idiot glaubt, das Richtige zu tun. Dabei sollten wir zur Abwechslung vielleicht mal etwas Gutes tun. Es ist der Narzissmus und die Angst in uns, die uns das Verderben bringt."


Die Story schafft es, einen zum Lachen zu bringen, ebenso wie zum Weinen. Besonders zum Weinen... Liebgewonnene Charaktere sterben, andere sind nicht das, was sie zu sein scheinen, Freunde werden verraten und man kann sich einfach auf nichts verlassen... Die Autorin schafft es damit, die Spannung immer mehr zu steigern, ohne mit zu viel Kitsch auf die Tränendrüse zu drücken. Je weiter die Geschichte fortschreitet, umso mehr steigen Spannung, Tiefgründigkeit, Düsternis und Emotionen an und lassen einen nicht mehr los. Das Ende wiederum ist offen gehalten, nicht alles wird aufgeklärt und man muss auf den zweiten Band, der voraussichtlich 2018 erscheint, warten, um zu erfahren, wie es mit Rain weitergeht. Ich freue mich jedenfalls riesig auf Band 2 und kann es kaum erwarten!


„Ich sage euch, wir sind alle gleich viel wert. Jeder von uns ist wichtig! Jeder von uns zählt. Wir sind alle gleich."


Leider stört es sehr, dass die ebook-Version des Buches am Kapitelanfang häufig sehr lange in Großbuchstaben gedruckt ist. Dadurch hat man den Eindruck, dass das Buch einen förmlich anschreit und es stört den Lesefluss leider sehr. Da sollte der Verlag das ebook vielleicht noch einmal überarbeiten...

Ein Buch, das mit einem etwas schwachen Anfang startet, dafür aber im Laufe der Geschichte immer mehr an Fahrt aufnimmt und einen schließlich mit einem furiosen Schluss atemlos dasitzen lässt. Die Story hat extrem viel Potential und die Thematik ist wichtig, interessant und erschreckend. Eine wichtige Botschaft, die auch nach Ende des Buches stark nachhallt und einen sicher noch eine ganze Weile beschäftigen wird.

Fazit

Beklemmend, düster, bedrückend, spannend, mitreißend, interessant, fesselnd und erschreckend realistisch. All das kann dieses Buch wunderbar in sich vereinen, zusammen mit vielschichtigen Protagonisten, einer authentischen und beklemmenden Thematik und der ständigen Frage nach Richtig und Falsch, Gut und Böse. Einen Punkt Abzug gibt es lediglich für den ziemlich langatmigen Anfang, doch wenn man diesen überstanden hat, wird das Buch im wahrsten Sinne des Wortes "Perfekt".

http://lucciola-test.blogspot.de/2017...
Profile Image for Stefanie Hasse hisandherbooks.de.
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September 30, 2017
Zitat:
„Sie sprang und überbrückte mehrere Stufen auf einmal. Ihre Schritte wurden von den Wänden zurückgeworfen und füllten den Tunnel aus, wie ein dröhnendes Trommeln.“
(S.103)

Inhalt:
Eine Welt, in der deine Gene bestimmen, wie hoch dein Wert ist. Klassifiziert nach der Perfektion ihrer Gene leben die Menschen in unterschiedlichen Schichten. Über allen stehen die Gesegneten. Sie regieren und lenken die Menschen in Hope. Die Gesegneten sind perfekt.

In dieser Welt lebt Rain zusammen mit ihrer Mutter Storm. Sie sind ständig auf der Flucht. Denn Rain ist nicht registriert und damit ein Ghost. Jeder Ghost wird verfolgt. Die Gesegneten verbreiten die Nachricht, dass Ghosts die Rote Seuche verbreiten. Rain und ihre Mutter hat es nach Grey, einem der zehn Zirkel in Hope verschlagen. Grey ist ein industrielles Dreckloch, doch hier sind sie zumindest einigermaßen sicher. Doch nicht umsonst predigt ihre Mutter ihr immer wieder, dass sie niemandem vertrauen darf.

Auch Lark lebt in Grey. Als er auf Rain trifft, hält er sie für einen Lauscher. Ihr Zusammentreffen endet nicht reibungslos. Lark hat große Pläne. Er will es schaffen, dass er und seine Familie aus Grey herauskommen, näher an den Zirkel, in dem die Gesegneten wohnen. Lark hofft, dass er bei den Sentinal aufgenommen wird. Doch der Weg dahin ist hart. Seine Loyalität wird auf eine harte Probe gestellt. Schnell wird ihm jedoch klar, dass er mit seinen Entscheidungen für den Tod von Menschen verantwortlich ist.

Meinung:
„Die Perfekten“ ist mir seit Erscheinen des Buches sehr oft über den Weg gelaufen. Meinungen, die ich zu der Geschichte gelesen habe, machten mich Zug um Zug neugieriger. Also wurde es jetzt wirklich Zeit, selbst zu der Geschichte zu greifen.

So traf dann auch ziemlich schnell auf Rain und konnte mich mit ihrer Welt vertraut machen. Rain ist ein Ghost, eine nicht registrierte Person. Denn in Hope müssen Fortpflanzungen genehmigt werden, der Gene wegen. Und Rains Eltern hatten diese Genehmigung nicht. Einen Ghost erkennt man daran, dass das vorgeschriebene Tattoo mit der Klassifizierung der Gene am Handgelenk fehlt. Die Drohnen, die für Sicherheit sorgen sollen, können dieses Tattoo jederzeit auslesen. Ein Ghost lebt in ständiger Angst vor Entdeckung. Wenn ein Ghost erwischt wird, drohen ihm heftige Strapazen und Strafen. Der Tod wäre eine bessere Lösung.

Rain weiß, dass sie niemandem vertrauen darf. Auch Lark, einem Jungen, der ebenfalls in Grey zu Hause ist, steht sie anfangs misstrauisch gegenüber. Doch Lark scheint anders zu sein. Spätestens als Lark Rain nach einem Zwischenfall sicher nach Hause bringt, hängt das Leben von Rain und ihrer Mutter am seidenen Faden. Denn Lark weiß, dass Rain ein Ghost ist und nun auch, wo sie zu finden ist. Es scheint eigentlich nur eine Frage der Zeit zu sein, wann die Sentinal auftauchen und sie abholen würden.

Caroline Brinkmann hielt mich mit ihrem flüssigen und angenehm zu lesenden Schreibstil von Beginn an nah an ihrer Geschichte. Die Autorin vermied überbordende Beschreibungen und setzte in genau für mich richtigen Maße Akzente. Dabei ließ sie es sich nicht nehmen, mir immer wieder überraschende Handlungsbahnen vorzusetzen und damit meine Leseneugier mit steigender Seitenzahl stetig zu erhöhen. Erzählt aus den wechselnden Sichten von Rain und Lark in dritter Person Vergangenheit wurde ich zum Teil des Geschehens und hatte immer einen guten Überblick zum Gesamtgeschehen. Die Charaktere wirken absolut vorstellbar und authentisch, entsprechende emotionale Wirkungen blieben deshalb auch bei mir nicht aus.

Die Protagonistin Rain war mir von Beginn an sympathisch. Dass ihre Entwicklung dermaßen an Fahrt gewinnt, war anfangs nicht andeutungsweise vorauszusehen. Sie ist ein starker Charakter, lässt sich so schnell nicht von ihren Zielen abbringen. Dafür geht sie auch so manches Risiko ein, dass sie schnell das Leben kosten könnte.

Lark wird mehr oder weniger innerlich zerrissen, da er für Zwecke eingesetzt werden soll, die ihm zuwider sind. Doch wehren kann er sich kaum, er hat es nicht mehr in der Hand. Denn sein Dilemma ist, dass ein geliebter Mensch sterben wird, wenn er sich zur Wehr setzt. Und so kommt, was kommen musste. Getrieben von seinem Gewissen versucht Lark immer wieder, alles zum Guten zu lenken. Der Erfolg ist dabei nicht immer unbedingt auf seiner Seite.

Caroline Brinkmann hat mit ihrer Vision einer nach Perfektion strebenden Welt eine wirklich tolle Umsetzung geschaffen. Mit ihrer dystopischen Idee und deren Umsetzung ist es ihr eindrucksvoll gelungen, einen Hauch von Panem zum Leben zu erwecken, dabei jedoch etwas völlig Eigenes zu kreieren. Gepaart mit einem guten Händchen für eine erstklassige Umsetzung waren die Weichen für ein exzellentes Leseerlebnis frühzeitig gestellt.

Ohne Aufenthalt steuerte ich fasziniert von den Handlungsfäden auf das Ende der Geschichte zu, die Caroline Brinkmann nach einem gut inszenierten Showdown mit steigendem Spannungsmoment zu einem beruhigten Ausklang bringen konnte. Die Geschichte endet sodann auch nicht mit einem extremen Cliffhanger; doch genau dieses Ende lässt mich nun mit Spannung auf den Folgeband warten, den ich definitiv lesen werde.


Urteil:
„Die Perfekten“ macht das Lesen der Geschichte mit dystopischem Spektakel, klaren Handlungssträngen und einprägsamen Charakterfiguren zu einem wirklich dem Namen des Buches entsprechenden perfekten Leseerlebnis. Meine Lesestunden mit Rain im von den Gesegneten regierten Hope belohne ich deshalb mit klaren 5 Büchern.

Für alle, die ihr Leben akzeptieren, sich dabei dennoch nicht von Grenzen aufhalten lassen und schwierige Situationen kontrollieren können.


Reihe:
1. Die Perfekten
2. ?




© hisandherbooks.de
Profile Image for franzi_heartbooks.
463 reviews25 followers
September 12, 2017
Das Cover:
Zu sehen ist das Gesicht einer jungen Frau mit wunderschönen grünen Augen. Ihre Haut sieht grau aus und sie trägt eine graue Kapuze, was sehr gut zur Geschichte und zu Rain passt.

Die Geschichte:
Rain und ihre Mutter Storm leben in einer postapokalyptischen Welt versteckt und geheim als Ghosts, also unregistrierte Menschen, im Land Hope, das von Gesegneten regiert wird. Rain lebt im Zirkel Grey, das smogverseucht ist. Sie sind immer auf der Flucht vor Sentinal oder Drohnen, die Ghosts aufspüren und töten sollen, da sie angeblich die tödliche Rote Seuche verbreiten. Als Rain mal wieder in der Stadt ist, trifft sie vor einer Schule Lark, der in ihrem Leben noch eine wichtige Rolle spielen wird. Durch besondere Umstände wird Rains Mutter gefangen genommen, Rain will sie befreien und wird dabei gefasst. Und dann beweist ein Gentest: Sie ist eine Gesegnete! Und damit verändert sich für Rain alles, denn ihr Leben wir nie wieder so sein wie es war.

Meine Meinung:
Ich habe auf Instagram zum ersten Mal von dem Buch gelesen und war sehr neugierig auf die Geschichte. Rain und ihre Mutter Storm (beides sehr interessante, bedeutende Namen) sind in Hope unregistrierte Menschen ohne eine Geneinstufung und ohne Tattoo, also sogenannte Ghosts. Sollten sie von der Regierung entdeckt werden, würden sie hingerichtet. Deshalb leben sie im Verborgenen und müssen immer Angst haben, verraten zu werden. Ich habe schnell gemerkt, dass Rain dieses Leben sehr zu schaffen macht, dass sie traurig darüber ist, nicht mit den anderen Jugendlichen zusammen auf eine Schule zu gehen oder etwas mit Gleichaltrigen zu unternehmen. Mit Larks Schwester Rose freundet sie sich jedoch an, auch wenn ihr von ihrer Mutter eingebläut wurde, niemandem zu vertrauen. An jeder Ecke lauert der Verrat an die Regierung, was Rain und Storm auch bald mitbekommen. Durch eine Falle werden Rain und Storm verraten und es kommt heraus, dass Storm eine Rebellin ist, die nunmehr hingerichtet werden soll.

Nun möchte ich zu meiner kleinen Lieblingsfigur kommen: Cassiopaio, Rains männliche kleine Fuchsmanguste, die sie begleitet und unglaublich süß (!) und eigensinnig ist. Cassiopaio ist mein heimlicher Star der Geschichte, was sicher auch daran liegt, dass Caroline Brinkmann die Szenen mit ihm sehr schön ge- und beschrieben hat. Die Interaktionen zwischen Rain und Cassiopaio sind wirklich sehr amüsant, die beiden passen sehr gut zueinander. Auch Rain selbst ist meiner Meinung nach ein sehr gut ausgereifter Charakter, der seine Wurzel nicht vergisst. Mir gefällt es, wie sie sich in die ’normalen‘ Bewohner Hopes, den Zweien und Dreien (besonders in Grey) hineinversetzt und sie unterstützt. Sie tut mir ihrem neu gewonnenen Einfluss etwas Gutes, was ich toll finde und beim Lesen total unterstützt habe. Auch fand ich, dass Rains Sehnsucht nach Liebe, Wärme und Anerkennung ihrer Eltern sehr gut zu verstehen war. Körperkontakt ist in dieser Welt nicht häufig bzw. gern gesehen.

Mit Rain und Cassiopaio entdeckt der Leser/die Leserin die Hauptstadt Aventin, ihre Menschen, ihren Luxus und Reichtum. Die Menschen sehen von oben auf die nicht so perfekt eingestuften Menschen herab und stellen sie unter Generalverdacht, was wirklich traurig und für mich auch nicht wirklich nachvollziehbar war. Die Menschen sind eingeteilt in die Qualität ihrer Gene. Gesegnete sind perfekt, Einsen und Eins plus bekommen gut bezahlte, qualitative Jobs und leben in Aventin, während die Zweien und Dreien die niederen, schweren und gesundheitsschädigenden Arbeiten erledigen müssen. Natürlich gibt es in diesem unterdrückten Land auch Rebellen, die sich gegen dieses System wehren; in diesem Fall sind das die Spines. Sie werden noch viele Probleme machen, aber mehr werde ich nicht verraten.

Das Buch ist in drei Abschnitte eingeteilt: ‚Der Ghost‘, ‚Die Gesegnete‘ und ‚Die Gesandte‘. Geschrieben ist das Buch übrigens aus zwei Sichten: Einmal aus Rains Sicht in der Ich-Form und aus Larks Sicht, aber aus der Erzählerperspektive. Das fand ich auch gut, denn so gab es auch bei Lark eine Erklärung für seine Handlungen.

Die Welt ist eine postapokalyptische Welt, die nach dem ‚Wandel‘ entstanden ist. Sie ist sehr modern und aktuell, es gibt ständig Abstimmungen/Umfragen zu den Gesegneten, um die Meinungen der Einsen zu bekommen. Rain bekommt auch einen Cabman, Bishop, der sie positiv vermarkten soll. Er erinnert mich sehr an Cinna aus ‚Die Tribute von Panem‘, ebenso wie mich Daphne an Effie Trinket, ebenfalls aus ‚Die Tribute von Panem‘ erinnert, und ich habe beide auch irgendwie gerngehabt. Doch dann ändert sich alles, denn es gibt viele überraschende, spannende und Gänsehaut erzeugende Momente in ‚Die Perfekten‘. Das Ende schreit geradezu nach einem zweiten Band, wie die Autorin in einem Interview verrät. Wann der erscheinen wird, ist allerdings noch unklar.

Meine Bewertung:
Für mich war ‚Die Perfekten‘ echt ein sehr gutes Buch. Am Anfang fiel es mir zwar noch schwer, mich in die neue Welt hineinzufinden, aber das hat sich wiederum auch schnell gelegt und dann war die Geschichte echt absolut mitreißend. Ich gebe dem Buch fünf Sterne.
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May 6, 2018
3,5 Sterne
Leider teilweise etwas langatmig, nimmt leider erst im letztem Drittel wirklich Fahrt auf. Ende ist etwas überstürzt, aber immerhin mal kein Happy End, sonder eher nachdenklich.
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September 5, 2017
Zitate:

"Sie war anders. Sie war ein Ghost. Kein wirklicher Geist, sondern jemand, der im System keinen Platz hatte. Sie war nicht registriert, und wer keine Nummer hatte, existierte nicht. Es war verboten, nicht zu existieren." Seite 12

"Mein Bruder sagt, ich hätte Pech gehabt. Ich bin bloß eine Drei und werde niemals hier wegkommen." Seite 70

"Es gab nur sie und Storm. Zusammen waren sie eine Einheit, eine Einheit, füreinander bestimmt. Ein tobendes, unabhängiges Unwetter. Sie brauchte keine Freunde, keinen Lark. Nur Storm." Seite 127

Meinung:

Die Geschichte spielt in einer Welt, wie sie schlimmer kaum sein könnte. Die Menschen werden anhand ihrer Gene in 3 Klassen unterteilt, plus Untergruppen. Die Schönen, Intelligenten und Gesunden sind eine 1 oder 1+, die Mittelmäßigen bzw. Normalen sind eine 2 und die Kranken oder Verrückten sind eine 3. Und ihr könnt mir glauben, die 3er haben es nicht wirklich leicht. Oftmals werden sie selbst von ihren eigenen Familien verstoßen, damit deren Ansehen durch ein 3er nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.

Rain ist ein Ghost. Geboren, ohne dass ihre Mutter eine Erlaubnis zur Fortpflanzung gehabt hätte, lebt sie ein Leben in den Schatten. Immer auf der Flucht vor den Sentinal, der Polizeiarmee der Gesegneten, und den Drohnen.
Denn sie ist als Ghost für ihre Mitmenschen die pure Gefahr! Die Gesegneten -die menschliche Elite- machen keine Unterschiede zwischen Ghosts und Rebellen. Für sie bringen beide nur Ärger, Tod und vor allem die Rote Seuche, vor der sich alle fürchten.
Lark ist zwar ein 1er, somit sollte sein Leben zwar leichter sein, dies trifft aber nur bedingt zu. Geboren in eine Mischehe -sein Vater ist „nur“ eine 2-, und einer 3er Schwester, bleiben ihnen viele Vorteile verwehrt. Das Geld ist knapp und da 3er keine medizinische Unterstützung bekommen, ist er gezwungen, Dinge zu tun, die er nicht will…

Dies war mein erstes Buch der Autorin, es wird jedoch nicht mein letztes gewesen sein. Nicht nur der Schreibstil ist sehr angenehm, auch die Details konnten mich überzeugen.
Die Welt, die Caroline Brinkmann kreiert, ist liebevoll erdacht. Man kann die Mühe, die sie sich gegeben hat, um ein rundes Bild zu erschaffen, deutlich spüren.
Die Geschichte spielt im Land Hope, das in 10 Zirkel unterteilt ist. Lark und Rain leben in Grey. Und ja, der Name ist Programm. Die Anwohner sind geplagt von Dreck und Smog, der stellenweise so ausgeprägt ist, dass ein Leben ohne Atemmaske nicht möglich ist.
Dementsprechend grau ist auch die Stimmung des Buches, die Ungerechtigkeiten und Gefahren sind da nur das letzte i-Tüpfelchen… Gewalt, die Lebensumstände im Allgemeinen, gefährliche Rebellen, Krieg an den Landesgrenzen und vielerlei unerwartete und vor allem gefährliche Wendungen sorgen dafür, dass die Atmosphäre auch durchgehend passend und vor allem spannend bleibt! Absolut keine Langeweile in Sicht ;)

Zeitlich gesehen, spielt das Geschehen in der Zukunft, was die Autorin zu einigen Erfindungen hat greifen lassen, die es heutzutage noch nicht gibt. Oder eben nicht in dem Maße. Die Wohnungen in Grey werden dauerhaft von DustBots gereinigt, es gibt MedBots zur medizinischen Versorgung, usw. Dies sind jedoch bei weitem nicht die einzigen Beispiele für die medizinischen und technischen Fortschritte. Unser Alltag, wie wir ihn kennen, stellt für die Menschen in Grey nur noch ein unverständliches Mysterium dar. Und wer zur Hölle ist bitte dieser seltsame Herr Weihnachten??? :D

Besonders witzig empfinde ich die Tatsache, dass man sich als Leser dabei ertappt, sich über diese harte und ungerechte Unterteilungen der Menschen aufzuregen. Ja, es ist bitter und wirklich unfair, aber ist es wirklich schlechter als in unserer realen Welt? Ist es nicht einfach nur anders?? Beim Lesen wird uns nur allzu deutlich bewusst, dass diese Trennungen und Unterscheidungen heute genauso existieren, jedoch basierend auf anderen Grundlagen…

Ich muss zugeben, dass ich mich beim Lesen stellenweise an Panem erinnert gefühlt habe, gerade was die Glitzerwelt der Gesegneten im Kontrast zu der Armut der meisten Zirkel betrifft. Auch die Idee mit den Cabmans zum Beispiel, den Helferlingen die ausschließlich ihrem Gesegneten zugeteilt sind, haben dieses Gefühl noch verstärkt. Aber auch, wenn ich an diesen Stellen schmunzeln musste, wirken sie jedoch keinesfalls abgekupfert, da sie perfekt zur Story passen und auch nicht übermäßig auftreten.

Für mich ist „Die Perfekten“ eine gelungene Dystopie voller Überraschungen, Ideenreichtum und fesselnden Lesestunden. Das Ende würde ja theoretisch eine Fortsetzung ermöglichen, ich bin jedenfalls gespannt!
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August 25, 2017
Die Schreibweise der Autorin ist sehr angenehm, bildhaft und gefühlsübergreifend. Sie hat es geschafft mir die Umgebungen sowie die zwiegespaltenen Charaktere näher zu bringen, sodass ich sie ins Herz schließen konnte und gleichzeitig fürchtete.

Erzählt wird die Geschichte aus der Sichtweise unserer beiden Hauptprotagonisten Rain und Lark, welche beide kein einfaches Leben hinter und vor sich haben. Sie geben uns einen Einblick in ihre Gefühlswelt und bringen damit nicht nur sich komplett durcheinander.

Rain ist eine starke Persönlichkeit, welche bis zu einem bestimmten Punkt im Leben wusste wohin sie gehört auch wenn sie sich gerne etwas anderes gewünscht hätte. Sie ist mutig, loyal und eine Kämpfernatur die sich so schnell nicht unterkriegen lässt. Ihr Charakter wurde vielfältig, realistisch und vor allem greifbar aufgebaut. Ich habe es abgenommen, dass sie so wirklich existieren könnte.

Lark ist ein angreifbarer, dafür aber herzlicher, ebenfalls loyaler und hoffnungsvoller Charakter. Er hat im Leben selber Glück gehabt, doch hängt gleichzeitig durch seine Familie im Pech fest. Die Klassen in Hope zwingen ihn dazu Dinge zu tun die er selber nicht für richtig hält und dennoch tut um seine Schwester und seine Eltern zu schützen. Dabei verliert er nie seinen Lebensmut, sondern ist noch eine Stütze für andere, auch wenn er selber am verzweifeln ist. Er vergisst gemachten Fehler von sich nicht, erkannt aber (wenn auch nur ganz weit im Hinterkopf) trotz allem an, dass es zu diesem Zeitpunkt nicht anders hätte ausgehen können. Sein Charakter ist sehr zwiegespalten, zieht ein in eine Grauzone die so scharfkantig ist dass man ihn am liebsten dort hinausziehen würde.

Rose ist ein Charakter, den man unbedingt erwähnen muss. Dieses kleine Mädchen ist so süß, dass man es nur lieben kann. Ein kleiner Sonnenschein, welcher dieser düsteren Dystopie einen Lichtblick bringt der immer wieder strahlend aufleuchtet.

Auch alle weiteren eingebauten Charaktere waren greifbar, nachvollziehbar und gleichzeitig so mysteriös dass man nicht wusste auf welcher Seite sie nun wirklich stehen. Die Autorin hat es geschafft eine regelrechte Grauzone in die Geschichte einzubauen, welche einzelne Charaktere sowohl im guten als auch schlechten Licht aufzeigt. Dadurch ist es auch für den Leser oftmals schwer zu erkennen, wer nun tatsächlich auf welcher Seite steht und es mit wem gut oder schlecht meint.

Die Umsetzung dieser Dystopie ist der Autorin unheimlich gut gelungen. Sie hat es geschafft eine bleibende Welt zu erschaffen, die prägt und gleichzeitig fasziniert. Die Gradwanderung zwischen einer allumfassenden Erzählung und einer ordentlichen Portion Spannung, Angst und Hoffnung hat sie super hinbekommen. Von der ersten bis zur letzten Minute war ich neugierig darauf wie es weitergeht, wer auf welcher Seite steht und ob sich schlussendlich tatsächlich noch alles zum guten wendet.

Innerhalb der Geschichte gibt es viele Fragen die aufkommen, zu welchen man sich Gedanken macht. Doch letztlich schafft es die Autorin immer wieder einen zu überraschen und auch wenn man stets einen Verdacht hat, heißt es nicht dass man diesem auch wirklich zu 100% vertrauen darf.

Ich persönlich finde es auch gut, dass die Autorin nicht damit spart Charaktere zu verletzen oder sterben zu lassen. Ich leide mit jedem einzelnen mit, finde es grausam liebgewonnene Begleiter zu verlieren und dennoch gehört es zu solch einer düsteren Dystopie dazu in welcher Krieg und Widerstand herrscht. Leider kann es nicht immer nur Gewinner geben, sodass ich diese Umsetzung wirklich überzeugend fand.

Das Ende dieses Buches ist erst der Anfang wie ich zum Ende des Buches hin finde. Zum einen abschließend und gleichzeitig ein Versprechen auf so viel mehr. Laut der Autorin soll es noch weitergehen und ich freue mich darauf, denn es ist noch so viel da was man erforschen und vor allem aufklären sollte. Wie geht es nach diesem Fragen aufwerfendem und gleichzeitig auch aufklärendem Ende nur weiter?

Mein Gesamtfazit:

Mit „Die Perfekten“ hat Caroline Brinkmann einen wirklich bleibenden, düsteren und greifbaren Roman ins Leben gerufen. Die Welt ist zum Greifen nahe, die Charaktere lebendig und die Umsetzung mitreisend und überraschend. Zu jeder Zeit hatte ich Spaß der Geschichte zu folgen, wurde durch gefährliche, erschreckende, gefühlvolle oder auch leicht skurrile Situationen getragen. Ich freue mich darauf mehr vom Land Hope zu erleben und gleichzeitig Rain, Lark und Rose auf ihrer weiteren nicht einfacher werdenden Reise zu begleiten.
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November 13, 2017
Die Dystopie „Die Perfekten“ von Caroline Brinkmann ist der Auftakt einer Reihe. Ich kannte bereits „Kobrin – Die schwarzen Türme“ aus der Feder von Caroline Brinkmann. Dieses Buch konnte mich leider nicht vollständig überzeugen, doch diese Dystopie klang vom Inhalt sehr vielversprechend, sodass ich der Autorin noch eine Chance geben wollte. Und ich finde, man merkt eine Entwicklung im positiven Sinne.

Inhaltsangabe (Quelle: Klappentext):
Rain ist ein Ghost. Sie lebt außerhalb des Systems. Seit ihrer Geburt ist sie auf der Flucht vor den Gesegneten, einer perfekten Weiterentwicklung der Menschen, die mit eiserner Hand regieren und das Volk unterdrücken. Rain weigert sich jedoch, sich ein Leben lang zu verstecken, und begeht einen fatalen Fehler. Sie bricht die wichtigste Regel der Ghosts: Vertraue niemandem!

Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, wollte ich der Autorin nochmal eine Chance geben, nachdem mir ihr Werk Kobrin nicht hundertprozentig gefallen hat. Und ich wurde positiv überrascht.
Der Schreibstil von Caroline Brinkmann ist sehr angenehm, sodass sich das Buch mit seinen etwa 600 Seiten flüssig lesen lässt. Auch hat die Autorin einen bildhaften Schreibstil, man kann als Leser quasi die giftige Luft atmen und die bedrückenden Lebensumstände in manchen Bereichen dieser Welt fühlen. Allgemein hat mir die Thematik und auch die erschaffende Welt gut gefallen und konnte mich von den Ideen der Autorin überzeugen. Die Idee, dass die Welt und dessen Machtgefüge durch die Gene der Bevölkerung bestimmt wird bzw. wie perfekt diese sind, fand ich sehr interessant. Auch die Umsetzung dieses Konzeptes fand ich ansprechend. In diesem erschaffenen Universum gibt es einige Bedrohungen. Zum Beispiel ist die Luft im Bezirk Grey toxisch und leider total verschmutzt, sodass man diese nicht ohne Gasmasken über eine längere Zeit atmen kann. Auch die Probleme und Ideologien anderer Bezirke werden, wenn auch nicht so umfangreich, thematisiert. Dadurch wirkt diese Welt realistisch und man bekommt als Leser einen guten Einblick, wie diese aufgebaut ist.
Der Einstieg ist meiner Meinung nach nicht so ganz gelungen. Das Buch beginnt recht langsam und nicht ganz so spannend. Man lernt zuerst die Protagonistin Rain, ihr Leben und die Welt im Allgemeinen kennen. Ich fand, dass dieser etwas zu langatmig war. Ein paar Straffungen hätten mir den Einstieg in das Buch erleichtert. Aber sobald dieses Werk erst einmal Fahrt aufgenommen hat, ist kein Abbruch der Spannung erkennbar. Einige unverhoffte Wendungen werden eingebaut. Ein paar dieser Wendungen waren zu erahnen, andere haben mich total überrascht. Gut gefallen haben mir auch die Einblicke in das Leben eines Gesegneten. Durch die verschiedenen Perspektiven wird zusätzliche Spannung aufgebaut, sodass man das Buch ab einer gewissen Seitenzahl am liebten nicht mehr aus der Hand legen möchte. Positiv möchte ich noch die Darstellung der Unterschiede zwischen der einfachen Bevölkerung und den Perfekten erwähnen. Dieser Kontrast hat mir gut gefallen und auch die Ausarbeitung dieser konnte mich überzeugen.
Auch die Protagonisten haben mir gut gefallen. Rain ist ein bodenständiges junges Mädchen. Sie ist eine Ghost. Dies hat zur Folge, dass sie im Untergrund leben muss und immer in Gefahr ist, entdeckt zu werden. Das hat ihr Leben und auch ihren Charakter gezeichnet. Sie sehnt sich nach einem einfachen Leben. Auch hat sie ihr Herz a rechten Fleck und setzt sich für ihre Freunde und ihre Familie ein. Sie kämpft eher für andere als für sich selber. Trotz dieser durchaus positiven Wesenszüge bin ich leider nicht immer mit Rain warm geworden. Meistens war sie mir einfach zu passiv, manchmal hätte es ihr gut getan, gewisse Umstände ein bisschen mehr zu hinterfragen. Lark ist der männliche Gegenpart zu Rain. Auch er kämpft auf seine Art für seine Familie und gegen das Unrecht. Im Verlauf der Geschichte macht er einige Fehler, die ihn nur noch realistischer machen. Er erkennt seine Fehler und versucht, diese wieder gut zu machen.
Am Ende werden nicht alle Erzählstränge abgeschlossen. Ein paar Handlungsstränge bleiben offen, sodass man auf die Fortsetzung gespannt sein kann.

Insgesamt hat mir die Dystopie „Die Perfekten“ von Caroline Brinkmann gut gefallen. Besonders die Welt, die Thematik und einige Wendungen im Verlauf der Geschichte konnten mich überzeugen. Dennoch gibt es meiner Meinung nach noch ein paar Schwachstellen. Daher möchte ich für dieses Buch 4 Sterne vergeben.
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December 3, 2017
"Die Perfekten" hat mich vom Inhalt und deren Umsetzung sehr überrascht. Ich muss ehrlich sagen, ich bin auch nicht mit allzu großen Erwartungen oder Hoffnungen an dieses Buch herangegangen. Der Klappentext hörte sich toll an, aber Dystopien, die versprochen haben, glaubhaft, spannend und wendungsreich zu sein, haben mich in der Vergangenheit schon öfters enttäuscht. Trotzdem wollte ich "Die Perfekten" eine Chance geben, mich zu überzeugen – alleine schon wegen der Thematik, die im Klappentext angedeutet wird – und das hat es auf jeden Fall auch getan.

Meiner Meinung nach hat Caroline Brinkmann mit ihrem Werk eigentlich alles richtig gemacht – naja fast alles, sonst wären es sicher 5 Sterne, statt nur 4,5 geworden, aber dazu gleich mehr. Die Welt, die die Autorin geschaffen hat, fand ich wunderbar und sehr besonders, einfach, weil sie so greifbar und echt wirkte. Meiner Meinung nach müssen Dystopien starke Welten haben und beim Leser das Gefühl erzeugen, dass es so bald aussehen könnte, dass man bald ein Teil dessen sein wird und dass es eben diese Umstände sind, die wir bald erleben müssen. Und genau das hat die Autorin getan. Stellenweise erinnert sie an die Zustände in "Die Tribute von Panem" von Suzanne Collins oder an die Geschehnisse in "Infernale" von Sophie Jordan, aber ich finde, dass Grey als Stadt seinen ganz eigenen Charme hat. Ich hatte sehr viele Szene lebhaft vor Augen: die schmutzige Industriestadt, der Smog, die Wachdrohnen, die Tätowierungen. Viele kleine Details lässt die Autorin während des Erzählens in die Geschichte und in das Setting einfließen und gibt dem Leser damit immer ein bisschen mehr, womit er sein Kopfkino füllen kann. Sie entführt ihn in eine dunkle und bedrohliche Atmosphäre und erschafft damit etwas vollkommen einmaliges und erinnerungswürdiges.

Der Plot hatte kleine Schwächen, die für mich definitiv zu vernachlässigen waren, denn die Buchidee finde ich großartig. Die Perfekten und die Unperfekten, die Rebellen und die Konformen und letztlich die Ghosts. Die Geschichte ist komplex und fulminant, sie ist einnehmend und spannend und hat nur sehr sehr selten leichte Längen, die aber kurz darauf durch neue Spannungsbögen oder Wendungen in den Hintergrund treten. Ich habe mich nicht gelangweilt: im Gegenteil. Ich habe mich sehr unterhalten gefühlt und konnte als Leser problemlos in die Welt, die Stimmung, den Plot und die Charaktere abtauchen. Da die Geschichte so komplex aufgebaut ist, werden natürlich auch viele Geheimnisse erst am Ende aufgedeckt, einiges bleibt lange im Unklaren, was mich einerseits manchmal frustriert hat, aber andererseits auch dazu beigetragen hat, dass ich unbedingt schnell weiterlesen wollte.

Was mir leider ein bisschen das Tüpfelchen auf dem i genommen hat, war die Charakterentwicklung. Caroline Brinkmann bringt ihre Figuren teilweise an ihre Grenzen, lässt sie unmoralisches, illegales oder gefährliches tun, um ihre Liebsten oder ihr eigenes Leben zu beschützen oder um manchmal auch einfach nur das Richtige zu tun. Sie quält ihre Figuren mit einer ungewissen Zukunft, mit inneren Konflikten, mit der Frage nach Loyalität, Freundschaft, Liebe oder Geborgenheit. Ich fand es toll, wie Lark und Rain kämpfen, wie sie sich mit ihren individuellen Problemen auseinandersetzen, Lösungen finden und manchmal egoistisch, aber genauso oft auch selbstlos handeln. Für mich machte das die Charaktere glaubwürdig und liebenswert.

Allerdings hat mir Rain am Anfang des Buches wesentlich besser gefallen. Ihre gefährliche, unterdrückte Aura hatte viel mehr Feuer, hatte viel mehr Durchsetzungsvermögen, hatte viel mehr Selbstbewusstsein und auch viel mehr Präsenz. All das hat sie meiner Meinung nach im Laufe der Geschichte einbüßen müssen: anfangs war sie für mich die Heldin, später hatte ich da so meine Zweifel. Sie geht in dem neuen System immer mehr unter, weil es neu für sie ist und sie sich außerhalb ihrer Komfortzone aufhält. Ich weiß nicht, ob die Autorin das mit Absicht getan hat, um Lark mehr Platz in der Geschichte einzuräumen. Damit er nicht vollkommen gegen die taffe, durchsetzungsstarke Rain abstinkt, aber das wirkte auf mich nicht hundertprozentig stimmig – auch wenn ich gerade da Lark sehr lieben gelernt habe.

Caroline Brinkmanns Schreibstil empfand ich als sehr angenehm. Die bildhafte Sprache hat eine erschreckende Welt mit noch erschreckenderen Umständen gezaubert, die ein rasantes und spannendes Kopfkino erzeugt hat: und ich habe es geliebt! Die tiefgründigen Gefühle ihrer Protagonisten konnte sie sehr gut auf den Leser übertragen, ohne, dass es zu gewollt gewirkt hätte. Sie wirkten schlichtweg authentisch und lebendig, trotz der dystopischen Umstände.

Bisher habe ich noch nicht herausgefunden, ob es zu diesem Band eine Fortsetzung geben wird. Meiner Meinung nach ist das aber nicht unbedingt notwendig, denn die Geschichte aus "Die Perfekten" wirkt auch sehr gut alleine und bedingt auch nicht unbedingt einer Fortsetzung. Über einen weiteren Teil würde ich mich natürlich trotzdem freuen.

Fazit
"Die Perfekten" von Caroline Brinkmann kann mit sehr viel Kreativität beim Setting punkten, aber auch andere Faktoren, wie Plotidee, Plotumsetzung, Schreibstil und die Protagonisten machen dieses Buch zu einem Highlight. Es ist definitiv eine sehr spannende und gut ausgearbeitete Dystopie, die aufgrund kleiner Schwächen ein wenig an Perfektion verliert.
[4,5 Sterne]
162 reviews3 followers
April 30, 2018
„Die Perfekten“ von Caroline Brinkmann ist der Beginn einer Reihe, die einen zum Nachdenken anregt. Die Emotionen hervorruft und die einen Mitfiebern lässt.
Fangen wir mit dem Cover an. Das Gesicht einer jungen Frau, die eine Kapuze trägt. Das markanteste sind wohl die Augen, welche grün hinter der pinken Schrift hervorblicken und dem Betrachter direkt entgegenblicken. Auch wenn ich kein großer Fan von Pink bin, ich wüsste nicht, welche Farbe man für die Schrift nehmen sollte, damit sie besser wirkt. Zudem macht es im Buchladen definitiv aufmerksam, was ich wichtig finde, denn ich würde dieses Buch als definitiv lesenswert einschätzen.

Wir begeben uns auf eine Reise nach Grey, einem Zirkel, in dem den Menschen viel abverlangt wird. Die Menschen tragen am Handgelenk Tattoos, die sie nach ihrem Genpool einstufen. Somit entsteht ein Klassensystem. Und dieses Klassensystem bringt eben unterschiedliche Privilegien und Aufgaben mit sich. Darüber wird der Bildungsgrad bestimmt, das Ansehen in der Stadt, die Möglichkeit sich mit jemandem zu binden und eine Familie zu gründen, aber auch der Freundeskreis. Nur das ist eben in Grey nicht alles. Der Name ist Tagesordnung, denn der ganze Zirkel ist voller Asche und deshalb eben sehr grau. Die Luft kann teilweise ohne Atemmasken nicht geatmet werden, Krankheiten führen zu Abstufungen von Menschen, wie soll da das Leben schön sein? Erzählt wird uns die Geschichte ihres Lebens von Rain. Sie ist ein Ghost, also ein Mensch, der nicht ins System passt und einfach nicht da sein sollte. Gründe gibt es dafür unterschiedliche. Welchen es bei Rain hat, das erfahrt ihr, wenn ihr dieses Buch lest.
Mit ihr verlassen wir aber auch Grey und lernen Aventin kennen und somit auch die Gesegneten. Die Personen, die über den Menschen stehen. Sie sind angeblich perfekt. Haben den besten Genpool, den man haben kann. Und da man ja aus der Geschichte gelernt hat, muss es bei den Menschen eine Einteilung geben und die nach dem Genmaterial scheint in diesem Fall die beste Möglichkeit zu sein, denn so kann man ja langsam das schlechte Genmaterial aussortieren, indem sie eben diese nicht mehr fortpflanzen dürfen. Doch das wollen sich die Leute nicht gefallen lassen und vor allem nicht die Rebellen, die wir hier unten dem Namen „Spines“ kennenlernen. Eine sehr extreme Gruppe, wie ich finde, aber extreme Maßnahmen, benötigen ja auch extreme Gegenmaßnahmen, oder?

Meine Lieblingscharaktere sind Rain, ihre Mutter Storm und die klein Rose, ein Mädchen aus Grey, dass nur der dritten Stufe zugeordnet ist und deshalb von vielen als eigentlich nicht mehr beachtenswert scheint. Nur für mich ist sie ein sehr großes Sympathieträger und sie ist etwas ganz Besonderes, denn sie zeigt uns, dass es egal ist, wie „toll“ dein Genpool ist, es kommt auf die Seele an. Es gibt auch andere Charaktere, die eine große Rolle spielen und die man nicht vergessen sollte, so hätten wir das Lark und Hail, Einsen im Kreis Grey, die aber aus Grey rauswollen, da sie ein besseres Leben wollen. Für mich hatte jede Person ihren eigenen Charakter und hat sich entwickelt, gerade Lark und Hail sind für mich Menschen, die eine starke Entwicklung durchlebt haben. Ihre Beweggründe kann man verstehen, aber vielleicht nicht gut heißen und dennoch reagieren sie meiner Meinung nach total normal und nicht etwa, weil es nun für die Handlung wichtig ist.
Auch sonst finde ich die Personen sehr stimmig gestaltet. Sie passen in das System oder eben auch nicht, aber sie sind genau da, wo sie sein sollen. Wenn ihr „die Tribute von Panem“ gelesen habt, dann werdet ihr hier in diesem Buch einen ähnlichen Charakter wie Effi Trinket finden, was es mit ihr auf sich hat, dass müsst ihr natürlich selber lesen. Ich kann euch nur sagen, dass mir dieser Einstieg in die Reihe sehr gut gefallen hat, dass Spannung aufgebaut wurde und ich wirklich begeistert vom Schreibstil war. Also wer auf Dystopien steht und mit einer neuen Reihe beginnen möchte, der ist hier genau richtig. Der zweite Teil ist wohl auch schon im Lektorat und wird uns im Herbst dieses Jahres noch auf eine weitere Reise mit Rain entführen.
Profile Image for Kiddo.
39 reviews3 followers
March 24, 2018
Diese und viele weitere Rezensionen findet ihr auf meinem Blog :)

Zum Buch
In "Die Perfekten" geht es um eine Welt, die von Gesegneten regiert wird, die unverwundbar und perfekt sind. Das Volk wird auf Grund der Gene in verschiedene Klassen eingestuft und erhalten so ihre jeweilige Zahl (1-3). Je schlechter die Gene, desto höher die Zahl und desto unnötiger wird dieser Mensch für das System. Menschen ohne Zahl, die dem System entgangen sind, werden als Ghosts bezeichnet und gelten als Rebellen.
Rain ist so ein Ghost und ist mit ihrer Mutter immer auf der Flucht. Doch schon bald wird Rains Geheimnis gelüftet und das Unwetter bricht los.

Das Cover
Ich liebe dieses Cover. Es wirkt düster und geheimnisvoll, passt also perfekt zur Story. Normalerweise gefallen mir Cover mit Gesichtern darauf nicht wirklich, aber dieses Cover hat es mir angetan. Es wirkt unglaublich cool und in einem Buchladen hätte ich mir das Buch definitiv gegriffen.

Meine Meinung
Das Buch klang wirklich viel versprechend, nur konnte es mich leider nicht überzeugen.

Mich hat in diesem Buch einfach alles an "Die Tribute von Panem" erinnert. Das Setting, die Welt... es hat nur gefehlt, dass Hungerspiele statt finden.
Ich habe versucht das alles auszublenden, es ist mir aber leider nicht komplett gelungen, da doch immer wieder etwas geschah, was mich an Panem erinnert hat.

Zugegeben, die Idee die hinter diesem Buch steckt, ist wirklich erschreckend. Eine Welt, in der der Mensch versucht schlechte Gene auszusortieren und nur die gesunden und "Besten" erhalten bleiben...das klingt total verrückt und wirkt beängstigend auf mich, wenn der Mensch so in das Leben eingreift. Dies war übrigens auch etwas, dass mich total an Panem erinnert hat. Dort gibt es verschiedene Distrikte und je höher die Zahl des Distrikts, desto schlechter geht es den Bewohnern.

Die Charaktere konnte mich leider auch so gar nicht überzeugen.
Mit Rain konnte ich überhaupt keine Bindung aufbauen und habe so gut wie alles, was sie tat, in Frage gestellt. Ihre Verhaltensweise und ihre Art, war für mich einfach nicht nachvollziehbar. Da wird sie regelrecht entführt, jemand erzählt ihr, dass ihre Eltern Gesegnete sind und sie nimmt das einfach hin. Versucht sogar eine Bindung zu ihren "neuen" Eltern aufzubauen und wehrt sich so gut wie gar nicht, gegen ihr neues Leben.
Ich fand das total schwachsinnig, da sie schon ihr ganzes Leben im Verborgenen lebt und diese Leute sie zuerst töten wollten, da sie ein Ghost (Mensch ohne Nummer) ist. Das hat so gar nicht zu ihrem "rebellischen" Charakter gepasst, den ich hier absichtlich in Anführungszeichen erwähne.
Als sie dann als Zeichen des Friedens in ihren alten Distrikt ...ups mit Panem verwechselt..als sie in ihre alte Heimatstadt reist, bricht das Chaos los und der Kampf gegen das Kapitol..ups schon wieder :D..der Kampf gegen die Gesegneten bricht los.

Gegen Ende hat die Geschichte dann auch wieder an Handlung zugenommen und es wurde spannend, weshalb es mich auch ein klein wenig interessiert, wie es weiter geht.
Aber der Rest der Geschichte war sehr schleppend und ich konnte einfach nicht hinein finden.
Hach man merkt auch einfach an meiner Rezension, dass mich das Buch gar nicht glücklich gemacht hat und ich nicht darüber schreiben möchte. Negative Rezensionen fallen mir immer besonders schwer, da ich dann einfach nur genervt bin :D

Kleiner Pluspunkt waren für mich die "Spines". Diese Gruppe besteht aus Rebellen, die sich gegen das unfaire System und die Diskriminierung "schlechterer Gene" stellt. Diese Gruppierung fand ich interessant ausgearbeitet, auch wenn ihre Methoden alles andere als toll sind..

Mal sehen, ob ich diese Reihe weiter lesen werde.

Habt ihr das Buch gelesen? Wie hat es euch gefallen?

Fazit

Für mich war diese Dystopie leider enttäuschend und konnte mich nicht fesseln.
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September 23, 2017
Im August 2017 war es endlich so weit, Caroline Brinkmanns neustes Werk “Die Perfekten” erschien im ONE by Lübbe Verlage. 608 Seiten Dystopie warteten auf mich.

Versteckt vor dem System der Perfekten wächst Rain bei ihrer Mutter auf. Als Ghost werden diejenigen betitelt, die keine Kennung haben oder untergetaucht sind. Doch Rain kann sich in Grey nicht länger verstecken - doch die Zukunft und die Perfekten haben mehr mit dem jungen Mädchen vor …

Dystopien ziehen mich schon lange magisch an. Es ist, wie ein Frage-Antwort-Spiel mit was-wäre-wenn.
So baut auch Caroline Brinkmann ihre Welt auf. Denn, was wäre, wenn die Welt von „Perfekten“ Menschen regiert werden würde? Und die niederen Genträger immer mehr Leid ertragen müssten?
Doch sie steht hier nicht nur in Form ihrer Protagonistin Rain all diese Fragen. Auch bekommt man als Leser noch mehr Grundwissen durch Lark, einen Bewohner des Abschnittes Grey.
Allein die Welt, in derer man sich bewegt, ist in verschiedene Zonen eingeteilt und so hat man seine Not sich diese genauer betrachten zu können.
Rain führt den Leser hinein in ihre Welt, denn sie bewegt sich schon lange zwischen den Systemen. Sie erzählt von ihrem schlechten Leben und man bekommt immer wieder eine Ahnung davon, wie gefährlich ihre bloße Anwesenheit ist.
Das Zusammentreffen mit Lark und besonders mit seiner kranken, aber aufgeweckten Schwester Rose, bringt den Verlauf der Geschichte in neue Bahnen.
Als Ghost schleicht sie durch die unterschiedlichen Zonen, immer auf der Hut vor dem System. Warum sie sich so versteckt und wie sie und ihre Mutter dies bisher überleben konnten – davon erzählt sie Stück für Stück.
Caroline Brinkmann hat aber auch eine große Überraschung für Rains Figur eingebaut, welche sie in neue Bedrängnisse bringt – den Leser indes aber hinter das ganze System schauen lässt.
Da manche Sequenzen, mit der Protagonistin, so ihre erklärerischen Längen haben, waren die Sichtwechsel zu Lark immer wieder erfrischend.
Er zeigt einem, wie brutal das Leben in Grey sein kann. Als Anwärter der Sentinals, welche wie die Polizei der Zonen dargestellt werden, muss er erleben, wie mit den armen Bewohnern umgegangen wird. Und vor allem bekommt man die Augen geöffnet, wie schnell ein vielversprechendes Leben ausgelöscht wird.
Die Autorin zeichnet in den Kopf des Lesers ihre Welt hinein, die mit Parallelen zu unserer Welt erschreckend dargestellt wird.
Vor allem die Unterschiede der Zonen bringen eine korrupte Ebene zum Vorschein, die teilweise emotionslos über menschliches Leid hinwegfegt.
Besonders die Rebellion, welche einfach entstehen musste und deren positiven und negativen Seiten wurden super beleuchtet.

„Die Perfekten“ ist eine gelungene Dystopie, welche Grenzen des Menschseins aufzeigt und Konflikte zum Bersten bringt.

Rezension unter: www.dieSeitenfluesterer-unserBuchblog...
Copyright: dieSeitenfluesterer-unserBuchblog
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