Brütende Sommerhitze liegt über der Stadt. Seit Wochen hat es nicht mehr geregnet, und die Menschen der Handelsmetropole werden zusehends dünnhäutiger und gereizter. Während immer mehr Nürnberger an einem rätselhaften Fieber erkranken, wird ein grauenhaft zugerichteter Leichnam am Ufer der Pegnitz an Land gespült. Dem Toten fehlen nicht nur der Kopf und die Hände – er scheint fachmännisch ausgeweidet worden zu sein. Die Nürnberger sind entsetzt. Als zwei Nächte später angeblich ein Werwolf in den Wäldern rings um die Stadt gesichtet wird, greift Panik um sich. Gehen Dämonen um?
Ich befinde mich gedanklich mitten im Mittelalter .Habe noch keine anderen Folgen von der Salbenmacherin Olivera gelesen,die ursprünglich aus Konstantinopel stammt.Das erklärt das orientalisch anmutende Cover vor der Nürnberger Burg. Doch ich komme ohne Probleme mit der Handlung zurecht.Dieser historische Roman ist gut nachvollziehbar und auch die Nebenfiguren sind gut ausgearbeitet.Der Schreibstil sagt mir persönlich sehr zu.Es sind kurze Kapitel und die Spannung steigt. Die Bewohner Nürnbergs sind durch die anhaltende Hitze und das Auffinden einer verstümmelten Leiche absolut überfordert .Alle ,bis auf wenige Ausnahmen glauben,ein Werwolf geht um. Aberglaube und Frömmigkeit prallen hier aufeinander, und auch die Methoden der Folterknechte,um die "Wahrheit " heraus zu kitzeln ist erschreckend real geschildert. Ich bin froh,nicht in dieser Zeit gelebt zu haben.Gerne mehr von dieser Autorin.