Ihre Freunde haben sich von ihr losgesagt und die Anzeige, die sie gegen ihren Vater wegen häuslicher Gewalt gestellt hat, droht im Sande zu verlaufen – nach einem missglückten Selbstmordversuch steht die junge Privatdetektivin Lila Ziegler vor dem Nichts. Sie landet in einer psychosomatischen Klinik. Allerdings fragt sie sich schnell, wer eine Therapie nötiger Der gremlinartige Klinikleiter und der leicht zu verunsichernde Stationsarzt wirken nicht weniger gestört als Patienten wie der aggressive Exrocker Rolf oder der traumatisierte Flüchtling Laurent. Während Lila weiter darüber nachdenkt, wie sie sich final verabschieden kann, wird eine Psychologin tot aufgefunden. Lilas Neugier erwacht …Von Anfang an auf dieses Ende hin konzipiert, ist dies nun der definitiv letzte Fall für die junge Privatdetektivin. Eine Geschichte, die unter die Haut geht. Einfach nur grandios!
So ich habe es geschafft und das letzte Band der neunteiligen Reihe zu Ende gelesen.
Ich hatte mir sehr gewuenscht, dass es mir besser gefaellt aber leider war dem nicht so. Nach Ihrem Selbstmordversuch findet Lila sich in einer psychiatrischen Klinik mit offenem Vollzug wieder. Waehrend sie jetzt die Gelegenheit haette Ihre verkorkste Kindheit aufzuarbeiten, setzt sie alles daran Ihre wahre Gefuehlswelt zu verbergen und tut so als ob sie nur aufgrund eines Missverstaendnisses dort gelandet ist, denn eigentlich war es nur ein Unfall. Gleichzeitig schmiedet sie schon Plaene fuer Ihren naechsten Selbstmordversuch obwohl sie weiss, dass der Grund dafuer eigentlich kein Grund ist, aber dann kommen Ihr doch wieder Zweifel....Das war so frustrierend zu lesen.
In den anderen Baenden steht der Mord immer im Vordergrund waehrend es sich dann im Hintergrund um Lila's Vergangenheit dreht. Da waren es mir auch schon zu viele Wiederholungen aber in dem Band dreht es sich nur noch im Kreis gespickt mit Rueckblicken ueber die Beziehung mit Danner. Und nebenbei bemerkt, warum Danner sie dann einfach so hat sitzen lassen (was Lila dann noch mehr runterzieht), habe ich auch nicht so ganz verstanden.
Der Mord wirkt in der Geschichte dann auch nur angeklatscht. Zwar ist es der Autorin auch wieder gelungen, ein interessantes Umfeld zu schaffen mit interessanten und skurillen Figuren (wobei ich das Rumgehacke wegen Aeusserlichkeiten auch nicht so schoen fand) aber auch da waere mehr gegangen. Gerade bei einigen Nebenfiguren haette ich mir mehr gewuenscht. Einzig bei Rolf, dem baerbeissigen Rocker, ging es ein bisschen mehr in die Tiefe. Bei allen anderen hatte man das Gefuehl, dass sie nur dazu dienen um Lilas eigene Geschichte voranzutreiben.
Gestoert hat mich auch der rauhe Umgangston zwischen Lila und Lena, der auch nicht so richtig gepasst hat. Schade auch das Molle und Staschek gar nicht mehr selber zu Wort gekommen sind.
Die letzten 10-20 Seiten waren sehr gut gelungen und somit hatte die Geschichte wenigstens einen guten und runden Abschluss erhalten.
Fazit: Alles in allem hat mir die Reihe um die flippige junge Lila mit Ihrem aelteren baerbeissigen Ermittler Ben, die im Ruhrpott leben und ermitteln, recht gut gefallen. Pluspunkte gibt es auch dafuer, dass die Geschichten in der Regel interessante oder soziale Themen behandeln und oft in einem ungewoehnlichen Umfeld spielen. Der erste Band ist nachwievor mein absoluter Lieblingsband und ansonsten war so ziemlich jede Wertung fuer mich drin gerade zum Ende hin hat die Reihe dann leider etwas nachgelassen.
Und zu guter letzt: Ich fand die Titelbildgestaltung in dieser Reihe auch etwas merkwuerdig, da sie gar nichts mit Lila oder den Geschichten zu tun hat.