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Goethe und Schiller ermitteln #1

Durch Nacht und Wind: Die criminalistischen Werke des Johann Wolfgang von Goethe. Aufgezeichnet von seinem Freunde Friedrich Schiller

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Weimar, Ende des 18. Jahrhunderts: Der Großherzog von N. hat einen verstörenden Brief empfangen. Sein geliebter Smaragdring soll mit einem tödlichen Fluch beladen sein. In der Not zieht Herzogin Anna Amalia Goethe und Schiller in ihr Vertrauen. Der Großherzog soll von den beiden Literaten davon überzeugt werden, dass die Geschichte mit dem Fluch Unfug sei. Doch als die beiden den Großherzog im Schloss Belverdere aufsuchen und ihn zutiefst unsympathisch finden, bereitet es Goethe und Schiller ein großes Vergnügen, ihn in seiner Angst noch zu bestärken. Als der Großherzog jedoch auf mysteriöse Weise stirbt und bald darauf eine weitere Leiche folgt, wird der Fall vollends undurchsichtig und ein Fluch immer wahrscheinlicher.

4 pages, Audio CD

First published March 11, 2017

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About the author

Stefan Lehnberg is a German actor, director, and author.

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Displaying 1 - 15 of 15 reviews
Profile Image for Auntie Terror.
478 reviews111 followers
July 25, 2018
This was great, almost as good as Löhr's Goethe-Novels. Especially the allusions to and quotes from the two authors' works were very enjoyable to me, and partly just outright hilarious. What I did not like so much was that Schiller got Watson's part in this pairing which made him look less brilliant than Goethe, and than I think he deserves. I'm keen on getting to the second book.
Profile Image for Eva Müller.
Author 1 book78 followers
June 24, 2017
Wenn Das Erlkönig-Manöver das Buch für die Leute ist, die A-Team geschaut haben und dabei dachten 'Wäre es nicht cool, wenn es das ganze auch mit ein paar berühmten deutschen Literaten gäbe?', dann ist Durch Nacht und Wind für die, die sich ähnliches bei Der Hund der Baskervilles (oder vielleicht The Private Life of Sherlock Holmes) dachten.

Und am Anfang leidet das Buch ein wenig darunter. Denn im ersten Drittel habe ich mir recht häufig gedach, dass das Buch mir genau das gibt was ich von einem guten Sherlock Holmes Pastiche wünsche. Es gibt einen Fall, der interessant ist, ohne dass gleich das Schicksal der Welt (Europas/der Monarchie...) davon abhängt. Und zwar ein Fall bei dem alles auf einen übernatürlichen Ursprung hindeutet: ein wertvoller Ring scheint verflucht zu sein. Und natürlich glaubt Holmes nicht an Flüche, wären Watson sich dabei nicht ganz so sicher ist.
Oh...habe ich Holmes und Watson gesagt? Ich meinte natürlich Goethe und Schiller. Aber wenn man die Namen einfach ersetzen würde, bräuchte es wahrscheinlich eine Weile bis dem geneigten Leser etwas auffallen würde.

Nun ist das ja nicht unbedingt etwas schlimmes. Die Holmes/Watson Dynamik wird gerne kopiert. Und man kann dem Autor auch nicht vorwerfen, dass in Wirklichkeit Goethe und Schiller bestimmt nicht so gewesen waren. Sie waren sicher auch nicht so wie im Erlkönig Manöver aber ich lese keines der beiden Bücher für die historische Korrektheit. Ich will mich nur amüsieren.
Und ich habe mich amüsiert. Aber ich habe das getan, weil ich Krimis und Geschichten im Stil von Sherlock Holmes mag und weil der Fall wirklich spannend ist. Für die Leute, für die das nicht der Fall ist, dürfte sich der Anfang ein wenig in die Länge ziehen, denn die amüsanten literarischen Anspielungen wie im Erlkönig Manöver halten sich in Grenzen. Die meiste Zeit wird damit verbracht den Fall zu etablieren und Goethe und Schiller ermitteln recht konventionell.

Aber das ist wirklich nur der Anfang. Nach einer Weile liest es sich nicht mehr wie Sherlock Holmes: Der verfluchte Smaragd von Weimar und mehr wie...nun ja...Goethe & Schiller RPF: Das Detektiv-AU. Es wird albern (ohne das der Fall zu sehr ins absurde gleitet), Schiller muss gezwungenermaßen Poetry slamen (ich lache selten wirklich laut beim lesen aber an dieser Stelle konnte ich nicht anders), es gibt Verfolgungsjagden im Heißluftballon und Goethe ist sehr zerknirrscht als Schiller erklärt, dass er Faust nicht komplett auswendig kann (hat ihn aber trotzdem lieb). Kurzum: es hat alles was das Herz begehrt.
Profile Image for Julia.
473 reviews89 followers
April 9, 2017
Meine Meinung: Ich bin ein großer Fan der Weimarer Klassik und habe mein Herz außerdem an die Sherlock Holmes Geschichten verloren. Dieses Buch ist ein Retelling der Sherlock Holmes Geschichten mit Goethe in der Rolle von Sherlock und Schiller in der Rolle von Watson. Für mch klang das vor dem Lesen nach einer gelungenen Mischung und ich war gespannt, was mir das Buch bringen würde. Mein größtes Bedenken war die Schrift, die schon im Klappentext leicht altertümlich anmutet und sich auch durch das ganze Buch ziehen soll. Sprachlich war das Buch allerdings sehr gut zu lesen. Ich weiß nicht, ob dies daran liegt, dass ich durch mein Studium mehr Erfahrung, beispielsweise im Lesen von Klassikern, habe oder ob es allgemein sehr angenehm zu lesen ist. Gestört hat es mich keinesfalls und hat sogar sehr zur Atmosphäre beigetragen.
Direkt zu Beginn werden Goethe und Schiller in einen scheinbar mysteriösen Fall hineingezogen, bei dem es nicht mit rechten Dingen zugeht. Die geschieht mit vielen Verweisen aus das Leben und die Werke der beiden Dichter und war für Kenner so sehr unterhaltsam. Aber auch der Fall hielt viele Fragen bereit, die sich im Verlaufe des Buches lösen würden. Dies geschieht am Ende mit einer tollen und nur dezent geahnten Wendung und konnte mich damit sehr überraschen.
Sowohl Goethe als auch Schiller sind sehr skurril dargestellt. Es passte jedoch perfekt zu dem Wissen, das ich über die beiden hatte und ich habe sie direkt ins Herz geschlossen du ihre historischen Vorbilder noch mehr lieben gelernt. Die Story hatte jedoch nicht nur viele Einflüsse der Weimarer Klassik sondern auch auf den Sherlock Holmes Geschichten. Ich fühlte mich für den Großteil des Buches somit pudelwohl in der Geschichte und habe sie besonders als Literaturstudentin sehr genossen.
Es gibt jedoch einen großen Kritikpunkt, der mich so sehr gestört hat, dass er zu Punktabzug geführt hat. Gegen Beginn des letzten Drittels gab es eine Reihe von Szenen, die mehr einem amerikanischem Actionfilm aus Hollywood glichen, als einer Mischung aus Goethe, Schiller und Sherlock Holmes. Es gab Verfolgungsjagden, die nichts mehr mit der Realität zu tun haben und unnötige Spannung wurde erzeugt, die letztendlich überhaupt keinen Sinn hatte. Auch die Auflösung vor der eigentlichen Auflösung, in die die ganze Actionszene mündete wirkte zu einfach und sehr gestellt. Das hätte man meiner Meinung nach eleganter und vor allen Dingen dem Buch entsprechender lösen können.
Fazit: Trotz der Passage, die mir nicht gefallen hat, konnte mich Durch Nacht und Wind als Literaturstudentin und besonders als Klassik- und Sherlock Holmes-Fan wirklich begeistern und abholen. Die Sprache war trotz ihrer altertümlichen Erscheinung sehr schön zu lesen und an Humor und tollen Wendungen fehlte es ebenfalls nicht.
Vielen lieben Dank an den Klett Cotta Verlag für die Bereitstellung des Exemplars zur *Leserunde.
Profile Image for Reni.
312 reviews33 followers
August 1, 2017
Was für ein fröhliches Buch.

Ich muss zwar zugeben, dass die Verwendung von ausgerechnet Schiller und Goehte für diese Sherlock-Holmes-Pastiche ein wenig Gimmick-haft erscheint (hätte auch mit jedem anderem Duo funktioniert, und die literarischen Anspielungen halten sich auch in Grenzen), aber der ein oder andere Seitenhieb auf die Biografien (und Bibliogien) der Dichter hat mich doch so gut unterhalten, dass ich nicht allzu böse darüber sein kann, dass die Helden und das Setting ein wenig austauschbar wirken.

Der Mystery-Plot lädt außerdem zum Glück derart zum Miträtseln ein, dass er auch ohne besondere Persönlichkeiten als Ermitler funktioniert. Die Wendungen und Verwicklungen, die sich im Laufe des Plots ergeben, sind angemessen mysteriös und können im Laufe der Geschichte (und das ist das Wichtigste) logisch aufgeklärt werden. Man muss also bei "Durch Nacht und Wind" nicht fürchten, am Ende mit mehr Fragen als Antworten zurückgelassen zu werden, wie das schon mal bei Geschichten vorkommt, die sich statt für ihr eigenes Mystery nur für die damit verbundene Effekthascherei interessieren.

Auch wenn mir die Auflösung am Ende ein bisschen zu hastig von statten ging (Goethe und Schiller hätten z. B. ruhig noch ein paar mehr Dinge selbst rausfinden können, bevor der Schuldige diese gestanden hat), so war die Handlung in ihrer gänze doch kurzweilig genug, dass ich selbst die paar eher überflüssigen Szenen, die mir etwas negativ auffielen verzeihen kann. (Da ist zum Beispiel die zweite Ballonfahrt, die wirklich so rein gar nichts gebracht hat, weder für die Handlung, noch für die Charaktere, und das auf Grund eines doch sehr zufälligen Zufalls... hätte man sich sparen können, wenn z. B. einfach ;) ) Dann hätte man trotzdem noch Schiller höchst qualitativ hochwertiges Gedicht zu lesen bekommen.

Eine weitere Sache, die mich nicht komplett überzeugt hat,


Trotz solch kleiner Schönheitsfehlerchen einfach ein sehr unterhaltsames Buch, auch wenn es keinerlei historischen Ansprüchen gerecht wird (aber ich denke, das erwartet auch keiner? Goethe und Schiller als Hauptcharaktere sind eher das Mittel zum Zweck für einige (sehr sympathische) Absurditäten und repräsentieren weniger die historischen Persönlichkeiten der Dichterfürsten.
Profile Image for Homunculus.
145 reviews14 followers
July 19, 2017
Ein ganz netter Krimi, der natürlich von den Hauptpersonen Goethe und Schiller lebt und dadurch einen ganz besonderen Charme bekommt.
Eine durchweg amüsante Jagd entwickelt sich und es macht Spass dem Hörbuch, gelesen von Oliver Kalkofe, zuzuhören.
Profile Image for Sebastian.
754 reviews67 followers
January 20, 2018
Wer zu Schulzeiten die berüchtigten gelben Reclam-Heftchen schon nicht als Unterrichtsmaterialien, sondern als moderne Folterelemente betrachtet hat und immer noch der Erwähnung berühmter literarischer Werke wie „Faust“ oder „Die Räuber“ in Sekundenschlaf fällt, der muss jetzt ganz stark sein: wie man es dem der Ballade vom Erlkönig angelehnten Titel bereits entnehmen kann sind die Protagonisten in Stefan Lehnbergs Roman „Durch Nacht und Wind“ keine geringeren als die beiden vielleicht bekanntesten deutschen Dichter Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller. Die beiden historischen Persönlichkeiten ermitteln hier aber nicht etwa gemeinsam auf der Suche nach dem perfekten Versmaß, sondern bekommen es im Weimar des späten 18. Jahrhunderts mit einem äußerst skurrilen und mysteriösen Fall zu tun: der Großherzog von N. bittet die beiden Freunde um Hilfe, weil er einen beunruhigenden Brief erhalten hat, in welchem ein Professor behauptet, dass der wertvolle Smaragdring des Adeligen mit einem furchtbaren Fluch beladen sei. Goethe und Schiller halten die Angelegenheit zwar eigentlich für Humbug, da der Großherzog den beiden auf Anhieb aber überaus unsympathisch ist, denken sie aber auch gar nicht daran, dem Mann seine Angst zu nehmen. Als der Großherzog jedoch nur einen Tag später unter äußerst rätselhaften Umständen tot aufgefunden wird, ist die Neugier des schreibenden Duos dann aber doch geweckt und Goethe und Schiller nehmen die Ermittlungen auf…

Goethe und Schiller auf den Spuren von Sherlock Holmes & Dr. Watson

Stefan Lehnberg geht bei seinem ersten Kriminalroman wenig Risiko ein und bedient sich unverkennbar eines bewährten Erfolgskonzepts, denn „Durch die Nacht“ ähnelt sowohl inhaltlich als auch erzählerisch stark den Werken eines gewissen Sir Arthur Conan Doyles. Friedrich Schiller gibt dabei den Dr. Watson und fungiert als Erzähler der Geschichte, der bei den Ermittlungen eher die Rolle des (ebenfalls medizinisch ausgebildeten) Assistenten einnimmt, während Johann Wolfgang von Goethe als leicht exzentrisches Genie in bester Sherlock-Holmes-Manier aus kleinsten Hinweisen die verblüffendsten Erkenntnisse deduziert. Das mag vielleicht wie ein billiger Abklatsch vom großen Vorbild wirken, funktioniert aber hervorragend und so bilden Goethe und Schiller ein wunderbar harmonierendes Ermittlergespann, welches sich mit viel Scharfsinn und feinem Humor durch den Fall kombiniert. Dieser ist dabei durchaus komplex konstruiert und stellenweise wirklich knifflig, sodass sich „Durch die Nacht“ die Bezeichnung „Kriminalroman“ redlich verdient, wenngleich manche Szene wie z.B. eine Verfolgungsjagd im Heißluftballon der Brüder Montgolfier ein wenig übertrieben und unpassend actionreich wirkt. Das tut dem Vergnügen aber keinen Abbruch, weil Lehnbergs Roman auch atmosphärisch überzeugen kann und die Weimarer Klassik auch in Bezug auf die Sprache gut einfängt. Und weil der Autor seine Geschichte und seine Helden nicht zu ernst nimmt und so beispielsweise der ach so geniale Goethe sich bei der Lösung eines Rätsels partout nicht an ein wichtiges Zitat aus seinem eigenen „Faust“-Epos erinnern kann, weiß man auch als ausgeprägter Lyrik-Allergiker, dass man mit „Durch die Nacht“ auch ohne großes Interesse an deutscher Dichtkunst hier seine Freude haben kann – vor allem mit der kurzweiligen Hörbuchversion, die von Oliver Kalkofe stimmungsvoll und spürbar amüsiert vorgetragen wird. Goethe und Schiller als deutsche Antwort auf Sherlock Holmes und Dr. Watson – gerne mehr davon!
Profile Image for Dr. Eva-Maria Obermann.
Author 12 books23 followers
July 14, 2017
Geheimrat Goethe und sein Freund Schiller werden vom Großherzog N. herbeigerufen. Der besitzt einen mysteriösen Ring, auf dem ein Fluch liegen soll. Ehe Goethe sich wirklich damit befassen kann, stirbt der Großherzog unter mysteriösen Umständen. Und das bleibt nicht die einzige Leiche. Professor Kranigk will den Ring zerstören, doch auch das hält das Unglück nicht auf. Plötzlich sind Goethe und Schiller Jäger und Gejagte zugleich. Schnell wird klar, dass nichts ist, wie es scheint und Goethe zwar manchmal mehr weiß, als er sagt, aber noch öfter nichts sagt, um den Eindruck zu erwecken, mehr zu wissen.
Ich habe den Roman weniger wegen der kriminalistischen Handlung, denn seiner Protagonisten gelesen. Schiller als Erzähler ist teilweise naiv, aber immer staunend und nachdenklich. Goethe wird als rechter Detektiv gezeigt. Die Symbolik zu Sherlock Holmes und Doktor Watson ist überwältigend. Die stilistischen Parallelen und die Ausarbeitung der Figuren erinnern sofort an dieses Ermittler-Duo. Der besonnenere Schiller und Goethe, der immer einen Schritt voraus sein will.
Dazu trägt auch das Flair bei, denn der Autor auch durch den Sprachduktus erreicht. Sey, Bey, Thür sind relativ kleine Abwandlungen der gewohnten Rechtschreibung, die sofort einen historischen Kontext vermitteln. Auch Wortwahl und Umfeld werden authentisch gestaltet. Beispielsweise die Dauer der Kutschfahrten zwischen den verschiedenen Stationen, das chemische Wissen der Zeit. Und natürlich die Nähe Goethes zum Theater. Hier zeigt sich, dass beim Germanistikstudium durchaus etwas hängengeblieben ist.
Mehr als Krimi ist das Buch vor allem dadurch Komödie, Satire, Persiflage. Dem in Deutschland so hoch verehrten Geheimrat – in Germanistenkreisen ungebrochen DER Autor schlechthin – wird auch detektivisches Talent angedichtet. Wie sehr Goethe dabei auf seinen Ruf, sein Erscheinen bedacht ist – im Grunde also immer selbst Theater spielt – wird überdeutlich. Er ist nicht zu fassen, erst recht nicht von Schiller, dem Erzähler. Der wirkt wie ein Spielball. Goethe ruft und Schiller eilt.
So nah das an der historischen Vorlage sein mag, so oft habe ich mich gefragt, ob der Autor nicht zu fokussiert auf dem Krimi ist. Zwar werden manche Details angedeutet wie Schillers schlechter Gesundheitszustand und Goethes Krach mit Charlotte von Stein, doch immer nur zwischendurch und so, dass es wohl nur Leuten mit Vorkenntnissen auffällt. So werden Goethe und Schiller fast schon zu Karikaturen. Natürlich verstärkt das den humoristischen Effekt des Buches. Ich finde es aber schade, dass der Roman hier durch Tiefe verliert. Davon hat er ohnehin nicht so viel.
Durch Nacht und Wind (übrigens eine Anspielung an die erste Strophe des Erlkönigs) ist weder ein feinsinniger Kriminalroman, noch eine historische Adaption. Es soll lustig sein. Nicht zuletzt deswegen verhaspelt es sich auch im Endkampf etwas. Viele Spitzen werden aufgestellt und es macht Spaß beim Lesen. Der richtige Clou hat mir allerdings gefehlt. Dafür war es mir dann doch in vielen Ebenen zu platt.
244 reviews1 follower
April 28, 2025
Die Großmeister der deutschen Literatur als kriminalistisches Duo, als ich dies gelesen habe, wusste ich sofort, dass ich dieses Buch lesen muss. Natürlich kam mehr oder weniger sofort die Assoziation mit Sherlock Holmes und Dr. Watson auf und ich denke, dies war vom Autor auch so gedacht.
Denn meiner Meinung nach, spürt man während des Lesens des Buches, dass Stefan Lehnberg nicht nur sehr gut mit der deutschen Literatur vertraut ist und sich intensiv mit Goethe und Schiller auseinander gesetzte hat, sondern auch, dass er ausgiebig die Romane rund um Sherlock Holmes genossen hat.
Die Umsetzung der Idee des Ermittlerduos finde ich so gelungen, dass man sich wirklich vorstellen kann, dass dies nicht nur eine fiktive Idee des Autors ist, sondern die beiden wirklich den einen oder anderen Kriminalfall gelöst haben. Unterstützt wird dies durch die altertümliche Sprechweise der Protagonisten und der der damaligen Zeit entsprechenden Rechtschreibung. Beides ist auf den ersten Blick ein klein wenig gewöhnungsbedürftig, aber obwohl ich schon lange keine Werke mehr aus dieser Zeit gelesen habe, hatte ich damit keinerlei Schwierigkeiten.
Leider habe ich sehr vieles, das ich über das Leben von Schiller und Goethe in der Schule gelernt habe, mittlerweile wieder vergessen. Daher habe ich zwar die eine oder andere Anspielung bemerkt, konnte diese aber nicht wirklich einordnen und ich vermute auch, dass ich viele Hinweise auf das Leben und die Werke der beiden nicht bemerkt habe. Umfangreiche Kenntnisse über das Leben und Wirken der beiden Herren ist nicht zwangsläufig notwendig, um das Buch genießen zu können, intensiviert aber sicherlich das Vergnügen.
Der Roman vermischt mehrere Genres auf mehr oder weniger gelungene Weise miteinander. Neben den beiden offensichtlichen Genres, nämlich Historien- und Kriminalroman, kommt da auch noch Komödie, Tragödie und Satire dazu und Komponenten eines modernen Actionfilms. Viele der Elemente verwebt der Autor ganz geschickt miteinander, manche waren für mich ein wenig übertrieben und haben das Gesamtbild ein wenig verzerrt.
Der Roman hat mich im Großen und Ganzen recht gut unterhalten, trotzdem bin ich von dem Konzept nicht wirklich überzeugt. Vielleicht liegt es an meinen mangelhaften literarischen Kenntnissen oder daran, dass der Kriminalfall zwar recht interessant, aber auch ein wenig durchschaubar war.
Profile Image for Ceciliasophie.
220 reviews10 followers
July 5, 2019
Goethe und Schiller werden von Anna Amalia und dem Regenten Weimars Carl August gebeten, den Irrglauben des Großherzogs von N. Einhalt zu gebieten. Dieser ist nämlich der festen Überzeugung, dass ein Ring seiner Familie mit einem Fluch beladen sei. Kurzerhand machen sich Goethe und Schiller auf den Weg ins Lustschloss Belvedere bei Weimar. Doch in der Nacht ihrer Ankunft verstirbt der Großherzog auf mysteriöse und unerklärliche Art und Weise.

Die Idee, diese beiden Größen der deutschen Literatur in einem Krimi agieren zu lassen, machte mich wirklich ganz neugierig. Zumal Goethe und Schiller wirklich befreundet waren.
In einer Sherlock Holmes und Dr. Watson Art machen sich die beiden dann auch gleich ans Werk und versuchen, die mysteriösen Umstände des Todes vom Großherzog zu klären. Doch gestaltet sich dies schwieriger als erwartet.
Woran ich mich aber wirklich erst einmal gewöhnen musste, war der Schreibstil. Dieser war angepasst an die damalige Zeit, weshalb einige Ausdrucksweisen und die Rechtschreibung mich öfters aus dem Konzept brachten. Irgendwann legte sich dies jedoch und kaum hatte ich mich an den Schreibstil gewohnt, so konnte ich ein sehr rasches Lesetempo aufrecht erhalten.
Begünstigt wurde das Tempo durch die wirklich spannende Handlung. Ja, es erinnert schon etwas zu sehr an Sherlock Holmes, doch da ich die Geschichten von Holmes und Watson sehr gerne mag, hatte ich auch an „Durch Nacht und Wind“ große Freude.
Der Autor baute geschickt auch Informationen über Goethe und Schiller und ihre Werke mit in die Geschichte ein, so dass der Leser noch ein wenig mehr über diese erfahren konnte und die Figuren noch lebendiger wirkten.
Die Auflösung stellte mich wirklich zufrieden und alle losen Fäden der Geschichte wurden gekonnt miteinander verknüpft.
Auf den zweiten Band bin ich nun doch gespannt.
Profile Image for TheTenthReader.
48 reviews28 followers
October 25, 2017
Wer reitet so spät durch Nach und Wind?
Nun ja, nicht der Vater mit dem Kind... Dieses Mal sind es Schiller und Goethe persönlich, die den Leser mit auf ihre Reise nehmen.

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar!

Schiller und Goethe lösen gemeinsam einen Fall. Was nicht nur in der Theorie spannend klingt ist auch in der Praxis wunderbar umgesetzt. Die Atmosphäre, die dabei von den Charakteren, der Sprache und dem Setting gebildet werden, überzeugen von Anfang an und machen es schwer, das Buch zur Seite zu legen. Die Anspielen zu Sherlock Holmes und Watson sind dabei nicht zu übersehen und verleihen dem Ganzen noch eine Spur Humor. Einen Punkt Abzug gibt es einfach für die relativ eindimensionale Zeichnung der Figuren, die zwar lustig und spannend zu lesen sind, doch wie Abziehbilder des Originals wirken.
318 reviews1 follower
July 6, 2019
Die Idee der Geschichte finde ich nach wie vor wirklich genial und auch die beiden Protagonisten haben mir dementsprechend sehr gut gefallen. Auch die Handlung war wirklich unterhaltsam und komisch und am Ende wurde alles gut aufgelöst. Das einzige, was mich doch gestört hat, war, dass ich einen großen Teil der Auflösung in etwa so schon sehr früh geahnt habe, und sich die beiden deshalb für mein Empfinden am Anfang nervtötend dumm angestellt haben. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das ironisch gemeint war und so sein sollte, besonders weil ich normalerweise wirklich nicht gut darin bin so etwas zu durchschauen.
Profile Image for Maike.
136 reviews1 follower
May 27, 2025
BAHAHAHAHAH
Ich wollte es zuerst nicht lesen, weil es sehr trashy-Kinderbuchmäßig gewirkt hat,
aber die Zusammenfassungen mit "Ein Mord ist geschehen; Goethe und Schiller werden zur Hilfe gerufen" (obviously) und "Sie sollten den paranoiden Herzog beruhigen, mochten ihn aber nicht und haben deswegen seine Angst geschürt" haben mich sehr überzeugt.
War tbh genau das, was ich erwartet hatte; meine Ehre verbietet es mir, mehr als 2 Sterne zu geben.
(Aber fun)
Profile Image for Sarah.
280 reviews15 followers
April 9, 2017
Das hat richtig viel Spaß gemacht!
Die Krimihandlung fand ich solide, die Stars der Geschichte sind aber definitiv die beiden ermittelnden "Buddys". Und ich liebe ja den Kniff, reale Figuren in eine fiktionale Umgebung zu bringen.
Profile Image for Carmen Vicari.
217 reviews5 followers
November 16, 2017
Der Großherzog von N. ist ein sehr abergläubischer Mensch. Als ihm ein Brief von einem Professor Kranigk zugestellt wird, der ihn vor dem Fluch eines Ringes warnt, bittet er Goethe und Schiller zu Hilfe. Denn der verfluchte Ring befindet sich in seinem Besitz.

Goethe und Schiller glauben nicht an einen Fluch, bestärken den Großherzog aber in seiner Angst, da er ihnen beiden unsympathisch ist. Tags drauf ist der Großherzig tot, jedoch war es keine natürliche Todesursache. Mord oder Selbstmord scheinen aber irgendwie auszuscheiden. Hat der Fluch zugeschlagen? Goethe und Schuller gehen der Sache auf den Grund …

Goethe und Schiller, zwei Freunde, wie sie auch im realen Leben einst zu finden waren. Der Autor lässt in seinem Buch Schiller zu Wort kommen, ihn die Geschichte niederschreiben, die sich da einst zugetragen hat. Dabei passt der Autor bewusst die Sprache ein wenig den damaligen Gegebenheiten an, was man zum einen an den Schreibweisen mancher Worte erkennt, aber auch in der Wortwahl und dem Satzbau.

Nichtsdestotrotz hat man schnell eingelesen, taucht in die Geschichte ein, begibt sich mit Schiller und Goethe auf Mörderjagd und Rätselraten. Dabei wird man noch unterhalten, zum einen von den Überlegungen der beiden, zum anderen von der Situationskomik und dem Wortwitz.
Der Autor zeichnet die Charakter der beiden großen Dichter etwas nach, lässt sie lebendig werden vor dem inneren Auge und zieht den Leser förmlich in einen Sog aus genießerischem Lesen und Spannung bis zum Schluss.

Fazit:
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, nur ungern habe ich Goethe und Schiller wieder verlassen und hoffe, obwohl dieser verzwickte Fall zwar gelöst ist, dass es weitere Folgen mit dem Ermittlerduo Goethe und Schiller geben wird.
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