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Flugschnee

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“Was macht das Glück einer Familie aus? Wenn es – neben vielen Komponenten wie der Abwesenheit von Krankheiten, sicherem Einkommen und dergleichen – gemeinsame Erinnerungen sind, die Zusammenhalt ermöglichen, miteinander gelebte Vergangenheit“, so denkt Lucy an einem Dezembertag in Berlin an eine unglückliche Familie.

Ihr Bruder Simon ist verschwunden. Das Nachdenken über ihn führt sie zu einem früheren Wintertag ins Haus der Großeltern in Hamburg, an dessen Ende etwas geschah, das den Kindern verschwiegen wurde. Dieses Schweigen bestimmt nicht nur die weitere Zukunft, sondern reicht auch in die Generation der Großeltern und Urgroßeltern zurück, welche sich in vielfältig Ungesagtes verstrickten, politisches, persönliches. Helene, die Großmutter, kämpft gegen Ende ihres Lebens allerdings umso vehementer um ihre Erinnerungen: jede, auch die schlechteste, ist ihr willkommen, um dem „Schmelzen im Kopf“ zu widerstehen.

Schnee und Stein sind in diesem Roman die Materialien, an denen die Figuren scheitern oder wachsen, an denen sie dem Bedrohlichen eine Form abzuringen, dem Zerstörerischen ein “Dennoch” entgegenzusetzen versuchen.

343 pages, Hardcover

Published February 22, 2017

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About the author

Birgit Müller-Wieland

9 books2 followers

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Community Reviews

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1 (5%)
4 stars
5 (29%)
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7 (41%)
2 stars
2 (11%)
1 star
2 (11%)
Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Carolin.
488 reviews100 followers
September 9, 2017
Nach der Leseprobe im Rahmen der Longlistnennung war ich nicht überzeugt, aber die Kurzbeschreibung weckte mein Interesse und das Buch schwirrte immer wieder durch meine Gedanken...nun muss ich sagen, dass ich vorschnell urteilte, denn das Buch ist etwas sehr besonderes und es gefiel mir sehr. Das immer wiederkehrende Thema des Schnees, der verschiedene Funktionen erfüllt (mal sanfte Decke, mal weiße Blindheit, mal Vertuschung, mal weißer Fleck auf der Landkarte der Familiengeschichte, mal Gefahr), wurde von der Autorin sehr wirkungsvoll eingesetzt, um diese verschachtelte Familiengeschichte auf 5 Zeitebenen mit allen überraschenden Geheimnissen zu erzählen.

Mehr dazu in meiner Videorezension: https://youtu.be/P7tvwqVw6rA
147 reviews11 followers
December 10, 2017
Ich habe immer weiter gelesen, weil ich wissen wollte, warum das Buch auf die Shortlist des Buchpreises kam.
Nun, ich kann es nicht fassen, dass die Kritik auf so ein Erinnerungkitsch reinfällt. Und diese irritierende Suspens-Technik, die Spannung wir so lange aufgebaut - am Ende fragt man sich worum das ganze Geschrei. Soll das echt ein Trauma sein, dass zwei Kinder im Keller erschreckt wurden? (Wobei ihnen sonst nicht passiert ist!) Ach, wären sie danach zur Therapie gegangen, wäre alles wieder gut geworden!
Und die Geschichte darüber, dass Helene im Bruder ihres Mannes verliebt war, da er aber ein Nazi war und im Krieg gestorben ist, hat sie (ersatzweise ?) mit seinem Frontkameraden geschlafen (diesmal ein Faschist), gleich nachdem er ihr erzählt hat, dass er im Krieg ganze Familien umgebracht hat. Eigentlich kein Wunder, Helene war ja Freundind mit Goebbels Kindern (ich habe mir das nicht ausgedacht!).
Eigentlich kommt die ganze Absurdität der Geschichte erst in der Zussamenfassung zum Vorschein. Wie gesagt: Erinnerungskitsch.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Anđela Matanović.
30 reviews1 follower
January 16, 2021
"Flugschnee" ist ein Generationenroman: Die erste Familiengeneration gehört zu den Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs und sie hat sich zur Aufgabe gemacht, über die tragischen geschichtlichen und politischen Ereignisse ihrer Zeit zu schweigen. Die Intention hierbei ist es, die Nachfahren vor den im Krieg entstandenen Traumata zu schützen und sich dabei die tragischen Ereignisse nicht mehr ins Gedächtnis zu rufen. Jedoch resultiert das Schweigen bei der zweiten und dritten Generation in einem Identitätsverlust. Die Aufdeckung der Familiengeheimnisse, welche in der Vergangenheit ihren Ursprung finden, werden schrittweise offenbart und mit der gegenwärtigen Handlung kombiniert. Aus diesem Grund kommt es zu einem ständigen Wechsel der Erzählperspektiven. Lucy berichtet aus der Ich-Erzählperspektive und ist Teil der gegenwärtigen Handlung. Die anderen zwei Generationen werden von einem personalen Erzähler begleitet und schildern die Geschehnisse von vor zwanzig Jahren. Dieser Roman beginnt mit Identitätsverlust "Nach Hause möchte ich" (Seite 5) und endet mit Identitätsfindung "Jetzt. Jetzt bin ich da" (Seite 341).
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