Das Glück wird ermordet, als der 11-jährige Lennard an einem kalten Novembertag nicht nach Hause kommt und 34 Tage später als Mordopfer aufgefunden wird. Exkommissar Jakob Franck überbringt den Eltern diese schrecklichste aller Nachrichten – das Glück verschwindet. Während die Sonderkommission auf der Stelle tritt und die Familie keinen Weg findet, mit dem Verlust umzugehen, vergräbt Franck sich bis zur Erschöpfung in Zeugenaussagen und Protokollen – immer in der Hoffnung, den einen ausschlaggebenden Faktor zur Aufklärung des Falls ans Licht zu bringen.
Friedrich Ani, 1959 in Kochel am See geboren, lebt heute als freier Schriftsteller und Drehbuchautor in München. Neben Kriminalromanen schreibt er Lyrik, Erzählungen, Jugendromane und Drehbücher. Für sein Werk erhielt er zahlreiche Auszeichnungen u. a. den Tukan-Preis und dreimal den Deutschen Krimipreis.
Jakob Franck, pensionierter Kommissar, muss die Nachricht überbringen. Der elfjährige Sohn von Tanja und Stephan Grabbe wurde tot aufgefunden. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist er einem Verbrechen zum Opfer gefallen. Beinahe sieben Wochen war der Junge spurlos verschwunden. Solange jemand verschwunden ist, gibt es noch einen Funken Hoffnung, nun aber ist alles vorbei. Das Leben wie es war gibt es nicht mehr. Es lässt Jakob Franck nicht los, eine zerbrochene Familie, ein auf ewig verlorenes Kind. Auf eine Art ermittelt er gemeinsam mit seinen ehemaligen Kollegen, andererseits ist er freier, da er keine offiziellen Vernehmungen mehr vornimmt, darf er das erfragen, was unter anderen Umständen nicht ins Protokoll gehören würde.
Hilft es bei den Ermittlungen? Der Junge wurde so spät gefunden, dass es kaum noch Spuren gibt. Die Familie kann nichts beitragen, sie ist in Trauer erstarrt. Es scheint kein Weitermachen zu geben, nur noch Stillstand, Agonie, unendliche Trauer und Erstarrung. Viele, viele Zeugen und keine Spur, keine heiße, keine lauwarme, keine kalte. Und doch ist es Jakob Francks Anliegen die Hinterbliebenen zweimal zu besuchen, einmal um die Nachricht über den Tod zu bringen und einmal um mitzuteilen, wer der Täter ist. Wird Ex-Kommissar Franck auch der Familie Grabbe seinen zweiten Besuch abstatten können?
Mit bekannter Schwermut lässt Friedrich Ani seine Personen agieren, er lässt einen versinken in der Trauer von Tanja und Stephan Grabbe. Man fragt sich, warum ausgerechnet in der Tatnacht niemand etwas beobachtet hat. Man spürt die Schwere der Welt, die auf den Überlebenden dieser sehr privaten Katastrophe lastet. Das Schwerste ist es wohl, wenn die Jungen vor den Alten gehen müssen. Das Allerschwerste, wenn sie mit einem Gewaltverbrechen konfrontiert werden, mit einem sinnlosen Tod, mit der Auslöschung eines vielversprechenden jungen Lebens, eines Lebens, das nicht mehr gelebt werden darf. Tief atmet man und fragt sich, ob es zu ertragen ist. Tief atmet man, und denkt, es muss doch weitergehen, es muss doch eine Lösung geben. Eine Lösung gibt es, aber kein Aufatmen, denn ein Junge von elf Jahren bleibt für immer tot.
„Ermordung des Glücks“ ist ein wirklich passender Titel. Ein Junge verschwindet und wird Wochen später tot aufgefunden. Die Welt seiner Familie bricht komplett zusammen und von Täter und Motiv fehlt jede Spur. Dies war mein erster Roman von Friedrich Ani und ich muss sagen, von der Leseprobe war ich ziemlich begeistert. Der Anfang des Buches hat mich direkt in den Bann gezogen. Dieser Kriminalfall war mal ganz anders aufgebaut, es ging nicht so sehr um das Verbrechen, als um die Gefühle der involvierten Personen. Der Schmerz wurde unglaublich gut bildlich dargestellt. Doch irgendwann wurde es etwas zäh. Die ewigen Monologe, mit ihren Wiederholungen. Das war irgendwann etwas zu wirr und hat mich leicht gestört. Die Charaktere waren auch durch die Bank weg alle irgendwie zu verschlossen. Generell finde ich diesen Stil gut, wenn Gedanken erläutert werden, wenn es mal etwas unstrukturiert abläuft, wenn nicht alles klar ausgesprochen wird, aber es hätte sich hier etwas mehr die Waage halten sollen mit der normalen Erzählung. Auch das Ende fand ich etwas unbefriedigend. Es ging dann alles so schnell. Ich bin mir tatsächlich unsicher, wie ich dieses Buch bewerten soll. Einerseits fand ich es gut erzählt, andererseits steckte mir irgendwie zu wenig dahinter. Insgesamt 2,5 Sterne.
Ein 11jähriger Junge wird seit 34 Tagen vermisst, das Leben der betroffenen Familie wird von Tag zu Tag mehr aus der Bahn gebracht. Als Lennard schlussendlich tot aufgefunden wird, übernimmt es Ex-Kommissar Jakob Franck, die Nachricht zu übermitteln. Jedoch die Mutter rechnet noch nicht mit dem Schlimmsten. Als sie die Nachricht endlich beginnt zu verstehen, bricht ihre gesamte Welt zusammen. Und sie hat Fragen. Wo war ihr Junge in all dieser Zeit? Wer hat ihn in den Wochen gesehen? Wer hat ihrem Kind das angetan? Der pensionierte Kriminalbeamte Jakob Franck stürzt sich in die Ermittlungen. Dieser Fall betrifft ihn in ganz besonderer Weise, gibt es doch auch in seiner Familie einen ähnlichen Fall, der ebenfalls dramatisch endete. So kämpft Jakob nicht nur für Lennard und seine Eltern, sondern auch für sich selbst. Vergangenheitsbewältigung am aktuellen Fall, ob das gut geht?
Mit seinem Kriminalroman „Ermordung des Glücks“ hat der Autor Friedrich Ani ganz großes geleistet. Selten empfand ich beim Lesen die Szenen als so brutal real, wie hier. Die Angst der Mutter ist nahezu greifbar, ihre Hoffnung so trostlos. Die Qualen und Schmerzen, die dieser schlimme Schicksalsschlag für die Familie auslöst, sind dunkel und vernichtend. Alles hat sich für die Familie geändert und das ist für mich körperlich fühlbar. Atmosphärisch dicht ist die Story selbst, hervorragend ausgearbeitet sind die Charaktere. Das Lesen verleiht mir immer wieder Gänsehautschauer. Der Schreibstil des Autoren ist unfassbar brillant, das verwendete Tempo unterstützt die Spannung.
Sehr gerne vergebe ich dem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es uneingeschränkt weiter. In höchstem Maße anspruchsvolle Krimikost, die nicht so leicht zu verdauen ist – das erwartet den Leser bei der Lektüre. Sicher kein Buch für nebenbei, es möchte die Aufmerksamkeit des Lesers und erarbeitet werden. Dafür wird man dann mit exzellenter Unterhaltung belohnt.
Der elfjährige Lennard wird ermordert. Der pensionierte Kommissar Franck überbringt den Grabbes, Lennards Eltern, die Nachricht, dass seine Leiche gefunden wurde. Dies alles Wochen, nachdem er in einer stürmischen Novembernacht verschwunden war. Kurz vor Weihnachten. Hier bricht für die Grabbes ihre Welt zusammen. Jeder versucht, auf seine eigene Art, mit dem Tod des Jungen fertig zu werden, auch sein Onkel und seine Grossmutter. Auch Franck und die Kommissare müssen damit umgehen, wochenlang vor einem Rätsel zu stehen.
Friedrich Ani schreibt mit einem recht eigenwilligen Stil, den ich vorher noch nicht kannte und der zu Beginn gewöhnungsbedürftig war. Die ersten 100 - 150 Seiten drehen sich hauptsächlich um Tanja Grabbe, Lennards Mutter. Ihre Naivität und Kindlichkeit hat diesen ersten Teil für mich ziemlich langatmig gemacht. Dann aber geht es immer mehr um die Ermittlungen, es werden Verdächtige gefunden und verhört, und die Erzählung nimmt Fahrt auf. Die Geschehnisse überschlagen sich gegen Ende fast, und die Auflösung des Morders kommt sehr überraschend.
Insgesamt fand ich es ein sehr schönes Buch, auch über Liebe zwischen Geschwistern und Eheleuten, was sehr viel zum Nachdenken anregt. Es ist kein Krimi, wie in den meisten Rezensionen erwähnt wird, dies stört jedoch keineswegs. Vielmehr eine wunderschöne und traurige Erzählung über die Verzweiflung, die man verspürt, wenn jemand Nahes verstirbt, insbesondere ein Kind, und zu welchen verzweifelten Taten dies Menschen treiben kann.
Inhalt: Das Glück wird ermordet, als der 11-jährige Lennard an einem kalten Novembertag nicht nach Hause kommt und 34 Tage später als Mordopfer aufgefunden wird. Exkommissar Jakob Franck überbringt den Eltern diese schrecklichste aller Nachrichten – das Glück verschwindet. Während die Sonderkommission auf der Stelle tritt und die Familie keinen Weg findet, mit dem Verlust umzugehen, vergräbt Franck sich bis zur Erschöpfung in Zeugenaussagen und Protokollen – immer in der Hoffnung, den einen ausschlaggebenden Faktor zur Aufklärung des Falls ans Licht zu bringen.
Mein Fazit: Ein zweiter Fall für einen eher unspektakulären Ermittler. Mir fehlt hier im Buch etwas die Hintergrundinformation zum Ermittler - man hat das Gefühl es gibt nur den Job. Der Einstieg in die Geschichte war großartig, aber leider fand ich die zweite Hälfte des Buches nicht überzeugend. Der Autor verirrt sich zusehr in Abgründe, anstatt sich auf die Auflösung zu fokussieren. Im Fokus steht eher das Zerbrechen - und dieses wird mit einem sehr poetischen Schreibstil geschildert. Mich konnte das Buch nicht ganz überzeugen - kein Fall der typischen Art.
Der Einstieg in das Buch ist mir genauso schwer gefallen, wie der Einstieg in diese Rezension. Ermordung des Glücks ist definitiv nicht das Buch, welches ich erwartet hätte als ich es zu lesen begonnen habe. Es ist kein klassischer Krimi. Es geht zwar um einen Fall, und dieser wird im Verlauf des Buches auch gelöst, allerdings geht es vorrangig um die Gefühle der einzelnen Figuren. Den Verlust eines Kindes, den Zusammenhalt unter Geschwistern die ein Geheimnis hüten und wie die Charaktere mit der Trauer umgehen bzw. daran zerbrechen. Den Schreibstil fand ich nach etwas längerer Eingewöhnungsphase sehr schön; er kommt ohne Kitsch aus und ist eher schlicht, doch gerade das macht dieses Buch aus. Und ich fand es einfach super ein Buch zu lesen, welches in München spielt. Allerdings bin ich mit der Gedankenwelt von Tanja (einer der Hauptfiguren) überhaupt nicht klar gekommen, sie vergisst in der Trauer hin und wieder den Namen ihres Mannes oder wo sie sich befindet und auch sonst ist ihre Art zu trauern für mich in vielen Belangen nicht nachvollziehbar gewesen. Die anderen Figuren hingegen fand ich sehr gelungen. Da am Anfang aus ihrer Perspektive geschrieben wurde hat es einige Zeit gedauert bis ich in das Buch gekommen bin. Auch fand ich die Zeitsprünge manchmal etwas verwirrend beim lesen. Nichts desto trotz hat mich das Buch irgendwie beeindruckt. Und auch die Auflösung des Falls fand ich gelungen. Eigentlich eher 3,5*
Der elfjährige Lennard Grabbe kommt an einem Abend im November nicht nach Hause. 34 Tage später überbringt Jakob Franck, ein pensionierter Polizist, den Eltern die Nachricht, dass ihr Sohn tot aufgefunden wurde. Die Ermittlungen verlaufen schleppend, es gibt wenig Spuren. So macht sich Franck daran, die Protokolle nochmal durchzusehen. Immer mit der Hoffnung, dass den entscheidenden Hinweis zu finden.
Es ist ein leiser Krimi, den Friedrich Ani geschrieben hat. Es geht nicht um die Tat, sondern um die Opfer. Das ist nicht nur der ermordete Junge, sondern auch seine Familie und auch die Ermittler. Der Autor zeigt, was ein solcher Fall mit allen Beteiligten macht. Was mit den Menschen passiert, wenn wieder eine Spur ins Leere führt. Oder schlimmer: wenn eine Spur nur vermeintlich den Erfolg bringt.
Friedrich Ani erzählt nicht nur die Geschichte der Tat, sondern auch die Lebensgeschichten aller Beteiligten. Dabei gibt es wenig Schönes zu berichten. Fast scheint es so, als ob gerade für die Familie das Leben nie wirklich schön gewesen ist und eigentlich auf so einen traurigen Höhepunkt zugegangen ist. Es ist klar: selbst wenn der Täter gefunden wird, kann es keinen Frieden geben.
Meinung: Der Einstieg in die Geschichte wurde wahrlich großartig gewählt. Ohne Umschweife gelangt man als Leser in die spannende Geschichte, mit klopfenden Herzen und Gänsehaut verschlingt man förmlich die ersten Seiten des Thrillers. Und genau diese Spannung, weiß die Autorin durch die gesamte Geschichte hindurch beizubehalten. Es vergeht keine Seite, ohne Spannung und Nervenkitzel. Eine düstere Atmosphäre, die den Leser in ihren Bann zieht, rundet die Geschichte ab und macht sie zu einem beinahe perfekten Thriller.
Fazit: Ein überzeugender zweiter Fall um einen Ermittler, der ebenfalls zu überzeugen weiß. Ein Buch welches mit Atmosphäre und Spannung überzeugen kann und den Leser völlig in den Bann zieht
Ich mag den Ex-kommissar dieser Krimireihe, ich mag den Schreibstil und ich mag die Idee - aber dieser Fall war mir zu seltsam - und die Personen hatten auch alle einen leichten Sockenschuss.
Friedrich Ani beschreibt in seinem Buch "Ermordung des Glücks" den ehemaligen leitenden Kommissar der Mordkommission Jakob Franck auf seiner Mission, Angehörigen die schlechte Nachricht über den Tod eines Familienmitgliedes zu überbringen. Er steht den Familien bei und bemüht sich, Todesfälle mitaufzuklären.
In diesem Fall, es ist der zweite für Ex-Kommissar Franck, geht es um das rätselhafte Verschwinden des 11-jährigen Lennard Grabbe und die anschließende Auffindung seines Leichnams.
Herr Franck stellt all seine Kraft bis zur Selbstaufgabe in die Mithilfe und Unterstützung der Sonderkommission. Er befragt Zeugen erneut auf seine ruhige aber verbissene Art außerhalb des Präsidiums, denn er ist ja kein Polizeibeamter mehr. Tanja Grabbe, Lennards Mutter, gibt ihr Leben auf - lebte sie doch erst seit Lennards Geburt.Ihr Bruder Max versucht, sie aufzubauen; die beiden hatten immer ein besonders enges Verhältnis.
Doch auch er kommt so gut wie nicht an sie heran.Die Familie bricht schier auseinander. Nur Stephan Grabbe, der Vater, sieht noch eine Zukunft. Und für diese Zukunft will er noch kämpfen. Ich erlebte wirklich und wahrhaftig mit, wie das Glück ermordet wurde, unwiderruflich und durch nichts mehr wieder gut zu machen.
Das Buch ist sehr ruhig geschrieben und versetzt den Leser in jeden der Protagonisten: Mutter, Vater, Onkel und natürlich Jakob Franck, der in seiner Kindheit wohl auch einiges erlebt hat - da geht es wohl um seine Schwester.Für mich ist dieser 2. Fall um Jakob Franck das erste Buch von Friedrich Ani. Ich werde noch den 1. Fall lesen und dann weiteres entscheiden. Dieses Buch selbst zieht den Leser so in seinen Bann und ist so dramatisch, dass mein Stimmungspegel stark gesunken ist.