Ich mag historische Romane und ich mag den Schreibstil von Peter Prange. Zwei gute Voraussetzungen, um dieses Buch zu mögen und alles in allem fand ich es auch echt gut. Die Handlung ist kurzweilig, stringent und interessant, die Figuren vielschichtig und komplex. Beim Lesen habe ich mich nie gelangweilt, an manchen Stellen hätte ich mir allerdings gewünscht, dass das ein oder andere Fettnäpfchen ausgelassen worden bzw. die Rettung in der Not dann doch nicht so einfach gewesen wäre. Aber das machte die Handlung im Endeffekt auch aus - der große Unbekannte, der 45 Jahre lang aus Liebe seine schützende Hand über die Familie gehalten hat, bloß um am Ende ganz allein zu sein. Ich hätte ihm ein glücklicheres Leben gewünscht. Aber vielleicht hat das auch was mit Realitätsbezug zu tun? Ich weiß es nicht.
Das einzige, was mich wirklich gestört hat, waren die starren Rollenbilder, die reproduziert wurden. Ich glaube nicht, dass so eine extreme Sexualisierung der Frauen wirklich relevant für die Handlung war. Die ein oder andere Erwähnung des „strammen Genossens“ hätte dem Buch sicher gut getan.
Trotz allem: ein easy read, genau das richtige gerade, ich hatte eine gute Zeit!