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Bebuquin

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Good copy.

86 pages, Paperback

First published December 1, 1912

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139 people want to read

About the author

Carl Einstein

51 books3 followers
Carl Einstein (born Karl Einstein, also known by pseudonym Savine Ree Urian) was an influential German Jewish writer, art historian, anarchist and critic. Regarded as one of the first critics to appreciate the development of Cubism, as well as for his work on African art and influence on the European avant-garde, his work combined many strands of both political and aesthetic discourse into his writings, addressing both the developing aesthetic of modern art and the political situation in Europe.

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Community Reviews

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22 (28%)
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14 (18%)
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25 (32%)
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14 (18%)
1 star
2 (2%)
Displaying 1 - 12 of 12 reviews
Profile Image for Alexander Carmele.
481 reviews459 followers
April 23, 2024
Ein an sich selbst irre gewordener Humanismus. Ein Dokument. Kein Roman.

Inhalt: 4/5 Sterne (kulturkritisches Zeitgeistporträt)
Form: 4/5 Sterne (Durchbruch der absoluten Prosa)
Komposition: 4/5 Sterne (vernetzende Realitätsebenen)
Leseerlebnis: 2/5 Sterne (mühsame Dechiffrierung)

Ausführlicher, vielleicht begründeter auf kommunikativeslesen.com

„Bebuquin“ von Carl Einstein erschien 1912. Sein von ihm als Roman bezeichneter Text gilt als ein Wegbereiter für die Moderne, für den Surrealismus und den Dadaismus, als bahnbrechend für alogische, akausale, also absolute Prosa. Er gilt auch als ziemlich unlesbar.

Fräulein Euphemia bat die Herren, mit ihrem Geist rationeller umzugehen, und sie wolle gern ein Ball-Lokal besuchen. Die beiden nickten und stampften die Holztreppe hinunter. Euphemia holte einen Abendmantel, und Nebukadnezar ergriff ein Sprachrohr und bellte in die sich breit aufrollende Milchstrasse: »Ich suche das Wunder.« Der Schosshund Euphemias fiel aus dem Sprachrohr; Euphemia kehrte angenehm lächelnd zurück.

Kaum Texte reduzieren ihre eigene Logik so sehr auf die szenische Gestaltung und die formalen Aspekte wie Einsteins „Bebuquin“. Mit anderen Worten, Einsteins Text markiert so etwas wie den Grenzwert des Verzichtes auf Inhalt, welcher bis aufs Dünnste kondensiert aus folgendem Plot besteht: Giorgio Bebuquin, Nebukadnezar Böhm und Euphemia befinden sich in einer Ménage-à-trois und machen das großstädtische Nachtleben unsicher. Euphemia bringt einen Sohn namens Emil zur Welt, für den sich Böhm verantwortlich fühlt. Unzufrieden sowohl mit Böhm wie mit Bebuquin geht Euphemia, die Schauspielerin, nach einem missglückten Heiratsantrag von Bebuquin ins Kloster. Bebuquin und Böhm folgen ihr. Sie kehren schließlich allesamt und ungeläutert zurück. Euphemia fordert von Bebuquin Seriosität, der aber beerdigt lieber sein alter Ego Böhm, legt sich hin und stirbt.

Bebuquin schlief ruhig ein, fuhr im Schlaf einigemal mit den Händen empor; sein Gesicht lag allmählich wie im Krampf, die Haut faltete sich und umrunzelte den ganzen Schädel. Ruckweise öffneten sich auf Sekunden seine Lider, er zog Finger und Zehen sich spreizend in die Länge, dann ging er eng zusammen und zitterte heftig. Gegen Morgen wachte er auf, war unfähig zu reden und konnte nicht mehr allein essen. Nur einmal schaute er kühl drein und sagte: Aus.

Szenisch wirr, dialogisch konfus, ohne klare Beobachterposition schaukelt der Text zwischen Montage, Traum, Groteske und theatraler Dialogform hin und her und ergeht sich in philosophische Spekulation über Tod, Logik, Vernunft und Kunst und entspricht so einem aus der Art geschlagenen Theseroman. Was sich bei Einstein ungemindert ausdrückt, lässt sich nur als Parodie auf Hermetik, Absolutheitsansprüche und eine Form von l’art-pour-l’art verstehen, die die Körper- und Erfahrungslosigkeit, die Entwurzelung, Verzweiflung im Freischwebend-Artistischen der wirklichkeitsentfremdeten Dekadenzliteratur anprangert:

Der Schrecken des Farbenwechsels der übergehenden Zeiten machte sie stumm. Die Nacht, welche die vom Licht übergrellten Gesichte liebt, starb in den Tag hinein. Man fühlte, man müsse die Nächte zu einem ernsten Training benutzen, denn [Bebuquin, Böhm und Euphemia] wollten um jeden Preis Visionäre werden, ganz unmenschlich sein. Sie waren ihres Körpers und seiner Formen unabweislich müde geworden und spürten, dass sie sich verzerren müssten.

In späterer Form schrieb Carl Einstein das Fragment gebliebene Pamphlet „Fabrikation der Fiktionen“ als Intellektuellenschelte. „Bebuquin“, oft missverstanden, stellt bereits eine solche dar. Sie trinken, fummeln, saufen und grölen, philosophieren und begrapschen die Nächte hindurch, nur um immer wieder im Morgengrauen, wenn der Alkohol seine Wirkung verliert und der Selbstekel anwächst, von der Erlösung durch die Religion und das Kloster zu faseln, fabeln und fantasieren. Böhm und Bebuquin, zwei Seiten der Medaille, finden nicht zusammen, auch nicht durch die Versöhnung versprechenden mystischen Liebe zu Euphemia, die von beiden gleichermaßen enttäuscht bleibt.

In „Bebuquin“ taucht unverhohlen die vollendete Tristesse eines Avantgardismus auf, der nicht auf eigenen Beinen zu stehen vermag, der stets den Ast absägt, auf dem er sitzt, und lediglich über die Leere des eigenen Lebens zu jammern und in Selbstbezüglichkeit zu ersticken vermag. Ein trister, noch immer aktueller Text, der vor vielen expressionistischen, nouveau roman, postmodernen und popliterarischen Werken den Vorzug besitzt, grundweg ehrlich, direkt und nicht den Hauch eines Sinnes als die Langeweile, den Ennui und die Unlust an der eigenen Dekadenz enthält, und wie diese mehr Dokument als Literatur darstellt.
Profile Image for Jonathan Bogart.
96 reviews31 followers
March 25, 2017
One of the earliest modernist texts, a discursive, philosophical and formally forbidding short "novel" that perhaps fits better into the tradition of the postmodern anti-novel than into the read-for-pleasure texts which the book-club vision of the world understands as literature. Part of the Expressionist assault of the 1910s against the nineteenth-century positivist and naturalistic vision of the world, perhaps nowhere more completely formalized than in Germany, Einstein was an art critic who led German appreciation of Cubism and was one of the first Europeans to declare the aesthetic value of African art. In the text, the deliberately mixed metaphors, violently unexpected imagery, and comic-grotesque incidents which take place in the intermissions of aesthetic, philosophical, and metaphysical disquisitions are a sort of dry run for the kind of imagination-first deliberately offensive imagery the Surrealists would cultivate. As I read, I kept seeing drawings in my head by Simplicissmus cartoonists of the 10s and 20s, particularly Karl Arnold, Olaf Gulbransson, Thomas Theodor Heine, and Erich Schilling, as well as canvases by de Chirico, Picasso, Dali, and the Blaue Reiter group. Which may lead you to expect a more visually or imaginatively stimulating read than it actually is; I'm really just a weirdo.
Profile Image for Joël.
5 reviews14 followers
July 25, 2025
intellectual masturbation without climax
Profile Image for Argos.
1,263 reviews493 followers
June 16, 2016
Büyük bir umutla başladım, hiç birşey anlamadım, dadaist bir roman ötesi romanmış. Neyse ki çok kısaydı kitabı bırakmadım bitirdim.
Profile Image for Kaplumbağa Felsefecisi.
468 reviews82 followers
January 22, 2017
1915'te yayımlanan bir romandır Bebuquin. Avangart bir sanatçı olan Carl Einstein'ın ilk ve tek romanı olma özelliğine sahip. Bildiğimiz roman formunun dışında, diyaloglarla örülü bir dada metni denilebilir.
Eğer başarabilirseniz size ezberletilen roman kalıplarınızdan vazgeçip, güzel bir zihin akışıyla yolculuk yapabilirsiniz. Hiçlik, gerçek-dışı algısı ile kendisi ve kendisi dışındaki dünya arasında gitgeller yaşatacak, bu sebeple de sizi kurgudan atıp yeniden ve hep oraya dönmek istemenize sebep olacak kadar da cezbedici bir roman olacak.

Söylemeden edemeyeceğim, Encore'nin kıyıda köşede kalmış bu tür metinleri yayınlamasına bayılıyorum.



"Şimdiye kadar dinî olan her şey olgulardan dolayı groteskleşti, ya da bunun tam tersi oldu. Belki de, şeylerin
bir araya gelmemesinin nedeni yaratıcı sürecin hiç sona ermemesi içindir. Tanrı fantastiktir; tüm bastırılmış ve
dilsiz kalmış duyarlılıklar konuşmak istiyor. Hep aynı seçenekler olmasına karşı inatla direniyoruz; dünya, bizim için kendisini dönüştürmek zorunda.”s.91 "Tanrım, bir şey söylememe izin ver,
Kendimden yaratıldım ben.
Bak bana, bir amacım ben; bırak kendi başıma bir şey yapayım, izin ver bir mucize gerçekleştireyim.
Ey, dönüşümün gecesi, bu bedeni unutabileceğim o yere ne zaman geleceksin, evet, onu fırlatıp atacağım ve o zaman şeylerin başka bir anlamı olacak; farklı olacaklar. Bağlantılar kendi kendilerine yetecek ve parçalar konuşmaya başlayacak. Asıl dönüşüm çözülmedir ve umarım benim de başlangıcım o olur."sy.98
Profile Image for Felix Lesch.
32 reviews1 follower
May 23, 2025
Wenn man eine Destruktion des klassischen Romans interessant findet, wird man hier fündig: keine wirklichen Gespräche, keine Einheit von Raum und Zeit oder Charaktere. Darüber hinaus wird es schwierig dem Text etwas abzugewinnen: eine mystische Kant Kritik, Appell an die Unvernunft und Unlogik etc., kurz: eine metaphysisch unsinnige Aufzeichnung aus dem Untergrund. Der gepredigte Idividualismus ist schlecht gealtert, wobei der Vorzug des ganzen Textes die in ihm vorhandene Reflexion/Kritik eigener Inhalte ist. Kapitel eins und sechszehn sind stilistische Lichtblicke der sonst recht verkrampften Sprache.
Profile Image for Orçun Güzer.
Author 1 book57 followers
February 25, 2023
Dadaist ve kübist grupların öncülerinden sanat tarihçisi Carl Einstein'ın tek "anti-romanı" Bebuquin, tamamen serbest çağrışımla ve birkaç kişinin birbirine verdiği söylevlerle ilerleyen, teatral diyalog, şiir, manifesto, kurgu, felsefi deneme gibi farklı üslupları birleştirmeye çalışan bir yapıt. Ancak "türler üstü" diyebileceğim bir metin değil, çünkü bu farklı türler burada yan yana yapıştırılmış gibi duruyor. Metnin anlaşılmazlığıyla değil, okuma hazzı alabileceğim kadar absürd olmamasıyla ilgili sıkıntım var benim; yazarın ciddi felsefe yapma çabasını, Kant-Platon göndermelerini biraz yapmacık, biraz sıkıcı ve çokça gereksiz buldum. Bununla birlikte, avangart edebiyata ilgi duyan okurun yine de atlamaması gerekir diye düşünüyorum.
Profile Image for Clemens.
60 reviews1 follower
March 22, 2017
Mit seinem 1912 erschienen Erstlingswerk gilt Carl Einstein als Wegbereiter des deutschen Symbolismus und Expressionismus.
In seinem Werk erzählt die "Geschichte" Bebuquins und der Nebenfigur Nebukadnezar Böhm. Eine klare Handlung gibt es hier nicht. Die Erzählung dient Einstein allein als Grundlage zur Darstellung theoretischer An- und Einsichten. Es ist also mehr eine Selbstreflexion des Autors.
Wenn man sich als Leser darauf einlässt, keine schnöde Geschichte erzählt zu bekommen, sondern eine metapherngesättigte Darstellung der philosophischen und metaphysischen Erkenntnisse Einsteins, dann bringt dieses Werk einem viel Spaß.
Profile Image for belisa.
1,444 reviews42 followers
July 3, 2017
şimdi kitapta bir roman bütünlüğü yok
bebuquin ve çevresindeki birkaç absürd zatın karşılıklı felsefe yaptığı
çokluk dialogla ilerleyen ve bazı felsefi görüşleri açıklayan bir kitap
gerçeküstü olaylar ve aforizmalardan bir çorba
ikinci yıldız alıntıladığım bu felsefe parçaları için...
Profile Image for Ben Haines.
205 reviews4 followers
Want to read
August 26, 2022
One of th e most important wr i ters and art/l i terary theor i sts of his ti me. His "cubist" novel Bebuquin, published in 1912, was highly influent i al fo r Dada and illuminated his call fo r an end to the realist i c or psycholog i cal novel

Encyclopaedia acephalica
7 reviews
Read
December 13, 2024
Review folgt, wenn ich die Sprache gefunden habe, das Erlebte zu beschreiben.
Sehen uns im nächsten Leben!
Profile Image for Lauriel.
63 reviews4 followers
July 6, 2014
this is what i imagine an acid trip to be like. super weird and confusing but pretty cool still. reminds me why i studied german lit in the first place.
Displaying 1 - 12 of 12 reviews

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