George R.R. Martins »A Song of Ice and Fire" / »Game of Thrones" fasziniert ein Massenpublikum ebenso wie die Kritiker in den gehobenen Feuilletons. Die interdisziplinären Beiträge des Bandes spüren der Popularität von Martins komplexer »secondary world" in ihren medialen Ausprägungen als Buch, Film und Computerspiel nach. Dabei schafft die methodische Vielseitigkeit der Beiträge (aus Literatur-, Geschichts-, Politik-, Film-, Religions-, Musikwissenschaft, Mediävistik und Game Studies) neue Perspektiven auf zahlreiche inhaltliche wie poetologische Aspekte der »Welt von Eis und Feuer" - von der Rolle von Religion und Sexualität über die Dynamik von Herrschaft und Gewalt bis zur Funktion von Rätseln und Prophezeiungen.
Das, mit dem deutschen Phantastik-Preis 2017 ausgezeichnete Sachbuch, ist eine interessante sozialwissenschaftliche Abhandlung über den Romanzyklus "Ein Lied aus Eis und Feuer" und die TV-Serie "Game of Thrones". Das hochwissenschaftliche Werk bringt Artikel, Aufsätze, Essays und Abhandlungen verschiedener Sozial- bzw. Kulturwissenschaftler, hauptsächlich von der Ludwig Maximilians-Universität München, in denen das Werk von GRRM bis ins Kleinste seziert und wissenschaftlich durchleuchtet wird. Wenn man sich wirklich darauf einläßt, dann offenbart sich eine reichhaltige interdiziplinäre Landschaft, aus der GRRM sich bedient hat. Man erfährt z.B. die Rolle der Religion, über mittelalterliche Herrschaftsstrukturen, über Kulturgeographien und Geopolitik, über die Konventionen der Fantasy, über die Sexposition in GoT etc.pp. Eine Buch zum Schmökern das sehr zum Nachdenken anregt, weit über die Serie hinaus...