Durch einen Treppensturz verliert der 17-jährige Max Rinneberg sein Gedächtnis. Als er nach kurzer Bewusstlosigkeit im Krankenhaus aufwacht, erkennt er seine Eltern und Freunde nicht mehr. Auch seinen früheren Hobbys, wie Marathonlauf und Fußball, kann er nichts mehr abgewinnen. Zwar kann er noch sprechen und schreiben, kennt die Dinge des Alltags, aber sein biografischepisodisches Gedächtnis, das Archiv der persönlichen Lebensgeschichte, ist gelöscht. Mühsam muss der heute 26-Jährige sich Vergessenes zurückerobern und sich selbst neu erfinden. Das geht nicht ohne eine existenzielle Krise. Wie lebt man ohne Vergangenheit? Ist man noch derselbe? Ist es nur ein Verlust oder auch eine neue Freiheit? Eine ergreifende Lebensgeschichte, die die Frage nach der eigenen Identität auf ungewohnte Weise neu stellt.
Am Anfang hatte ich etwas Schwierigkeiten, mich in diesen Erfahrungsbericht einzulesen. Mir kam die Sprache am Anfang zu gewollt poetisch, erzählerisch vor, ich konnte mit den Sprachbildern nicht so viel anfangen. Aber mit der Zeit habe ich mich an diese Ausdrucksweise gewöhnt und sie kam mir dann auch authentischer vor, während ich am Anfang noch das Gefühl hatte, das sei vielleicht eher so vom Co-Autor so gewollt als von Max. Aber vielleicht waren das einfach nur Startschwierigkeiten - ich habe mich sehr gefreut, an dieser Reise teilnehmen zu dürfen und fand den Erzählductus und die Erzählweise dann auch sehr angenehm. Ich mochte auch, dass bestimmte Bereiche der Privatssphäre auch gewahrt blieben und dennoch viele andere Charaktere sehr offen, aber nie respektlos, geschildert wurden.
Ich bin nicht wirklich warm geworden mit der Geschichte. Irgendwie bleibt alles auf der Oberfläche. Plötzlich ist der Max laut mehrerer Ärzte suizidgefährdet und man kann nicht wirklich nachvollziehen warum. Ja, seine Vergangenheit ist weg, aber man bekommt den Eindruck vermittelt, dass er gut klar kommt und einfach nur auf der Suche nach seiner Erinnerung ist ... dass es ihm so schlecht dabei geht, wird nicht deutlich. Leider, denn genau auf solche Einblicke hätte ich mich gefreut.
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Da ich nicht viel lese, wäre ich fast in der Mitte ausgestiegen, da alles so trist und düster erschien. Zu meinem Glück habe ich bis zum Ende durchgehalten und die inspirierende Wendung dieser Person erleben dürfen. Empfehlenswertes Buch.
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